Brennender Schmerz

Kurzbeschreibung:
Hallöchen,

seid einiger Zeit mal wieder eine neue FF.
Die Alterskennzeichnung habe ich extra so hoch angelegt, nicht weil übermäßig Gewalt oder dergleichen vorkommt, sondern weil das hier den ein oder anderen vielleicht auf der emotionalen Ebene ziemlich fertig machen könnte. Zumindest empfinde ich es stellenweise als doch sehr bildlich und zusetzend.

Ansonsten wünsche ich aber viel Spaß beim Lesen!

Autorennotiz:
Hallöchen,

seid einiger Zeit mal wieder eine neue FF.
Die Alterskennzeichnung habe ich extra so hoch angelegt, nicht weil übermäßig Gewalt oder dergleichen vorkommt, sondern weil das hier den ein oder anderen vielleicht auf der emotionalen Ebene ziemlich fertig machen könnte. Zumindest empfinde ich es stellenweise als doch sehr bildlich und zusetzend.

Ansonsten wünsche ich aber viel Spaß beim Lesen!

Am 4.3.2019 um 14:02 von AraCian auf StoryHub veröffentlicht

Du kannst nicht atmen. Deine Brust wird zusammengedrückt. Schmerzhaft legen sich die Ketten um dein Herz. Der Schmerz sitzt tief, spielt seine eigene Agonie in deinem Inneren. Er reißt an dir, gibt sich nicht damit zufrieden nur kleine Stücke zu bekommen. Nein, er will mehr. Er will alles. Dich. Du bist ihm ausgeliefert, kannst dich nicht dagegen wehren. Und doch ist es nötig. Du kennst nun die Wahrheit. Jene schmerzhafte Wahrheit, die nun droht dich entzwei zu reißen. Sie haben sie verraten, sie haben dich verraten. Nie hatten sie auf einer Seite gestanden. Die Republik ist ihnen egal. Es geht ihnen nur um die Macht.

Frustriert lässt du dein Lichtschwert hernieder sausen, labst dich an dem verbrannten Geruch, an den Schreien, an der Furcht, die sie alle verströmen. Palpatine hat als einziger die Wahrheit erkannt – und sie mit dir geteilt. Er ist stets für dich da gewesen, hat dich ins Vertrauen gezogen. Er ist dein Freund, dein einziger neben Padmé.

Sie würde sicher sein. Dafür kannst du nun Sorgen. Sidious würde dir beibringen, wie du sie schützen kannst.

Zielsicher trittst du nun in die Quartiere der Meisterin Shaak Ti. Die Togruta ist in Meditation vertieft, sitzt ruhig und unbewegt auf dem Boden. Für einen Moment lauschst du ihrem regelmäßigen Atem. Sie war eine der Meisterinnen, die du stets bewundert hattest. Ihre Prinzipien, ihre Haltung.

Unbändige Wut wallt in dir auf. Es ist nur ein Streich mit dem Schwert, aber dieser genügt. Der Kopf löst sich vom Hals, die abgetrennten Lekku fallen auf den Boden. Bis zu dieser Sekunde hattest du Shaak Ti nur von hinten gesehen. Sie blickt dich an. Keine Furcht ist in ihrem Gesicht erkennbar, nur Mitleid und Trauer.

Du unterdrückst den Schrei und drehst dich um. Eine Ablenkung wie diese kannst du jetzt nicht gebrauchen. Du hast ihr Mitleid nicht verdient, du brauchst es nicht. Du bist nicht zu bemitleiden. Du kennst die Wahrheit. Sie sind alle Verräter, korrumpiert bis ins Mark. Und das schlimme ist nicht einmal, dass sie es waren, sondern dass sie Kinder mit in ihre Ränke gezogen haben. Auch sie sind bereits verdorben, nicht mehr zu retten. Es gibt nur eine Möglichkeit. Sie müssen alle sterben.

Als du schließlich dein Lichtschwert ausschaltetest, bricht bereits der Morgen an. Rauch schwängert die Luft, während du die Stufen hinabsteigst. Es ist vorbei. Ihre Herrschaft ist beendet.

Du ziehst die dunkle Kapuze ein tiefer in dein Gesicht. Dein Zuhause brennt, deine Familie. Sie haben dir nie vertraut und du hast endlich die Ketten zu ihnen gesprengt. Und dennoch. Tief in dir drin schreit ein kleiner Junge. Er ruft nach seiner Mutter, nach Qui-Gon, nach Obi-Wan. Er ruft nach dir. Nach Anakin. Aber Anakin ist tot, nicht länger ein Teil von dir. Du bist Darth Vader, ein Sith-Lord, der Bringer von Ordnung und Gerechtigkeit.

Und doch bist du ein Mann, dessen Heimat in Flammen steht. Du verstärkst deinen Griff um das Lichtschwert. Eine einzelne Träne kann keinen Brand löschen, ein Brand jedoch die Tränen verdorren lassen.