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Verflucht sei das Schicksal

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05.03.21 06:25
16 Ab 16 Jahren
Homosexualität
Fertiggestellt

Mit Zwischen Rockmusik und Laufsteg hat alles damals angefangen und sollte eigentlich so auch bestehen bleiben.

Nun kam, Ich hab dir vertraut dazu und auch da war nicht endgültig Schluss.

Willkommen zum letzten Teil dieses Dramas, dieser Idee, die nie so verfasst werden sollte.

Bestehende Charakter werden natürlich wieder eine große Rolle spielen, ebenso die vier Mädels aus Sex in the City und ebenso wird Andre Boleyn seinen Auftritt haben.

Wir tauchen in eine ganz andere Welt ein.

In die Welt von Bild und Film.

In die Welt von Balami.





     

Der Sand unter meinen Füßen fühlte sich warm und weich an, verleitete dazu, dass ich mich setzte und einem weiteren Sonnenuntergang entgegenblickte.

Direkt am Strand zu leben hatte seine Vorzüge, auch wenn ich derzeit mit Sam und Smith zusammenlebte.

Sie bestanden beide darauf, wollten mich derzeit nicht alleine lassen und doch gaben sie mir genug Freiraum, nahmen sogar Rücksicht und hielten sich mit Zärtlichkeiten zurück.

Viel war ich zwar nicht zu Hause, aber wenn, dann war das Zusammenleben eher familiär und hin und wieder saßen wir gemeinsam vor dem Kamin, tranken ein Glas Wein und redeten einfach.

Job technisch hatte ich noch keinen Fuß gefasst, war auch derzeit nicht wichtig, da ich noch einige Rücklagen hatte und damit auch sparsam umging.

Miete verlangten beide schließlich nicht und wenn ich mir das Haus so ansah, sah ich auch so, dass es nicht gerade billig war.

Es stand auf Betonsäulen, die Front zum Meer hin, bestand komplett aus Glas und doch sah man von außen rein gar nichts, hatte keinen Einblick auf Schlaf und Badezimmer.

Einen Garten gab es nicht, dafür aber das Meer, welches mit sanften Wellen meine nackten Füße umschmeichelte, mich wissen ließ, dass ich nicht träumte, sondern wirklich in Kalifornien war und von nun an hier lebte.

Ein kleiner Traum, fehlte nur noch ein Job, aber darum kümmerten sich Samantha und Smith und ich war den beiden echt dankbar, dass sie mich so liebevoll aufgefangen und aufgenommen hatten.

Meinen Eltern war das sogar recht und sie waren vor wenigen Tagen erst hier, hatten sehen wollen wie es mir geht, wie ich lebe und vor allem wollten sie Sam den rettenden Engel kennenlernen.

Es war ein schöner Tag, eine gute Zeit, in der wir viel gelacht hatten, aber auch viel von der Stadt gesehen hatten.

Ein Paradies, wenn man es so sehen will und ich genoss meine Freizeit in vollen Zügen, lächelte und doch verzog ich angewidert das Gesicht, als mir plötzlich etwas Nasses über das Gesicht leckte.

Ein Hund, dazu groß, braun und der sprang aufgeregt um mich herum, schleckte mich immer wieder ab und hörte auch nicht, als man ihn rief.

"Tut mir leid, er ist noch sehr jung und verspielt", entschuldigte sich der Besitzer und leinte das Tier endlich an, nachdem er es erreicht und zu fassen bekommen hatte. "Die Leine muss wohl noch länger sein."

"Ist schon okay, er ist ja nicht giftig", erwiderte ich gelassen, wischte mir aber dennoch das Gesicht sauber und streichelte dem braunen Riesen über den Kopf.

"Scheinbar mag er dich", lachte der Mann, reichte mir dann aber die Hand und stellte sich mir vor. "Ich bin Phillip, ich geh hier abends immer spazieren."

"Draco und ich sitz hier jeden Abend rum." Nicht besonders einfallsreich, aber wirklich Lust auf eine Unterhaltung hatte ich nicht.

"Dann sehen wir uns wohl öfter", grinste Philip, zog seinen Hund erneut zurück, da dieser es sich auf meinem Schoß bequem machen wollte, sich bereits anschlich und mich mit der Nase anstupste.

"Hör mal ...", setzte ich an , hielt jedoch inne, da ich Smith hinter mir hörte und mich daher umdrehte, ihn ansah und sein breites Grinsen erkannte. "Was ist? Was grinst du so?"

"Flirten kannst du später, jetzt komm erstmal rein. Sam hat wunderbare Neuigkeiten."

Wer flirtete hier denn, etwa ich?

Wohl kaum, es war nur eine kurze Unterhaltung und mehr war da nicht.

Okay, der Hund war niedlich aber sein Besitzer?

Mein Blick schweifte zu diesem zurück, erhaschte blondes Haar, dazu blaue Augen und ein paar Grübchen.

Nett, höchstens eine Fünf auf einer Skala von eins bis zehn.

"War nett, dich kennengelernt zu haben." Ich richtete mich auf, klopfte mir den Sand von den kurzen Shorts und folgte Smith ins Haus zurück.

"Du weißt nicht, wer das eben war, oder?" Smith grinste weiter, öffnete die große, gläserne Veranda-Tür und begrüßte Sam mit einem flüchtigen Kuss.

Wer dieser Philipp war, wusste ich nicht und es war mir auch egal.

Ich schüttelte daher den Kopf, nahm das Glas Rotwein entgegen, welches Sam mir reichte und dabei verschwörerisch lächelte.

"Das, mein Schatz war ein Fotograf. Er hat Beziehungen zu einer Agentur, wo du hervorragend reinpasst und denen eines ihrer Models abgesprungen ist."

Das waren in der Tat interessante Neuigkeiten.

"Und weiter", wollte ich wissen, setzte mich an die Kochinsel, nippte an meinem Wein und sah Sam erwartungsvoll an.

"Morgen werden wir den Chef der Agentur kennenlernen und alles Weitere besprechen. Er ist sehr charmant und er kennt dich bereits. Er war demnach nicht abgeneigt, als ich ihm von dir erzählt habe."

Schon morgen?

Das ging schnell, aber sollte mir recht sein.

Arbeit lenkte ab, zudem hatte man endlich wieder zu tun und man lernte neue Leute kennen und darunter vielleicht auch Freunde in meinem Alter.

Nichts gegen Sam und Smith aber hin und wieder vermisste ich es mit gleichaltrigen zu reden, mich auszutauschen und einfach abzuhängen.

Balami sagte mir nun wirklich rein gar nichts und doch hing dieses Schild unverkennbar an der Tür und wir waren hier richtig.

Sam hatte ich mitgenommen, alleine deswegen, weil sie besser mit den Leuten sprechen und sich gut verkaufen konnte.

Zwar konnte ich gut auch für mich reden, aber meine Aufgabe war es eher zu schweigen, den Kühlen abzugeben und dabei gut auszusehen.

Meine Fotomappe hatte ich dabei, trug sie lässig unter dem Arm und setzte mich vorerst auf eines der einladenden Sofas, die im Empfangsbereich standen.

Sam sprach noch mit einem jungen Mann, lachte viel und erst dann kam sie rüber zu mir und setzte sich. "Dauert noch einen Moment. Er sitzt noch in einer wichtigen Besprechung."

Ich nickte lediglich, sah nach draußen und ließ die Gedanken schweifen.

Natürlich in Richtungen, die ich gerade nicht gebrauchen konnte, die mich dennoch durchströmten und mich heftig zusammenzucken ließen.

So heftig, dass ich fast vom Sofa glitt und gerade so abgefangen wurde. "Wow du scheinst ja ziemlich heftige Tagträume zu haben."

Vor mir stand ein Junge, braune Haare und ebenso waren es seine Augen, dazu ein breites Grinsen auf den Lippen.

"Musst nicht nervös sein", fuhr er fort, setzte sich neben mich und sah zu Sam herüber, die ihn mit Argusaugen vorerst musterte und ihre Zeitschrift aus den Händen legte. "Stellt man sich nicht vor oder lernt man das nur noch in New York?"

Die Tonlage war scharf, gestochen scharf und Samanthas Blick glich dem einer Löwin, die ihr Junges zu verteidigen wusste.

Dem Jungen war das definitiv unangenehm, er wurde sogar rot und irgendwie fand ich das süß.

"Tut mir leid", entschuldigte er sich rasch, reichte Samantha die Hand und stellte sich als Helmut vor. "Samantha Jones und das neben dir ist Draco. Draco Malfoy."

"Der Draco Malfoy?"

"Viele gibt es nicht, die so heißen", erwiderte ich fast schon lachend, da er zu komisch mit seinem verwirrten Blick und dem offenen Mund aussah.

"Wow." Mehr kam von ihm erstmal nicht, er musste das scheinbar erstmal sacken lassen.

Zeit dazu hatte er dafür nun genug, der Chef der Agentur kam persönlich, um uns abzuholen und schien recht charmant zu sein.

Sam gegenüber auf jeden Fall, er küsste sogar ihre Hand, machte ihr Komplimente und führte uns schließlich zu seinem Büro, welches sehr geschmackvoll eingerichtet war. "Setzen Sie sich doch bitte. Tee, Kaffee oder etwas anderes zu trinken?"

"Für mich Kaffee", erwiderte ich, nahm Platz und legte meine Mappe auf den Tisch.

"Gerne und für Sie, Frau Jones?"

"Ein Wasser, bitte", antwortete sie, schlug die Beine übereinander und holte der Hitze wegen einen Fächer und fächelte sich Luft zu.

"Frau Deamor wir hätten gerne einen Kaffee und zwei Gläser Wasser."

Kaum hatte er aufgelegt, nahm er sich meine Mappe, warf einen Blick rein und legte sie zurück auf den Tisch.

Einen Moment lang sah er mich schweigend an, dann lächelte er. "Hoyt sagt dir etwas?"

"Hoyt Kogan, ja. Wir sind oft in New York zusammen gelaufen oder haben geshootet", beantwortete ich die Frage lächelnd, erinnerte mich gerne daran, da er echt nett war und wir nie irgendwelche Probleme hatten.

"Gut, er ist bei dem Shooting auch dabei und noch ein paar meiner Jungs, die du später kennenlernen wirst."

Die Karte, die er mir reichte, nahm ich an, sah sie mir an und es stellte sich als eine Adresse heraus.

"Fahr einfach mal vorbei. Heute oder morgen. Die Jungs wissen bereits, dass da jemand Neues kommt und sie sind ziemlich neugierig aber auch aufgeschlossen", erklärte er mir weiter. "Und noch etwas ..."

Er beugte sich ein Stück weit vor und blickte mich direkt an. "Du selber entscheidest, was du machen willst und wie weit du gehst."

Mir war nicht ganz bewusst, was er damit meinte, ebenso konnte ich sein Grinsen, welches sich auf seine Lippen legte, nicht deuten.

Sam aber scheinbar schon, sie wirkte plötzlich nicht mehr ganz so freundlich und räusperte sich dezent. "Sie wissen, dass Draco Model ist und zwar nur ein Model?"

"Das ist mir durchaus bewusst und ich sagte bereits, dass er seinen weiteren Werdegang selber entscheidet."

Sam lächelte, doch dieses kannte ich nur zu gut und es war kein freundliches Lächeln, sondern ein eiskaltes. "Da wird es nichts zu entscheiden geben. Es wird bei Fotos bleiben, dazu bekleidete und keine von ihren Bildern, wo man nicht mal weiß, was echt und was gestellt ist."

Innerlich musste ich schon lachen, aber sie versaute mir hier gerade die Nummer und erwachsen war ich obendrauf auch und konnte selber entscheiden.

"Entschuldigen Sie bitte die vorlaute Art meiner Managerin, sie ist manchmal etwas ungehalten."

"Wenn Sie möchten, kann ich ihnen gerne einmal unseren letzten Kalender zeigen. Sie werden sehen, dass die Bilder Esprit besitzen und keinesfalls billig wirken."

"Gerne", erwiderte ich, nahm den gereichten Kalender entgegen und sah mir diesen interessiert an.

Ein Bild ganz genau sogar, denn es zeigte den Jungen vorhin aus dem Foyer, nur etwas anders, unbekleidet und das komplett.

Er war nackt, ebenso alle anderen Jungs und sogar Hoyt sah ich auf eine Art und Weise, die ich nie bei ihm für möglich gehalten hätte.

Monat für Monat sah ich mir an, gab ihn Sam und etwas missmutig schlug sie ihn auf, staunte dann aber auch nicht schlecht. "Esprit, ja? Die Bilder ... nun ja ..."

Sam legte den Kalender zur Seite und fächelte sich Luft zu. "Es sind schon anmutige und sehr heiße Bilder dabei, aber ist das denn etwas für Draco?"

"Wie ich bereits sagte, Draco entscheidet das. Er hat zwar ein ziemlich hübsches Gesicht, ebenso einen schlanken und athletischen Körper aber er müsste halt mehr dafür tun, was kein Problem darstellen soll", versicherte der Agenturchef uns beiden und je länger er darüber sprach, umso mehr dachte ich darüber nach.

"Ich überlege es mir und lern erstmal die Jungs kennen. Wobei einen habe ich draußen ja schon kennengelernt", lächelte ich.

"Helmut nehme ich an. Ja, er ist oft mal hier und erledigt kleine Dinge oder organisiert die Termine der Jungs. Er ist ein netter Junge, aber das sind sie wie gesagt alle."

Er reichte mir eine Mappe zu, welche ich annahm, aufschlug und darin befand sich bereits der Vertrag, welchen ich Samantha reichte.

"Es ist nur der vorläufige Vertrag, solltest du dich entscheiden, bekommst du einen festen Vertrag." Gelassen lehnte sich der hochgewachsene Mann zurück, faltete die Hände auf den Tisch und lächelte uns weiterhin an. "Das wärs dann auch schon. Wenn ihr jedoch Fragen habt, ruft einfach an."

Mister Dash die Hand reichend stand ich schließlich auf, folgte Sam nach draußen und wieder trafen wir im Flur auf Helmut, der am Laptop saß und ziemlich beschäftigt schien.

Kurz sah ich zu Sam, dann wieder zu Helmut. "Geh ruhig, ich denke, es ist ein guter Zeitpunkt. Lern die Jungs kennen und dann kannst du immer noch entscheiden."

Sam drückte mich freundschaftlich, verließ die Agentur und ich stand da, wie bestellt und nicht abgeholt, schritt aber kaum später auf Helmut zu und setzte mich neben ihn auf das Sofa.

"Schon fertig?" Helmut klappte den Laptop zu, verstaute ihn in seinem Rucksack, welchen er auf den Rücken schnallte.

Lediglich nickte ich, dann aber fiel mir ein, warum ich noch geblieben war. "Ich soll die Jungs, also euch kennenlernen und mich dann entscheiden."

"Die anderen Jungs?" Helmut sah mich von oben bis unten an, dann aber grinste er. "Klar, dann nehme ich dich gleich mal mit und stell sie dir der Reihe nach vor."

"Wie ist New York so?" Helmut schlenderte gemütlich neben mir in Richtung Fahrstuhl und drückte den Knopf.

"Groß, stickig aber dennoch schön", erwiderte ich, ließ meinen Blick zur Anzeige wandern und rollte mit den Augen.

Das konnte dauern, der Fahrstuhl war gerade mal im ersten und wir im zehnten Stockwerk.

"Sorry, dauert mit dem verfluchten Ding", entschuldigte sich Helmut, da er wohl gemerkt haben musste, dass ich jetzt schon genervt und zickig rüberkam.

Gelassen winkte ich jedoch ab und lächelte sogar. "In New York sind sie auch nicht schneller."

Darauf lachte Helmut, steckte mich damit an und es tat verdammt gut, mal wieder frei lachen zu können und das mit jemandem in meinem Alter.

"Na komm, der Fahrstuhl hat es geschafft." Helmut riss mich aus den Gedanken und gerade so sprang ich in den Fahrstuhl, ehe sich die Türen schlossen und er nach unten ins Erdgeschoss fuhr.

"Wie alt bist du eigentlich?" Neugierig war ich ja schon, aber er war bestimmt nicht viel älter als ich selber, eher jünger und im Einschätzen war ich ohnehin nicht so gut.

Helmut grinste auf meine Frage hin und pfiff schließlich unschuldig vor sich hin. "Rate doch mal."

Wo ich darin ja so gut war und doch kam ich nicht umhin, ihn aufzuziehen.

Eine kleine Art von Rache.

"Mal überlegen ...", schnurrte ich, legte nachdenklich den Finger auf meine Lippen und sah mein Gegenüber eine Weile lang an. "Schwierig zu sagen, aber ich denke, dass du genau wie ich 24 bist."

Überrascht blickte Helmut mich an, dann aber schüttelte er den Kopf und verneinte. "Ich bin ein Jahr älter. Warte mal, bis du Andre siehst, den könnte man glatt für 18 halten, dabei ist er auch schon 24."

"Andre?" Der Name sagte mir rein gar nichts, lag aber auch daran, dass ich mit Nacktmodellen bisher nie etwas zu tun hatte und mich eher in anderen Kreisen bewegt hatte.

"Ein niedlicher Kerl und er hat so ein süßes Lächeln", schwärmte Helmut weiter.

"Du klingst, als wärst du in ihn verknallt", lachte ich, erntete dafür aber einen schmollenden Blick und ein leises Grummeln, ehe Helmut aus dem Fahrstuhl stieg.

Scheinbar hatte ich da den Nagel auf den Kopf getroffen und ich musste zugeben, dass ich echt neugierig auf diesen Andre war.

Aber auch auf die anderen Jungs und wenn sie alle so nett wie Helmut waren, dann war ich immerhin in bester Gesellschaft und konnte Malibu in vollen Zügen endlich genießen.

"Bist du jetzt beleidigt oder hab ich da was angesprochen, was dir unangenehm ist?", fragte ich, schritt Helmut hinterher zum Parkplatz und setzte der Sonne wegen meine Sonnenbrille auf.

Helmut drehte sich im Gehen um, winkte jedoch ab und grinste gelassen. "Nein, er wäre mir zu brav. Außerdem steh ich auf blonde Haare und blaue Augen."

Blond und blaue Augen?

Ähm ...

Perplex blieb ich stehen, zuckte sogar zusammen, als Helmut sich mir näherte und das so nahe, dass ich fast nach hinten sprang.

"Blond, blaue Augen und größer als ich." Ein freches Grinsen lag auf seinen Lippen, ehe er sein Handy zückte und mir ein Bild zeigte.

"Locken?"

"Ja, Locken", wiederholte Helmut, steckte sein Handy wieder weg und schloss einen roten Skoda auf. "Er heißt Jerome, aber mehr gibt es da echt nicht zu erzählen."

Klang danach, als wäre das wohl einseitig oder aber diese Jerome war einfach nur blind und hatte irgendwas anderes im Kopf.

Helmut war schon süß, aber auf mich wirkte er teils wie ein Welpe, wie jemand, der schüchtern war und auf den man selber zugehen musste.

Irgendwie erinnerte er mich an Benny, er war damals genauso und oh Himmel, wie lange hatte es gedauert, bis er wegen Blaise endlich aufgetaut war und ich da zig mal nachhelfen musste?

Vielleicht sollte ich diesem Jerome mal auf den Zahn fühlen, ihn aus der Reserve locken.

Verkuppeln konnte ich immerhin.

Klang nach einem Plan aber erst mal musste ich ihn kennenlernen.

Innerlich schmunzelnd stieg ich in den Kleinwagen ein, schnallte mich kurz darauf an und blickte aus dem Fenster.

Bisher hatte ich noch nicht viel gesehen, meist nur den Strand oder einen Supermarkt.

Jetzt aber sah ich Häuser, Palmen am Straßenrand und viele unterschiedliche Menschen, die zu Fuß, mit dem Rad oder einem Cityroller waren.

Einige fuhren sogar Rollschuhe, etwas, was ich durch Hermine kannte, ziemlich nach Spaß aussah und vielleicht erlaubte es meine Zeit, es zu lernen.

"In New York ging alles viel hektischer zu. Hier wirken alle irgendwie so entspannt", murmelte ich vor mich hin, lächelte, als ich ein kleines Kind mit ihrem Hund spielen sah und blickte doch wieder nach vorn auf die Straße.

"Liegt wohl am Wetter", antwortete Helmut mir, bog links ab, dann wieder die nächste Kreuzung rechts und fuhr schließlich einen Berg rauf, wo einige dieser Villen standen, die man aus diversen Film kannte.

Sehr viel beeindruckender als unser Strandhaus, größer und durch massive Tore abgesichert und somit unzugänglich.

"Wow ..." Mehr fiel mir dazu nicht ein, ich war fassungslos und hier wohnten die Jungs?

Helmut erwiderte darauf nichts, fuhr weiter und eine beeindruckende Auffahrt rauf und hielt vor einer Villa, die mir fast die Sprache verschlug.

Ähnlich wie eine Finca, nur weitaus größer und mit einem hübsch angelegten Vorgarten mit Brunnen und Buchsbäumen.

Seitlich ein paar Bänke zum Sitzen und Palmen erstreckten sich bis weit hinten in den Garten, von wo man bereits lautes Lachen hörte.

"Wie immer im Garten und vermutlich wieder nur am Blödsinn machen." Helmut stieg aus, lief um den Wagen herum und öffnete mir die Tür. "Willkommen in unserem trauten Heim."

Kurz musste ich lachen, stieg aus und schüttelte den Kopf. "Die Tür hätte ich schon noch selber aufbekommen, aber danke."

Gelassen winkte er ab, führte mich um die Villa herum in den Garten und sofort hatte ich die volle Aufmerksamkeit, wurde von oben bis unten gemustert und einige tuschelten leise, ehe sie kicherten.

"Das gibt's ja nicht." Noch bevor ich reagieren konnte, wurde ich von Hoyt bereits umarmt. "Haste jetzt den Standort gewechselt oder was machst du hier?"

"Nicht wirklich, aber New York war mir am Ende zu nasskalt", erwiderte ich, nachdem er mich losgelassen hatte, meine Hand griff und hinter sich herzog.

"Hey ..." Helmut sah uns nach, grummelte und folgte uns in Richtung Terrasse, wo mich fast der Schlag traf.

Das konnte unmöglich sein.

Wieso war er hier, noch dazu in Malibu?

"Alles okay, Draco?" Hoyt riss mich aus meinen Gedanken, sah mich besorgt an und folgte meinem erstarrten Blick. "Oh ... ähm ja, die Ähnlichkeit ist definitiv da, aber das ist er nicht."

Uff Glück gehabt und sofort beruhigt ich mich, setzte mich zusammen mit Hoyt zu den Jungs und wieder starrten sie mich an.

"Hoyt wer ist das? Ihr scheint euch ja zu kennen."

Hoyt zog mich dichter zu sich und grinste. „Der Hübsche hier ist Engländer, hat aber ne Weile in New York gelebt und stand mit mir schon vor der Kamera."

„Echt? Wieso kenne ich dann sein Gesicht nicht?", fragte ein Junge mit wild nach oben stehenden Haaren und musterte mich eingehend.

„Nicht vor der Kamera", seufzte Hoyt und rollte mit den Augen. „Sorry, aber Jack ist echt manchmal etwas dämlich, ansonsten aber ganz okay."

Darauf sagte ich nichts, reichte Jack aber die Hand und bekam nach und nach die Jungs alle vorgestellt.

Ein paar fehlten, wie mir Helmut erklärte, aber ich war jetzt schon überfordert und ganz besonders mit diesem Andre, der mich viel zu sehr an Harry erinnerte.

Die Jungs waren echt allesamt nett, einige ziemlich neugierig und alle in meinem Alter.

Kurzum: Ich fühlte mich wohl, lachte viel und mir war es sogar egal, dass Andre eine gewisse Ähnlichkeit mit Harry hatte.

Er konnte nicht einmal was dafür, aber unterhalten tat ich mich vorerst lieber nicht mit ihm.

Eher redete ich viel mit Jack und Gino, aber auch mit Helmut, der immer mal wieder Richtung Torbogen sah und es schien, als würde er auf irgendwen warten.

Gino grinste deswegen mehr als breit und zog Helmut in eine Umarmung. "Er wird bestimmt gleich kommen."

Jack hingegen rollte mit den Augen, deutete mir irgendwas an, was wie ein Brechreiz aussah und mir zu verstehen gab, dass er wohl ziemlich davon abgeturnt war.

Kurz musste ich deswegen sogar lachen, verstummte aber augenblicklich und mir klappte der Mund auf.

Drei Jungs bogen um die Ecke, einer davon war Jerome und die beiden anderen sagten mir nichts, sahen aber beide ziemlich heiß aus.

"Und wie war es?", wollte Jack wissen und stand auf.

"Anstrengend", erwiderte einer, der am Hals ein Tattoo trug und mich schließlich von oben bis unten ansah und dann wieder Jack. "Und wer ist er?"

Anstandshalber erhob ich mich und reichte ihm die Hand. "Draco Malfoy."

"Cool, ich hab von dir schon gehört. Ich bin Christian, kannst mich aber Chris nennen", stellte sich der Größte vor, schüttelte meine Hand und setzte sich zu Hoyt, den er an sich zog und kurz darauf wieder losließ.

Schon komisch, aber scheinbar waren hier irgendwie alle auf Kuschelkurs.

Etwas, womit ich derzeit echt nichts anfangen konnte, abgesehen es wäre Hoyt.

"Du bist aus New York?", fragte mich der Tätowierte, setzte sich ebenfalls aber mehr auf Jack seinen Schoss, der beide Arme um ihn legte.

"Eigentlich aus London, hab aber für ein halbes Jahr in New York gelebt und gearbeitet. Daher kenn ich auch Hoyt", erwiderte ich und fragte mich, warum ich die Jungs alle bis auf einen nicht kannte.

Klar sie waren Models wie ich, dazu Akt aber ich müsste sie doch kennen, zumindest von irgendeiner Gala oder einem Auftritt auf dem roten Teppich.

Mein Kopf rotierte und ich hatte das Gefühl, Fragezeichen kreisten über diesem.

"Bevor du dir noch deinen hübschen Kopf zerbrichst ..."

Wie, was, konnte er Gedanken lesen oder was meinte er?

"Ich bin Kevin und der Lockenkopf ist Jerome."

"Ich weiß", grinste ich bezüglich auf Jerome, der erstaunt tat und dann aber Helmut ansah. "Du hast ihm von mir erzählt?"

Jetzt wurde es interessant, alle hatten aufgehört zu reden, sahen zu den beiden und keinem entging, wie rot er angelaufen war.

Helmut genierte sich etwas, nickte dann aber und versteckte sich letztendlich hinter einem Kissen, was auf der übergroßen Sitzgruppe zu finden war.

Schlimmer als Pansy und die konnte das damals bei Theodor noch besser, hatte sogar Schnappatmung bekommen und Blaise hatte schon Angst, sie würde kollabieren.

Helmut aber schien das noch gut im Griff zu haben, grinste sogar und blickte schließlich hinter seinem Kissen hervor. "Musste ich doch. Draco dachte immerhin schon, dass ich ihn heiß finde."

Das war gut, das war sogar sehr gut und doch war mir etwas unwohl dabei, da ich gerade angesehen wurde, als wollte man mir den Hals umdrehen.

Da lief also doch etwas oder stand in den Startlöchern.

Warum auch nicht, irgendwie passten sie nicht nur optisch zusammen, sondern auch vom Verhalten her und schienen beide ziemlich lustig und locker drauf zu sein.

"Du bist echt manchmal richtig doof", maulte Jerome, klaute ihm das Kissen und schlug Helmut damit auf den Kopf.

"Wieso bin ich doof?", hinterfragte Helmut, worauf wir alle lachen und den Kopf schütteln mussten.

Tja miteinander reden sollte hin und wieder helfen und scheinbar stand er wirklich derart auf dem Schlauch und hatte rein gar nichts gemerkt.

"Aber bitte kein Dauerknutschen und Süßholzraspeln", mischte Jack sich ein und verzog das Gesicht dabei.

"Neidisch?"

"Nein, ich bin lieber frei und ungebunden und tu somit niemandem weh, wenn ich arbeite", beantwortete Jack meine Frage, die mich erstmal stutzig machte.

"Was kann einen denn an Bildern groß verletzten?" Meine Neugier war geweckt, ich wurde angesehen und das ziemlich kritisch von fast allen Seiten.

"Balami ist keine gewöhnliche Agentur, Draco. Wir sind zwar Models aber nicht nur. Hauptsächlich sind wir Darsteller."

Darsteller, etwa solche Darsteller?

Mir klappte der Mund auf, ich wollte etwas sagen, doch mir blieb das Wort im Hals stecken.

Das meinte der Agentur-Chef, daher sollte ich überlegen, wie weit ich gehen wollte und ob es bei Fotos blieb.

"Du bist zu nichts verpflichtet, das weißt du." Kevin stupste mich von der Seite an, ich zuckte heftig zusammen und schluckte den dicken Kloß in meinem Hals herunter, der sich irgendwie angesammelt hatte.

Ich konnte erstmal nur nicken, dennoch war ich irgendwie auch neugierig, wie das alles ablief.

Zu verlieren hatte ich ohnehin ja nichts und niemanden mehr und wenn sich ein gewisser Herr schon mit Drogen befasste, dann war ich durchaus in der Lage, mich mit erotischen Filmen auseinanderzusetzen.

"Ich werde es mir bei Gelegenheit mal ansehen, wenn ich darf", grinste ich daher schelmisch und zwinkerte Kevin zu.

"Ernsthaft?" Jack war überrascht, dann aber grinste auch er. "Kannst gerne mal bei einem meiner Drehe zugucken."

"Da kriegt er gleich das falsche Bild", mischte Andre sich ein, wich Jack lachend aus und versteckte sich hinter Christian, der verwirrt hinter sich sah und wieder zu Jack. "Draco kann ja bei Helmut und Jerome zusehen. Da gehts eher seichter zu und wenn er damit klarkommt, dann kann er auch mal Adam und Jack zusehen."

"Gute Idee oder er schaut mal mir zu."

Hoyt nackt sehen wollte ich eigentlich nicht, ich hatte derzeit nicht wirklich das Bedürfnis viel Haut sehen oder zeigen zu wollen, aber reizen tat es mich dann doch.

Besonders aber reizte mich die Aussage, dass es bei Jack und Adam wohl nicht ganz so soft zuging wie bei anderen und wenn ich es mir recht überlegte, war mein Leben in einem seltsamen Umbruch und vielleicht lernte ich neue und ganz andere Seiten an mir kennen.

"Danke Hoyt, aber wir kennen uns zu gut und ich will keine Einblicke haben, wie du im Bett bist." Schon frech, aber es war die Wahrheit, wir kannten uns einfach zu gut und das seit Jahren.

Böse war er mir nicht, er verstand es sogar und doch neckte er mich. "Ich würde mit dir auch gar nicht drehen wollen. Bist mir dann doch zu weich und Softie."

"Uhh also liegt er unten?"

Wieder sah mich alles an und mir war das derart peinlich, dass ich knallrot anlief und mir das Kissen herwünschte, welches zwischen Helmut und Jerome lag.

"Ist das nicht egal?" Andre wieder und irgendwie kam ich noch immer nicht ganz klar auf den und die Ähnlichkeit zu meinem Exfreund.

Eins stand immerhin fest, mit ihm würde ich sicher auch nichts drehen oder schießen wollen und wenn ich mich so umsah, gab es da durchaus interessantere Jungs.

"Klar ist es egal, am Anfang jedenfalls", antwortete Kevin. "War bei Andre damals auch so und mittlerweile switcht er."

Switchen, also mal oben und dann wieder unten und das je nach Rolle und Partner oder wie musste man sich das nun vorstellen?

Mein Kopf kam da echt nicht mehr mit, mein Hirn schrie und wollte Urlaub einreichen und das nur, weil ich total mit allem überfordert war.

"Sieh es dir einfach mal an, wenn du bereit dazu bist und ansonsten bleibst du wie einige andere bei Aktbildern." Jack zwinkerte mir zu, ehe er sein Handy nahm und kaum später das Gesicht verzog. "Was ein Wrack. Wie kann man sich selber so abschießen?"

"Hmm?" Kevin blickte in Jacks Handy und schließlich zu Andre."Hast du nen Zwilling?"

"Ich bin Einzelkind, das weißt du", murrte er vor sich hin und doch sah er erstaunt auf das Bild, welches er sah und welches auch ich sah.

Schmerzlich drehte ich den Kopf jedoch schnell weg, wollte Harry zusammen mit Lucien nicht sehen und schluckte die Wut bewusst herunter.

"Mister 'Ich rette die Welt' und ein Arschloch, was nichts kann außer Scheiße bauen." Meine Stimme nahm eine leicht knurrende Tonlage an, ehe ich verachtend schnaufte und mein Blick kalt wurde.

"Du kennst die beiden?" Jack war verblüfft und mehr als nicken konnte ich in dem Moment nicht, da Hoyt sich bereits einmischte und mich freundschaftlich an sich drückte. "Ist sein Ex und der andere sein Cousin. Beide ziemliche Drecksäcke, wenn ich es mal milde ausdrücken darf."

"Vergiss den Idioten. Bewegt sich ohnehin auf recht dünnem Eis und mit Drogen kann man sich verdammt viel kaputt machen." Jack steckte sein Handy weg, schob Kevin von seinem Schoss und stand auf.

Wie genau war ich gestern nochmal heimgekommen?

Richtig, mit dem Taxi und das nicht gerade nüchtern, aber ich hatte meinen Spaß mit den Jungs und ganz besonders mit Helmut, den man herrlich aufziehen konnte.

Immerhin war er aber nun scheinbar glücklich und mit diesem Jerome zusammen.

Ein bisschen neidisch war ich schon, aber derzeit konnte und wollte ich mich auf nichts Neues oder Altes einlassen.

Die Sache mit Harry nagte noch zu sehr an mir und auch, dass mein werter Herr Cousin es mal wieder geschafft hatte, meine Beziehung zu zerstören.

Kein Fremdgehen, dafür Drogen und ich fragte mich noch immer nach dem Warum?

Harry war nicht der Typ dafür, trank eher mal ein Bier oder auch zwei, aber Speed und Kokain gehörten nie dazu.

Entweder hatte Lucien mit Engelszungen und seinem Charme auf ihn eingeredet oder aber ...

Zuzutrauen war dem Scheißkerl alles und über Leichen ging er sicherlich auch.

War damals ja Voldemort buchstäblich in den Arsch gekrochen und das noch schlimmer als Tante Bellatrix, die schon maßlos mit ihrer Liebe zu ihm übertreiben konnte.

Ein Grund mehr, den Zauberstab liegen und ungenutzt zu lassen und den Kamin nur zu nutzen, wenn es wirklich ein Notfall war.

Sam wusste mittlerweile genau wer oder was ich war, hatte mich mitten in der Nacht überrascht und wie ich durch den grün leuchtenden Kamin kam.

Redebedarf stand an erster Stelle und auch, wenn sie es anfangs auf den Alkohol schob, so sah sie es irgendwann doch ein, dass ich anders, beziehungsweise besonders und kein normaler Mensch war.

Normal war nur eines, mein Kater, mein Kopf, der mir deutlich sagte, dass es gestern doch etwas viel an Alkohol war.

Hoffentlich hatte ich keinen zu großen Bockmist gebaut, denn an alles konnte ich mich dann doch nicht mehr erinnern.

"Bist du wach?" Sam steckte den Kopf langsam, nachdem sie angeklopft und ich es überhört hatte, durch die Tür und strahlte mich mit guter Laune an.

"Hmm schon", brummte ich zur Antwort, setzte mich langsam auf und fasste mir an den Kopf.

"Da wird wohl ein Aspirin vonnöten sein." Sam lächelte wie immer, trat auf mein Bett zu, setzte sich und sah mich eingehend an. "Hattest du wenigstens Spaß mit den Jungs?"

"Schon", erwiderte ich knapp, rieb mir die Schläfen und schwang mich endlich aus den Federn raus.

"Lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen. Ich bin neugierig und ich brenne darauf alles zu erfahren."

"Erst brauch ich einen Kaffee und ne Wunderpille, die Kopfschmerzen vertreibt und Blackouts aufhebt", antwortete ich gelassen, tappte nach unten in die Küche und setzte mich vorerst neben Smith, der in Ruhe seine Zeitung las.

Sam kam ebenfalls runter, seufzte hörbar auf der Treppe und doch stand kaum später Kaffee neben mir, ebenso ein Glas Wasser und die gewünschte Tablette.

Sofort griff ich danach, schluckte sie und leerte das Glas in einem Zug. "Nie wieder Alkohol in Massen."

"Waren die Jungs so schlimm?" Smith legte seine Zeitung weg, sein Interesse war wohl geweckt und noch ehe ich etwas sagen konnte, stupste er mich auch schon an.

"Nicht wirklich", seufzte ich, ehe mir Andre im Kopf herumschwirrte und mich daran erinnerte, wem er doch ziemlich ähnlich sah. "Nur einer irgendwie."

"Aber nicht Helmut? Der war doch irgendwie ganz nett und so niedlich."

"Nein, Sam. Helmut ist wirklich klasse, die Jungs selber auch aber da ist einer, der sieht jemandem ähnlich und ich hab damit so meine Probleme", gab ich offen zu, ehe ich endlich die Tasse Kaffee an mich nahm und langsam zu trinken begann.

Sam sagte erstmal nichts, sie verstand auch so, von wem ich da sprach und doch legte sie fürsorglich die Hand auf meine Schulter.

Ziemlich lange sogar und das ohne ein Wort zu verlieren oder mir das Gefühl zu geben, ich wäre alleine.

Das war ich nie seit der Trennung und ich hatte noch immer meine Freunde, jene, die ich aus der Schulzeit kannte und derzeit etwas vernachlässigte.

"Ich werde heute wohl mal Blaise und Benny besuchen oder Pansy. Vielleicht ruf ich auch mal Hermine an und ..."

"Hermine? Ist sie nicht mit Harry befreundet? Keine gute Idee", mischte Smith sich ein. "Deine Eltern könntest du auch mal wieder besuchen und ihnen von deinem Vorhaben erzählen."

Von meinem ... Woher wusste Smith?

Ach er kannte ja diesen Fotografen scheinbar vom Strand und zählte bereits eins und eines zusammen.

"Ich weiß noch nicht, ob ich den Vertrag ganz unterschreibe oder nur einen Teil davon."

"Einen Teil davon?" Sam sah mich an, dann zu Smith, der seufzte und sich von seinem Platz erhob. "Du kennst nicht den ganzen Hintergrund dieser Agentur, Darling. Balami macht nicht nur Aktfotografie, sie drehen auch Filme."

"Bitte?" Sam war geschockt und wich einen Schritt zurück. "Dieser unschuldig wirkende Junge aus dem Flur ist ein Pornodarsteller?"

"Nicht nur er", erwiderte ich leise, biss mir auf die Unterlippe und konnte ihre Haltung dennoch verstehen. "Hoyt Kogan ist auch einer."

Darauf sagte sie nichts mehr, sie griff hinter sich und nahm sich einen Martini, den sie hastig herunterkippte. "Überleg dir das gut, Draco Malfoy. Das ist kein leichter Job und die Leute werden reden. Egal wer, aber sie werden reden und das nicht gerade nett."

Das war mir bewusst und ich hatte mich nicht mal entschieden, aber ansehen wollte ich es mir dennoch.

"Ich seh es mir nur erstmal an und das hinter und nicht vor der Kamera."

"Dein ernst?" Smith musterte mich eingehend, dann aber sah er lieber zu Sam, die ganz vom Glauben abfiel und sich an der Tischkante festkrallte.

"Ich bin kein Kind mehr, ich kann selbst entscheiden und was ist so schlimm daran?"

"Die halbe Welt sieht dich nackt, dazu mit anderen Männern und das in Positionen über die selbst ich nicht nachdenken mag."

"Das tun sie angezogen auch", erwiderte ich trotzig wie ein kleines Kind, leerte meine Tasse und stand auf. "Ich werde es mir ansehen und mir ist es egal, wer darüber was denkt."

"Draco!"

"Nicht, lass ihn. Er ist alt genug. Wir dürfen uns da nicht einmischen, es ist sein Leben."

Richtig, es war mein Leben und ich konnte tun und lassen was ich wollte und vor allem mit wem ich wollte.

Babysitter musste man lange schon nicht mehr spielen und wenn ich eins nicht leiden konnte, dann Leute, die sich einmischen wollen und mir sagen, was ich besser nicht tun sollte.

Meine Erfahrungen musste ich selber sammeln, das tat ich seit Jahren und genug auf die Schnauze gefallen war ich auch.

Besonders was Männer anging.

Jetzt war Schluss damit, damit, mir Sachen vorschreiben zu lassen oder mich davon abhalten zu wollen.

Madig machen konnte mir keiner was.

Nicht mehr.

Ich war sowas von am Arsch und ich wusste es ganz genau.

Man sah es schon an Blaise seinem Blick, an Bennys Gesicht, welches mir aschfahl entgegenblickte. "Du willst bitte was machen, Draco?"

Mich wiederholen, aber das kannte ich bereits und Benny hörte gerne ab und an alles zwei oder gar dreimal.

Das würde sich bei ihm nie ändern, ebenso seine Liebe und Treue zu meinem besten Freund.

Beneidenswert aber vielleicht gab es da draußen noch jemanden wie meine beiden Freunde, die ehrlich und aufrichtig zueinander waren, sich nie betrogen oder gar anlogen.

Die Hoffnung starb zuletzt und ich gab niemals auf, auch nicht in Dingen wie der Liebe.

Ein Seufzen verließ meine Lippen, ehe ich einen Schluck Butterbier zu mir nahm, mir den Geschmack auf der Zunge zergehen ließ und fast schon vergessen hatte, wie gut das Zeug eigentlich schmeckte. "Es sind bloß Bilder und keine Filme. Nichts, was schlimm wäre und ich bin alt genug, weiß um die Konsequenzen und das die Leute reden werden."

"Nur Bilder?" Blaise sah mich mit hochgezogener Augenbraue an. "Deine Mutter wird sich sicher freuen, dass die halbe Welt dich nackt sehen wird und das nicht mal alleine. Dazu in Posen, die ich mir nicht ausmalen mag."

"Harry wird dich ebenso sehen", murmelte Benny leise und sah verstohlen unter den Holztisch, an welchem wir gemeinsam saßen.

"Soll er, ist mir egal", erwiderte ich energisch, leerte meine Flasche und nahm mir eine zweite, welche ich sofort öffnete und einen großzügigen Schluck trank.

Benny schüttelte den Kopf, schlug mir gegen die Schulter und grummelte. "Dir ist es nicht egal, ich seh das."

Man sah was an mir?

Dass Harry ein Arsch war, Drogen nahm und mit meinem Cousin sich abgab?

"Du weißt schon, was er tut, oder? Er ist sicher nicht besser, als ich es bin. Er nimmt Drogen, ich mach dafür Nacktfotos."

"Draco hat leider recht. Drogen sind das schlimmere Übel und noch schlimmer ist Lucien, den du nie kennengelernt hast", redete Blaise auf seinen Freund ein.

Benny rollte mit den Augen und scheinbar wollte er es nicht verstehen oder nachgeben. "Normal steht man zu seinem Freund, egal, was er tut oder getan hat."

Schon, aber ich konnte es nicht und schon gar nicht, weil mein Cousin nicht da erste Mal dafür gesorgt hatte, dass eine Beziehung auseinanderging.

Fremdgehen könnte ich vielleicht verzeihen, nicht aber, dass Harry gelogen und dieses Teufelszeug genommen hatte.

"Drogen sind mir zu krass, sorry. Da muss er alleine durch und er hat ja auch Lucien, der ihm ganz sicher helfen wird, von dem Zeug wieder loszukommen. Er hat ihn schließlich dazu verführt, also soll er sich um ihn kümmern."

"Was?" Benny sprang von seinem Stuhl auf, doch Blaise war schneller und hielt ihn davon ab, mir eine reinzuhauen. "Wie kannst du nur?"

Wie ich konnte?

Ich konnte einfach und es war auch nicht das erste Mal, dass es mit Harry derart böse endete.

Nur dieses Mal war ich mir sicher, dass ich keinen Neuanfang und keine weitere Chance geben wollte.

Es war einfach zu viel und Abstand war etwas, was mir mehr als guttat und Benny würde das irgendwann sicher verstehen.

Derzeit aber wohl nicht, er kochte vor Wut und Blaise hatte Schwierigkeiten seinen süßen Dickkopf zu bändigen. "Bock nicht rum, du bist in Malibu und Trübsal kannst du gerne in London blasen."

Die Schnute war zum Schießen, aber immerhin kam Benny langsam runter, beruhigte und entspannte sich wieder. "Ich blas gleich Draco den Marsch, aber so, dass es in drei Tagen noch in seinen Ohren rauscht."

"Übertreib halt." Gelassen winkte ich ab, grinste Benny frech an und holte mein Handy aus der Hosentasche.

Drei Anrufe in Abwesenheit und zwei Nachrichten.

Ein Anruf von Sam, zwei von Pansy und die Nachrichten ließen mich dann ja doch schmunzeln.

"Was ist?" Blaise und Benny deuteten auf mein Handy, wirkten neugierig und doch gab ich mich ahnungslos. "Nichts, nur ne Nachricht von jemand, den ich die Tage kennengelernt habe."

"Du hast jemanden kennengelernt und das sagst du uns erst jetzt?" Blaise boxte mich, Benny zog mir eine über und beide gaben sich bockig wie kleine Kinder. "Wer ist es und wo hast du ihn kennengelernt?"

Fragen über Fragen, dazu Blicke, die mich so ansahen, dass ich Sorge hatte, die beiden würden die nächsten Tage Sumpffieber bekommen.

Erst motzig und nun waren sie schlimmer noch als meine Mutter und die konnte verdammt heftig mit ihrer Neugier werden.

"Ich bin heute Abend auf ner Party eingeladen und ihr kommt beide mit. Dann lernt ihr ihn kennen."

"Sieht er gut aus?"

"Nein, er ist scheiße aus", erwiderte ich ironisch, innerlich lachte ich jedoch und fragte mich, wen ich ihnen vorstellen sollte.

Die Nachricht kam immerhin von Kevin und die andere von Jerome, der irgendwas wegen Helmut wissen wollte, worauf ich selber keine Antwort parat hatte.

Hoyt kannten die beiden bereits und sie wussten genau, dass wir nur Freunde waren und Andre würden sie wie ich mit Harry gleichsetzen.

Fuck!

Blieben noch Christian und Gino übrig oder nein, da waren noch Adam und Jack.

Verdammte Zwickmühle aber auch.

Kevin selber?

Heiß sah er ja schon aus, aber Tattoos waren eigentlich etwas, was ich jetzt nicht sonderlich mochte und das wusste Blaise genauso gut, wie sein Freund auch.

"Wie heißt er denn? Ist er auch Model, dann kann ich mal in Google gucken."

Google? Oh bitte nicht, da würde selbst ich nicht reinsehen und das schon alleine aus dem Grund, dass es mich nicht interessierte.

"Er heißt ..." Verdammt nochmal, mir fiel kein Name ein und ich saß echt in der Scheiße.

Richtig tief bis zu den Knien.

"Hast du den Namen vergessen oder was?"

"Nicht wirklich, aber das war die letzten Tage doch etwas viel und da ging wohl einiges unter", erwiderte ich ohne mit der Wimper zu zucken und doch schellte ich mich innerlich selber für diese Lüge, die ich meinen besten Freunden auftischte.

"Einiges?" Fragend sah mich Benny an, zog die Stirn dabei kraus und wirkte sichtlich überfordert.

"Na ja, so gesehen hat er ja klar gesagt, was er von Beziehungen und dem ganzen Kram hält."

"Also eher jemand, der das locker sieht." Blaise gab ein Stöhnen von sich, dann aber sah er mich mit einem Blick an, den ich nur zu gut kannte.

Der Blick der Warnung und gleichzeitig lag eine gewisse Sorge darin.

"Pass auf dich auf, okay? Das Letzte, was ich will, ist, dass dir wieder jemand wehtut oder es versucht."

Verstehend nickte ich Blaise zu und lächelte. "Ich pass schon auf und so schnell lass ich mich auf nichts Neues ein."

"Ich hoffe es für dich und wehe ich erwisch dich heute Abend beim flirten."

Flirten war also auch nicht drin?

Nun war ich empört, beleidigt und am Schmollen und das so arg, dass Benny sich neben Blaise bereits vor Lachen kugelte. "Dein Gesicht ... haha ... oh Gott ..."

Ja, ja, sehr witzig, dachte ich mir, streckte Benny die Zunge raus und es kam mir vor, als wären wir wieder in Hogwarts und alles war in Ordnung.

Manchmal wünschte ich mir das.

Einfach einen dieser Zeitumkehrer zu besitzen und einige Dinge zu ändern.

Der Abend, beziehungsweise die Party kam schneller in greifbare Nähe, wie mir lieb war und noch immer wusste ich nicht, wen von den Jungs ich Benny und Blaise vorstellen sollte.

Es war zum Haare raufen, Mäuse melken und doch saßen wir bereits zu dritt in einem Taxi, welches uns die kurvenreiche Straße hochfuhr und schließlich vor der prachtvollen Villa der Jungs anhielt.


"Geht es dir gut, du wirkst etwas blass?" Benny, der neben mir saß und dabei war auszusteigen, sah mich skeptisch an und wenn ich ehrlich war, mir ging es ganz und gar nicht gut.

Jedoch sagte ich nichts, stieg langsam selber aus und streckte mich vorerst ausgiebig, ehe ich beinahe von Helmut und Jerome überrannt und gedrückt wurde.

"Nicht so stürmisch", grinste ich, wurde daraufhin losgelassen und neugierig von Benny und Blaise angesehen. "Die beiden sind nen Paar und das erst seit Kurzem."

"Aha." Benny musterte die beiden, wollte etwas sagen und hielt inne, als Jack genervt um die Ecke kam und stöhnte.

Allerdings erhellte sich seine Miene, er grinste und legte freundschaftlich den Arm um mich. "Immerhin einer, mit dem man sich normal unterhalten kann."

"Wieso?" Perplex schielte ich ihn von der Seite an und erntete ein erneutes genervtes Augenrollen. "Noch son spezieller Fall von plötzlicher Zuneigung."

Das klang ja super und mit Benny und Blaise waren es dann schon drei und das konnte durchaus nervig und anstrengend werden. "Wir werden es überleben. Notfalls türmen wir und seilen uns ab", grinste ich keck.

"Türmen klingt nach einem Plan", erwiderte Jack, ehe er Benny und Blaise die Hand reichte. "Jack. Jack Harrer."

Benny nickte, Blaise schwieg und doch verriet mir sein Blick nur zu deutlich, dass er Jack auf eine gewisse Art schon heiß fand.

Wäre er Single, er würde definitiv nichts anbrennen lassen.

Unbemerkt zicke ich Blaise daher in die Seite und grinse, ehe ich ihm leise etwas zuflüsterte, worauf er mich ansah und dann zu Jack.

Antworten tat er aber nicht, er hakte sich bei Benny ein und folgte den Jungs bereits in den Garten, wo er jedoch wie vom Donner gerührt stehenblieb und ebenso Benny.

Scheinbar hatten sie Andre entdeckt, der lässig an der Hauswand stand, sein Bier trank und meine besten Freunde argwöhnisch ansah.

"Das ist nicht Harry, oder?", nuschelte Benny aschfahl.

"Nein, das ist er nicht", erwiderte ich, schnappte mir ein Bier und begrüßte sowohl Adam als auch den Rest der Jungs, die anwesend waren.

Christian war darunter und ebenso Hoyt, den Benny und Blaise noch gut von New York kannten.

"Und wer ist der heiße Typ mit dem Tattoo am Hals?"

Mein Blick folgte dem von Blaise, der genau auf Kevin haftete, ihm beinahe innerlich schon die Shorts auszog und sich unbewusst über die Lippen leckte.

Zugegeben er war schon heiß, jedoch nicht mein Typ und noch bevor ich etwas sagen konnte, schritt Kevin zu Andre.

"Ätzend, oder?" Jack gesellte sich neben mich, besah sich das Bild und nahm einen großzügigen Schluck aus seine Bierflasche. "Nichts gegen die beiden, aber so langsam nimmt das Überhand. Hinterher steh ich hier alleine und alles sabbert sich ab und an."

Darauf hin musste ich lachen, stellte es mir sogar bildlich vor und letztendlich schüttelte ich mich. "Seltsame Vorstellung und ja, es wäre durchaus seltsam, wenn plötzlich alle neben dem Dreh einen auf verliebt und glücklich machen."

Bei Hoyt konnte ich mir das nicht mal vorstellen, er wirkte so bodenständig und ebenso Adam, der sich angeregt mit Benny unterhielt.

Blaise und Benny vertrauten sich was ihre Beziehung anging, sie liebten sich und das sah man deutlich an den Blicken, die sie sich immer wieder zuwarfen.

"Nichts für ungut, aber so schlimm ist es nicht, in einer harmonischen Beziehung zu sein", merkte Blaise an.

"Mag sein, aber für mich ist das nichts. Alleine schon wegen meinem Job", erwiderte Jack. "Außerdem bin ich derzeit gerne Single und habe auch noch nicht den Richtigen für mich gefunden."

Den Richtigen ...

Wer war schon der Richtige?

Harry war es nicht, wobei ich davon ausging und doch zweimal bitter von ihm enttäuscht wurde und gelernt hatte, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.

In Gedanken leerte ich meine Flasche, achtete nicht auf den Alkohol und schon gar darauf, dass Benny und Blaise auch noch anwesend waren und mich scheinbar im Auge behielten.

Egal, ich war alt genug, musste keinem etwas erklären und schon gar nicht meinen besten Freunden, die mich sehr gut kannten und wussten, wie viel ich vertrug.

Ich wollte einfach vergessen, Spaß haben, mich amüsieren und nicht mehr an daran denken, was in den letzten Monaten passiert war.

Harry war Geschichte, abgehakt und ich frei.

"Bock runter an den Strand zu gehen?"

"Klar, warum nicht", erwiderte ich Helmut, der gemeinsam mit Jerome und Gino ein paar Bier nahm und abwartend zu mir rüberblickten.

"Geh ruhig, aber übertreib es nicht", wandte sich Benny kurz an mich, ehe er schon wieder von Hoyt in ein Gespräch verwickelt wurde.

Was sollte ich schon übertreiben?

Mit ein paar Flaschen Bier, mit den Jungs?

Oh Himmel, Benny konnte echt immer noch naiv sein, aber das war es auch, was Blaise an ihm so mochte und ich selber könnte ihn dafür treten oder gar schlagen.

Nichts passierte dergleichen, ich schüttelte lediglich mit dem Kopf, nahm mir zwei Flaschen Bier und folgte den Jungs nach unten an den Strand und das über eine Treppe, die ich hinterher wohl auch wieder rauf musste und schon jetzt ins Grübeln kam.

Immerhin hatte sie aber ein Geländer und im schlimmsten Fall musste ich mich später hochschieben oder gar tragen lassen und alleine diese Vorstellung brachte mich dazu, leise zu lachen.

"Was ist so komisch?" Gino lief barfuß neben mir die Treppe runter, atmete tief die Meeresluft ein und blieb dennoch kurz stehen. "Ich bin jedes Mal von diesem Anblick angetan, wenn ich hier runter zum Strand gehe."

Erst verstand ich nicht ganz, was er meinte, dann aber sah ich es.

Die Wellen, die Möwen, die über unsere Köpfe flogen, der weite Blick auf das Meer und die Schiffe, die viel zu klein wirkten.

Wirklich beeindruckend.

Ebenso das Rauschen des Meeres, welches immer deutlicher wurde, je näher wir dem Strand kamen.

"Na komm oder wollen wir hier stehenbleiben?" Gino stupste mich seitlich an, lächelte mich mit seinen blauen Augen an und erst jetzt fiel mir auf, dass er mehr wie ein Italiener wirkte, als jemand, der aus der Ukraine stammte.

"Was ist?" Ginos Grinsen wurde noch breiter und unwirsch schüttelte ich den Kopf, stapfte weiter die Treppe zum Strand herunter, setzte mich mitten in den warmen Sand und das direkt neben Helmut und Jerome.

"Auch endlich da?", fragte Jerome frech, legte den Arm um seinen Freund und rutschte etwas, damit auch Gino noch Platz neben uns hatte.

Der Strand war zwar groß, aber auch gut besucht und überall hörte man die Leute lachen, man sah Kinder spielen und Hunde tobten im seichten Wasser.

Ich könnte hier einfach sitzenbleiben, an nichts denken und alles vergessen, was einmal gewesen war.

Besonders alles, was in und nach der schule in einem gewissen Zusammenhang passierte.

Vieles wäre anders und hätte es einen bestimmten Zauberer nicht gegeben, wären nicht so viele unschuldige Zauberer gestorben.

Ein Seufzen entwich meinen Lippen, mein Kopf lehnte sich an die Schulter Ginos, der erstaunt auf mich sah." Gehts dir gut, Draco?"

"Mehr als gut", erwiderte ich, öffnete mein Bier, trank einen Schluck und sah einem Hund nach, der hinter einem Tennisball herjagte und direkt auf uns zukam.

"Hey, wer bist denn du?" Jerome gab Helmut seine Flasche, erhob sich und kniete sich zu dem mittelgroßen Hund, der aufgeregt vor und hinter uns hin und her lief und freudig bellte.

Schon süß, dieser Hund, der sich auf den Rücken rollte und ausgiebig von Jerome gekrault wurde.

Er schien es regelrecht zu genießen, ebenso Jerome, der sich jedoch erhob, als der Besitze dazukam. "Da ist ja der Ausreißer."

"Kam einfach angelaufen und wollte spielen", entschuldigte er sich rasch und streichelte dem weißen Fellknäuel nochmals über den Kopf und erst da sah ich auf und erkannte, wessen Hund das war.

Ganz langsam erhob ich mich, reichte Gino meine Bierflasche und schritt auf den Besitzer des Hundes zu. "Nimm deinen Köter und verpiss dich. Du bist hier unerwünscht!"

"Draco?" Erstaunt wurde ich von oben bis unten angesehen und das überhebliche Grinsen, welches ich so sehr hasste, legte sich auf seine Lippen. "Dich hier anzutreffen wundert mich dann ja schon. Soweit ich gehört habe, bist du als Model ja nicht mehr allzu sehr gefragt."

"Und weiter? Was machst DU überhaupt hier? Vertickst du wieder deinen Scheißdreck an andere Leute."

Noch bevor ich einen Schritt auf meinen Cousin zugehen und ihm in die Fresse schlagen konnte, tauchte Harry auf und sofort wich ich zurück, drehte mich um und schrie erstmal so laut, dass sich alles naheliegende erschrocken umdrehte.

Ohne es zu merken, legte Gino den Arm um mich und versuchte auf mich einzureden.

Helmut hingegen tuschelte mit Jerome, ehe er auf Lucien zuging und ihn von oben herab ansah. "Geh und nimm deinen drogenabhängigen Freund gleich mit. Mit solchen Leuchten will ich nichts am Hut haben und da spreche ich nicht nur für mich, sondern auch für alle anderen."

Lucien ließ sich davon scheinbar aber nicht beeindrucken, ebenso wenig von Helmut seiner Größe und wieder war da sein Grinsen, was ich ihm so gerne aus seinem Gesicht schlagen würde.

Und Harry?

Der stand einfach nur benebelt da und machte gar nichts.

Abgesehen von blöd gucken.

Keine Ahnung, ob er mich noch kannte und selbst wenn, es war mir egal, ich hatte keine Lust mehr, mich noch mit ihm zu befassen.

Es war Geschichte, Vergangenheit und nicht mehr meine Zukunft.

Diese lag vor mir, dazu mit neuen Freunden, die sich bereits jetzt schon für mich einsetzten und genauso genervt von meinem Cousin waren, wie ich es war.

"Hier sind Kinder und die wollen mit Sicherheit keine zugedröhnter Möchtergernstars sehen, die sich nicht mehr unter Kontrolle haben", mischte sich nun auch Jerome ein, der ganz offensichtlich die Nase voll hatte und kein Mensch von großen Reden war.

"Ist das so?" Lucien drehte sich um, sah sogar die Kinder und doch interessierte es ihn nicht und das machte mich wütend.

Sehr wütend sogar und hätte ich...

Nein, keinen Zauberstab, ermahnte ich mich selber, wiederholte es gedanklich immer wieder und war froh, dass Jack und Christian plötzlich hinter Lucien standen. "Gibt's hier nen Problem? Ich dachte wir wollten feiern. Wer sind die zwei Gestalten hier?"

Gestalten ... Oh Himmel.

Fast wäre ich im lauten Gelächter ausgebrochen, verkniff es mir und räusperte mich dezent. "Die zwei Gestalten wollten gerade gehen. Hier sind immerhin Kinder und die sollen sicher keinen abgefuckten Typen sehen, die mit irgendwelchen Drogen vollgepumpt sind und andere Badegäste belästigen."

"Bitte, was? Mein Hund kam auf euch zu. Ich hab ihn nur geholt!", rechtfertigte Lucien sich und dachte ernsthaft, er sei wie so oft das Lamm und nicht der Wolf.

"Stimmt schon, aber das ist bereits einige Zeit her." Süffisant lächelte ich meinen Cousin an, hob meine Hand und winkte. "Aber wir können natürlich auch gehen. Gino und ich hatten ohnehin noch was anderes vor."

"Hatten wir das?" Gino wirkte verwirrt, dann begriff er aber scheinbar. "Stimmt, da war ja was."

Gino pokerte und das ziemlich hoch und so gut, dass keiner so wirklich verstand, was überhaupt gespielt wurde.

"Gehen wir?", fragte er frech und kniff mir unterstreichend in den Hintern, ehe er meine Hand griff und mich zur Treppe zog.

"Was wird das denn jetzt?" Mit hochgezogener Augenbraue sah Jack uns nach, dann schien es aber zu dämmern. "Keine so gute Idee, aber ist eure Sache. Ich halt mich daraus."

So gesehen machten wir nichts, aber es sollte auch glaubhaft wirken und daher beschlossen Gino und ich darauf nicht mehr zu antworten.

Auch nicht, als Lucien sich einmischte.

"Und was ist mit Harry? Ich dachte ja wirklich, dass du ihn liebst. Wie tragisch, dass du ihn einfach wie ein benutztes Kondom wegwirfst."

Das hatte gesessen aber weggeworfen hatte ich ihn nicht, das hatte Harry selber getan und dank Luciens Einfluss und den Drogen, hatte ich keinerlei Bedürfnis mich dazwischen zustellen und nochmals neu anzufangen.

Harry hatte mehr als nur eine Chance bekommen, hatte sie erneut verspielt und irgendwann war auch mal Schluss, meine Nerven am Arsch und aus dem Alter wo man auf Knien rutschte und "Bitte, Bitte" machte, waren wir beide heraus.

Irgendwann musste man auch mal lernen, dass es nicht mehr ging, man sich verändert und weiterentwickelt hatte und die Welt mit anderen Augen sah.

Was Harry aus seiner Welt machte, war mir egal, ich war kein Teil mehr davon, eher waren es Drogen, Lucien und eine Hand voll falscher Freunde.

Damit wollte ich nichts zu tun haben, nochmal von vorn anfangen und das so, dass ich mir nicht auch noch Sorgen um andere machen musste.

Ohne auf Lucien einzugehen, folgte ich Gino die Treppe raus, zurück zur Villa, wo ich mich direkt erstmal hinsetzen musste.

"Geht es wieder?" Gino kniete vor mir und sah mich besorgt an.

"Wer rechnet schon mit den zwei Idioten", grummelte ich vor mich hin, nahm die Flasche entgegen, die mir Blaise reichte und sich neben mich setzte. "Harry wieder?"

"Ne, Lucien und Harry. Gemeinsam unter am Strand, mit Hund und zugedröhnt." Freudlos lachte ich auf und leerte mein Bier in einem Zug.

"Wow." Mehr kam von Blaise nicht, dennoch legte er den Arm um mich, zog mich zu sich und drückte mich.

Wie lang wir so zusammensaßen, wusste ich nicht, es tat einfach nur gut einen Freund, einen besten Freund zu haben, der mich verstand und meine Entscheidung respektierte und akzeptierte.

Fuck, mein Rücken, war das erste, was ich dachte, nachdem ich mich mühselig zwischen drei Beinen versuchte aufzurichten.

Zwei schienen Gino zu gehören, der hinter mir lag und das dritte konnte ich erstmal gar nicht zuordnen bis sich Jack am Boden aufsetzte und sein Bein zurückzog.

“Morgen”, brummte er verschlafen, fuhr sich durch seine blonden, zerzausten Haare und sah mich schließlich an. “Auch Kaffee?”

Mehr als ein Nicken kam vorerst nicht von mir, mir dröhnte der Schädel und augenblicklich kniff ich die Augen zusammen und gab ein gequältes Stöhnen von mir.

“Oha, Aspirin brauchst du wohl auch noch”, stellte Jack fest, öffnete in der Küche eine der Schubladen und holte eine Packung Tabletten hervor, reichte mir davon eine und eine Sekunde später ein Glas Wasser.

Beides zusammen kippte ich wortlos runter, setzte mich an den Küchentisch, blickte nach draußen und kniff erneut die Augen zusammen.

Scheiß Sonne.

Blöder Kopf und bescheuerter Alkohol.

Grummelnd öffnete ich die Augen, sah vor mir eine Tasse Kaffee stehen und nahm vorsichtig den ersten Schluck.

Ein Segen so ein Kaffee am morgen.

Der weckte Tote auf und auch wenn er stark war, trank ich den Inhalt meiner Tasse leer und lehnte mich schließlich entspannt zurück.

“Besser?”, fragte Jack dicht hinter mir, legte seine Hände auf meine Schultern und begann mit gekonnten Handgriff zu massieren.

“Schon viel besser”, schnurrte ich leise, legte den Kopf in den Nacken und doch ruckte dieser zurück, als Blaise die Küche betrat.

Mit einem Grinsen im Gesicht schenkte er sich eine Tasse Kaffee ein und lehnte sich gegen die Anrichte. “Lasst euch von mir nicht stören, ich bin gar nicht da.”

Noch bevor ich etwas sagen konnte, hatte er auch schon die Küche verlassen und mir kam von einer Sekunde auf die andere die bittere Erleuchtung und spielte sich vor mir ab.

Jack hatte nicht wie vermutet auf dem Boden, sondern mit auf dem Sofa geschlafen.

Gino hinter und er vor mir und ich mittendrin, statt nur dabei.

An sich nichts Schlimmes, wären da nicht die ganzen Bilder, die sich ungewollt vor mir abspielten und den Abend Revue passieren ließen.

“Draco?”

“Äh?” Verwirrt blinzelte ich die Bilder vor mir weg, erhob mich von meinem Platz und goss mir Kaffee nach, mit welchem ich mich rasch in den Garten und an Jack vorbei stahl.

Was hab ich die Nacht bloß angestellt und wieso hatte ich mich darauf überhaupt eingelassen?

Noch dazu gleich mit zwei Typen und beide meine Kollegen, wenn man es genauer betrachtete.

Schuld war da der Alkohol und das Zusammentreffen mit Personen, die ich am liebsten auf den Mond schießen würde.

“Nach dem dicken Kopf kommt scheinbar die Erkenntnis, was?”

Bitte?

Verwirrt blickte ich zu Andre, der in einer der Sonnenliegen lag und irgendein Buch las.

“Scheiße, nimm die Brille ab.”

“Wieso sollte ich?”

“Du siehst aus wie er und ich hab keine Lust auf seine dämliche Visage”, erwiderte ich bissig, ehe ich Andre mit einem der Kissen hinter mir abwarf und diesem keine Sekunde später grinsend auswich.

Eine Weile ging das hin und her, wurde jedoch von Kevin dem Spielverderber unterbrochen und zu unserem Bedauern steckte er sich das Kissen dreist hinter den Rücken.

“Setz dich halt gleich drauf”, moserte Andre bockig, versuchte das Kissen zurück zu ergattern und griff zu unfairen Mitteln.

Aber scheinbar hatte Kevin die Ruhe weg, ließ sich weder ärgern noch necken und auch verzog er keine Miene, als man hinterlistig in den Nacken biss.

“Nehmt euch nen Zimmer”, grinste Jack, der gelassen in der Terrassentür lehnte und amüsiert dem ganzen Schauspiel zusah.

“Wozu? Andere bevorzugen das Sofa und daran stört sich auch keiner”, erwiderte Kevin ernst, hatte dann aber scheinbar genug von Andres Bissen, schnappte ihn quer über den Rücken und noch ehe er wusste, wie ihm geschah, landete er mit einem lauten Platschen im kalten Wasser.

“Na warte.” Lachend kletterte Andre aus dem Pool heraus, rannte um diesen herum und schüttelte sich kräftig.

“Pass doch auf, ey.” Jack rettete sich mit seinem Kaffee zurück in die Küche, während ich einige Tropfen abbekam und schweigend wegwischte.

Aus Zucker war ich immerhin nicht und Wasser schadete mir genauso wenig wie dumme Sprüche.

“Du hast uns die Nacht gesehen, hab ich recht?”, wandte ich mich demnach an Kevin, der vorerst nur nickte, sich dann aber erhob und direkt neben mich setzte.

“Nicht alles, falls es dich beruhigt.”

Ungemein beruhigte mich das, immerhin hatte ich Dinge getan, die ich normal nie tun würde und schon gar nicht mit zwei Typen gleichzeitig.

“Mach dir keinen Kopf, es gibt schlimmeres. Sieh es als Übung an, denn etwas anders ist es nicht.”

“Autsch”, mischte sich Andre ein, legte sein Handtuch über die Liege und setzte sich zu uns.

“Was heißt Autsch? Du kennst Jack genauso gut, wie ich ihn kenne.”

“Schon, aber er wird genau wie du und ich auch mal älter und auch bestimmt weiser”, erwiderte Andre muffig, blies die Wangen auf und zickte Kevin schließlich in die Seite. “Du warst mindestens mal genauso schlimm, wenn nicht sogar schlimmer.”

“Das stimmt so aber auch nicht und wer hatte bitte was mit Adam und hat dann geflennt, als man es in den falschen Hals bekam, hm?”

Darauf sagte Andre nichts, er schwieg und sah Kevin böse von der Seite an.

“Jetzt hört auf zu streiten, das bringt doch nichts.” Schlimmer als ein altes Ehepaar und noch schlimmer als Kesselflicker.

Vergangen war vergangen und es ging hier weder um Andre und Adam, noch um Kevin und seine sexuellen Ausschweife, sondern lediglich darum, dass ich es die Nacht wohl etwas übertrieben hatte.

“Pass einfach auf. Er kann und er wird dir früher oder später das Herz brechen.”

“Wer bricht wem das Herz?” Gino gesellte sich in unsere lustige Runde, sah interessiert zwischen uns hin und her und sah jedoch nur verbitterte Gesichter. “Jungs?”

Keiner sagte irgendwas, man sah einfach starr vor sich hin und schien zu überlegen.

“Ich rede mit euch? Hallo?”, versuchte es Gino noch einmal, stupste mich sogar an und doch reagierte ich nicht wirklich.

Ich dachte über Kevin seine Worte nach, darüber, was er wegen Jack gesagt und auch darüber, was Andre von sich gegeben hatte.

Beide kannten Jack besser und auch länger, seit Beginn ihrer Karriere, wenn ich genauer darüber nachdachte und das waren immerhin schon neun Jahre.

Und ich?

Ich kannte ihn gerade mal ein paar Tage und konnte mir kein genaues Bild machen oder ein Urteil erlauben.

Die Nacht war auch gar nicht viel passiert und wenn ich mich recht entsinnen konnte, hatte Jack das ganze von sich aus abgebrochen und das auch nur, weil wir allesamt zu betrunken waren.

Scheinbar sah das für Außenstehende jedoch anders aus und es war Kevin, der uns gesehen hatte und nicht Blaise oder Benny der vermutlich wieder die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hätte.

Konnte mir aber auch egal sein, ich kannte Jack seine Einstellung und die hatte nicht nur eben gezeigt, sondern erwähnte es andauernd, dass er seine Freiheit brauchte und an etwas Festem keinerlei Interesse hegte.

Mit einem neuen Kaffee setzte ich mich zu Chris und Hoyt, schwieg jedoch sehr lange und wirkte mehr abwesend als anwesend.

"Er scheint nachzudenken", hörte ich Chris nuscheln und ja, das tat ich tatsächlich.

Nur anders.

Wie sollte ich das alles meiner Familie, meinen Eltern erklären?

Sie waren weder Sam, Blaise noch Benny oder Smith, die es zwar skeptisch betrachteten aber durchaus annahmen.

Bilder würden sie sicher verstehen aber den Rest nicht und ich konnte meine Mutter jetzt schon hören.

Schimpfend wie ein Kesselflicker und dazu mich mit dem Holzlöffel durch den Garten jagend.

Keine schöne Vorstellung aber ich kannte meine Mutter gut und lange genug, um zu wissen, wie sie tickte.

So nett sie aussah, so gruselig konnte sie werden.

Von meinem Vater wollte ich lieber nicht anfangen, seine Meinung würde vernichtend sein und vor dieser graute es mir am meisten.

"Draco?" Chris sprach mich an, dazu wirkte er besorgt und doch sah ich ihn einfach nur an, ehe ich die Hände über dem Kopf zusammenschlug und aufsprang.

"Was hat er denn jetzt?" Verwirrt sah auch Hoyt auf, dann aber fing er mich buchstäblich ein, hielt mich an den Schultern fest und bugsierte mich zurück zum Sofa.

Ich war aufgebracht, konnte nicht mehr klar denken und der Gedanke an meine Eltern ließ mich nicht los.

"Ich ..."

Meine Stimme versagte mir ihren Dienst, ebenso schien mein Kopf wie ein Bienenstock zu brummen und das lag sicher nicht am Restalkohol.

Ich hatte das Gefühl mich übergeben zu müssen, was ich letztendlich auch tat, aber feststellen musste, dass es mir kein Stück besser ging.

"Ich ruf Samantha an."

Scheinbar Helmut, der mein Handy aus der Hosentasche zog und kaum später telefonierte.

"... völlig neben sich. Ja, keine Ahnung ..."

Wortfetzen, mehr vernahm ich nicht.

Nicht mal die Anwesenheit von Blaise und Benny, die scheinbar direkt neben mir knieten und einer von beiden meinen Kopf hielt.

"Ich übernehme das."

"Bist du verrückt? Das kannst du nicht machen."

"Du siehst doch, dass es Draco beschissen geht. Außerdem kenn ich seine Eltern länger und besser."

Meine Eltern?

Blaise dieser Arsch!

Aber vielleicht konnte er auch besser mit ihnen reden, als ich es konnte.

Mir fiel das nicht leicht und erst recht nicht, als meine Eltern zusammen mit Sam im Raum standen und mich ansahen, als hätte ich etwas verbrochen.

Sie musste beide informiert haben und das ziemlich schnell sogar.

So schnell, dass wirklich jeder der anwesenden Jungs verwundert waren und untereinander das Tuscheln anfingen.

Kein Wunder.

Ich hatte gestern erst erzählt, dass beide derzeit in London waren und nun standen sie hier und ich spürte deutlich ihre Blicke auf mir, die sich tief in meinen Rücken bohrten.

Besonders den stechenden meines Vaters, dessen Schritte widerhallten und er kaum später neben mir kniete, meine Haare aus dem Gesicht strich und den Kopf schüttelte.

Schweigend ließ ich es über mich ergehen, kam mir wie ein Kind vor und aus dem Augenwinkel heraus sah ich Blaise, der mit meiner Mutter redete und ebenso Sam, die beschwichtigend die Hände hob und scheinbar versuchte, die Lage zu entschärfen.

Ich wollte nichts hören, schon gar nicht sehen und würde ich können, ich würde mich verstecken, eingraben und das bis zum Mittelpunkt der Erde.

"Mach die Augen auf, mein Sohn."

Es war mehr ein Flüstern und doch kannte ich den schneidenden Ton dahinter mehr als gut, schüttelte den Kopf und kam mir hilflos und verloren vor.

"Meinen Sie nicht, dass Draco alt genug ist und selbst entscheiden kann, was er tut."

Niemand anders als Jack, der sich meinem Vater gegenüberstellte und keine Ahnung hatte, dass er einem ehemaligen Todesser gegenüberstand und sich auf ganz dünnem Eis bewegte.

"Vorsicht, der Kerl ist Dracos neuer Lover." Spitz züngelnd stand er da, ich kannte diese Stimme und sie war der Anlass, dass ich mich bewegte, erhob und aufrichtete.

"Raus, aber ganz schnell. Verpiss dich."

"Wir machen uns doch nur Sorgen."

"Schieb dir deine Sorgen in deinen Arsch", erwiderte ich bissig, ehe ich kurz zu meiner Mutter sah, die Tränen in den Augen hatte.

Scheiße, verdammte.

"Lucien raus hier. Solche Typen wie dich, wollen wir hier nicht haben." Jerome machte einen Schritt auf meinen Cousin zu, dahinter standen Helmut, Gino, Kevin und auch Andre, die allesamt hinter mir standen.

"Irgendwann lassen sie dich genauso fallen wie andere es bereits getan haben."

"Raus, verdammt nochmal!" Jack hatte die Nase gestrichen voll, packte Lucien am Kragen und prallte mit voller Wucht gegen die nächste Wand.

"Was zum Teufel ..."

Jack sah auf Lucien, dann auf das, was er in seiner Hand hielt und auf ihn zielte.

Sein Zauberstab, dazu ein vor Wut verzerrtes Gesicht.

Fuck, das war ernst und ich kannte meinen Cousin nur zu gut, wenn er in Wut geriet.

Ebenso mein Vater, der sich ihm langsam näherte und versuchte den Zauberstab abzunehmen.

Ich war schneller, griff meinen, den ich einstecken hatte und richtete ihn auf Lucien. "Expelliarmus!"

Alle Blicken lagen auf mir, während ich den Zauberstab aufhob und meiner Mutter reichte.

"Verpiss dich besser, ehe ich dir noch einen Fluch hinterherjage", drohte ich ihm an, steckte aber bereits meinen Zauberstab wieder weg.

Genug der Zauberei und genug der fassungslosen Blicke, die nicht begreifen konnten, was hier gerade geschehen war.

Es half alles nichts, ich musste mich erklären, meinen Kollegen und neuen Freunden sagen, wer oder was ich war und wie ich Jahre zuvor einmal gelebt hatte.

"Ich verabschiede mich nur, geht schon mal vor", wandte ich mich daher an meine Eltern, besonders aber an meinen Vater, dem man deutlich ansah, dass er angefressen und noch immer nicht von meinem Job begeistert war.

War er nie, damals schon nicht, da er die Welt der Muggel nie verstanden hatte.

Meine Mutter sah das anders, ein paar Mal hatte ich sie zu Veranstaltungen mitgenommen, sogar auf den roten Teppich, zu Karl, von dem sie begeistert war und dessen Ableben sie schwer getroffen hatte.

"Wir sehen uns in London. Mach nicht zu lange." Knappe Worte meines Vaters, die streng klangen und die mir früher eine Gänsehaut beschert hätten.

Lediglich kam ein schwaches Nicken von mir, ehe ich mich abwandte, nicht hinsah, wie meine Eltern durch den Kamin verschwanden.

"Und wie komm ich jetzt heim?"

"Mit Blaise und Benny. Die beiden begleiten dich."

Mittlerweile liefen mir die Tränen, sie ließen sich nicht mehr aufhalten und nein, ich schämte mich nicht dafür.

Nicht mehr.

Weinen gehörte dazu, ebenso zu lachen und andere Emotionen wie Wut und Hass.

Tiefe Enttäuschung und ganz schlimm der Verlust von geliebten Menschen.

Zusammengemischt eine Welle an Gefühlen, die verheerend sein könnten, die dennoch durch meinen Körper strömten und mich schwächten.

"Jetzt geht schon, bringt sie hier weg", herrschte ich Blaise an, der mich zwar verwirrt ansah, dann aber folgte und Sam zusammen mit Benny durch den Kamin nach Hause brachte.

Tief atmete ich durch, beziehungsweise versuchte ich es und sah festen Blickes zu meinen Kollegen, die noch immer auf eine Erklärung warteten.

"Was soll ich sagen?", murmelte ich, lief angespannt durch das geräumige Wohnzimmer, runzelte die Stirn und blieb stehen, als Gino neben mich schritt und seine Hand auf meine Schulter legte.

"Du bist scheinbar noch mysteriöser als wir alle zusammen. Deswegen bist du kein schlechter Mensch und egal wer oder was du bist, du bist unser Freund und Kollege."

Worte, die rührten, mir erneut die Tränen in die Augen trieben und einknicken ließen wie ein dünnes Streichholz.
"Ganz ruhig", flüsterte Gino neben mir, bevor er mich zur Couch begleitete, auf den weichen Stoff drückte und direkt zwischen Jack und Adam.

"Du bist ein Zauberer", hörte ich Adam neben mir sagen und doch sah ich ihn nicht an. "Ziemlich verrückt aber ich denke, du bist es seit Anfang an und hattest deine Gründe, es uns nicht zu sagen."

Jack brummelte irgendwas Unverständliches neben mir, dann aber klopfte er mir auf den Rücken und grinste. "Merlin müssen wir dich aber jetzt nicht nennen."

"Merlin gab es wirklich. Er war seiner Zeit ein mächtiger Zauberer", erwiderte ich knapp, ehe ich mich erhob und meinen Zauberstab aus der Hosentasche zog. "Dennoch brauche ich den hier echt nicht mehr. Er hat genug Schaden angerichtet."

"Was hast du jetzt vor?" Jack, so wie Adam erhoben sich und auch Gino kam auf mich zu, hielt jedoch Abstand, da ihm das Ganze wohl nicht ganz geheuer war.

Bevor ich Jacks Frage beantworten konnte, mischte sich Helmut jedoch ein und sah mich aus einer Mischung von Wut und Enttäuschung an. "Dennoch wirst du gehen und genau das tun, was dein Vater verlangt."

Er schmollte sogar wie ein kleines Kind und wäre das nicht schon schlimm genug, so schloss sich Andre auch gleich noch an und setzte seinen Welpenblick auf, dem man nicht widerstehen konnte.

"Jungs hört auf. Ihr seid ja schlimmer als Charlotte ihr Töchter."

Jene, die mich vergessen hatten, ebenso ihre Mutter und ihre besten Freunde.

Aber nicht nur sie.

"Wer?", wollte Helmut wissen.

"Nicht wichtig, da sie mich vergessen haben, beziehungsweise existiere ich für sie genauso wenig wie für andere."

Fassungslos sah mich einer nach dem anderen an, ihnen schien es zu dämmern, was ich getan und es mir dabei nicht leicht gemacht hatte.

"Deine Eltern auch?" Die Frage kam von Hoyt, der sich an Christian lehnte und dennoch aus dem Fenster sah.

"Alle, die mich von früher kannten. Auch Lucien und Harry. Für alte Schulfreunde, enge Freunde und Familie habe ich aufgehört zu leben."

"Wow, das ist hart", erwiderte Jack und ja, es war hart und ebenso nicht leicht, doch war es notwendig, denn nur so konnte ich leben und gleichzeitig arbeiten.

"Mit der Zeit wird es leichter werden und für alle anderen in London hat es mich nie gegeben."

Ich würde arbeiten und das so, dass mich niemand erkannte oder wusste, wer ich vorher war.

Um Harry tat es mir nicht einmal leid, es war besser so.

Sein Gewissen wurde nicht geplagt und mich erreichte kein Wort der Erklärung, keine Entschuldigung, keine Reue und das Wagnis es noch einmal probieren zu wollen.

Mit einem Lächeln auf den Lippen wandte ich mich schließlich meinen Kollegen zu. "Und wer will mich freiwillig coachen? Ich brauch immerhin jemanden, der mich führt."

"Dein Ernst?"

"Ja Hoyt, ich mein das so ernst, wie das Amen in einer Kirche."

"Hmmm also ich werde das allein schon aus persönlichen Gründen nicht machen", redete er weiter und jeder wusste, was Hoyt damit meinte.

Ich am besten.

Christian lehnte ebenfalls ab und Andre und Kevin sah ich bereits an, dass sie darauf keine Lust hatten.

Helmut und Jerome würde ich selber ablehnen, sollten sie den Job übernehmen wollen und somit blieben nicht mehr viele der Jungs übrig.

Adam, Jack und Gino um genau zu sein.

"Wie sieht es bei euch aus?"

"Also ich bin raus, sorry. Ich coache nicht und das ist für mich auch nicht wirklich das, was mich erfüllt", entschuldigte sich Adam direkt.

Gut, dann blieben nur noch Jack und Gino, die sich beide ansahen, zu nicken begannen und sich scheinbar mehr als einig waren.

"Gino wird es nicht machen, jedenfalls nicht allein." Jack erhob sich vom Sofa, ebenso Gino und beide kamen direkt auf mich zu und das so schnell, dass ich vorerst einen Satz nach hinten machte.

Das Gelächter ignorierte ich vorerst, stieg aber schließlich darauf ein, lachte selber und schüttelte den Kopf. "Erst muss ich aber noch etwas loswerden und das möchte ich gemeinsam mit euch allen machen."

"Bist du dir sicher? Wenn du das tust, dann wird es endgültig sein", appellierte Hoyt an meine Vernunft. "Er ist ein Teil deines Lebens, du solltest dir das bewahren und nicht planlos wegwerfen."

Gino griff nach meiner Hand, nach jener, die meinen Zauberstab umklammerte. "Er gehört zu dir. Es ist dein Zauberstab und er hat einen besseren Platz verdient als ins Meer geworden oder begraben zu werden. Er ist wie du und hat, hat seinen eigenen Kopf."

Schon, aber ich wollte nicht mehr zaubern, sondern normal leben und alles wie andere erreichen und dabei nicht auf Tricks zurückgreifen.

Wäre ich so egoistisch, wäre ich noch immer Draco Malfoy aus dem ersten Schuljahr in Hogwarts, dazu kalt und ein richtiger Arsch.

So war ich nicht mehr, so wollte ich nie wieder sein und doch hatte Gino mit seinen Worten recht.

Mein Zauberstab gehörte zu mir, zu meinem Leben und zeigte mir, wer ich war und was ich erlebt hatte.

Viel Gutes, aber auch schlechtes.

Verluste und einen Kampf, der legendär war.

"Also gut, ich behalte ihn. Gezaubert wird damit aber nicht."

"Schade", schmollte Hoyt, dann aber lächelte er und winkte ab. "Nutz ihn einfach weise und wenn mir etwas komisch vorkommt, dann weiß ich ja, wen ich zu fragen habe."

"Ich werd ihn nicht nutzen. Die Zeit der Zauberei ist vorbei", merkte ich nochmals entschlossen an, steckte den Zauberstab weg und ging stattdessen raus in den Garten.

“Cut!”, rief Lukas, nahm seine Kamera herunter und trat ein paar Schritte zurück. “Wir machen morgen weiter. Für heute reicht es erstmal.”

Jack wischte sich den Schweiß von der Stirn, richtete sich auf und in die sitzende Position, während Gino noch liegenblieb und die Decke über sich anstarrte.

Ich selber erhob mich sofort, tappte rüber zum Badezimmer und unter die großzügige Dusche.

Man sah mir dennoch an, dass ich genauso fertig wie die beiden anderen war und ich hätte nie gedacht, dass so ein bisschen drehen so anstrengend sein konnte.

Allerdings war es nicht mein erster, sondern bereits der dritte Film, den ich drehte und ich machte mich laut Lukas Worten ziemlich gut.

Es lag aber auch an Gino und Jack.

Als Coaches waren sie beide echt klasse und von Anfang an hatte ich keinerlei Berührungsängste oder stellte mich irgendwie dumm an.

Die Chemie stimmte, ich fühlte mich frei, keinesfalls gezwungen und vor der Kamera konnte ich mich schon immer bewegen und nahm sie mit der Zeit gar nicht mehr wahr.

“Wolltest du etwa ohne mich duschen?”

Jack stand plötzlich direkt hinter mir, griff an mir vorbei zum Duschgel und seifte mir den Rücken ein.

“Schon”, erwiderte ich knapp auf seine Frage, kicherte jedoch im selben Moment, da er direkt über meine Seiten strich und ich extrem kitzelig war.

“Macht mal Platz, ich will auch duschen.”

“Langsam wird es hier drin schon etwas eng”, beschwerte sich Jack, worauf Gino lachte. “Du magst es doch eng.”

“Schon, aber doch nicht unter der Dusche”, maulte er weiter, doch bevor er noch weiter meckern konnte, packte ich Jack am Arm, drehte ihn zu mir um und versiegelte seine Lippen zu einem Kuss.

“Na hoppla”, entfuhr es Gino. “So bringt man Jack also zum Schweigen.”

Eine Antwort bekam er darauf nicht.

Weder von mir, noch von Jack, der Gino eher noch aus der Dusche schob und sein leises Lachen ignorierte.

“So ändern sich die Dinge und es muss erst ein Draco Malfoy vorbeikommen und unseren Jack zähmen.”

Gino verschwand aus dem Badezimmer und verwirrt sahen wir ihm nach. “War das nicht vorhersehbar?”, murmelte Jack gegen meine Lippen, ehe er mich erneut küsste und näher an sich zog.




Und hier endet die Geschichte und bekommt keine Fortsetzung. Eher mache ich erst einmal Pause von Harry Potter und schreibe andere Texte.

Trotzdem möchte ich euch danken, dass ihr die Story gelesen und ihr eine Chance gegeben habt.

Irgendwann schreib ich wieder eine Drarry Geschichte, aber andere Dinge fordern mich derzeit leider dann doch mehr.

LG Deidara

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Kapitel:12
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Kurzbeschreibung

New York hat Draco hinter sich gelassen und ebenso seine Beziehung zu Harry. Er fängt bei Null an und kommt durch die Hilfe von Sam unter Vertrag bei einer Agentur namens Balami. Film und Foto stehen nun im Vordergrund aber nicht nur das.

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