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Slytherin Secrets I: We Were Liars

32
2.3.2019 11:12
18 Ab 18 Jahren
Heterosexualität
In Arbeit

Autorennotiz

Story-Title: Slytherin Secrets. The First Book: We Were Liars.
Title Of The Chapter: One Of Us Is Crying
Genre: mystery. thriller. romance. friendship. bullying. drama. fantasy. outing. characterdeath. smut.
Rating: P18
Pairing: Marcus Flint x Toulouse Thompson (OC) x Adrian Pucey
Information: Diese Geschichte spielt zeitgleich zu den Harry Potter Büchern. Es fängt bei der Kammer des Schreckens an, wobei es Rückblenden zu dem Jahr davor geben wird, da dort vieles geschah. Sie wird jedoch über den zweiten Band hinausgehen und die Seite der Slytherins hoffentlich vollends belichten, sowie auch deren Werdegang während des Großen Krieges. Sie soll Einblicke geben, die die Slytherins ein wenig anders beleuchten sollen. Sie wird gewiss nicht fluffy, jedoch haben auch die Slytherins gute Seiten, denn die Welt ist nicht Schwarz und Weiß. Immerhin ist das große Sinnbild Slytherins: Loyalität und Ehrgeiz, wobei der Sprechende Hut auch meinte, dass man neben List und Tücke auch noch wahrhaftige Freundschaft finden wird.
Special Information: Die Faceclaims, ja, ich habe sie abgeändert. Nicht, weil ich das Original nicht mag. Im Gegenteil ich liebe die Schauspieler, die die jeweiligen Charaktere ein Gesicht gaben, jedoch fand ich nicht genug Bilder zu allen. Und da ich gerne mit Pinnwänden arbeite, um meine Geschichten besser zu visualisieren, habe ich sie abgeändert. - Aber für jene, die dies nicht mögen: Ihr könnt euch die Facelcaims vorstellen, die ihr haben wollt.
Für jene, die sehen wollen, wie ich sie mir für diese Geschichte vorgestellt habe – sogar verbogen habe – existiert die Pinnwand. Der Link steht unten. Die Pinnwand ist auch für jene praktisch, die sich die zusätzlichen OC's vorstellen möchten, oder speziellen Szenen.

4 Charaktere

Toulouse Thompson

Das ist ein von mir selbst ausgedachter Charakter.

Marcus Flint

Marcus Flint ist ein Freund von Draco Malfoy und spielt in der Quidditchmannschaft mit. Sein bester Freund ist Adrian Pucey, sie machen alles zusammen. Sie spielen zusammen in der Quidditchmannschaft als Jäger. Sie holen so zusammen mehrere Male den Pokal. Marcus Flints Erzfeind ist Oliver Wood, Mannschaftskapitän von Gryffindor. Er selber ist Quidditchkapitän von Slytherin.

Adrian Pucey

Adrian Pucey ist relativ groß und stark, aber leicht ablenkbar.Er ist zwar kein wirklicher Freund von Draco Malfoy, aber einer, der immer mit ihm und Marcus Flint zusammen ist. Adrians bester Freund ist Marcus Flint, sie machen alles zusammen. Sie spielen zusammen im Quidditch-Team der Slytherins als Jäger.

Graham Montague

Graham Montague war ein Hogwartsschüler des Hauses Slytherin. Er war ein Quidditch Kapitän und Jäger von Slytherin. Er schließt sich im Schuljahr 1995/1996 dem Inquisitionskommando an und will Fred und George Weasley Punkte für Gryffindor abziehen, wird aber, ehe er zu Ende sprechen kann, in ein Verschwindekabinett gezwängt.

Die komplette Kurzbeschreibung: „In Slytherin weiß man noch List und Tücke zu verbinden, doch dafür wirst du hier noch echte Freunde finden.“  —Der Sprechende Hut. || Ein Selbstmord erschüttert Hogwarts, lässt erneut die Vorurteile gegen Slytherins aufflammen, in denen sich Feinde suhlen. Sie sind schuld, das sagt jeder, doch plädieren tun sie auf Unschuld. Das Haus Slytherin ist bekannt für ihren Stolz, ihre Zielstrebigkeit und auch für ihre Vergeltungszüge, hingegen dessen verdrängt man, dass das Haus eigentlich auch für Freundschaft steht. Die Elite bestimmt dieses Haus, lässt keinen Mangel an sich selbst zu und während die Kammer des Schreckens sich öffnet, lässt das Interesse an dem Selbstmord ab. Doch bald schon wird ihnen gedroht, sodass das Vertrauen und die Loyalität von Freundschaften auf die harte Probe gestellt wird. Am Ende kommt dann noch die Frage auf: War es wirklich nur Selbstmord? || Spiel zeitgleich zum zweiten HP-Band. - Kurzbeschreibung wird vielleicht noch umformuliert. [Markus Flint x OC x Adrian Pucey][Mit Trailer]

 

31. August 1992

Ein Tag vor Schulbeginn
 

Die Vogelperspektive an diesem Tag präsentierte nicht viel. Kinder, die den Regen mieden, Familien, die in den Häusern vor dem warmen Kamin saßen und arbeitswütige Muggel, die über die Straßen rannten, um etwas in der Mittagspause zu sich zu nehmen. Der Regen gebot Einhalt, suchte im Westen von Großbritannien die stillen Ortschaften heim und schien sich emotional an dem traurigen Tag zu beteiligen. Regenschirme waren aufgespannt, allesamt in elegantem Schwarz, einen Punkt um ein Grab bildend, wobei niemand weinte. Hier und dort betupften sich die Frauen mit ihren Taschentüchern, verbargen die Tränen, die kein Slytherin in der Öffentlichkeit zeigte, wobei grüne, schwarze und silberne Rosen auf dem Sarg lagen, ehe er in die Erde gelassen wurde und jeder mit einer Schippe ein wenig Erde darüber kippte. Ein jeder schien seinen eigenen Gedanken nachzuhängen, der die dunkelste Stunde der Familie Jones betraf, wobei die derzeitigen Schüler des Hauses Slytherin einen Blick tauschten. Einen wissenden Blick, der so viel mehr offenbarte, als jeder der Erwachsenen sehen wollte.
Trauerweiden umrangen den Friedhof, tauchten ihn in eine verborgene Welt, in welcher selbst die Bäume trauerten – so empfanden es zumindest die Älteren.

Ursula Flint, die griesgrämige Alte, mit dem grauen Dutt, schüttelte andächtig den Kopf, während sie dem Oberhaupt der Familie Jones eine Hand auf die Schulter legte: „Eltern sollten nicht ihre Kinder überdauern, möge Merlin Euch Kraft geben.“ Ein dankbares Nicken folgte, wobei dem kahlköpfigen Mann ein Schluchzen entkam und die alte Slytherin überfordert das Weite suchte. Man war es nicht gewohnt, dass die Elite Gefühle zeigte. - Es war unangebracht, aber da Ursula schon viel in ihrem langen Leben gesehen hatte, würde sie öffentlich kein Wort darüber verlieren – vielleicht privat im Nachhinein.
„Komm“, meinte sie ernst zu ihrem Enkel Markus, der auf einem Nachbargrab saß und sich einen Schluck aus seinem Flachmann gegönnt hatte, ehe seine Großmutter mahnend ihren Gehstock erhob und kurz nach ihm schlug. „Hör auf mit diesem 'rummuggeln.“ Es war nicht mehr als ein Zischen gewesen, denn schlussendlich sollte es niemand hören – jedoch war unbestreitbar, dass sie alles, was ihr Enkel tat und was nicht der 'Norm' entsprach, als 'rummuggeln' bezeichnete. Es beschämte sie.

Doch auch, wenn die Alte leise gesprochen hatte, hatte es Graham Montague, ein Freund und Schulkamerad von Markus, gehört. Er kicherte fies und erhob provokant die Augenbrauen, ehe er sich die Faust vor den Mund schlug und diese unsachgemäße Gestik unterbrach. Sein schwarzer Anzug saß eng, wobei sich darunter ein elegantes, und sehr kostbares grünes Seidenhemd verbarg, dessen Kragen er sich nun richtete. Er hatte noch zuvor die Lippenstiftreste gesehen, die sich an Adrian Puceys Kragen verbargen und musste sich selbst ein wenig eleganter präsentieren, denn sonst... Ja, sonst würde er wieder die Hand der Mutter und des Vaters spüren, auf die er gerne verzichten konnte. Kurz räusperte er sich, erbat einen Moment für sich, ehe seine Mutter scheinheilig lächelnd nickte. Wenigstens konnte sie der Elite die gute Mutter vorspielen.

Der junge Slytherin von fast 17 Jahren fackelte nicht lange, sah noch jetzt, wie Adrian Pucey mit seinen Eltern diskutierte und zog selbst zu den Thompsons. Kurz begrüßte er sie mit einem Händeschütteln, einem Kuss, wie es bei den Damen Pflicht war und sprach ein paar Worte der Anteilnahme aus. Nicht, dass sie trauerten, aber wenn ein Slytherin starb, war jeder aus jenen Reihen betroffen. Denn sie alle waren eins, standen und fielen zusammen.„Wie geht es Toulouse?“, fragte er interessiert und sah sie in der Ferne stehen, ehe die Mutter des Mädchens steif blieb und der Vater selbst gerührt schien. „Es geht ihr gut, aber ihr alle braucht euch jetzt.“
„Darf ich?“, entkam es ihm mit einem Deuten in die Richtung von Toulouse, ehe der Vater erleichtert nickte und die Mutter zurückhielt, die Abstand wahren wollte. - Sie hielt aus Furcht vor dem Gestank der Trauer ein Taschentuch an die Nase, jedoch wurde es von jedem falsch interpretiert.

Graham Montague bedankte sich und ging dann zu der Dunkelblonden im schwarzen Satin-Kleid, mit dem runden Ausschnitt und der grünen Strumpfhose, die ihren Regenschirm nur halbherzig hielt, sodass sie teilweise nass wurde. „Tee-Tee?“
Toulouse sah auf, lächelte bei dem Spitznamen, doch besann sich eines besseren, als ihr Blick auf ihre Mutter fiel. Sie durfte nicht erwischt werden wie sie Gefühle zeigte. Das gab Falten, so meinte Mutter.
„Graham.“ Sie kam zu ihm, umarmte ihn und sog kurz den vertrauten Duft ein, der in ihr die Sehnsucht nach Hogwarts weckte. „Wie geht es dir?“
Sie nickte, anstatt zu antworten, ignorierte die Bilder an die Erinnerung, das Zuschnüren ihres Halses, wobei die Augen der Toten sich in ihr Hirn gebrannt zu haben schienen. So stellte sie eilig die Gegenfrage: „Und euch?“
Kurz erschien ein Lächeln auf seinem Gesicht, er sah auf die Erde, auf der das grüne Gras wuchs und durch Magie keine Lücken aufwies. Toulouse besah sich die fluffigen braunen Haare, die Graham ihr zeigte, strich darüber und küsste dann seine Stirn, ehe er sie mit leicht glasigen Augen ansah: „Du weißt, sie glauben uns nicht.“
Entschlossen sah sie ihn an, zeigte keine Schwäche, sodass vor ihm einfach die perfekte Puppe stand mit dem weißen Teint und den dunkelblonden Haaren, deren grüne Augen tot schienen. Keine Miene rührte sich, man hätte nicht einmal angenommen, dass sie einen Muskel in ihrem zarten Gesicht verbarg: „Das werden sie aber.“
Er kniff die Lippen zusammen und zeigte die Überzeugung, die ein jeder Slytherin in sich hatte – manche nannten es ein kaltes Herz. „Wir wollten uns nachher treffen.“ Ein Nicken von seinem Gegenüber erfolgte und dann brach es ab. Sie erschraken, ein Krähen ertönte in der Ferne. Etliche schwarze Vögel stiegen auf, von der Magie verschreckt, mit der sich nun die Erde über das Grab legte und den Grabstein mit Giftefeu besetzte. Keine Blume würde dort wachsen, es würde die stille, kalte Eleganz tragen, die jedes Grab eines Slytherin sofort erkennbar machte. Graham und Toulouse sahen auf, ebenso wie Adrian und Marcus von ihren Standpunkten aus. Man sah die Dunkelheit fliegen, ihr Rufen und eine schwarze Feder fiel hinab, verweilte irgendwo in der Ferne und schien nicht mehr als ein Gedanke, den nun auch die Elite tief in einer Schublade ihrer Selbst vergrub.
„Und so legte der Tod einen Schleier um die Fortgerissene. Sie verwehrend; vor den Lebenden hütend“, erklang Grahams tiefe Stimme, ehe Toulouse ihn ansah. Sie spannte den Kiefer an, sah zu ihren Eltern, wobei ihre Mutter sie hart anblickte, und meinte: „Das war schön.“
 

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Gedankenverloren strich Graham über den Rand seines Weinglases, während man im Hintergrund die Geräuschkulisse vernahm, die seine Freunde verursachten.
Sie hatten die Erlaubnis bekommen nach der Beerdigung selbst ein wenig Abstand zu bekommen, sodass die Älteren oben ihr Leichenfestmahl hielten, wobei die Familie Pucey ihr Anwesen dafür zur Verfügung stellte. So saßen sie selbst nun in dem Anbau, welches Adrian von seinen Eltern bekommen hatte. Und hätte ein Muggel dies gesehen, hätte er nur die Worte übrig gehabt, dass dies skurril ist:
Mosaik schmückte die Fenster, präsentierte sadistische Bilder der Geschichte, wobei das Schwarz und Grau der fein gearbeiteten Tapete im Rokoko-Stil das Düstere des Anbaus nur noch mehr betonte. Holzmöbel, die aus Kirschholz gefertigt worden waren und filigran waren, passten stimmig zu der Räumlichkeit, während riesige orientalische Teppiche, die wohl in vergangener Zeit auch zum Fliegen benutzt worden waren, auf dem Boden verteilt lagen.
Alles in Allem, schien es mehr ein Anwesen des Grauens, doch eines konnte man sagen: Man erhaschte sofort den Eindruck, den der Besitzer jedem vermitteln wollte: Kälte, Dunkelheit, Stolz, Eleganz, Slytherin.

Graham Montague thronte so nun auf einem der Ledersessel, wobei seine Füße auf dem Glastisch lagen, wo vereinzelt Schädel standen und auch von Wachs überzogene Falschen, in die lange dünne Stielkerzen gesteckt worden waren. Es roch nach Rosmarin, warum auch immer. Gegenüber von ihm hockte Toulouse, wobei diese gerade Adrians Schlange Harlem fütterte.
Soweit Graham wusste, gehörte die Schlange der Rasse Diadophis Punctatus an, wobei Adrian dies vermutlich gleichgültig war. - Immerhin war sie elegant schwarz und passte zu seinem Status.
„Tss, tss“, machte seine beste Freundin und versuchte die Schlange anzulocken, ehe diese angekrochen kam mit einem zischenden Geräusch und den Skarabäus abnahm, welchen sie ihr hinhielt. Sie beobachtete die Schlange zu ihren Schenkeln, sah nicht auf und doch sprach sie zu Graham gewandt: „Mach dir nicht so einen Kopf. Es wird schon alles gut gehen.“
Es erfolgte keine Antwort, so sah die Jüngere auffordernd auf und vernahm erst dann, wie er sie besorgt musterte. „Ich hoffe. Wenn-“
„Nichts wenn!“, herrschte da Adrian, der seine Armbrust erhoben hatte und zur nächsten Wand schritt, wo er einen Pfeil in einem Apfel versenkt hatte. - Den Hauself, der darunter stand und zitterte, ignorierte er.
Prompt zog er den Pfeil heraus und biss anschließend in den Apfel, sodass er bei seinen nächsten Worten schmatze: „Tee-Tee hat recht, es wird alles gut gehen und wenn etwas schiefgeht, knüpfen wir uns jeden vor, der uns im Weg steht.“
Frustriert leckte sich Graham über die Zähne, wobei er die Augen mit einem Rollen abwandte und sich die Schwerter besah, die Adrian in seinem 'Kinderzimmer' aufgehängt hatte.
Marcus lehnte unterdessen an einem Bücherschrank, wobei er sein Cognac-Glas darauf abstellte und sich nicht um die empfindlichen Ledereinbände kümmerte. Er schubste sich ab, nahm seine Armbrust und wartete erst gar nicht darauf, dass der Hauself sich den Apfel auf den Kopf legte, stattdessen schoss er einfach ab, sodass der kleine Elf vor Schreck starr wurde und voller Entsetzen sah, dass der Pfeil vor seiner Nase ins Holz geschossen wurde. Er zitterte, bibberte. Keinen der Slytherins kümmerte es. Einzig Toulouse zog quittierend eine Augenbraue hoch und fragte Adrian: „Was machst du eigentlich, wenn er sich vor Schreck in die Hose macht?“
Kurz wurde Adrians Ausdruck ernst, er überlegte. Natürlich würde der Elf es aufwischen müssen, jedoch wäre der Geruch vermutlich ein anderes Thema. Überlegend steckte er die Zungenspitze heraus, nur um sie schnell hereinzuziehen, formte seine Augen zu Schlitzen und herrschte dann, dass der Elf seinen Pflichten nachgehen sollte.
Marcus runzelte amüsiert die Stirn, als er es sah und grinste, wobei auch die anderen schmunzelten und vernahmen, wie Adrian sich auf dem ledernen Sofa niederließ. „Ist ja auch egal“, kam es beiläufig von dem Blonden, ehe er kurz mehrmals mit dem Finger zu Toulouse tippte und dann in einem dunklen Sekretär herumwühlte, der definitiv nicht so ordentlich war, wie man es sich vorgestellt hätte. „Hab noch was für dich. Kam gestern.“
Er warf der Dunkelblonden einen Brief zu, der keinen Absender aufwies, wobei die Schrift unverkennbar ihrer Freundin Agnis Powell gehörte. 
Leicht aufgebracht riss sie das Siegel auf und somit den beigen Brief, der dunkle Flecken aufwies, die anscheinend von Tränen kamen. Sofort giftete sie los: „Wieso zur Hölle schreibt sie dir?“
Es war nicht so angreifend gemeint, wie es vermutlich herüberkam, doch dafür interessierte sich vermutlich eh niemand. Abschätzig musterte Adrian erst Toulouse und vernahm, dann wie Marcus zu Toulouse ging und sich hinter dem Sofa zu ihr lehnte, sodass sein Gesicht, neben ihrem war und er mitlesen konnte. „Woher zum Merlin soll ich das wissen?“
Wütend sah das Mädchen ihn an, wobei er lieber an seinem Wein nippte. Graham war aufgeregt, knetete er doch seine Hände und beugte sich interessiert herüber: „Was steht drin?“
Man sah nur noch, wie Toulouse mit ihren Augen über den Brief raste und nach Grahams Frage, entriss Marcus ihr den Brief, sodass er vorlas: 
 

„Liebe Toulouse,

es tut mir leid, dass ich mich so melde,...dass das vorerst meine letzten Worte sind.

Nach dem Geschehenen ist mir viel durch den Kopf gegangen und auch sind mir ihre Worte nicht aus dem Kopf gegangen...Ich weiß, für dich klingt das albern, aber mir macht das Angst.

Lou, ich habe Angst. Ich weiß nicht genau, was passiert ist...irgendwie...ist es alles gerade so unklar für mich. Ganz ehrlich, ich drehe durch. Selbst meine Eltern merken schon etwas und um ehrlich zu sein, ich habe nicht ansatzweise so viel Angst davor nach St. Mungo's oder nach Azkaban zu kommen, wie ich Angst habe, dass etwas passiert. Lou, ich habe das Gefühl, dass mich jemand verfolgt. Ich weiß, es klingt verrückt, aber...irgendwas ist da. Ich kann nicht mehr schlafen, nicht mehr essen und ich mache mir Sorgen um dich.

Pass einfach auf dich auf, okay? Nun ja, die Frage ist dumm, zumal du mir nicht antworten kannst.

Warum ich eigentlich schreibe, ist, dass ich nicht zurück nach Hogwarts komme. Ich habe Vater darum gebeten, dass ich die Schule wechsle für meine letzten zwei Jahre und dafür werden wir auch umziehen. Es tut mir leid, aber es geht nicht.

Vielleicht solltest du in Betracht ziehen, dasselbe zu tun. - Überlege es dir wirklich! Ich habe so ein schlechtes Gefühl!

In diesem Sinne,

passe auf dich auf und hoffentlich sehen wir uns irgendwann wieder, wenn all das vorbei ist.

Agnis Powell

P.S.: Adrian, ich weiß du liest diesen Brief. Schön und gut, aber, wenn du es tust, nehme dir doch bitte zu Herzen die Leute in deinem Umfeld weniger zu quälen. Grüß auch die anderen beiden Idioten.“


Marcus lächelte kurz auf, während er die Worte für Adrian vorlas, der schmollte und sich viel mehr damit befasste sein Weinglas nachzufüllen. Zeitgleich musste keiner Toulouse ansehen, um mitzubekommen, wie sie wütend vor sich hin brodelte. Ihre Augen sahen starr auf einen Punkt, ehe sie die Schlange von sich stieß und Adrian sein Weinglas abnahm, welches sie in einem Zug entleerte, nur um es dann gegen die nächstbeste Wand zu werfen. Es zersplitterte in viele kleine Teile, sodass sofort ein Puff ertönte und ein Hauself die Scherben beseitigte. Argwöhnisch betrachtete Marcus die Dunkelblonde, ehe er selbst den Brief zerknüllte und in den entzündeten Kamin warf.
„Was machst du?“, fragte Adrian konfus.
„Wonach sieht's denn aus?! Beweise vernichten“, kam es trocken von dem Angesprochenen, der Toulouse ein Buch in die Hände drückte, damit sie noch etwas herumwerfen konnte.
Es folgten in den nächsten Gesprächen noch mehr Gegenstände, die er ihr gab, sodass sie wüten konnte, wobei es ein Jeder gewohnt war.
„Was meinte sie damit, dass ihr die Worte, die sie gesagt hat, nicht mehr aus dem Kopf gehen?“, fragte da Graham und zündete sich eine Zigarette an, wobei man bemerkte, dass seine Hände leicht zitterten. Graham war kein Mensch für Stress und vermutlich würde er sich später wieder selbst verletzen, um sich von seinen Schuldgefühlen zu befreien. (Nebenbei flog einer von Adrians kostbaren Schädeln auf ein Gemälde zu, dessen Bewohner schnell das Weite suchte.)
Adrian zuckte die Schultern, fischte sich den goldenen mit Diamanten besetzten Dolch zurück, den Marcus Toulouse gegeben hatte und überreichte Marcus für Toulouse lieber einen alten Brieföffner. Marcus gab ihn weiter an die Slytherin und antwortete Graham: „Vielleicht hat die Verräterin vorher noch ein paar mehr Drohungen ausgesprochen.“
Graham blieb ernst, dies war eine Möglichkeit, aber Adrian lenkte ab: „Was immer es war, es ist vorbei. Agnis hat sich doch immer schon Gedanken über alles Mögliche gemacht, vielleicht haben ihre Zauberflocken ihr auch nur wieder irgendwas vom Merlin erzählt. Sie ist halt schwach.“
Die Geräuschkulisse ließ nach, was wohl bedeutete, dass Toulouse ihre Wut besänftigt hatte und bestätigte dies nur noch mehr, als sie sich dann auch noch das Cognac-Glas von Marcus angelte und exte.
„Adrian hat recht. Sie ist schwach, soll sie doch ihren Paranoia nachrennen. Hauptsache sie plappert nichts aus.“
Damit schien sie besänftigt und auch, wenn Marcus und Adrian lachten, wusste Graham, dass Toulouse gerade nur so sprach, weil sie verletzt war. Unter normalen Umständen hätte sie niemals so über Aggy – wie sie sie nannte – gesprochen und hätte sich stattdessen um ihre Freundin Sorgen gemacht. Der Montague-Erbe faltete die Hände ineinander und nickte: „Gut, dann spielen wir die Karten so.“
Ein böser Blick von seiner besten Freundin folgte, ehe er sich zurücklehnte und am Rande fragte: „Was machen wir jetzt?“

 

Fortsetzung folgt...

Title Of The Chapter: Secrets & Lies

01. September 1992

Der Tag des Schulbeginns




Mit viel Schwung trat Marcus Flint seine schwarze Zimmertür zu, die sich magisch verschloss und alles behütete, was ihm in diesem Haus wichtig war. Schon seit Stunden schien er fertig, hatte sich einfach eine lässige blaue Jeans angezogen, die verwaschen wirkte und ein einfaches schwarzes T-Shirt, ohne Print, wobei eine Sonnenbrille auf seiner Nase ragte. Er hasste es einfach diese Sonne am Morgen zu ertragen, was vermutlich auch daran lag, dass er gerne mal zu tief ins Glas schaute und auch jetzt am Morgen einen Schluck aus seinem Flachmann nahm, der aber schnell leer war. Argwöhnisch schwenkte er das metallische Gefäß, nur um es kurz darauf hin an der Bar seiner Großmutter aufzufüllen. Viel zu versiert öffnete er den Bourbon aus dem Jahr 1912, dessen Korken so tief steckte, dass er verriet, wie selten die Großmutter im Haus trank.
Mit viel Gefühl befüllte er sein Gefäß, verstaute es in der Gesäßtasche seiner Jeans, bevor er sich aus der Flasche einen Schluck gönnte und dann alles an Ort und Stelle verstaute.
Kurz streifte sein Blick den Garten, der das düstere Anwesen umgab und dessen Giftefeu Nachbarn, wie auch Tiere zurückhielt, und das Zuhause gleich einem Gefängnis wirken ließ. Ein Rülpsen entkam ihm, ehe er sich auf das vom Bart geprägte Kinn tippte und über die Mahagoni-Dielen schritt, hin zu seinem Gepäck. Er hatte nicht vor sich von Ursula Flint zu verabschieden, deutete lediglich einen Abschiedsgruß mit zwei Fingern an, was einen Gemäldebewohner empört den Kopf schütteln ließ und dann apparierte er zum King's Cross.

Bereits seit 32 Minuten stand Toulouse am Bahnhof von King's Cross, wobei sie fast alle zwei Minuten auf ihre goldene Armbanduhr sah, die ihr Vater ihr zum Geburtstag geschenkt hatte. Sie war breit geschnitten, einst für ihren Vater angefertigt, aber da sie meist nichts für die femininen Uhren übrig hatte, hatte ihr Vater ihr diesen Wunsch erfüllen wollen und sah sie nun leicht stolz an, während sie wieder hinauf stierte. „Es freut mich, dass sie dir gefällt.“
Er schmunzelte, weshalb seine leichten Segelohren noch mehr zum Vorschein kamen und jene, gepaart mit seinen Locken, ihn nur noch sympathischer erschienen ließen. Augenblicklich sah Toulouse auf, wobei sie ihren Mund kess verzogen hatte – das war der Vorteil: Ihr Vater liebte ihre emotionalen Gesichtszüge, und hatte selbst ein Problem damit, wenn ihre Mutter es ihr verbat.
„Danke.“
Kurz hauchte er ihr einen Kuss auf die Stirn und sah hinunter in ihre traurigen Augen, die die Farben der Slytherins trugen und murmelte verdroschen, aber bestimmt: „Das, was letztes Jahr passiert ist, ist nicht deine Schuld. Das weißt du, oder?!“
Sie zeigte keine Emotion, stattdessen sah sie ihn einfach nur an und legte dann die Augen nieder, sodass ihr Blick über sein weißes Hemd glitt und auch über die Krawatte, die sie kurz darauf zurecht zog.
„Wenn etwas ist, melde dich bei mir, nicht bei Mutter. Ich komme dann sofort“, bestimmte er, während sie ihn 'vernünftig' anzog. „Bitte.“
Es klang wie ein Flehen und fast verschreckt nickte seine Tochter darauf hin, sodass sie aus der Ferne gar nicht mitbekam, wie Adrian Pucey näher kam und sich wie selbstverständlich zu ihnen stellte. „Drei Muggel haben mich angebaggert. Drei.“
Vater und Tochter tauschten einen Blick, ehe sie den schmollenden Blonden sahen, der elegant auf seinem Koffer saß und an seinem Starbucks-Kaffee nippte. Er wusste, es war nicht üblich für Slytherin, aber sie alle hatten ihre kleinen Vorzüge und gerade Mr. Thompson war jemand, der niemanden verraten würde, der seiner Tochter wichtig war.
„Freut mich auch dich zu sehen.“
„Was?!“, herrschte Adrian und sah verstört in ihre Richtung, ehe er nickte und galant die Hand erhob. „Ah, ja, ja.“
„Also, was ist das Problem? Muggel können doch ...niedlich sein...auf ihre Art.“ Man merkte augenblicklich, dass Toulouse das nur sagte, um ihren Freund aufzuheitern, denn ihre wahren Intentionen gegenüber Muggel sahen da ganz anders aus und so schüttelte ihr Gegenüber einfach nur empört den Kopf. „Darum geht es nicht. Drei!“
„Eine Zahl?“
„Eine kleine Zahl.“ Und da war es, sofort musste Toulouse sich ein Grinsen verkneifen und als dann Graham Montague kam und ihren Vater mit einem Händeschütteln und sie selbst mit einer Umarmung begrüßte, legte er los: „Hat er sich schon über die drei Muggel beschwert?“
„Ja, irgendwie...aber, wieso baggern euch eigentlich Muggel an? Seid ihr nicht appariert?“, kam es fragwürdig von Grahams bester Freundin, die sich kurzerhand an Adrians Kaffee bediente und ihn dann an Graham weiterreichte. Ein typischer Akt der Freundschaft unter ihnen.
Graham überlegte mit einem Brummen, ehe er antwortete: „Sind mit dem Fahrenden Ritter gefahren, und hatte 'nen Halt in Greenwich.“
Er musste Toulouse nicht ansehen, um zu wissen, wie sie ihn jetzt anschaute. Ihr Mund würde leicht offen stehen, der Schock würde tief in ihren Augen sitzen und die Nase wäre in ein Zucken übergegangen, da sie viel zu überfordert mit dieser Aussage war. Sie verschränkte die Arme und tapste mit einem Fuß auf dem Boden auf: „Okay? Was ist passiert?“
„Nix“, kam von Graham, doch ein „Viel zu viel“ folgte von Adrian.

Just in dem Moment, wo das Mädchen der Runde fordern wollte, zu hören, was passiert ist, drehte ihr Vater sich zu ihr: „Liebes, ich muss los. Ihr kommt alleine klar, oder?“
Besorgt sah er drein, ehe er einen mahnenden Blick zu Adrian schickte, der kurz hart schluckte und dann die Beine überschlug und mit dem oberen Bein wippte.
Toulouse nickte, drückte sich an ihren Vater, ehe dieser um eine Ecke ging und disapparierte. 

Mit einem Plopp erschien Marcus Flint in der Herrentoilette des King's Cross. Er wusste genau, wo der Treffpunkt seiner Clique jedes Jahr war und so auch heute, sodass er zielsicher an den Muggeln vorbeilief und kaum noch Augen hatte für den riesigen Bahnhof. Er verdrängte es, schien schon lange nicht mehr von dem Bahnhof fasziniert, der jedem Erstklässler normalerweise den Atem raubte und so damals auch ihm. Stattdessen versuchte er es eher zu vermeiden einem Muggel zu nahezukommen und atmete erleichtert auf, als er bereits vom Weiten die drei Slytherins sah. Graham war wie üblich in einer schwarzen Jeans und Boots gekleidet, während sein schwarzes Langarmshirt die Wunden verbarg, die er sich selbst zutrug. Er stand gelehnt an einer Steinwand, die ein Standbein des Bahnhofs zu sein schien, sodass diese nach oben hin in Metall überging und die gläserne Decke stützte.
Daneben saß auf einem Koffer Adrian, der ebenso in Schwarz gekleidet war, doch mit einem Polo-Shirt und dem typischen Schmollmund, den er einfach aus Gewohnheit an den Tag legte. Seine Schuhe waren ledern und vorne weiß überzogen, wobei er diese so penibel sauber hielt, dass Marcus ihn damit noch heute aufzog. Sein Blick schien dem von Toulouse auszuweichen, die zwischen beiden stand und ihn und Graham abwechselnd ansah. Man musste sie kaum kennen, um zu sehen, dass sie sich aufregte, stellten sich doch jetzt bereits ihre Haare auf. Ein Manko, das vermutender Weise entstanden war, als ihre Mutter anfing ihr ihre Emotionen in visueller Präsens zu verbieten. Marcus schmunzelte, es sah albern aus, und entzückend zugleich, zumal es sich mit ihrer eleganten weißen Bluse und dem dunklen Röhrenrock ein wenig biss.
Gerade als er auf sie zukam, schien Toulouse ihn zu bemerken, doch aus dem Spaß an der Situation heraus, machte Marcus nicht auf sich aufmerksam. Stattdessen sahen Graham und sie nur, wie Marcus gegen Adrians Koffer trat und jener Breitlings hinflog und kurz aufschrie. Alle außer Adrian lachten, ehe Marcus Graham mit einem Nicken und Toulouse mit einem Kuss auf die Wange begrüßte. Er rückte sich mit einer Hand die Sonnenbrille zurecht, ehe Adrian auch auf ihn zukam und beide kurz rangen. Natürlich behielt der Kapitän der Quidditch-Mannschaft die Oberhand, aber das hatte Adrian noch nie gewundert, sodass es ihre Art der Begrüßung war.
„Alter, wenn du weiter so fummelst, sollten wir uns zurückziehen“, scherzte Marcus und bemerkte, wie Adrians Griff sich lockerte und dieser ihn dann Drama-Like ansah. Sofort schnappte sich Adrian seinen Kaffee von Toulouse zurück und trank, ehe die Gruppe von einer seltsamen älteren Dame abgelenkt wurde. Sie war mit einem Zweitklässler namens Neville Longbottom unterwegs und ihre Kleidung biss sich in so vielen Facetten, dass Adrian eine Geste andeutete, die symbolisierte, dass er sich übergeben musste. Sie strackselte mit kleinen Schritten, doch viel Geschwindigkeit und immer wieder schien sie Neville zu ermahnen, er solle nicht wieder vergessen ihr zu schreiben.
„Okay, genug“, entkam es der Dunkelblonden, die zur Untermalung ihre Hände erhoben hatte und dann auf Adrian und Graham zeigte: „Ihr wolltet erzählen, was passiert ist.“
„Wollt ihr nicht lieber erzählen, was passiert ist?“, gluckste Adrian und spielte damit vergangene Nacht an. Augenblicklich legte der Dunkelhaarige, fast bullige Slytherin einen Arm um das Mädchen. „Brauchst du wirklich Nachhilfe, wenn es um die Blümchen und Bienen geht?“, kam es von Marcus Flint, wobei er sich spielerisch auf die Lippen biss und jeder den ernsten Blick von Toulouse ignorierte, die einfach nur ihren Kumpel ansah, der sich so gerne auf Spielchen mit Adrian einließ. Sie duldete seinen Arm auf ihrer Schulter, doch anstatt zu antworten, forderte sie mit ihrem Blick weiter antworten.
„Ach, ist nicht viel. Wir haben vielleicht etwas in Brand gesteckt und,...kurzweilig wurde Adrian zu Hause rausgeschmissen“, nuschelte Graham, sodass sein 'Nix' von vorhin, vollkommen unangebracht wirkte. „Wir haben nichts in Brand gesteckt, das ist es ja...“, drängte Adrian und sah Graham böse an.
„Du sagtest selbst, es könnte-“, Adrian unterbrach ihn: „Nein, ernsthaft, ich war es nicht.“
„Also hat jemand etwas in Brand gesteckt und deshalb wart ihr die Nacht über obdachlos? Wieso seid ihr nicht zu uns gekommen?“, hakte sie nach.
Graham wurde ernster und brachte kurzweilig seinen Adamsapfel zum vibrieren: „Weil es darum geht, was in Brand gesetzt wurde.“
„Adrian's Knuddelmuff“, scherzte Marcus, doch auch wenn Toulouse den Jungen, der noch immer einen Arm um sie geschlungen hatte, angrinste, blieb der Rest ernst.
Sofort zeigte Adrian seinem besten Freund den mittleren Finger, ehe er den Pappbecher des Kaffees wegschmiss und skeptisch die Augenbrauen zusammenstieß. „Ihr erinnert euch an die 'Erinnerungsstücke' von Kydala Jones?“
„Die du hast mitgehen lassen?“, kam es als Frage betont von der Slytherin, wobei Marcus murmelte, dass doch mal Schluss sein könne mit dem Scheiß Thema. Adrian und Graham nickten einfach nur. „Hat Feuer gefangen und so einiges in Brand gesetzt.“
„Ich sagte dir, du sollst sie loswerden“, kam es vorwurfsvoll von Graham, wobei Adrian nur wütend nickte, zumal er dieses Thema schon ewig hatte über sich ergehen lassen.
„Mom war echt stinkig. Sind dann auf jeden Fall mit Gepäck los und eigentlich wollten wir zum Honigtopf.“ Graham hörte den Vorwurf, den Adrian in seine Worte packte und sah ihn dann besserwisserisch an: „Gut, dass wir es nicht getan haben.“ Ein Augenrollen von Adrian folgte.
„Sind zum Grab“, nuschelte der Blonde dann.
Sofort kam es halb grinsend von Marcus: „Jetzt sagt mir nicht, dass es leer war.“ Man hörte sein Amüsement deutlich heraus, doch als Graham nur den Kopf schüttelte, giftete Adrian los. „Alter, die ganzen Sachen lagen auf einmal dort.“
Er war laut geworden, weshalb Ruben Lestrange sie schon vom Weiten hörte und sich ein dreckiges Grinsen nicht verkneifen konnte. „Na, verfolgen euch die Geister der Vergangenheit.“ Er wackelte mit den Augenbrauen, welches er erst unterband, als Cadalla Glass ihm einen Ellenbogenhieb verpasste. Genervt wandte er sich ab und auch wenn Cadalla gleich zu ihnen kam und ihre Schwester Zedaya Glass mit Ruben alleine ließ, behielt sie ihre kleine Familie im Blick. Sofort schien Cadalla Feuer und Flamme.
„Es geht doch hier jetzt nicht um die Suizid-Schlampe, auf dessen Grab ich gespuckt habe, oder?! Ich habe keinen Bock, dass ein irrer Geist mich verfolgt und mir die Haare versaut.“ Sofort striff sie sich ihre roten langen Haare zurecht und deutete bei allen ein falsches Küsschen an, ehe sie sich an Adrian klammerte und ihm in die Wange kniff, was er so sehr hasste: „Na, wer ist hier denn so trübselig am Morgen?“ Sie grinste verrucht und drehte sich dann schwungvoll zu den drei restlichen Gestalten um: „Gleich fährt übrigens der Zug, wir sollten.“ Ihre Stimme war ein krätziges Trällern, gleich wie, wenn Glas zersprang. „Verschwörungstheorien können wir uns für die große Party aufheben.“ Und damit zog sie ihren einseitigen Freund Adrian mit sich, der sich gerne mal Cadalla offen hielt.
Sofort drehte sich Adrian um und deutete mit seinen Lippen die Worte „Wir reden später“ an.
„Ich sag's ja nur ungern, aber...Glass hat recht, ich habe echt keinen Bock auf einen Geist, der uns verfolgt.“

 

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Es dauerte nicht lang, da kam das Dreiergespann auch schon zum Zug, wobei sie Adrian Pucey mittlerweile komplett aus ihrem Blick verloren hatten und Toulouse gezwungenermaßen fast ihr komplettes Gepäck Marcus und Graham überlassen hatte. Es war nicht so, dass sie es nicht konnte oder wollte, aber schon immer war es beinahe Tradition, dass die männlichen Slytherin-Mitglieder den Frauen unter die Arme griffen, wenn es um körperliche Arbeit ging. Es war die reine Geschlechterrolle, der Gentleman, der in ihnen aufkam und dem weiblichen Geschlecht ihres Hauses half. Natürlich wirkte es auf andere Häuser seltsam, vermutlich sogar falsch, gab es doch Mutmaßungen, dass die Frauen die Männer dazu zwangen und die Männer den Frauen gefallen wollten, aber schlussendlich war es jedem im Haus gleich. Schließlich wurde es einem in die Wiege gelegt.

Vor den Türen herrschte mittlerweile ein Gedränge, da gerade viele andere Mädchen Probleme mit ihrem Gepäck hatten und die Männer der anderen Häuser – laut den Slytherins – zu schwächlich und feminin waren, um auch nur ansatzweise zu helfen. So stand Toulouse mit verschränkten Armen vor der Meute, brachte ein: „Nicht nur im Quidditch ist Wood langsam“ hervor und zog die Lippen zu einem Strich.
„Mecker nur, Schlange, könntest ja mal helfen“, kam es da prompt vom Gryffindor-Kapitän, während er ein riesiges Gepäckstück von Katie Bell in den Zug hievte. Sofort kräuselte Toulouse ihre Nase: „Soweit kommt's noch.“
„Bettelt der gerade ernsthaft, dass Tee-Tee ihm hilft?“, entwich es perplex Graham, wobei Marcus schallend auflachte und sich zurücklehnte und mit den beiden Freunden beobachtete, wie die Gryffindors dort verzweifelten. Nebenbei hörte man, wie Wood sich empörte, was Katie nur alles eingepackt habe, wobei Angesprochene giftete, dass es ihn nichts anginge. Am Ende half Cormac McLaggen und das Ungetüm an Gepäck war im Zug.
Die Slytherins schüttelten lediglich den Kopf. „Schwächlinge.“
Bei ihnen wäre es vermutlich schneller vorangegangen, aber in dem Moment, als Toulouse hinaufsteigen wollte, zischte ein brünetter Haarschopf an ihr vorbei und schubste sie fast um: „Entschuldige mal, geht’s noch“, entwich es ihr scharf, wobei ihre Augen sich in den Burschen brannten, den sie als Seamus Finnigan kannte. Mit vollem Mund, was vermutlich durch das Sandwich kam, welches er in seinen dreckigen Fingerchen hatte, nuschelte er ein ängstliches „Entschuldigung“, ehe Hermine Granger sie böse anstarrte. „Entschuldige dich nicht gleich, sie hätte auch Rücksicht nehmen können.“ Hinter ihr kam noch Neville Longbottom zum Vorschein, der ein schüchternes: „Das hättest du nicht sagen sollen“ aussprach, ehe die ganze Gruppe in den Waggon stieg.

Toulouse Augen wurden groß, ehe Graham ein „Oh-oh“ von sich gab und die Slytherin auch gleich ein Knurren von sich gab und sie auf ihre imaginäre Liste schrieb. Denen würde sie Respekt einflößen und das sah man ihr an.
„Liebes, ich hab ja nichts dagegen, wenn dein Knackarsch mir im Gesicht hängt, aber der Zug fährt gleich los“, machte da Marcus auf sich aufmerksam und sofort ging Toulouse beiseite und hielt den Freunden die Tür auf, sodass sie in ein Abteil kamen.
Noch immer herrschte Schweigen und Graham und Marcus wussten, dass ihre Freundin gerade in ihrem Inneren brodelte und nur darauf warten würde, dass ihr die drei Gören vor die Augen traten. Das fing ja gut an...
„Tee-Tee, deine Haare.“ Sofort sah Toulouse Graham an, der auf ihre aufgerichteten Haare deutete, ehe sie sie sich glatt strich und wieder zu beruhigen schien. Sie musste ihre Gefühle unter Kontrolle kriegen.

Rasch verstauten die jungen Männer die Gepäckstücke auf den Ablagen, während Toulouse sich abwartend danebenstellte und sich die Gänge besah. Sie hatte gerade noch gesehen, wie Seamus Finnigan in ein Abteil verschwand, und würde nun warten, bis er herauskam. Starr waren ihre grüngelben Augen auf die Abteiltür gerichtet, fast so, als würde sie versuchen ihn telepathisch dazu bewegen zu wollen, jenes Abteil zu verlassen. Als Graham sich bereits setzte, beobachtete er noch, wie Marcus seinen Kopf aus dem Abteil steckte und somit direkt vor dem Gesicht von dem Mädchen verharrte, ehe er ihrem Blick folgte und grinste. Sein warmer Atem traf ihr Gesicht, bescherte ihr einen Geruch von Minze und Alkohol, bevor die Abteiltür aufging und jener Gryffindor zum Vorschein kam. Sofort erhob Toulouse ihren Zauberstab und murmelte ein paar Worte, wodurch der Zauber bewirkte, dass Seamus Unterhose hochgerissen wurde und ihm im Schritt klemmte. Er schrie und fummelte herum, ehe er Toulouse und auch Marcus Lachen hörte, wobei das Mädchen am Jungen vorbei ins Abteil ging und Marcus zu dem Gryffindor hämisch grinsend meinte: „Spiel niemals mit einer Giftnatter, Löwenjunges. Sie ist bissig.“
Er drehte sich um, verschloss somit auch gleich die Tür und setzte sich dann grinsend zu der Slytherin, die nun halbwegs befriedigt schien und Graham, der lächelnd den Kopf schüttelte.
Lässig saß er dort, breitbeinig und zurückgelehnt, wobei er seinen Blick zwischen beiden herumwandern ließ und sich seinen Flachmann herausholte, aus dem er trank.
„Du trinkst zu viel“, stellte Toulouse erneut fest und es schwang ein wenig Sorge in ihrer Stimme mit, während Graham beide besorgt ansah. Sie alle waren alle auf ihre Art verkorkst.
Marcus hob quittierend eine Augenbraue hoch: „Und du hast einen Waschzwang.“
Kurz glitt sein Blick auf ihre schwarzen Spitzenhandschuhe, die ihre Hände verbargen, die wund gescheuert waren von der Seife und vermutlich eingecremt waren, damit sie sich regenerierten.
Schweigen kam auf, wobei Marcus wissend zu Graham sah, der erneut seine Denkerstirn beanspruchte. „Schön, dass wir uns einig sind, dass wir alle unsere privaten kleinen Geheimnisse haben, die eigentlich keine sind“, stellte der Quidditch-Kapitän schelmisch fest und lehnte sich erneut zurück. Das hatte gesessen, sie alle schauten nun verschlagen herum, das Gespräch ignorierend und der Probleme Abbitte tätigend. Sie waren halt alle irgendwie verkommen, doch zumindest hatten sie sich. Menschen, die es wussten, es sahen und einen trotzdem so nahmen, wie sie waren.
Marcus schien sich als erster bewusst, dass diese Stille ihn nervte und so drehte er es sich auf die typische abgedroschene Art zurecht und formte einen Witz daraus: „Also Mister Selbstverletzung, Miss Waschzwang, erzählt dem Alki was ihr schönes in den Ferien gemacht habt.“
Provokant wackelte er mit den Augenbrauen, bekam sofort Toulouse flache Hand auf seinem Oberschenkel zu spüren, die ihn haute und Grahams Lachen. „Und der Preis für die schlechtesten Witze geht an Marcus Flint.“ Ein Kichern aller Seiten war zu hören, ehe alle sich der Zugfahrt hingaben und Graham sich einen grün-silbernen Schal über die Augen zog und ruhte, während Toulouse sich ein Buch griff. Soweit Marcus ausmachen konnte, las sie erneut ein Meisterwerk eines russischen Autors, für den sie eine Affinität zu haben schien, obgleich dies auch auf einer Zugfahrt meist nur, deren Art war sich zu unterhalten.
Gründe für jene Art der Kommunikation waren zu einst, dass sie Graham nicht wecken wollten und zeitgleich so ungestört sprechen konnten. Sofort lehnte sich Toulouse an Marcus, kuschelte sich an den nach Bourbon und Zigarettenqualm riechenden Slytherin, der eine Note eines schwer riechenden Eau de Toilettes trug, die sie so gerne einsog. Mit einem Bleistift umkreiste sie verschiedene Wörter, die auf mehr als einer Seite standen, sodass sie auf der Suche nach Wörtern immer wieder die Seiten um- und zurückschlug, während Marcus genau aufpasste und am Ende den Satz: 'Was hältst du von der Tragödie?', zusammen puzzelte.
Er zog eine Augenbraue hoch, hatte nicht damit gerechnet, dass sie dieses Thema aufschnappen würde und so ergriff er den Stift. 'Mach dir keinen Kummer.'
Sie sah ihn nicht an, stattdessen verharrte der Bleistift kurz über dem Blatt, wo sie ihn zittrig hielt, sodass er ihn erneut ergriff und das Gesprächsthema änderte: 'Ist es, weil er es erneut getan hat?'
Der Satz stand in der Luft und der Slytherin bemerkte, dass Toulouse nicht verstand und so umkreiste er nur ein Wort: 'Verletzung.'
Zwei Striche unter einem Wort mit zwei Buchstaben: 'Ja', ehe sie folgende Worte mit dem Bleistift umringte:'Er hat Angst.'
'Wir können ihm nur helfen, wenn er es zulässt', schrieb Marcus dann plötzlich an den Rand des Buches, sodass das Spiel beendet war und er ihr nur einen Kuss auf den Scheitel gab. Er schloss das Buch, fing ihren Blick auf und sah selbst, wie er resignierte. Er bemerkte, dass ihr die Antwort nicht gefiel, ihre ganze Gemütslage damit einherging, dass ihre Haare auf einmal schlaff herunterhingen. Das machte sie so simple für jene, denen sie vertraute. Er erhob die freie Hand, während die andere sie weiter an der Taille umklammerte, führte behutsam seinen Daumen zu ihrem Gesicht, streifte ihren Mundwinkel und legte dann seine Stirn an ihre. Ein Moment der Stille, in welcher sie die Augen schlossen und die Wärme und Geborgenheit aufsogen, die sich nur enge Freunde schenken konnten. Sie alle konnten sich vielleicht nicht helfen, aber sie konnten füreinander da sein.

„Uh, ich glaube wir stören“, murmelte Magarette Silver, eine Slytherin, die nun ins fünfte Jahr kam und mit struppigen roten Haaren vermutlich mit den Weasley's um ein paar Ecken verwandt war. - Sie stritt es natürlich ab.
„Was willst du?“, herrschte Toulouse, doch blieb sie weiter an Marcus gedrückt, ihm zugewandt, während ihre kalten Augen auf die jüngere gerichtet waren. Magarette hatte erst gar nicht Anschein gemacht, als wolle sie aufgrund der Störung gehen, stattdessen drückte sie sich neben Graham auf die Sitzbank und überschlug die Beine. „Euch ein wenig Klatsch und Tratsch verkünden, aber wenn ihr nicht interessiert seid...“
Die Blicke der älteren Slytherin blieben hart, gar abwartend und schweigend, wobei sich die Rothaarige nicht beirren ließ und stattdessen ihre Nägel besah, die in einem matten Grau gehalten waren. „Wenn ihr wissen wollt, warum die anderen Häuser mutmaßen, dass ihr zusammen seid, das könnte der Grund sein.“ Ihre Augen waren groß und hämisch geworden, sodass man den Trotz nicht heraushören musste. - Dazu war sowieso nicht viel nötig.
Toulouse atmete kraftvoll aus: „Komm zum Punkt.“
Unschuldig lächelte ihr Gegenüber, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, als Adrian Pucey in der Tür erschien und argwöhnisch dreinschaute, da sie auf seinem unangefochtenen Platz saß. „Ich dachte, es könnte euch interessieren, dass Harry Potter nicht im Zug ist.“
Adrian verschränkte die Arme, wobei Marcus und Toulouse emotionslos blieben und sich nicht in die Karten schauen ließen. Und so giftete der Blondlockige los: „Wissen wir schon und jetzt runter von meinem Platz.“ Er ließ sie gar nicht zu Worte kommen, stellte sich einfach fordernd an die Tür und irritiert und nun auch leicht angesäuert stand die Fünftklässlerin auf. „Ist ja gut, ihr solltet mal dankbar sein, dass ich es euch mitteile.“
Ein stolzer Blick, ein Richten der buschigen Haarpracht und schon stiefelte sie mit großen Schritten davon.
Mit zusammengepressten Lippen, die das Volumen jener zeigten, setzte sich Adrian nun hin: „Erstens, sie hat recht und zweitens, hat sie auch.“
Irritiert wurde er angesehen und rollte genervt die Augen: „Gott, tut nicht so blöd. Ihr wirkt echt wie ein bäh, ich kann das nicht ausführen...ist auch egal...und zweitens Potter und auch der Weasley sind nicht da.“ Zum Ende hin grinste er und wackelte provokant mit den Augenbrauen. Graham schien der einzige zu sein, der nun folgte. - Denn sein nicht vorhandener Schlaf wurde eh durch das Eindringen von Magarette unterbrochen. „Das heißt sie fokussieren sich auf sein Verschwinden und nicht auf Jones Tod.“
„Exakt.“

 

Fortsetzung folgt...

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Autor

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Kapitel:2
Sätze:348
Wörter:7.133
Zeichen:42.289

Kurzbeschreibung

„In Slytherin weiß man noch List und Tücke zu verbinden, doch dafür wirst du hier noch echte Freunde finden.“ —Der Sprechende Hut. || Ein Selbstmord erschüttert Hogwarts, lässt erneut die Vorurteile gegen Slytherins aufflammen, in denen sich Feinde suhlen. Sie sind schuld, das sagt jeder, doch plädieren tun sie auf Unschuld. Das Haus Slytherin ist bekannt für ihren Stolz, ihre Zielstrebigkeit und auch für ihre Vergeltungszüge, hingegen dessen verdrängt man, dass das Haus eigentlich auch für Freundschaft steht. Die Elite bestimmt dieses Haus, lässt keinen Mangel an sich selbst zu und während die Kammer des Schreckens sich öffnet, lässt das Interesse an dem Selbstmord ab. Doch[KB zu lang...mit Trailer][OC x Markus Flint x Adrian Pucey]

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Liebe, Liebesbeziehung (problematisch), Liebesdreieck, Drama (Genre), Krimi und Horror (Genre) getaggt.