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You're the same kind of bad as me

4
1.6.2019 19:01
12 Ab 12 Jahren
Homosexualität
Fertiggestellt

Autorennotiz

Geschrieben im Rahmen einer Wichtelaktion
Vielen Dank an Laura, die diese Fanfiction auf ihrem YouTube-Kanal vertont hat. Hört unbedingt rein:
youtube.com/watch?v=Vb3LwUG8e6s

„Wir sehen uns im Gemeinschaftsraum, Snape!“
Severus sah dem großen, blonden Jungen nach, der ihm zuwinkte und sich dann auf den Weg Richtung Quidditchfeld machte. Sein Blick war sehnsüchtig. Wie gerne würde er auch zu der Gruppe älterer Jungs gehören, die alle beliebt waren, die Quidditch spielten… Jetzt war Lucius sogar Schulsprecher. Severus konnte nicht anders, als sich zu fragen, ob er das auch schaffen würde. Gleichzeitig wusste er, dass schon der Gedanke lächerlich war. Dumbledore mochte ihn nicht, da war er sich sicher.
Langsam drehte er sich um und lief den Weg hinunter zum See. Lucius Malfoy ging ihm nicht aus dem Kopf. Er wäre den anderen gerne gefolgt und hätte beim Training zugeschaut, aber er bezweifelte, dass sie ihn dabei haben wollten.
Er lehnte sich gegen einen Baum und dachte an Lily. Bei dem Gedanken an sie konnte er sogar Lucius und die anderen Slytherins aus seinem Kopf verbannen. Ihre grüne Augen funkelten ihn an wie Diamanten. Er stellte sich vor, wie er mit ihr ausgehen würde, und wie sie ihn anlachen würde.
Er stellte sich vor, wie er sie zum Essen einladen würde, oder auf ein Butterbier. Lily würde sich freuen und sich zu ihm hinüber lehnen und ihm sagen, dass sie ihn schon immer am meisten gemocht hatte.
Severus seufzte. Wenn nur die Wahrheit genau so aussehen würde… Aber er konnte immer noch an sie denken, mit ihr reden… Irgendwann würde sie ihn auch bemerken. Also, richtig bemerken. Hoffte er.
 

***



Severus und Lucius saßen an dem langen Tisch. Vor ein paar Jahren hätte Severus alles gegeben, Lucius so nahe zu sein, jetzt sahen sie sich nicht einmal richtig an. Der Dunkle Lord erhob sich von seinem Stuhl und drehte nachdenklich einige Runden um den Tisch. Dann wandte er sich Severus zu.
„Ein Junge, der im Juli geboren ist, Severus?“
Er nickte. „Die Prophezeiung war mehr als deutlich, mein Lord.“
„Zauberer, die mir drei mal die Stirn geboten haben...“, sagte Voldemort, wie zu sich selbst.
„Die Longbottoms, mein Lord“, meinte Bellatrix von der anderen Seite des Tisches. „Frank und Alice Longbottom haben Euch drei mal Widerstand geleistet. Alice hat einen Sohn bekommen.“ Ihr Lächeln war schmierig.
„Nicht nur die Longbottoms, mein Lord“, ertönte Lucius' Stimme neben Severus, der unbewusst begann, bei dem Klang der vertrauten Stimme ein klein wenig zu lächeln. Voldemort drehte sich langsam zu ihm.
„Mein Lord, es gibt noch eine Familie, die die Prophezeiung betreffen könnte. Wenn ich mich nicht täusche – es sind die Potters.“
Severus zuckte zusammen, aber niemand bemerkte es.
Voldemort hob langsam das Kinn. „Die Potters“, wiederholte er ruhig.
Lucius nickte. „James und Lily, geboren Evans. Sie ist ein Schlammblut.“
Severus sah Lucius von der Seite an. Die Worte drangen in seinen Kopf wie durch Watte.
Lily Evans… Schlammblut…
Der dunkle Lord lächelte dünn und Severus sah ihn an. Er konnte nicht mehr klar denken, er hörte kaum noch, was sich am Tisch abspielte.
Seine Gedanken kreisten um Lily, die Prophezeiung und Lucius. Sein schlagendes Herz tat ihm in der Brust weh.
 

***



Severus saß an demselben Tisch, an dem er schon vor zwölf Jahren gesessen hatte, gesessen und gebetet, dass Voldemort Lily verschonen würde. Er verabscheute ihn aus größtem Herzen und fragte sich, wie er sich ernsthaft der dunklen Seite zuwenden konnte.
Dass Lily gestorben war, war seine Schuld.
Andererseits… die dunkle Seite war das, was ihn mit Lucius verband… Jede Sekunde, die er an diesem Tisch saß, verbrachte er mit Lucius. Und er würde lügen, wenn ihm das nicht alles bedeuten würde. Neben sich hörte er Lucius schwer atmen. Er fragte sich, ob die anderen merkten, wie nervös die Malfoys – Vater und Sohn – waren, der Tatsache, dass sie sich in ihrem eigenem Haus befanden, zu Trotz. Mitleidsvoll betrachtete er Draco. Er erinnerte ihn sehr an sich selbst, und dieser Vergleich schmerzte ihn.  Lucius zitterte neben ihn, wenn der dunkle Lord an ihnen vorüberzog.
Severus ahnte, dass er nicht der einzige an diesem Tisch war, der die Mitgliedschaft bei den Todessern zutiefst bereute.
Doch nichtsdestotrotz hatte Severus nicht vergessen, was Lucius getan hatte. Zwar steckte ihm ein tiefer Splitter im Herzen, der Tatsache verschuldet, dass er die verdammte Prophezeiung nicht für sich behalten hatte, aber Severus hörte in seinen Gedanken immer noch, wie Lucius Voldemort von den Potters erzählt hatte. Wenn er nur Neville Longbottom und seine Familie verfolgt hätte, dann wäre jetzt alles in Ordnung… Severus könnte sich mit Lucius ohne Schuldgefühle unterhalten, und alles wäre anders. Aber so konnte Severus nicht einmal ohne schlechtes Gewissen Mitleid für die Malfoys fühlen. Warum sollten sie es besser haben als er?
Aber tief im Herzen wusste er, dass es anders war. Dass er jeden Blick, den Lucius ihm schenkte, liebte. Dass er für diese Blicke lebte.
Für diese Blicke – und Lily. Ihre grünen Augen rief er sich in Erinnerung, wann immer er Lucius anschaute. Er würde Lucius sofort hergeben, wenn er dafür Lily hätte.
Es brauchte einiges an Konzentration für Severus, seinen Geist zu verschließen und wieder an dem Gespräch am Tisch teilzunehmen.
Er war der Spion. Und niemand durfte es wissen. Nicht einmal Lucius.
Für Lily.
 

***



Ihre Schritte hallten durch die Korridore, als Severus und Lucius die Gänge entlang liefen. Besorgt sah Severus aus den steinernen Fenstern. Noch vor Anbruch der Nacht würde der Kampf in einen Krieg ausarten. Wenn er nur ein gutes Ende nehmen würde…
Hinter ihm keuchte Lucius, und Severus runzelte die Stirn. Was trödelte er so? Lucius war sonst der Erste, der auf Bitten des dunklen Lords angerannt kam.
Aber natürlich wusste Severus, was los mit ihm war. Von dem Moment an, indem Voldemort verkündet hatte, dass sie sich zum Kampf bereit machen sollten, war Lucius erblasst und hatte sich mehr als nur passiv verhalten, sich fast schon zurückgezogen. Draco war nicht unter ihnen gewesen. Er war im Schloss, und das war es, was Lucius so beunruhigte. Severus drehte sich zu ihm. „Wir sollten uns beeilen.“
Aber Lucius schüttelte nur den Kopf und lehnte sich gegen die Wand. „Geh vor“, sagte er mit zitternder Stimme.
Severus verzog seinen Mund. „Willst du den Ruf des dunklen Lords ignorieren?“
Lucius schüttelte ängstlich den Kopf, aber regte sich keinen Zentimeter. Severus runzelte die Stirn. „Draco wird nichts passieren“, sagte er. „Wir müssen weiter.“
„Niemand hat dich gebeten, hier zu bleiben“, meinte Lucius und rieb sich die müden Augen.
„Der dunkle Lord würde dich umbringen, wenn du ihm jetzt nicht gehorchst.“
Und das würde mich umbringen, fügte er in Gedanken leise hinzu, auch wenn er sie nicht aussprach. Das Leben als Todesser wäre noch schlimmer, wenn es Lucius nicht gegeben hätte, auch wenn er das natürlich nicht sagte. „Und Draco“, fügte er hinzu, „er würde seine Rache an deiner ganzen Familie auslassen, Lucius. Der dunkle Lord vergibt nicht leicht.“
Lucius nickte langsam und drehte sich noch einmal zum Schloss um. „Dir hat er auch schon mal vergeben“, meinte er zitternd.
Severus runzelte die Stirn. „Es war nichts Großes, was es zu vergeben gab“, sagte er kühl, „gemessen an dem, was ich bereits für ihn geleistet hatte. Der dunkle Lord braucht jetzt jeden seiner Todesser, und er wird auf keinen verzichten wollen.“ Severus hatte keine Zweifel, dass Voldemort Lucius mehr als nur bestrafen würde, wenn er sich nicht bald treu im Kampf zeigte. Ihn auch noch zu verlieren – der Gedanke war unerträglich für Severus.
Die Angst vor den Zorn Lord Voldemorts schien Lucius schließlich zu überzeugen. Mit schweren Schritten folgte er Severus in Richtung des Verbotenen Waldes.

Während alle Todesser auf und ab liefen und den Befehlen Voldemorts nachkamen, konnte Severus Lucius nicht aus den Augen lassen. Er hatte etwas an ihm, dass Severus zwang, seinen Blick die ganze Zeit auf ihn gerichtet zu haben. Lucius schien ihn nicht mal richtig zu bemerken. Severus wusste, welchen Gedanken er nachhing.
Und er konnte diese Gedanken nur zu genau nachvollziehen. Nach und nach leerte sich der Wald; die Todesser begannen, das Schloss zu stürmen. Lucius schaute immer besorgter. Der Dunkle Lord wandte sich ab, um sich mit Bellatrix zu besprechen. Diese Gelegenheit nutzte Lucius. Er nahm Severus zur Seite.
„Snape...“, sagte er, die Stimme gedämpft, ein Auge auf Voldemort gerichtet. „Wenn der Lord dich in den Kampf schickt… Wirst du nach Draco schauen? Ihn suchen?“  Lucius begann, die Finger zu kneten. „Bitte, Severus. Ich weiß nicht, ob er mich in dem Kampf einplant, aber dich schickt er bestimmt ins Schloss, um Harry Potter zu suchen… Und dann könntest du schauen, ob Draco in Sicherheit ist?“
Severus betrachtete ihn nachdenklich. „Ich weiß nicht, was der Dunkle Lord plant“, sagte er schließlich.
„Aber wenn du die Gelegenheit bekommst, kannst du nach Draco schauen?“ In Lucius' Stimme lag nichts von der üblichen Überheblichkeit. Er klang vor allem besorgt. „Bitte.“
Langsam neigte Severus seinen Kopf und er nickte. „Wenn es mir möglich ist“, sagte er ruhig. „Wenn es mir möglich ist, werde ich Draco in Sicherheit bringen.“
In der Zwischenzeit war Lord Voldemort tiefer in den Wald gegangen. Bellatrix folgte ihm. Ihre Schatten verschwanden zwischen den Bäumen.
Lucius beugte sich erleichtert nach vorne und gab Severus eine plötzliche Umarmung. „Danke, Severus“, sagte er. „Danke.“
Severus lächelte schwach. „Noch gibt es nichts zu danken. Ich glaube nicht, dass ich in den Kampf ziehen werde.“ Gedankenvoll sah er in den Wald.
„Du hast Draco auch im letzten Jahr beschützt. Ich habe es nicht vergessen.“
Severus nickte gedankenverloren.
„Komisch“, sagte Lucius leise, „was so eine Schlacht in einem auslöst. Über was man sich plötzlich Gedanken macht.“
Severus sah auf. Lucius' Augen zogen ihn wieder vollkommen in seinen Bann, und er gab sich Mühe, sich zu konzentrieren. „Das stimmt“, sagte er ruhig.
„Die Zeit, die man frei war… Jetzt scheint sie einem so vergeudet.“
Severus zuckte kurz zusammen und er fragte sich, ob Lucius auf das anspielte, worauf er hoffte… Worauf er seit Jahren hoffte…
Lucius starrte auf das Schloss. „Es ist so viel passiert, seit wir zur Schule gegangen sind, Severus.“
Severus nickte. Oh ja. Er war Todesser geworden… hatte an Voldemorts Seite gekämpft, Lily verraten… War Spion geworden… Hatte Lily verloren… Hatte so getan, als sei er ein Todesser… Hatte Dumbledore getötet…
Und welche dieser Dinge wusste Lucius? Er wusste nichts von seinem wahren Leben.
Lucius' Stimme war nachdenklich, als er weitersprach. Er sah sich kurz Richtung Wald um und sah ihn dann wieder an. „Bereust du deine Entscheidungen, Severus?“
Severus sah ihn von der Seite. „Stellst du den Dunklen Lord in Frage, Lucius?“
Noch als er die Worte aussprach, merkte er, wie ermüdend es war, ständig so zu tun, als wäre er der treueste Todesser. Wie viel schöner und einfacher es wäre, Lucius die Wahrheit zu sagen… Aber es war zu spät dafür, und es dufte niemand wissen. Innerlich stöhnte er.
Lucius schluckte. „Natürlich nicht...“ Aber jeder konnte sehen, wie er mit sich rang.
Severus sah ihn von der Seite an. Lucius sah ihn von der Seite an. Sie beide wussten, was Lucius gerne aussprechen wollte. Aber keiner sprach. Lucius atmete wieder schwerer.
Severus kannte das Gefühl genau. Das Gefühl, dass man erdrückt wurde. Dass man nicht mehr atmen konnte, weil die Lügen einem die Luft abdrückten. Nicht nur, dass man vor anderen die Wahrheit verbarg. Auch vor sich selbst.
„Lucius...“, sagte er leise.
Lucius nahm einen tiefen Atemzug. „Severus...“
Das Schloss bot einen außergewöhnlichen Anblick: Die Zauber, die aufeinander abgefeuert wurden und die Explosionen ließen es glitzern und in bunten Farben erstrahlen. Gleichzeitig fiel ein Felsbrocken nach dem anderen zur Erde und das Schloss wurde mehr und mehr zu einer Ruine. Es war nicht der Augenblick, miteinander Dinge zu bereden, die schon lange beredet hätten sollen. Zumal Schuldgefühle Severus erdrückten. Immer wieder wurde er an Lily erinnert. Er musste sie vergessen, und er wusste, dass das nie passieren würde.
Irgendwie fanden ihre Hände zueinander und sie hielten aneinander fest. Severus nahm einen tiefen Atemzug. „Die Wahrheit, Lucius“, sagte er leise, „ist, dass du mich nicht kennst. Nicht im Geringsten.“
Lucius sah ihn an. „Doch“, flüsterte er, „doch, ich glaube, ich kenne dich besser, als du kennst.“
Severus schüttelte den Kopf, aber Lucius  sprach weiter. „Du bist mir schon in der Schule aufgefallen. So ein talentierter Erstklässler… Und dann hast du dich dem dunklen Lord angeschlossen. Ich war stolz auf dich, Severus.“
Die Worte gingen runter wie Öl. Lucius war stolz auf ihn gewesen…
Aber worauf war er da eigentlich stolz gewesen – darauf, dass er den Weg für die Ermordung der Potters geebnet hatte?
„Du erinnerst dich nur an die Dinge, an die du dich erinnern willst“, sagte er leise. „Du siehst in mir den Mann, den du sehen willst.“
Lucius zögerte einen Moment. „Ich habe dich in der Schule viel gesehen, Severus. Hogwarts ist ein kleiner Ort. Natürlich habe ich deine Freundschaft zu der rothaarigen Gryffindor mitgekriegt.“
„Lily Evans.“
„Eben. Ein Schlammblut.“ Lucius verzog das Gesicht. „Umso froher war ich, als du dich für die richtige Seite entschieden hast...“
Severus machte einen Schritt von ihm weg. „Nein, Lucius“, sagte er leise. „Ich habe mich nie von Lily Evans entfernt.“
Lucius sah ihn überrascht an. „Sie starb einige Jahre zuvor!“ Er runzelte die Stirn. „Und du warst es, der dem Dunklen Lord die Prophezeiung überbracht hat…“
Severus verzog sein Gesicht schmerzvoll. Lucius schwieg.
Mehrere Momente waren sie beide leise. „Verzeihung“, sagte Lucius dann, „es war nicht richtig, deine Zuneigung zu Lily anzuprangern, wenn ich selber…“ Er sprach nicht weiter. Seine Hand suchte wieder Severus.
Severus schluckte. Er konnte Lucius' Haut spüren. Genau das, was er sich vor Jahren gewünscht hätte. Wovon er heimlich träumte. Aber… nicht so. „Du hast den Namen der Potters an Voldemort weitergegeben.“
Lucius zuckte bei der Erwähnung Voldemorts zusammen.
„Ich habe nur meine Aufgabe als Todesser erfüllt. Genau wie du.“
„Nein, nicht wie ich, Lucius. Stell dir vor, dein Sohn stirbt im Kampf, weil ich ihm nicht helfe. Weil ich nichts weiter mache, als meine Aufgabe.“ Seine Stimme war ein wenig kälter geworden.
Lucius schluckte und er sah Severus in die Augen. „Dein Herz schlägt also wirklich für das Schla- für Lily.“
Severus wusste nicht, warum es sich gut anfühlte, dass Lucius das wusste, aber er nickte langsam. Seine Augen waren feucht. „Immer. So wie du dich um deinen Sohn sorgst.“
Lucius umschloss Severus' Finger mit seiner Hand.
Severus sah ihn noch immer an. „Das heißt aber nicht“, flüsterte er, „dass mein Herz nicht auch für andere schlagen kann.“
Lucius sah ihn an. „Wir haben beide zu Lilys Ermordung beigetragen“, fuhr Severus mit zitternder Stimme fort. „Wir beide tragen die Schuld. Vielleicht will ich dir deswegen mit Draco helfen.“
„Es tut mir Leid, Severus.“ Die Aufrichtigkeit in Lucius' Stimme ließ Severus lächeln. Nie hätte er gedacht, diese Worte aus dem Mund seines Freundes zu hören.
Und langsam wurde ihm auch klar, warum Lucius ihn so in seinen Bann zog. Sie waren beide Todesser. Sie waren es beide nicht gerne, und doch…
„haben wir beide Lily getötet“, flüsterte er leise. „Und die Bitten des Dunklen Lord erfüllt. Waren ihm treu.“
Lucius nickte, seine Hand drückte Severus' fester. „Manchmal braucht es wahrscheinlich einen Krieg, um das zu realisieren.“ Er machte eine kurze Pause und atmete aus. „Ich wusste nie, wie viel Lily dir bedeutete.“
„Es gibt vieles, was du nicht weißt.“
„Wirst du mir es erzählen?“ Lucius sah von Severus auf das zerstörte Schloss. „Wenn alles vorüber ist.“
Severus schluckte. „Wenn alles vorüber ist“, flüsterte er.
Sie wandten sich einander zu und sahen sich in die Augen. Lucius' Augen schienen auf einmal gar nicht mehr müde zu sein. Sie schienen zu funkeln, wie Diamanten. Und doch funkelte das Böse aus ihnen heraus. Das Böse, und es schien Severus zu rufen. Vielleicht brauchten sie einander, damit Severus sich seine Schuld vergeben konnte. Vielleicht brauchte er jemanden, dessen Seele so schwarz war wie seine. Und noch bevor er diesen Gedanken zu Ende gedacht hatte, sah er, wie Lucius sich zu ihm beugte, seine Hände um seinen Hals gelegt. Ihre Nasen berührten sich leicht, als Lucius' Lippen sich in Severus' Mund vergruben.
 

***



Lucius' Augen waren tränennass, als er mit Draco auf den Steintreppen des Schlosses saß. Die Schlacht war vorüber, aber sie hatte ihre Spuren hinterlassen. Niemand außer ihnen saß draußen auf dem Hof, alle anderen waren in der Großen Halle. Die Todesser hatten sich aus dem Staub gemacht. Lucius würde ein Gericht erwarten, da war er sich sicher, aber es war ihm egal.
Sein Kopf ließ nur ein Gedanke zu, und dieser kreiste um den schwarzhaarigen Mann, den er einige Stunden zuvor noch in den Armen gehalten hatte. Den er geküsst hatte.
Ein Kuss nach so vielen Jahren, und nun nie wieder. Wie sinnlos er seine und Severus' Lebenszeit genutzt hatte… Hatte er nicht immer gewusst, dass sein Herz für diesen Mann schlug? Was hatte ihn abgehalten, seinem Herzen zu folgen?
Woher sollte er wissen, ob Severus ihn so geliebt hatte, wie er jetzt? Die Nacht war zu kurz gewesen – warum waren die Gefühle jetzt auf einmal noch stärker, jetzt, wo er Severus nie wieder sehen konnte?
Nie würde er wissen, was Severus ihm noch sagen wollte. Alles war vorüber, und die kurzen Momente mit Severus – sie waren auch vorüber.
Er hatte seinen Arm um seinen Sohn gelegt. Draco war in Sicherheit.
Lucius würde Severus in Ehre erinnern. Mit ehrenvollen Tränen.

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LizTonkss Profilbild LizTonks

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Kurzbeschreibung

Severus vermisst Lily, und liebt ausgerechnet den Mann, der zu ihrem Tod beigetragen hat. Wie kann er die Schuldgefühle ablegen? Und warum fallen ihnen die Gefühle füreinander erst in der alles veränderten Schlacht auf?/ SeverusxLucius

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