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You'll be in my heart

14
11.9.2019 19:39
12 Ab 12 Jahren
Homosexualität
In Arbeit

Autorennotiz

Diese Geschichte habe ich als Geburtstagsgeschenk für meine beste Freundin geschrieben, und als solches sollte sie natürlich eines sein: Niedlich.
Die Geschichte ist kitschig (und bedient sich dabei auch an einigen Klischees), aber sie sollte auch nicht durch ihren anspruchsollen Inhalt glänzen, sondern einfach beim lesen eine Freude bereiten.
Und ich möchte einmal Anmerken, das zwei Jungs die sich lieben, nicht anders sind. Es sind lediglich zwei Menschen, die sich lieben, Punkt.
Insgesamt umfasst die Story drei Kapitel, die alle bereits komplett fertig darauf warten, hochgeladen zu werden. Zwar habe ich sie mehrmal überarbeitet und korrigiert, aber man darf mir trotzdem Fehler um die Ohren knallen, als Autor selber ist man ja leider manchmal ziemlich blind :/

Der Titelname ist meiner kleinen muffigen gehäkelten Brunsenbinse gewidmet, ich liebe dich dich, meine Küken-Königin

Ich ging alleine durch die Kerker Flure. Hohn und Spott hatte ich heute genug erlebt. Wie hatte ich nur so Versagen können? Warum ausgerechnet heute? Wieso hatte ich diesen Brief ausgerechnet heute bekommen? Und warum überhaupt?! Sie wusste doch, was mit meinem Vater passiert war, das er verurteilt wurde und in Azkaban saß. Wollte sie, das es mir genauso ging? Warum erwartete sie das von mir? Nur weil unsere Familie zu den unantastbaren gehörte? Eine der achtundzwanzig Elite Familien? Das war doch absoluter Blödsinn! Das gab ihr noch lange kein Recht, das von mir zu erwarten. Wie oft hatte ich meinen Eltern gesagt, dass ich nicht so werden will? Immer wieder. Aber die einzige Reaktion auf meine Verweigerung, waren die Schläge meines Vaters gewesen. Und dann war kein Verständnis gefolgt, sondern Beschimpfungen. Ich wäre ein fetter, undankbarer, dumme Junge, der es nicht würdig war, sich zu dieser Familie zu zählen. 

Früher hatte ich das einfach hingenommen, als ich noch kleiner und jünger war. Es schien mir so normal, dass Eltern sich so verhielten, dass man sich ihr Ansehen verdienen musste und das man mit harten Bestrafungen rechnen musste, wenn man nicht so war, wie es von einem verlangt wurde. 

Mittlerweile fragte ich mich, ob das nur in Familien, wie meine, der Fall war. Waren Eltern, die nicht zu den achtundzwanzig oder nicht zu den Todessern und zur Gefolgschaft, von dem dunklen Lord gehörten, anders? Oder verlangten alle Eltern von ihren Kindern gehorsam? Wenn ich mir einige Familien der anderen Häuser ansah, dann wirkten die Eltern freundlich, der Umgang mit ihren Kindern war herzlich und ich hatte auch nicht das Gefühl, als würde von ihnen absoluter Gehorsam verlangt. Dort verlangte niemand, dass man sich den Todessern anschloss, aber vielleicht wurde verlangt, dass sie gegen sie sind? Was vernünftig wäre...warum musste meine Mutter nur von mir verlangen, dass ich mich spätestens nach Hogwarts, seiner Gefolgschaft anschloss? Im Falle, das es vorher zum Kampf kommen sollte, dann noch vor meinem Abschluss in Hogwarts. Wieso sollte ich gegen Potter sein, ihn verachten und hassen? Ich würde nie behaupten, das ich ihn mochte, er war mir egal. Aber er hatte mir nie etwas getan, ich hatte nie wirklich etwas mit ihm zu tun gehabt. Ich hatte einfach keinen Grund ihn zu hassen oder mich dem dunklen Lord an zu schließen, weil ich seinen Tod wollte. Er kam mir als ganz normaler Junge vor, er wirkte eigentlich freundlich, wenn man mit ihm zusammen Unterricht hatte. 

„So ein Mist!“, entfuhr es mir und ich schlug mit der Faust gegen die nächstbeste Wand, verdammt, das hatte ziemlich weh getan und meine Knöchel bluteten leicht. 

 

„Redest du von Dir?“, höhnte Vincent, der ausgerechnet in diesem Augenblick mit Gregory um die Ecke kam, „Wenigstens siehst du ein, das du der letzte Mist bist, und wir wegen dir verloren haben.“ 

„Wie kann man nur so blöd und unfähig sein? Du bist eine Schande! Wer dich als Hüter ins Team genommen hat, gehört nach Azkaban.“, machte Gregory weiter. 

Genau vor solcher Kommentare war ich doch geflohen, aber der Kerker war anscheinend keine gute Wahl gewesen.  

„Und das auch noch gegen Gryffindor, du Versager! Ich hab Markus schon gesagt, dass er dich Trottel aus dem Team schmeißen soll“, kam Vincent auf mich zu und schubste mich grob gegen die Wand, sodass mein Hinterkopf hart dagegen knallte. 

Ich stöhnte einmal vor Schmerzen auf und fasste mir an den Kopf. Zu bluten schien ich wenigstens nicht.  

„Hör auf zu jammern, du hast nichts anderes verdient!“, zischte Vincent und drückte meinen Kopf erneut gegen die Wand. 

„Ich hab doch gar nichts gesagt.“ 

Ich versuchte meinen Kopf von der Wand zu bekommen, die rauen Steine scheuerten über meine Haut und mein Hinterkopf brannte entsetzlich. Doch Vincent war stärker als ich und ich konnte mich nicht aus seinem Griff befreien, zumindest nicht, wenn ich etwas von meiner Würde behalten wollte und nicht wie ein verschreckter Knuddelmuff herum zappeln wollte. Auch wenn ich mich gerade genauso fühlte. Ich wollte einfach weg. Weg von dem Hohn und Spott, weg von den Beleidigungen und dem Schmerz. Weg von meiner Familie, die erwartete, das ich ein Todesser wurde. 

 

„Was ist denn hier los?“, stolzierte Daphne auf uns zu, die anscheinend gerade von der Quidditch Tribüne kam, „Kampf der fetten unterbelichteten Trottel?“ 

„Wen nennst du hier so?“, machte Gregory bedrohlich einen Schritt auf sie zu. Er würde sie nicht schlagen oder mit dem Kopf gegen eine Wand schlagen, immerhin war es ein offenes Geheimnis, das er auf sie stand. Was ungefähr die Hälfte der Slytherin Jungs mit einschloss, ich wusste wirklich nicht, was sie alle an Daphne so toll fanden, aber ich war da ja auch anders

„Euch alle“, gab sie arrogant von sich, „Aber du hast Glück Gregory, Theodore ist seit heute sogar noch unter dir auf der Liste der absoluten Versager.“ 

Er freute sich tatsächlich, und ich hatte die Vermutung, dass er nicht verstanden hatte, dass er ebenfalls auf Daphnes‘ Liste stand. Er wirkte zumindest so, als ob er sich gerade wirklich darüber Gedanken machte, wie gut seine Chancen nun bei ihr standen.  

„Hast du gehört, Theo? Du bist die größte Schande, die es in Slytherin, wahrscheinlich in ganz Hogwarts gibt“, höhnte Gregory, kam zu mir und verpasste mir einen Schlag in die Magengrube. 

Ich sackte leicht zusammen und wäre vielleicht sogar zu Boden gegangen, wenn Vincent mich nicht immer noch gegen die Wand drücken würde. 

„Und trotzdem wirst du keine Chance bei ihr haben, sie interessiert sich nicht für dich“, presste ich hervor.  

Ich musste mich wehren, wenn auch nur verbal, ansonsten würden sie in mir für alle Zeiten ein leichtes Opfer sehen, und sie waren schon nicht wirklich nett zu mir, wenn sie es nicht auf mich abgesehen hatten. 

„Wenigstens interessiere ich mich für Mädchen, im Gegensatz zu dir.“ 

„Genau, es ist nicht normal, wenn man sich nicht in unserem Alter für Mädchen interessiert, mit dir stimmt doch was nicht“, stieg nun auch Vincent wieder mit ein. 

„Vielleicht prahlt er auch nur nicht damit rum, das er auf irgendwen steht, weil er nicht auf Leute steht, bei denen er keinerlei Chancen hat?“, lief Pansy desinteressiert an uns vorbei, „Dann wäre er nicht nicht normal, sondern einfach klüger als ihr.“ 

Ich war wirklich froh, dass Pansy die Aufmerksamkeit von mir ablenkte und eine Erklärung gefunden hatte, bevor irgendwer herausfand, dass ich wirklich nicht normal war und wirklich nicht auf Mädchen stand. 

„Was ist denn hier los? Habt ihr alle auf uns gewartet?“, kam Blaise gut gelaunt mit Draco auf uns zu. Ich hätte wirklich wissen müssen, das der Kerker kein guter Ort war, wenn man alleine sein wollte! 

„Nein, die Drei da“, sagte Daphne schnippisch und deutete auf Vincent, Gregory und mich, „Klären nur gerade, wer von ihnen der fetteste und erbärmlichste Versager ist.“ 

„Und?“, fragte Draco und wartete anscheinend auf eine bessere Erklärung, doch Daphne deutete den Blick wohl falsch. 

„Theodore hat gewonnen“, lächelte sie falsch und tätschelte meine Schulter, „Glückwunsch, dein Vater wäre sicher stolz auf dich.“ 

Das war ein verbaler Schlag unter der Gürtellinie und das wusste selbst Daphne. Doch ihr schien es sogar zu gefallen, Witze über mich und meine Familie zu machen. 

„Du machst dich lächerlich, Daphne“, kommentierte Pansy das nur und ging weiter, wohl zu unserem Gemeinschaftsraum. 

„Draco?“, fragte Blaise und sah ihn irgendwie eigenartig an. Sie lieferten sich ein kurzes Blick Duell, bevor Draco kaum merklich nickte. 

„Vincent, Goyle?! Antraben bei mir, ich brauche euch!“, herrschte er sie an und sie ließen mich wirklich in Ruhe, allerdings ließ Vincent es sich nicht nehmen, meinen Kopf noch einmal kräftig gegen die Wand zu drücken. 

 

Als ich dann endlich los gelassen wurde, hatte ich Probleme aufrecht stehen zu bleiben. Mein Magen und mein Bauch schmerzten unglaublich. Ich musste mich mit dem Rücken abstützen, und auch so schaffte ich es nicht in eine wirklich aufrechte Position. 

Eine Hand presste ich auf meinen Bauch, während ich mit der anderen meinen Hinterkopf betastete. Angestrengt versuchte ich meine Atmung ruhig zu halten, jeder Atemzug tat unglaublich weh. Meine Haare fühlten sich zudem nicht nur absolut verstrubbelt an, sondern auch feucht und je mehr ich tastete, umso mehr brannte die Haut dort. Aber wenigstens schien ich nicht wirklich schwer verletzt, da war ich von zu Hause weit schlimmeres gewohnt. 

Ich nahm meine Hand von meinem Kopf und betrachtete sie kurz. Wie ich schon vermutete hatte, es blutete nicht all zu stark. 

„Bist du verletzt?“, fragte Blaise, der immer wieder zwischen meiner Hand, meinem Gesicht und der Ecke, hinter der die anderen verschwunden waren, hin und her sah. 

„Nein, geht schon wieder, nichts passiert“, sagte ich etwas schwerfällig, da mein Magen immer noch weh tat und mir das Atmen erschwerte. 

„Du blutest.“ 

„Ach, dass“, zuckte ich die Schultern, „Das ist nichts, nicht der Rede wert.“ 

Ich verließ langsam die stützende Wand und wollte verschwinden. Wohin wusste ich noch nicht, wo war man in Hogwarts denn alleine? Wo man es nicht war, wusste ich ja bereits. 

Ich wollte vor allem weg von Blaise. Nicht, das er sich über mich lustig gemacht oder mich beleidigt hätte, immerhin gehörte er auch zum Slytherin Team. Er hatte ebenso wie Draco und Pansy… ja, sie hatten geschimpft über unsere Niederlage, aber sie hatten nicht alles auf mich geschoben. Das ganze Team hatte heute Fehler gemacht, wir alle hatten heute wirklich nicht besonders gut gespielt. Auch wenn ich wohl mit Abstand der schlechteste Spieler heute gewesen war, so hatten sie ihren Frust nicht an mir ausgelassen. Und auch, wenn ich nicht glaubte, das Blaise das jetzt nach holen wollte, so wollte ich doch trotzdem nicht mit ihm alleine sein. Besonders jetzt nicht, er hatte schon mitbekommen, wie Vincent und Gregory mit mir umgesprungen waren und das ich mich nicht gewehrt hatte, ich wollte mich nicht noch mehr vor Blaise blamieren. Er war einer meiner besten Freunde, wahrscheinlich sollte es mich freuen, das er jetzt hier war und sich anscheinend Sorgen um mich machte. Oft zeigte er diese Seite nicht, die meisten hielten ihn für einen oberflächlichen Playboy…aber gerade weil ich ihn kannte und er so zu mir war, musste ich hier dringend weg. Immerhin war er der Grund, warum ich mich nicht für Mädchen interessierte und anders war. 

„Musst du zur Krankenstation?“ 

„Ach, Quatsch“, winkte ich ab und setzte mich langsam in Bewegung, wohin, wusste ich noch nicht, „Bis morgen ist davon nichts mehr zu sehen.“ 

„Bist du dir sicher, dass es nichts ernstes ist? Zum Gemeinschaftsraum geht es immerhin in die andere Richtung“, grinste er und kam mir hinterher, Merlin! 

„Das ist mir bewusst, ja“, versuchte ich mich an einem Lächeln, um ihm zu zeigen, das mit mir alles in Ordnung sei, und er mich ruhig alleine lassen konnte. 

„Und du willst dann wohin?“, fragte er etwas irritiert. 

„Ähm…zu…Eulerei…genau, ich wollte zur Eulerei“, nickte ich noch einmal um meine Worte zu unterstützen. 

„Na, das passt ja perfekt“, schmunzelte er, „Da wollte ich heute auch noch hin.“ 

Na, ob ich das so glauben konnte, das wäre ja ein merkwürdiger Zufall. Normalerweise war er beinahe nie dort. Was sollte man auch dort, außer mal einen Brief verschicken? Und wie oft kam es bitte vor, das wir Briefe an jemanden schicken, wem sollten wir auch schreiben? 

„Wirklich?“, fragte ich wohl etwas zu vorwurfsvoll, da er sofort abwehrend seine Hände hoch hielt. 

„Wirklich, ich muss gucken, ob alles in Ordnung ist.“ 

„Wieso? Ist etwas mit Burgunde?“ 

Burgunde war Blaise’ Eule, eine kleine hellbraune Südbüscheleule. Sie war nicht mehr die jüngste und ihre riesigen orangen Glubschaugen nicht mehr die allerbesten. 

„Ja, sie hatte wohl beim Jagen einen Unfall, ihr linker Flügel war verletzt und sie hat ziemlich Probleme mit ihrem linken Bein“, seufzte Blaise und es schien ihn wirklich mit zu nehmen. 

„Das tut mir leid“, legte ich meine Hand kurz auf seine Schulter. Ich hatte ihn oft genug mit Burgunde gesehen, wenn sie Post brachte, um zu wissen, dass er sie wirklich gerne hatte. Nicht nur gern, ich würde sogar eher sagen, er liebte seine kleine Eule wirklich. 

„Hm, danke, aber das wird schon wieder. Es geht ihr schon wieder viel besser, in ein paar Tagen wird sie bestimmt schon wieder herum fliegen und sich allerhand zu fressen besorgen. Und bei dir? Wirklich alles in Ordnung?“ 

Musste er jetzt wieder auf mich zu sprechen kommen? Das wollte ich gerade nicht. 

„Was frisst sie denn jetzt, wenn sie sich nicht selber etwas besorgt?“ 

„Ich bringe ihr jeden Tag was vorbei, aber da die Prinzessin Eulenkekse verweigert, muss ich für sie jagen“, lachte Blaise. 

„Okay?“, fragte ich überrascht, was jagte er denn? Mäuse und so ein Krabbelzeug?, „Und was bringst du ihr heute?“ 

„Das, was ich gleich alles finden kann“, zuckte er gut gelaunt die Schultern, „Hilfst du mir?“ 

„Klar, solange ich keine Nagetiere oder sowas fangen muss.“ 

„Frisst sie auch, aber es reichen ein Glück auch Insekten, so ein paar Spinnen oder Larven und sowas, das finden wir am Rande des verbotenen Waldes wirklich Haufenweise.“ 

„Das klingt ja wirklich spannend“, seufzte ich und sah mich gedanklich schon stundenlang alles absuchen und durch den Matsch krabbeln. 

„Ist es auch“, zog er mich auf, verdrehte dann allerdings seine Augen, anscheinend war es wirklich absolut langweilig, „Aber wenigstens geht es ziemlich schnell. So viel kann Burgunde ja nicht auf einmal fressen und zur Not genügen ihr auch ein paar Flubberwürmer.“ 

„Salazar sei Dank, die Dinger findet man ein Glück ja wirklich fast in jedem Graben.“ 

„Sag ich doch. Es ist nur echt langweilig, wenn man alleine die Gräben, Büsche und Bäume absuchen muss, darum freue ich mich ja, das du mir helfen möchtest.“ 

„Kein Problem, das mache ich doch gerne“, nicht wirklich, aber das musste er ja nicht wissen. 

„Danke, Theo“, sagte er ernst und sah mich komisch an, eigenartig irgendwie, auf eine Weise, die mein Herz schneller schlagen ließ und mein Bauch zum kribbeln brachte…vielleicht half ich ihm ja doch gerne… 

 

Kaum das wir das Schloss verlassen hatten und mir die kühle Abendluft entgegen wehte, atmete ich tief durch. Der Schmerz in meinen Bauch hatte deutlich nachgelassen und ich konnte wieder frei atmen, ohne dass ich mich vor Schmerzen am liebsten gekrümmt hätte. 

Ich blieb einen Augenblick stehen, sog die kalte Luft ein und genoss diesen Moment. Kurz tastete ich an meinen Hinterkopf. Meine Haare schienen nicht allzu sehr verklebt zu sein, und als ich meine Finger besah, war kein Blut zu sehen. Ich war also wirklich nicht schlimm verletzt. 

Blaise, der weiter gegangen war, blieb nun stehen und musterte mich. 

„Ist wirklich alles in Ordnung? Oder willst du doch lieber noch zu Madame Pomfrey?“ 

„Nein, nein, es geht mir gut, und eigentlich ist ja sowieso nichts gewesen“, winkte ich ab und holte zu ihm auf. So ganz zufrieden schien er allerdings nicht und betrachtete mich weiter eingehend. Ich fühlte mich etwas unwohl unter seinem prüfenden Blick. Er sollte nicht von mir denken, dass ich verweichlicht war oder nichts aushielt. Denn so war ich wirklich nicht, Vincent und Gregory würden niemals an meinen Vater heran kommen. 

„Wirklich, alles klar bei mir.“ 

„Aber wenn irgendwas ist, dann sag es mir, okay?“ 

„Blaise, mir...“ 

„Theo“, unterbrach er mich, „Ich bin dein Freund, verstanden? Und als dieser möchte ich wissen, wenn du ernsthaft verletzt bist.“ 

„Und ich bin auch dein Freund, wenn ich sage, mir geht es gut, dann kannst du mir das ruhig glauben.“ 

Ein paar Sekunden noch musterte er mich, seufzte dann aber. 

„Du machst es mir echt nicht leicht“, murmelte er vor sich hin, grinste dann allerdings wieder, „Dann mal los, Burgunde wartet nicht gerne und kann dann ziemlich eingeschnappt reagieren.“ 

„Ja, das weiß beinahe unser ganzer Tisch“, lachte ich, „Letztens, war das nicht sogar an Halloween, wo du dir einen Eulenkeks von Draco genommen hast, weil du für sie keine mehr von diesen Sonderkeksen hattest?“ 

„Erinnere mich nicht daran“, stieg er in mein Lachen ein, „Meine Finger waren noch eine Woche später so zerpickt, das ich nicht mal vernünftig in einem Kessel rühren konnte, das hat mir für die nächsten Stunden bei Snape ein Troll eingebracht.“ 

„Das war echt übel“, grinste ich und genoss diese leichte Unterhaltung mit ihm einfach. 

„Ach, so schlimm war es gar nicht, die Strafarbeit hinter her war schlimmer, als ich die ganzen eingebrannten Trankreste aus den Kesseln schrubben musste, ohne Zauberei, sondern per Hand, auf Muggleart.“ 

„Igitt.“, und es schüttelte mich leicht, wenn ich daran dachte, was für eklige Dinge wir schon brauen mussten, und vor allem, mit was für Zutaten. 

„Das sagst du was, Igitt beschreibt es perfekt“, grinste Blaise, „Das ist echt nichts, was ich in meinem Leben noch mal brauche. Darum sollten wir uns langsam wirklich beeilen und Futter für Burgunde suchen.“ 

„Dann mal los, nicht das sie mich auch noch zerpickt und ich am Ende auch noch Kessel putzen muss.“ 

„Ach, ich hab meine Arbeit ja gut gemacht, so schnell wird Professor Snape sie nicht mehr als Strafe säubern lassen...allerdings könnte ich mir gut vorstellen, das er eine noch ekligere Strafarbeit finden würde.“ 

„Heraus finden will ich das lieber nicht, also ran an die Käfer“, schmunzelte ich. 

 

Wir waren mittlerweile am Rande des verbotenen Waldes angekommen. So leicht es eigentlich war, Flubberwürmer zu finden, so dunkel wurde es bereits mittlerweile. Die Sonne verschwand schon hinter dem Wald, was die Arbeit erschwerte.  

„Okay, vielleicht sollten wir uns lieber aufteilen? Dann geht es schneller und bald wird es stockdunkel sein, dann werden wir hier nichts mehr sehen und finden können.“, überlegte ich. 

„Sehr schlau, Theo“, lächelte er mich schon wieder so eigenartig an, mit diesem Blick, der meine Knie weich werden ließ, „Ich geh in den Graben und du suchst die Bäume und Büsche etwas ab?“ 

„Ich kann auch....“ 

Doch Blaise war schon in den Graben gesprungen. Mit einem matschigen Schlürfgeräusch kam er unten an. 

„Nee, ich mach das lieber, auch wenn du sagst, das alles in Ordnung ist, sicher ist sicher, bleib du mal lieber oben, nicht das du hier unten im Modder noch ausrutscht und dir dein hübsches Köpfen noch weiter verletzt.“ 

Wie gut, das es mittlerweile schon so dunkel war und das Blaise den Boden nach Würmern absuchte, so konnte er nicht sehen, das ich wahrscheinlich eine ungesunde Gesichtsfarbe angenommen hatte. Meine Wangen glühten und ich drehte mich lieber weg, ein Glück musste ich das Gestrüpp nach Insekten absuchen! 

Doch im Augenwinkel beobachte ich Blaise etwas. Er hatte es nicht so gemeint, wie ich es mir wünschte, aber es war trotzdem unglaublich nett von ihm. Aber so war er. Er war ein wirklich guter Freund und besaß ein großes Herz. Er sprang sogar, ohne mit der Wimper zu zucken, in einen matschigen, modrigen Graben und wühlte sich durch den Schlamm, und das alles nur für seine Eule. 

„Ich hab ein Krabbelvieh gefunden“, rief ich, als direkt vor mir an einem herunter hängenden Ast ein Käfer krabbelte. 

„Klasse“, freute sich Blaise und lugte einmal kurz aus dem Graben heraus, „Ich wusste doch, dass es sich lohnen würde dich mit zu nehmen.“ 

„Tja, man nannte mich nicht umsonst Theo der Käfer König“, grinste ich und Blaise schüttelte lachend den Kopf. 

„Gut zu wissen, dann nehme ich dich jetzt immer mit, wenn Burgunde nicht selbst jagen kann.“ 

Das würde mir tatsächlich nichts ausmachen, es war schön hier mit ihm zusammen. So ganz ohne alle anderen, nur er und ich. Er öffnete sich, war ganz er selbst, ohne irgendwem etwas vor zu machen. 

„Wo soll ich jetzt damit hin? Nicht das der auf dem Weg zur Eulerei weg krabbelt.“ 

„Hier“, wedelte er mit einer kleinen Tüte herum, „Aber Vorsicht, da sind schon ein paar richtig fette schleimige Würmer drin.“ 

Ich schnappte mir den Käfer, ging rüber zu Blaise und bückte mich. Gerade wollte ich dieses Ungeziefer in den Beutel werfen, als Blaise mich aufhielt. 

„Lass mal sehen“, sagte er interessiert, schnappte sich meine Hand und besah sich eingehend den Käfer. Auch wenn ich gerne dieses widerwärtige Insekt endlich los werden wollte, so hatte ich rein gar nichts dagegen, das er meine Hand hielt. Wenn ich meiner Phantasie jetzt freien Lauf lassen würde, dann wäre dieser Moment wohl das romantischste, was ich je erlebt hatte. Doch in diese Richtung wollte ich wirklich nicht denken. Es ging hier immerhin um eine kranke Eule und nicht um meine heimlichen Wunschträume. 

„Wow, diese Käfer frisst die wirklich unglaublich gerne und die sind echt schwer zu finden,“ staunte Blaise, „Du hast dir wirklich den Titel als Käfer König verdient. Dann mal rein mit dem Prachtexemplar.“ 

Erst jetzt ließ er meine Hand wieder los und wedelte wieder mit der kleinen Tüte, in der sich wirklich schon einige Flubberwürmer wanden. 

Ich lies dieses Ding in den Beutel fallen, der sofort von den Würmern in Beschlag genommen wurde. Die Würmer fielen regelrecht über ihn her und begruben ihn unter sich. Igitt. 

Ich musste meinen Blick davon abwenden, weil es mich einfach nur schüttelte. Wie froh war ich, das Merlin, mein Waldkauz, Eulenkekse liebte und ich ihm niemals irgendwelche Insekten sammeln müssen würde. Zudem wusste ich auch nicht, wie viel so eine Eule an Käfern und Würmern essen konnte, oder wie viel sie davon brauchte. 

Da Blaise wieder mit seinen Händen den modrigen Grabenboden durchsuchte, brauchten Eulen anscheinend jede Menge Futter.  

Ich suchte also selbst wieder die Büsche und Sträucher ab, aber viel war nicht zu finden. Was vielleicht auch daran lag, das es nun beinahe absolut dunkel war.  

Einen weiteren Käfer und einen Wurm hatte ich noch finden können. Die waren allerdings so mickrig, das es reiner Zufall war, das ich sie überhaupt gesehen hatte. 

Kaum hatte ich das letzte Insekt in den Beutel getan, beschloss Blaise, das es nun reichen würde.  

„Das sollte erstmal bis morgen zur Mittagspause reichen und vielleicht kann sie bis dahin schon wieder alleine für ihre Nahrung sorgen“, überlegte er, während er eingehend den Inhalt der Tüte musterte, „Da sind aber echt ein paar leckere Sachen bei.“ 

„Ja, ich bekomme bei dem Anblick auch direkt Hunger.“ 

„Nicht wahr?“, lachte Blaise, „Aber ehrlich, sie wird sich wirklich darüber freuen. Hilfst du mir aus dem Graben?“ 

Er hielt mir seine Hand erwartungsvoll entgegen, automatisch nahm ich sie und zog ihn so gut es ging hoch. 

Aber anstatt, das er meine Hand wieder los ließ, als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte, drückte er sie leicht und strich mit dem Daumen sanft über meinen Handrücken. 

„Danke nochmal, du hast mir echt geholfen.“ 

„Wie gesagt, ich habe dir gerne geholfen“, wehrte ich ab, weil er mich ganz verlegen machte, besonders, da er immer noch meine Hand hielt. 

„Du bist viel zu gut und zu nett für die Welt“, sagte er leise und drückte ein letztes Mal meine Hand, bevor er sie los ließ. 

„Also“, grinste er mich dann an, „Ab zur Eulerei. Du kommst doch mit, oder? Immerhin hast du Burgundes Essen ja mit gesammelt, da solltest du auch die Ehre haben, sie zu füttern.“ 

„Ja, wieso nicht, ich kann dann auch gleich mal nach Merlin sehen.“ 

Ich hatte ihn wirklich heute Morgen nicht gut behandelt, als ich gesehen hatte, was für einen Brief er mir gebracht hatte oder eher, von wem der Brief war. Ich hatte Merlin ohne ihm einen Keks zu geben, weg gescheucht. 

„Das wolltest du doch sowieso, oder? Immerhin wolltest du ja zur Eulerei.“ 

Wollte ich? Wann?...ach ja... 

„Stimmt, ich war heute Morgen nicht besonders nett zu Merlin, da kann es nicht schaden, wenn ich mal zu ihm gehe.“ 

„Schlechtes Gewissen?“, fragte Blaise und warf kurz einen Blick zu mir, bevor er sich wieder auf den Weg konzentrierte, „Ich sagte ja schon, du bist viel zu nett. Aber das mag ich an dir. Wenn du möchtest, kannst du ihm einen Käfer oder einen Wurm abgeben, das sollte ihn besänftigen.“ 

„Ich kann es versuchen, aber ich weiß wirklich nicht, ob er sowas frisst. Normalerweise fängt er sich Mäuse oder Vögel.“ 

„Wird er sicherlich. Burgunde ist da nicht anders. Sie würde wohl auch lieber eine Maus haben, anstatt Würmer, aber die Viecher bekomme ich leider nicht gefangen. Zumindest nicht so viele, wie sie brauchen würde. Aber sie ist auch wirklich ganz zufrieden mit dem, was ich ihr stattdessen bringe. Und falls Merlin es doch nicht mag, stehen ja im Schrank neben dem Eingang Eulenkekse.“ 

 

Als wir endlich bei der Eulerei ankamen, war es mittlerweile wirklich stockdunkel, alles um uns herum war schwarz, wie finstere Nacht. Dabei war es noch gar nicht so spät. Abendessen würde es erst in gut zwei Stunden geben. Ich blickte einmal zum Himmel auf, eine dichte Wolkendecke verdeckte die Sterne und den Mond, was es noch dunkler um uns herum machte. Vielleicht würde es über Nacht ja schneien? Auch wenn es für Schnee eigentlich noch etwas früh war, so waren die Temperaturen in den letzten Tagen ziemlich abgefallen. Selbst an einem schönen Tag wanderten die Temperaturen kaum über den Gefrierpunkt hinaus. 

„Sieht nach Schnee aus“, überlegte Blaise, der meinen Blick gefolgt war und ebenfalls in den schwarzen Himmel sah, an dem sich dicke dunkelgraue Wolken absetzten. 

„Darüber habe ich auch gerade nachgedacht“, nickte ich, was er sehr wahrscheinlich gar nicht mitbekam, „Aber das wäre wirklich sehr früh, oder?“ 

„Hm, ja, aber wer weiß. Wobei es wahrscheinlicher ist, das es nur Regen oder Hagel geben wird. Ist ja meistens so. Schade eigentlich, ich mag Schnee.“ 

„Ich auch, ich mag das Geräusch, wenn er unter den Schuhen knirscht. Und wenn die Sonne auf die Schneedecke scheint und alles glitzert. Dann gehe ich gerne spazieren und genieße die Geräusche und den Anblick.“ 

„Theo, du bist ja richtig romantisch“, sagte Blaise überrascht, „Das wusste ich gar nicht.“ 

„Ähm...“, ich merkte, wie meine Wangen wieder anfingen zu brennen und meine Ohren heiß wurden, „Ich bin gar nicht romantisch.“ 

„Doch, ich denke schon“, lachte er leise, „Wir können gerne mal zusammen spazieren gehen, wenn Schnee liegt. Aber nun rein mit uns, bevor wir gleich von Burgunde zerfleischt werden.“ 

 

Wir betraten die Eulerei, die immer ein bisschen streng roch. Obwohl hier immer alles offen war, damit die Eulen kommen und gehen konnten, wie sie es wollten, war die Luft abgestanden. Und überall dem, lag der Geruch nach Eulendreck und Keksen. 

Ich wedelte einmal leicht mit meiner Hand vor meinem Gesicht herum, doch es brachte natürlich nichts. Noch ein Grund, warum ich so selten hier war. Ich hatte sowieso niemanden, dem ich während des Schuljahres schreiben wollen würde, und außerdem stank es hier fürchterlich.  

Blaise schien der Geruch nicht zu stören, zumindest zeigte er keinerlei Ekel.  

„Willst du vorsichtshalber schon mal ein paar Eulenkekse mit nehmen oder möchtest du erst gucken, ob Merlin die feinen Käferchen frisst?“ 

„Ich denke, ich nehme vorsichtshalber ein paar Kekse mit“, überlegte ich, bückte mich und öffnete den Schrank neben dem Eingang. Ich wühlte mich durch die leeren Packungen, die niemand weg schmiss und ich selbst war auch gerade zu faul dafür. 

„Sehr vorausschauend“, kam es von Blaise belustigt, „Und wenn er die Würmer und Käfer doch mag, dann essen wir die Kekse selber.“ 

Ich nahm meinen Kopf aus dem Schrank, blickte zu Blaise auf und zog fragend eine Augenbraue hoch. 

„Nicht wirklich, oder?“ 

„Doch, warum nicht“, zuckte er die Schultern, während er immer noch belustigt grinste, „So schlecht schmecken die wirklich nicht.“ 

„Du hast die ernsthaft schon mal gegessen?!“ 

„Klar, ich musste doch wissen, warum Eulen die normalerweise so lieben.“ 

„Und?“ 

„Was und?“, lachte er, hockte sich zu mir auf den Boden und durchsuchte ebenfalls die ganzen leeren Kartons. 

„Wie schmecken die?“ 

Blaise antwortete allerdings nicht und suchte weiter den Schrank ab, bis er triumphierend eine Schachtel aus dem Schrank zog und schüttelte. Er sah kurz rein und holte dann zwei Kekse heraus. 

„Willst du mal probieren?“ 

„Was?“ 

„Na, einen Keks.“ 

„Nein, Danke. Ich habe wirklich gerade keinen großen Hunger.“ 

„Ach komm schon, so ein kleiner Keks passt doch immer, also Mund auf.“ 

Während er mir einen der Kekse vor den Mund hielt, steckte er sich den anderen in den Mund. Ich beobachte seine Miene, ob irgendetwas verriet, das die Kekse wirklich nicht so schlimm schmeckten, wie ich es mir vorstellte, aber seine Gesichtszüge ließen nichts erkennen. Also zuckte ich mit den Schultern, was soll‘s? So widerlich würden die schon nicht sein können. Ich öffnete meinen Mund und Blaise fütterte mich mit dem Eulenkeks. 

Er fühlte sich komisch auf der Zunge an, irgendwie trocken und mehlig, allerdings bröckelten ein paar Stückchen ab, die irgendwie körnig und eigenartig waren. 

„Du musst auch kauen, Theo“, grinste Blaise mich an, holte aus dem Karton noch eine Handvoll Kekse, steckte sie in seine Tasche und packte den Rest wieder in den Schrank. Ich hoffte, er wollte die Kekse nicht alle essen später. 

Vorsichtig fing ich an zu kauen und wirklich, ekelhaft schmeckte es wirklich nicht. Im ersten Moment schmeckte ich tatsächlich nur Nüsse heraus und dann etwas undefinierbares anderes, das ich nicht einordnen konnte. Irgendein komischer Geschmack... 

„Und? Sind wirklich nicht schlecht, oder?“ 

„Es geht, anfangs sind die ganz lecker, aber dann wird es geschmacklich komisch.“ 

„Ja, wenn die Würmer durchkommen, nicht wahr?“ 

„Da sind Würmer drin?!“, japste ich und versuchte die Reste aus zu spucken, Igitt! 

„Natürlich, die fressen die Eulen doch, was dachtest du denn, was da drin ist?“ 

„Keine Ahnung, aber keine Würmer jedenfalls.“ 

„Die sind nicht schädlich oder giftig und so schlecht schmecken die gar nicht. Ich hab sogar mal gelesen, das die sehr gesund sein sollen, machen einen strahlenden Teint.“ 

„Dann hast du wohl schon einige davon gegessen, was?“ 

Hatte ich das gerade wirklich gesagt?! Und vor allem, hatte ich das so gemeint, wie ich es gedacht hatte?! 

„Theo“, lächelte Blaise wieder einmal so eigenartig und ich war froh, dass ich auf dem Boden hockte, ich wusste nicht, ob meine Knie nicht sonst versagt hätten. 

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NykaNightshades Profilbild NykaNightshade

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Kurzbeschreibung

Eine kleine kitschige Geschichte über Theodore Nott und Blaise Zabini.

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