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Nunc scio quit sit amor

59
22.7.2019 19:47
18 Ab 18 Jahren
Homosexualität
In Arbeit

Autorennotiz

Heyho, dies hier war meine erste längere Fanfiction. Sie stammt aus dem Jahr 2012 und ihr bekommt sie hier völlig unbearbeitet zum Lesen. ;)
Ich hatte übrigens in der Schule kein Latein - also seht mir bitte etwaige Übersetzungsfehler nach. *g*
Viel Spaß beim Lesen!
LG, Mozambique

NUNC SCIO QUIT SIT AMOR

Jetzt weiß ich, was Liebe ist

 

 

* * *

 

Kapitel 1

 

 

Okay“, meinte Draco und stibitzte sich eine saftige Erdbeere aus dem Schälchen, indem er sich lasziv über seinen Freund beugte, sodass dessen grüne Augen aufblitzten wie strahlende Smaragde. Er ließ den Schwarzhaarigen abbeißen, bevor er sich die zweite Hälfte selbst in den Mund schob. Als er sich genüsslich den roten Saft von den Fingern leckte, wurde es Harry zu bunt. Blitzschnell hatte er sich auf den blonden Slytherin geworfen und ihn in die Matratze gedrückt.

Für wen hältst du dich eigentlich, Malfoy?“, knurrte er, hielt Dracos Handgelenke über dessen Kopf fest und saugte besitzergreifend am Hals seines Freundes.

Glaubst du, du kannst mich scharf machen, ohne dass ich etwas dagegen unternehme?“

Die grünen Smaragde trafen eisgraues Meer. Wo vor ein paar Wochen noch nur Arroganz, Eitelkeit und Überlegenheit, gemischt mit Angst und Furcht, anzutreffen waren, konnte man nun all die Gefühle entdecken, die Draco Malfoy achtzehn Jahre lang hatte unterdrücken müssen. Aufgewachsen im Hause einer mächtigen Reinblutfamilie, wurde er von kleinauf dazu erzogen, eine Maske aufzusetzen, die jegliches Gefühl verbarg. Niemand hatte diese Maske durchbrechen können. Niemand, siebzehn Jahre lang nicht.

Glaubst du, dass ich das nicht mit Absicht gemacht habe?“, konterte er nun schlagfertig und fand sich im nächsten Moment seiner Stimme beraubt, als Harry seine Worte mit einem Kuss erstickte.

Lachend schnappten die beiden Jungs kurze Zeit später nach Luft, rangelten noch kurz miteinander und ließen sich schließlich gemeinsam in die Kissen fallen. Es war praktisch, dass Draco als Schulsprecher seinen eigenen Schlafraum hatte - das im Übrigen sogar ein eigenes Passwort hatte. Nur zwei Personen kannten dies außer ihm - Blaise Zabini, sein bester Freund, und Harry Potter. Harry Potter, der Goldjunge, der Junge-der-lebte, der Retter der Zauberwelt, der Gryffindor, sein Erzfeind. Niemals hätte sich Draco träumen lassen, sich in den Armen eines Mannes wie zuhause zu fühlen - noch dazu in Potters Armen! Doch vor anderthalb Jahren, am Ende ihres sechsten Schuljahres, war sich der junge Fast-Todesser plötzlich gar nicht mehr so sicher gewesen, dass Mädchen die bessere Partie waren. Er konnte es noch heute genau vor Augen sehen: die Szene auf dem Turm, Dumbledore vor ihm, er selbst mit erhobenem Zauberstab, den er auf seinen Schulleiter gerichtet hatte. Wie aus dem Nichts war Harry aufgetaucht, stand plötzlich zwischen ihm und Dumbledore. Eins hatte ihm Draco schon hoch angerechnet - Potter war definitiv im richtigen Haus gelandet. Er hatte Mut, er wusste vermutlich besser als jeder andere Zauberer in seinem Alter, wie man sich richtig verteidigte - und er hatte die wahnsinnige Gabe, seinen Gegner mit Worten fertig zu machen.

Ja, ganz genau. „Malfoy“, hatte Potter damals zu ihm gesagt, seinen Zauberstab gezückt und ihn ruhig angeschaut. „Es wundert mich wirklich, dass ausgerechnet du die Befehle eines anderen ausführst. Hast sonst nicht immer du den Ton angegeben? Und jetzt stehst du hier und versuchst, deinem ach so tollen Meister zu gefallen. Wozu das Ganze? Er wird fallen. Früher oder später. Und was machst du dann? Verkriechst du dich wieder hinter deiner stählernen Maske? Du machst mir nichts vor, Malfoy. Du hast Angst.“

Selbstverständlich hatte er dies damals abgestritten. Ein Malfoy hatte keine Angst - und schon gar nicht vor einem Halbblut. Gott, war er damals engstirnig! Harry war nicht aus der Ruhe zu bringen. Sie standen sich Auge in Auge gegenüber, hatten den alten Zauberer, der sich Dumbledore schimpfte, vergessen. Es gab nur noch sie zwei.

Ich sag dir eins, Malfoy. Wenn du das hier zu Ende bringen willst, musst du erst an mir vorbei. Doch bedenke, dass mich Voldemort schon zigmal umbringen wollte. Er hat versagt. Der große Lord schafft es nicht, sich gegen einen kleinen Jungen durchzusetzen. Schaffst du es, großer Malfoy? Na los, töte mich.“

Draco wurde noch heute ganz schlecht bei dem Gedanken. Harry töten? Nie im Leben! Eher würde er Dutzende Crucios über sich ergehen lassen, bevor er seinem Freund auch nur ein Haar krümmte. Das war heute. Und das war gut so.

Hey, Schatz, wo bist du denn mit deinen Gedanken?“, murmelte eine sanfte Stimme an seinem Ohr.

Er wusste, er musste nicht antworten. Harry spürte, dass er an damals dachte.

Sie hatten viel geredet in dieser Nacht. Dumbledore war mehr als überrascht gewesen, dass er ihn nicht getötet hatte. Doch der letzte Satz Harrys hatte Draco wachgerüttelt. Gut, er war ein Slytherin, legte auf Moral nicht allzu viel Wert. Aber einen Menschen töten, nur weil ein angeblich mächtiger Magier es von ihm verlangte?

Aus irgendeinem Grund hatten er und Harry bis in die Morgenstunden zusammen gesessen. Harry hatte ihm so viel erzählt. All die Dinge, die Draco und die anderen Schüler kaum mitbekommen hatten. Kämpfe gegen Voldemort - Kämpfe, bei denen er selbst längst verzweifelt wäre, aber die Harry jedes Mal stärker gemacht hatten. Er erfuhr auch von der Prophezeiung. Keiner kann leben, während der andere überlebt. Zum ersten Mal hatte Draco Hoffnung geschöpft. Irgendwie spürte er, dass Harry Potter, sein Erzfeind seit dem ersten Schuljahr, wirklich derjenige war, zu dem er gemacht wurde, als Voldemort seine Eltern getötet hatte: der Retter der Zauberwelt.

Glücklicherweise hatte seine Mutter damals darauf bestanden, dass er das Dunkle Mal erst bekam, wenn er seinen Auftrag, Dumbledore zu töten, erledigt hatte. Dies war nicht der Fall und das kam ihm zugute. Mit Harrys und Dumbledores Hilfe schaffte es Draco, zu fliehen. Etliche Monate war er in verschiedene Gegenden appariert, die laut Harry von Zauberern gemieden wurden. Von Harry hatte er eine seltsame Münze bekommen, die für ihn eigentlich ganz normal ausgesehen hatte. Doch sein Verbündeter hatte nur gegrinst: „Wie, glaubst du, haben wir es letztes Jahr geschafft, die DA-Treffen festzulegen? Wir Gryffindors sind eben auch nicht blöd.“ Draco war beeindruckt, das musste er zugeben. Harry hatte die Münze ein klein wenig verändert. Nun erschien nicht mehr ein bestimmtes Datum, sondern eine Art Geheimcode, der Draco zeigen sollte, ob es sicher war, zurück zu kehren. ,Securus‘ sagte ihm, alles sei überstanden. ,Expectabis‘ bedeutete, er müsse noch abwarten. Diese beiden Codewörter hatte er niemals auf der Münze lesen können. Das einzige, was Harry ihm geschickt hatte, war: ,Succursus‘. Hilfe. Draco hatte nicht lange überlegt, er war direkt vor das Schulgelände appariert und hatte miterleben müssen, wie die Schlacht in vollem Gange gewesen war. Auf welcher Seite er gekämpft hatte, stand außer Frage. Er war derjenige gewesen, der seinen eigenen Vater davon abgehalten hatte, Harrys besten Freund zu töten. Er war derjenige gewesen, der direkt hinter Harry stand, als dieser den Dunklen Lord zu Fall brachte. Er war derjenige gewesen, den Harry als erstes umarmt und geküsst hatte. Geküsst. Die Gefühle, die ihn zu diesem Zeitpunkt überwältigten, waren heute sein Alltag. Er versuchte nicht mehr ständig, sich zu fragen, warum er sich ausgerechnet in Harry Potter verliebt hatte. Es war einfach so.

Willst du darüber reden?“, riss ihn besagter Held aus seinen Gedanken.

Ehrlich gesagt, gibt es da nichts mehr zu reden“, erwiderte ich lächelnd. „Aber eine Frage möchte ich dir gerne stellen.“

Nur zu.“

Warum hast du mich damals geküsst?“

Das fragst du noch? Draco, ich hab damals gerade Voldemort umgebracht, ich war erleichtert - ich hab nicht gewusst, was ich tue.“

Hättest du Ron geküsst, wenn er hinter dir gestanden hätte?“

Meinen besten Freund?!“ Auf Harrys Gesicht breitete sich ein Lächeln aus. „Schatz, versuchst du gerade herauszufinden, wann ich mich in dich verliebt habe?“

Zur Antwort grinste Draco nur verlegen.

Die Wahrheit ist, glaube ich, dass du von Anfang an etwas Besonderes für mich warst.“

Das hatte er nun nicht erwartet. Er war damals doch ein eingebildeter Elfjähriger gewesen - wie hatte Harry da etwas in ihm sehen können?

Harry beobachtete, wie es hinter Dracos Stirn arbeitete.

Ich hab dich immer irgendwie bewundert, auch wenn wir uns ständig nur gestritten und bekämpft haben. Aber als du da oben auf dem Turm vor mir standest, da wusste ich, ich konnte dich nicht zum Mörder werden lassen. Ich hätte es mir niemals verziehen. Und ich muss zu meiner Schande gestehen - ich hab mich nicht vor dich gestellt, um Dumbleodre zu retten. Gut, dass er das nicht hört.“ Ein kleiner Seufzer entwich ihm.

Ich wollte dich retten. Denn selbst wenn du Dumbledore getötet hättest, wenn Voldemort zufrieden gewesen wäre - der finale Kampf wäre so oder so gekommen. Die Chance stand immerhin bei fünfzig Prozent, dass ich als Sieger hervorgehen würde. Aber was wäre dann aus dir geworden? Du wärst für Dumbleodres Mord nach Askaban gewandert. Und das konnte ich einfach nicht zulassen. Auch wenn ich ein Gryffindor sein mag, manchmal naiv und ständig das Gute in den Menschen sehend - ich schwöre dir, ich hätte das nicht getan, wenn ich nicht damals schon viel für dich empfunden hätte.“

Draco sagte kein Wort, er sah seinem Freund einfach nur in die Augen. Das war besser als jede Liebeserklärung und er merkte, dass Harry noch nicht fertig war.

Richtig klar wurde es mir aber, als du dann weg warst. Sicher, ich war rund um die Uhr beschäftigt mit der Suche nach den Horkruxen - aber Ron und Hermine hatten es oft nicht leicht mir mir, so mies gelaunt war ich teilweise. Nur der Gedanke an dich hat mich davon abgehalten, aufzugeben, wenn wir wochenlang keine Erfolge erzielt hatten. Ich wusste, wenn ich Voldemort töten würde, dann wärst du frei. Wir wären frei.“

Die grünen Smaragde blitzten auf, doch diesmal nicht vor Lust, sondern vor übermäßigen Gefühlen der Liebe. Draco konnte sich nicht vorstellen, dass irgendeine Liebe stärker war als ihre. Sie waren wie Engel und Teufel, und doch wussten sie stets, was der andere dachte. Als Harry jetzt Tränen über die Wangen liefen, nahm Draco das Gesicht seines Geliebten in seine Hände und küsste jede einzelne, salzige Träne weg. Irgendwann fanden sich ihre Lippen und verschmelzten gemeinsam. In diesem Augenblick dachten sie beide dasselbe: Eine Liebe wie ihre konnte alles überstehen.

NUNC SCIO QUIT SIT AMOR

Jetzt weiß ich, was Liebe ist

 

 

* * *

 

Kapitel 2

 

 

Ein gedämpftes Summen ließ Harry langsam wach werden. Mit einem lauten Seufzer streckte er sich und öffnete die Augen, überrascht, dass er sich nicht in seinem Himmelbett mit den scharlachroten Vorhängen befand. Dann grinste er. Sie waren tatsächlich eingeschlafen. Normalerweise brachten sie es noch immer irgendwie fertig, die Näche getrennt zu verbringen, schließlich durfte Draco seine Vorteile als Schulsprecher nicht ausnutzen. Und auch wenn Harry noch immer als Held gefeiert wurde - die Lehrer in Hogwarts sahen in ihm das, was er war. Ein Schüler des siebten Jahrgangs, der bei Regelverstößen auch mit Konsequenzen zu rechnen hatte. Im Grunde war es ihm auch ganz recht so. Der ständige Wirbel um seine Person direkt nach dem finalen Kampf hatte ihn fast verrückt gemacht. Erst, als er jedem, der zum hundertsten Mal gefragt hatte, wie es ihm ginge, gedroht hatte, er würde mit Draco nach Albanien auswandern und dort als Muggel leben, war endlich Ruhe eingekehrt.

Doch nicht nur Harry wurde bewundert. Auch Draco Malfoy, der arrogante Slytherin, wurde plötzlich von allen Seiten mit Glückwünschen überhäuft. Sogar die Gryffindors, die immer hinter Harry gestanden hatten, hatten ihn schließlich als Harrys Partner akzeptiert. Sie waren beeindruckt, dass er den Mut gehabt hatte, die Seiten zu wechseln, seine komplette Weltanschauung in den Schatten zu stellen, seinem eigenen Vater als Gegner gegenüber zu stehen.

Noch heute war Harry Draco mehr als dankbar für das, was er geleistet hatte. Lucius Malfoy, seines Zeichens ergebenster Diener des Dunklen Lords, war kurz davor, den Todesfluch gegenüber Ron auszusprechen, als Draco zwischen die beiden gesprungen war und seinen eigenen Vater geschockt hatte. Harry war zu beschäftigt gewesen, um die Tat Dracos wirklich zu realisieren, denn zu dem Zeitpunkt war es Voldemort wohl inzwischen egal gewesen, ob nun er es war, der seinen Feind tötete, oder einer seiner Todesser. Obwohl er nicht ein einziges Mal den Avada Kedavra ausgesprochen hatte, hatte Harry in kürzerster Zeit Dutzende von Todessern geschockt oder verwundet auf dem Boden liegen gelassen. Er wusste nicht, woher er plötzlich in Sekundenschnelle den passenden Fluch parat hatte, um sich zu verteidigen. Vielleicht war es die jahrelange Erfahrung, vielleicht hatte er es aber auch Dolores Umbridge zu verdanken. Hätte sie ihn in seinem fünften Jahr nicht derart auf die Palme gebracht, hätte er niemals Dumbledores Armee gegründet. Er hatte es damals niemandem gesagt, nicht einmal Ron und Hermine, aber für die Unterrichtsstunden, die er gegeben hatte, hatte er selbst stundenlang gepaukt. Er war sich sicher, dass kein anderer Fünftklässler zu früheren Zeiten all diese schwarzmagischen Flüche gelernt hatte. Doch schlussendlich hatten sie ihm das Leben gerettet.

Hey, du bist ja schon wach“, wurde er mit einem Lächeln begrüßt. Das Summen, das natürlich von Draco gekommen war, war verstummt. Stattdessen setzte sich der blonde Slytherin, der herrlich nach seinem Grapefruit-Duschgel roch, auf die Bettkante, um Harry, der sich aufgesetzt hatte, einen zärtlichen Kuss auf die Lippen zu drücken.

Du ja auch“, grinste er zurück.

Na ja...“ Draco fuhr sich durch die frisch gewaschenen Haare. „Dank deines Überfalls gestern muss ich die Verwandlung-Hausaufgaben für McGonnagal noch fertig machen. Dass die überhaupt noch Zeit findet, um die nachzuschauen! Man könnte meinen, als Schulleiterin hätte sie nicht viel um die Ohren.“

Harry war nicht die Spur verlegen. Okay, er hatte seinen Freund gestern nicht vorgewarnt, als er mit einem Tablett voller Erdbeeren und Schlagsahne bei ihm aufgetaucht war. Und es war sicher auch nicht förderlich für die Hausaufgaben gewesen, dass Draco beim Anblick von Harrys neuer Unterwäsche sofort über ihn hergefallen war... Dennoch wusste Harry, dass Draco die Hausaufgaben genauso leicht von der Hand gingen wie seiner besten Freundin.

Es hat sich ja auch viel verändert in den letzten Jahren“, meinte er, während er im Bad verschwand, wohin Draco ihm folgte.

Harry zog seinen Schlafanzug aus, stellte sich unter die Dusche und genoss das warme Wasser, das auf ihn nieder prasselte.

Was meinst du damit?“, wollte Draco wissen, der sich ans Waschbecken gelehnt hatte und seinen Blick nicht von Harry nehmen konnte, der jetzt begann, sich einzuseifen.

Na, ich glaube nicht, dass es jemals so schwer war, Hogwarts zu leiten, wie in der Zeit, seit wir hier sind. Ich hab Dumbledore teilweise echt bewundert, wie er das gemeistert hat.“ Die Seife fiel ihm aus der Hand, und als er sich nach ihr bückte, wusste Draco, dass er es nicht mehr lange aushalten würde, wenn Harry sich weiter so verführerisch in der Dusche bewegte. Das Beste daran war immer noch, dass sich Harry selten bewusst sexy bewegte. Er stellte Draco noch immer jede Woche die Frage, was er denn nun an ihm finden würde. Draco verdrehte inzwischen nur noch die Augen. Für ihn war es seltsam, dass sich ein attraktiver junger Mann wie sein Freund nicht attraktiv fand. Dabei hatte sich Harry zu seinem Positiven verändert. Aus dem kleinen, schmächtigen Jungen war der Traum eines jeden Mädchens - und ein paar Jungen - geworden. Während des Jahres vor seinem Sieg über Voldemort hatte Harry einiges an Muskelmasse zugelegt, die sich vor allem an seiner Brust wieder fanden. Ein paar Zentimeter war er auch noch gewachsen, obwohl er immer noch ein Stückchen kleiner als Draco war.

Deshalb kann ich auch verstehen, weshalb Dumbledore seinen Posten niedergelegt hat“, fuhr Harry fort, ohne zu bemerken, dass er Draco bereits fast wahnsinnig gemacht hatte.

Hm“, war die einzige Antwort, die er bekam.

Harry stellte das Wasser aus und trat aus der Dusche, nahm das Handtuch in Empfang, das Draco ihm reichte. Stirnrunzelnd blickte er seinen Freund an, während er sich die Haare trocken rubbelte. „Ist irgendwas?“

Das fragst du noch?“

Bevor er noch etwas sagen konnte, fand sich Harry plötzlich mit dem Rücken an die Duschwand gedrückt, Dracos Lippen auf seinen und weiche Hände, die über seinen Körper glitten. Harry konnte nicht anders, er seufzte genießerisch, als Draco mit der Zunge über seine Brustwarzen fuhr und mit den Zähnen zärtlich an ihnen knabberte. Das Handtuch, was er sich kurz vorher noch um die Hüften gewickelt hatte, war bereits nahe daran, auf den Boden zu fallen. Draco ließ gerade einen seiner Finger in Harry gleiten - begleitet von einem wohligen Stöhnen seines Freundes -, als ein lautes Klopfen sie unterbrach.

DRAAAAAAAY!!! Du musst mir helfen! Bist du schon wach???!!“, ertönte eine schrille Stimme vor Dracos Schlafzimmertür.

Sowohl Harry als auch Draco selbst stöhnte - jedoch nicht mehr vor Lust. Wenn es etwas gab, das auf sie beide absolut abtörnend wirkte, dann war es Pansy Parkinson. Inzwischen bereute es der Slytherin, dass er eine Nacht mit ihr verbracht hatte. Das war vor Harrys Zeit gewesen, bevor er gewusst hatte, dass er auch auf Männer stand.

Mit seinem Zauberstab, der aus irgendeinem Grund im Badezimmer lag, wollte er sich und Harry wieder ankleiden, doch Harry hielt ihn zurück: „Warte, ich hab da eine Idee, wie wir uns die Nervensäge vom Hals schaffen können.“ Er flüsterte ihm etwas ins Ohr, woraufhin auf Dracos Gesicht das altbekannte hinterlistige Grinsen erschien.

Schatz, manchmal muss ich mich wirklich fragen, ob du im richtigen Haus gelandet bist“, grinste er und küsste Harry sanft.

Wie Harry vorgeschlagen hatte, verzichtete er darauf, ihnen beiden Kleidung anzuhexen. Harry selbst wand sich nur das Handtuch wieder um die Hüften und ging zur Schlafzimmertür, an die nun wieder heftig geklopft wurde.

Dray!!! Ich weiß, dass du wach bist, ich hab dich gehört, warum...“

Weiter kam Pansy nicht, denn die Tür wurde geöffnet. Doch an ihrem Gesichtsausdruck konnte Harry erkennen, dass sie jemand anderen erwartet hatte. Obwohl die schwarzhaarige Slytherin wusste, dass Harry schwul war, und sie außerdem unsterblich in Draco verliebt war, konnte sie nicht anders, als auf Harrys muskulöse Brust zu starren. Die Tatsache, dass er seine Brille nicht trug und somit seine grünen Augen noch mehr hervorstachen, machte seinen Auftritt nicht weniger sexy.

Pansy“, sagte der Gryffindor übertrieben freundlich lächelnd. „Was treibt dich so früh am morgen zu uns?“

Pansy fing sich wieder und erwiderte giftig: „Genauso gut könnte ich dich fragen, was du im Zimmer eines Slytherins machst! Selbst dem großen Harry Potter ist es nicht erlaubt, die Nächte in anderen Häusern zu verbringen.“

Und, was willst du jetzt tun? Mich verpfeifen? Vielleicht beim Schulsprecher?“

Hinter Harry gluckste es amüsiert und Draco tauchte neben ihm auf, legte einen Arm um die Taille seines Freundes.

Die Schwarzhaarige bekam glänzende Augen und ignorierte Harry jetzt völlig. Auffällig unauffällig versuchte sie, ihren kurzen Rock ein Stückchen höher zu schieben, in der Hoffnung, Draco würde es registrieren. Doch auch wenn dieser einmal auf hübsche Mädchen wie Pansy abgefahren war, so wusste er heute, dass sein Herz Harry gehörte. Und auch seinen Körper würde nie wieder jemand anderes bekommen als der schwarzhaarige Junge neben ihm. Deshalb setzte er jetzt auch sein übliches arrogantes Grinsen auf und fragte Pansy kühl: „Merkst du nicht, dass du störst?“

Selbstverständlich hatte die Slytherin das gemerkt, blöd war sie ja nicht. Schließlich trug Harry nicht mehr als ein Handtuch um die Hüften und Dracos Hose war offen, sein Oberkörper frei. Doch sie war noch immer davon überzeugt, dass Draco nicht freiwillig mit Harry zusammen war. In ihrem Liebeswahn Draco gegenüber, der seit der Nacht, in der er sie verführt hatte, nicht abgeklungen war, hatte sie sich vorgestellt, wie Harry Potter, der Retter der Zauberwelt, ihren armen Draco erpresst hatte. Würde er nicht das tun, was er verlangt, würde er dafür sorgen, dass Dracos Mutter nach Askaban wanderte. Niemand konnte wissen, dass sich Pansy so sehr in ihre Verliebtheit hineingesteigert hatte, dass sie sie nicht mehr von der Realität unterscheiden konnte. Niemand konnte wissen, wie weit Pansy gehen würde, um ihren Traumprinzen zu bekommen.

Ach, Draaaaaco“, säuselte sie nun. „Dass du mir hilfst, ist doch viel wichtiger, als mit dem da rumzuknutschen! Ich brauche deine Hilfe bei der Verwandlungs...“

Weiter kam sie nicht, denn Draco hatte sie an den Schultern gepackt und zischte gefährlich leise: „Wag es ja nie wieder, etwas gegen meinen Freund zu sagen, kapiert?! Ich liebe Harry, ob es dir passt oder nicht - und jetzt verschwinde aus meinen Augen, bevor ich mich vergesse!“

Er ließ Pansy los, diese machte sich sofort aus dem Staub. Doch während Harry Draco mit einem leidenschaftlichen Kuss belohnte, konnten sie beide nicht ahnen, wie sehr sich Pansy in ihrem Hass auf Harry verrannt hatte.

NUNC SCIO QUIT SIT AMOR

Jetzt weiß ich, was Liebe ist

 

 

* * *

 

Kapitel 3

 

 

Seid ihr bald mal fertig?“, murrte Ron Weasley ungeduldig.

Nun lass die zwei doch, Ronald!“, wies Hermine ihn zurecht. „Man könnte glatt meinen, du wärst scharf auf den Unterricht!“

Nein, scharf auf den Zaubertrankunterricht war Ron gewiss nicht. Zwar hatte Gryffindor jetzt, wo Professor Snape gekündigt hatte, keine unfairen Punktabzüge mehr, aber es würde immer Rons Hassfach bleiben. Er nahm es Harry ein wenig übel, dass dieser in Zaubertränke seine neuen Stärken entdeckt hatte, seit Professor Slughorn dieses Fach übernommen hatte. Früher hatte er sich wenigstens zusammen mit seinem besten Freund über die schwierigen Zusammensetzungen der Zutaten beschweren können, doch jetzt bekam er nicht nur von Hermine, sondern auch von Harry, einen ungläubigen Gesichtsausdruck, wenn er mal wieder an einer Hausaufgabe von Slughorn verzweifelte.

Doch seine Ungeduld war darauf zurückzuführen, dass er sich ärgerte. Er ärgerte sich darüber, dass er Malfoy, den Freund seines besten Freundes, einfach nicht mehr hassen konnte. Draco, wie selbst er ihn inzwischen nannte, hatte ihm damals in der Schlacht das Leben gerettet. Zwar hatte Harry direkt neben ihm mit einem Todesser gekämpft, doch er hatte nicht gesehen, dass Lucius Malfoy kurz davor gewesen war, ihn mit dem Todesfluch zu töten. Wäre Draco nicht gewesen, hätte er nie mehr erleben können, wie Hermine ihm ihre Liebe gestand.

Dies war der zweite Grund, der ihn ärgerte. Nicht die Tatsache, dass Hermine endlich dasselbe für ihn zu empfinden schien wie er für sie, sondern, dass sie es nicht gut zeigen konnte. Wenn sie in ihrem Gemeinschaftsraum waren, war alles gut, da zierte sie sich nicht, auch Händchen halten auf dem Schulhof war okay - aber niemals hätte ihn Hermine in aller Öffentlichkeit so abgeknutscht wie Harry es gerade mit Draco tat. Die beiden konnten einfach nicht ihre Finger voneinander lassen, sie flüsterten sich alle paar Minuten Liebesschwüre zu und verbrachten jede freie Minute miteinander. Er und Hermine mussten manchmal förmlich betteln, damit sie ihren besten Freund mal für sich hatten.

Doch trotz der Tatsache, dass Draco nun auf Kerle stand und in einer festen Beziehung war, hielt ihn das nicht davon ab, gelegentlich in seine alte Slytherin-Arroganz zurückzufallen. Einen gewissen Ruf wollte er sich beibehalten, das verstand auch Harry, wie dieser Ron erzählt hatte.

Sie hatten gerade Verwandlung hinter sich gebracht und waren gerade auf dem Weg zum Zaubertrankunterricht gewesen, als zwei freche Slytherin-Zweitklässler sie aufgehalten hatten. Sie hätten eine Wette abgeschlossen, in der es um die Beziehung von Harry und Draco ging. Die Nesthäkchen hatten Dracos missbilligenden Blick geflissentlich ignoriert, da der besagte Ruf Dracos ganz besonders in Slytherin noch vorhanden war - die Jüngeren hatten eben großen Respekt vor dem Siebtklässler, der dazu auch noch ihr Schulsprecher war.

Harry dagegen hatte sich amüsiert die Wette erklären lassen. Gewettet worden war um eine Woche Hausaufgaben abschreiben, dass ein Potter niemals einen Malfoy in aller Öffentlichkeit küssen würde.

Als Ron dies gehört hatte, hatte er nur die Augen verdreht. Entweder, diese Slytherins waren doof wie Stroh, oder sein bester Freund hatte das Herumturteln gerissener angestellt, als er gedacht hatte. Es steckte eben doch irgendwie ein Slytherin in Harry.

Sogar Draco hatte grinsen müssen, als Harry ihn betont verächtlich angeschaut hatte.

Malfoy, weißt du, wie die darauf kommen, dass ICH dich küssen würde?“

Nicht die leiseste Ahnung, Potter. Aber es könnte damit zusammen hängen, dass hier gewisse Gerüchte im Umlauf sind.“

Gerüchte? Was denn für Gerüchte?“

Na ja, man munkelt, dass Potter, der Retter der Zauberwelt, sich in Malfoy, den Nachwuchs-Todesser, verliebt haben soll...“

Wie die darauf nur kommen...“

Obwohl, die Gesichter der beiden Zweitklässler hatten sich durchaus sehen lassen können, das musste Ron zugeben. Trotzdem, ihm wurde das Rumgeknutsche jetzt zu blöd.

Energisch schritt er auf die Jungs zu, Hermine im Schlepptau, und schob sie auseinander. „Wir kommen zu spät!“, sagte er nur auf Harrys fragenden Blick hin.

Dann zog er Harry mit sich mit, der gerade noch Dracos Hand fassen konnte.

Dieser meinte halb ärgerlich, halb amüsiert: „Also, bei aller Liebe, Schatz, dein bester Freund geht mir manchmal auf den Keks!“

Harry sagte nichts, aber innerlich stimmte er dem Slytherin zu.

 

 

* * *

 

 

Schön, schön!“, schnarrte die Stimme von Professor Slughorn durch das Klassenzimmer. Aufmerksam glitt sein Blick durch die Reihen. Allein an der Aufteilung der Schüler während des Unterrichts konnte er sehen, wie viel sich in den letzten beiden Jahren doch verändert hatte. Als Dumbledore ihn damals, vor zwei Jahren, wieder gebeten hatte, als Lehrer nach Hogwarts zurück zu kehren, hatte er die Feindschaft zwischen Gryffindors und Slytherins sofort wieder erkennen können. Damals wäre es einem Slytherin niemals in den Sinn gekommen, sich neben einen Gryffindor zu setzen.

Und heute?

In der ersten Reihe saß, wie üblich, das goldene Quintett - ja, wirklich. Aus dem goldenen Trio war ein Quintett geworden, was natürlich nicht zuletzt an der Beziehung von Harry Potter, dem Helden der Gryffindors, und Draco Malfoy, dem Eisprinzen der Slytherins, lag. Zusammen mit Hermine Granger, Ron Weasley und Blaise Zabini, Dracos bestem Freund, waren sie seit Beginn des Schuljahres unzertrennlich.

Und auch sonst sah Slughorn keine Gruppe, die ausschließlich aus Gryffindors oder Slytherins bestand - es schien, als wäre mit dem Fall des Dunklen Lords auch die Feindschaft der beiden Häuser verloren gegangen. Nun, Slughorn konnte das nur begrüßen. Ihm war zu Ohren gekommen, dass viele der Schüler offenbar bessere Noten zeigten, wenn sie nicht ständig Kleinkrieg gegen andere Häuser führten.

Also, meine Lieben“, fuhr er nun fort. „Wie ich erfahren habe, möchten einige von Ihnen nach Abschluss der Prüfungen eine Aurorenausbildung machen.“ Fünf Personen aus der ersten Reihe grinsten ihn an. „Selbstverständlich sind hierfür nicht nur entsprechende Noten in den einzelnen Fächern notwendig, nein, ein Auror muss auch schnelle Reaktionsfähigkeit, Kampfbereitschaft und einen kühlen Kopf besitzen. In einem Kampf zählen oft Sekunden, wie viele von Ihnen haben feststellen müssen. Es bleibt keine Zeit nachzudenken, wenn Sie einen starken Gegener vor sich haben. Sie dürfen nicht zögern, einen Fluch loszuschicken, der sich möglicherweise nicht mit Ihrem moralischen Bewusstsein verträgt. Entscheiden Sie sich für diesen Beruf, müssen Sie mit allen Wassern gewaschen sein. Sie müssen sich in Ihren Gegner hineinversetzen können, sich überlegen können, was er als Nächstes vorhat.“

In der Klasse war es mucksmäuschenstill geworden. Alle Siebtklässler von Gryffindor und Slytherin hingen an den Lippen ihres Zaubertrankprofessors. Nicht nur die Clique um Harry Potter, sondern auch einige andere wollten, angestachelt durch die gewonnene Schlacht gegen die Todesser, eine Aurorenausbildung machen.

Doch warum erzähle ich Ihnen das alles? Es ist nicht nur wichtig, die Zaubersprüche zu beherrschen, Sie müssen sich auch mit den Zaubertränken der dunklen Seite auskennen. Selbstverständlich ist es mir unter normalen Umständen nicht gestattet, Sie einen schwarzmagischen Trank brauen zu lassen, doch die Schulleiterin hat mir für die heutige Stunde die Erlaubnis gegeben.

Zur Wiederholung möchte ich Sie bitten, mir die Eigenschaften des Amortentia zu nennen.“

Wie immer schnellte Hermines Arm nach oben, ebenso Dracos, doch auch Harry konnte sich inzwischen mit seinem Wissen über Zaubertränke sehen lassen.

Ja, Mr. Potter?“

Der Amortentia ist der mächtigste aller Liebestränke, Professor“, antwortete Harry.

Er zeigt äußerlich alle Farben des Regenbogens, wobei auch immer die individuelle Lieblingsfarbe dabei ist. Atmet man den Duft des Trankes ein, so riecht er nach den Lieblingsdingen eines jeden einzelnen.“

Sehr gut, Mr. Potter, zehn Punkte für Gryffindor“, lobte ihn Professor Slughorn. „Können Sie sich denken, worauf ich hinaus will?

Mr. Malfoy?“

Ich denke schon, Sir.“ Dracos Gesicht nahm einen merkwürdigen Ausdruck an, wie Harry feststellte. Doch er verflog schnell, als Draco weiter sprach.

Ich glaube, Sie wollen uns etwas über den Gratioblivitum erzählen.“

Warum übernehmen Sie dies nicht, Mr. Malfoy? Sie scheinen bescheid zu wissen.“

Draco drückte kurz Harrys Hand, denn irgendwie beschlich ihn ein ungutes Gefühl, weil sie gerade jetzt über diesen Trank sprachen.

In Ordnung, Professor. Der Gratioblivitum ist einer der gefährlichsten schwarzmagischen Tränke. Obwohl auch der Armontentia schon nicht harmlos ist, sollte man, wenn man sich nicht auskennt, die Finger vom Gratioblivitum lassen. Er hat immer dieselbe Farbe, nämlich schwarz. Dies zeigt auch, wofür er steht, denn während der Armontentia Liebe bewirkt, so nimmt der Gratioblivitum diese. Trinken zwei Personen, die sich lieben, von diesem Trank, lässt dieser den Opfern ihre Liebe vergessen. Dies ist nicht so schlimm, wenn die Opfer, bevor ihre Liebe begann, sich gut leiden konnten. Dann verfallen sie einfach wieder in das Gefühl der Freundschaft. Doch wenn das Gegenteil der Fall ist, können die Auswirkungen furchtbar sein.“

Anerkennend schaute Professor Slughorn den jungen Slytherin an. „Ich bin sehr beeindruckt, Mr. Malfoy, nehmen Sie zwanzig Punkte für Ihr Haus. Kennen Sie auch den Gegentrank des Gratioblivitum?“

Es gibt keinen, Sir.“

Jetzt starrte die ganze Klasse Draco an. Einen Trank, für den es keinen Gegentrank gab, hatten sie noch nie kennen gelernt. Doch ihr Mitschüler war überzeugt von dem, was er sagte.

Die einzige Möglichkeit, die Wirkung des Gratioblivitum rückgängig zu machen, ist es, die ehemals Liebenden daran zu erinnern, dass sie sich lieben. Dies funktioniert aber nur, wenn die Liebe zwischen den beiden wirklich die wahre Liebe ist. Wahre Liebe bedeutet, dass man bereit ist, für den anderen zu sterben, dass man alles auf sich nimmt, um das Leben des anderen zu retten. Wahre Liebe bedeutet kompromisslose und uneingeschränkte Zuneigung zu dem anderen, egal, was dieser tut.“

Nicht nur die Schüler waren beeindruckt, selbst der alte Zaubertranklehrer musste schlucken. Er wusste zwar, dass Draco Malfoy ein Genie in der Wissenschaft der Zaubertränke war, aber er hätte nicht gedacht, dass er sich so sehr mit der wahren Liebe auseinander gesetzt hatte. Das, was der junge Malfoy für Harry Potter empfand, musste doch größer sein, als er geglaubt hatte.

Ich muss Ihnen bestimmt nicht sagen, wie überrascht ich von dem bin, was Sie uns gerade erzählt haben. Sie erhalten noch einmal dreißig Punkte für Slytherin.

Also gut“, räusperte er sich schließlich und wandte sich an die gesamte Klasse.

Hier stehen die Zutaten und die Zubereitung des Gratioblivitum“, er tippte mit dem Zauberstab an die Tafel, „doch bevor Sie anfangen, möchte ich Sie bitten, das entsprechende Kapitel Nummer fünf in Ihrem Buch zu lesen. Es beschreibt die Dinge, die Sie beim Brauen des Trankes beachten müssen. Und ich möchte Sie warnen.“ Die Stimme des Zaubertrankprofessors war ernst geworden. „Die Herstellung dieses Trankes findet ausschließlich in diesen vier Wänden statt. Niemand, und ich wiederhole, niemand von Ihnen ist befugt, diesen Trank selbstständig ohne Beaufsichtigung herzustellen. Professor McGonnagal sind uns über die Konsequenzen einig, sollten wir jemanden von Ihnen dabei erwischen, der sich nicht an die Regeln hält.“ Was die Konsequenzen waren, konnte sich jeder von ihnen ungefähr denken.

Nachdem sie das Kapitel zu Ende gelesen hatten, holte Draco die Zutaten aus dem Schrank, während Harry den Kessel aufbaute und ihn mithilfe seines Zauberstabs erhitzte. Die beiden arbeiteten so konzentriert, dass sie nicht merkten, wie sie beobachtet wurden.

Die eine Person war Hermine, die neben Harry saß. Sie runzelte nachdenklich die Stirn, während sie das eben Gehörte noch einmal reflektierte. Ihr Bauchgefühl hatte sie selten getäuscht, und sie fragte sich, ob Draco deshalb so viel über die wahre Liebe wusste, weil er glaubte, sie gefunden zu haben. Hermine wurde aus ihren Gedanken gerissen, als Ron sie anstupste. Natürlich, er wusste wieder einmal nicht, was er machen sollte. Seufzend machte sie sich daran, ihm alles geduldig zu erklären.

Genausowenig wie Harry und Draco merkte Hermine, wie Pansy Parkinson das Paar anstarrte. Auf ihrem Gesicht hatte sich ein hinterhältiges Grinsen gebildet, und man konnte förmlich spüren, wie ihr Gehirn einen fiesen Plan ausheckte.

NUNC SCIO QUIT SIT AMOR

Jetzt weiß ich, was Liebe ist

 

 

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Kapitel 4

 

 

Hogwarts hatte den Herbst hinter sich gelassen; viel zu schnell kamen die ersten Schneeflocken und vertrieben die strahlende Sonne. Doch trotz des grauen Wetters draußen waren Harry und Draco gut gelaunt - und gingen ihren Freunden damit gehörig auf die Nerven.

Wie soll ich vernünftig arbeiten, wenn ihr zwei mit einem Dauergrinsen vor meiner Nase sitzt?“, beschwerte sich Hermine.

Ja, geht zum Knutschen in Dracos Zimmer!“, unterstützte Ron seine Freundin.

Wie könnt ihr überhaupt die ganze Zeit guter Dinge sein?“, wollte Blaise genervt wissen. „Schließlich müsst ihr nächste Woche gegeneinander spielen.“

Das ist es ja, Zabini“, grinste Draco und kniff seinem besten Freund in die Wange.

Harry musste ein lautes Lachen unterdrücken, als er jetzt die Gesichter seiner Freunde sah. Na gut, er wollte sie nicht länger auf die Folter spannen.

Kapiert ihr’s nicht? Das ist das erste Quidditch-Spiel, bei dem wir beide gewinnen können, egal, welche Mannschaft den Schnatz zuerst fängt.“

Genau“, pflichtete Draco ihm bei. „Ich freue mich genauso, wenn Harry den Schnatz fängt, als wenn ich ihn fangen würde. Und umgekehrt ist es genauso.“

Verständnislose Blicke waren die Antwort. Blaise, der als Jäger in der Slytherin-Mannschaft spielte, sah seinen Kapitän zweifelnd an. „Bist du sicher, dass du fair spielen kannst, wenn Harry mit seinem heißen Arsch auf dem Besen herumwackelt?“

Draco verdrehte die Augen. Es war kein Geheimnis, dass sein bester Freund auf Harry stand. Er hatte sogar vor ein paar Wochen erfahren, dass die beiden mal was miteinander hatten - vor seiner Zeit natürlich. Es musste wohl irgendeine Party der Oberstufenschüler gewesen sein, als sie im fünften Jahr gewesen waren. Blaise hatte Harry buchstäblich abgefüllt - doch dieser hatte ihm gestanden, dass es sich gelohnt hatte. Normalerweise hätte Draco ab diesem Zeitpunkt seinen Freund eifersüchtig auf Schritt und Tritt verfolgen müssen - aber er vertrat die Devise, was früher war, war vorbei. Er vertraute Harry und er vertraute Blaise. Dass die beiden ab und zu miteinander flirteten, konnte er ab. Tat er selbst schließlich auch. Seit er wusste, dass für ihn nicht nur Mädchen attraktiv waren, war ihm aufgefallen, dass es in Hogwarts vor geilen Kerlen wimmelte. Als Harry dies aufgefallen war, hatte er ihm ein selbstloses Angebot gemacht, er könne ja einfach mal herumprobieren. Doch Draco hatte sofort dankend abgelehnt. Eine offene Beziehung kam für ihn nicht infrage, er liebte Harry viel zu sehr, als dass er ihn betrügen würde. Denn so würde es ihm vorkommen. Flirten war okay, kleine Schwärmereien auch, aber mehr auch nicht. Nein, er wollte sein Leben mit einem einzigen Mann verbringen, und wer das war, wusste er.

Oh, meine Treiber werden schon dafür sorgen, dass Draco seinen Blick woanders hat“, erwiderte Harry. „Schade, dass Fred und George nicht mehr im Team sind. Die hätten dich ordentlich in Schach gehalten, Schatz.“

Draco drehte sich langsam zu seinem Freund um und drückte ihn in einen der Sessel, die im Gemeinschaftsraum der Gryffindors herumstanden. Mit den Armen stützte er sich rechts und links auf den Sessellehnen ab und schaute Harry tief in die Augen.

So, glaubst du, ja?“

Klar doch. Aber auch so hast du keine Chance gegen mich“, sagte Harry und grinste anzüglich.

Statt einer Antwort überwand Draco die letzten Zentimeter und beugte sich vor, bis sich ihre Lippen berührten. Harry zog ihn näher zu sich, sodass Draco auf seinem Schoß saß. Sie küssten sich zärtlich, ohne Zunge, doch selbst Ron, der sonst immer genervt die Augen verdrehte, wenn die beiden begannen, herumzuknutschen, hielt seine Klappe. Nicht nur Ron, Hermine und Blaise, die direkt neben dem Paar auf dem Fußboden saßen, sondern auch die anderen Schüler im Gemeinschaftsraum schauten gebannt bei dem Kuss zu. Hatte bis jetzt noch irgendjemand an der Liebe zwischen Harry und Draco gezweifelt, so war spätestens jetzt allen klar, dass diese zwei sich wirklich liebten.

Der Kuss dauerte gerade mal ein paar Sekunden, da löste sich Draco sanft von seinem Freund, doch er blieb auf dessen Schoß sitzen. Als er sich endlich von Harrys funkelnden Smaragden losreißen konnte, sah er sich verwundert im Gemeinschaftsraum um. „Hab ich was verpasst? Was guckt ihr denn alle so?“

Eine Erstklässlerin, Clarisse Perkins, meldete sich ehrfürchtig zu Wort. Sie hatte komplett vergessen, dass sie eigentlich zu schüchtern war, um Draco Malfoy, den Schulsprecher, anzusprechen. „Ich will später auch jemanden haben, der mich so liebt, wie ihr euch beide.“

Harry und Draco sahen sich an und mussten lächeln. Hätte sich diese Szene jemals jemand ausmalen können, der dabei war, als Harry damals Dracos Freundschaft abgelehnt hatte? Nein, ganz bestimmt nicht. Der Gryffindor schob Draco nun von seinem Schoß und zog stattdessen die kleine Clarisse, mit der er sich schon öfters unterhalten hatte, in eine Umarmung. „Danke, Clarisse, ich bin mir ganz sicher, dass du auch ganz bald einen so wunderbaren Menschen finden wirst“, sagte er leise, sodass nur sie es hören konnte.

 

 

* * *

 

 

Da es Samstag war, mussten sie heute erst um halb acht in die Große Halle zum Abendessen. Trotz der neu gewonnenen Freundschaften zwischen den einzelnen Häusern bestand Professor McGonnagal, die neue Schulleiterin, darauf, dass sie wenigstens bei den Mahlzeiten ihre Häuserzugehörigkeit zeigten. Das war jedoch auch das einzige, wobei sie sich gegenüber ihren Schülern hatte durchsetzen können, denn die Gemeinschaftsräume waren längst nicht mehr das Zuhause ihrer entsprechenden Häuser. Es war inzwischen sogar erlaubt, dass die Passwörter an enge Freunde weitergegeben wurden, die aus einem anderen Haus stammten. Um etwaigen Missbrauch zu umgehen, der eventuell bei Streitereien unterinander entstehen konnte, wurden die Passwörter unregelmäßig geändert.

Wir sehen uns später, ja?“, verabschiedete sich Draco am Eingang der Großen Halle von Harry. Dieser lächelte, nickte und küsste ihn kurz, bevor er sich mit Ron und Hermine auf den Weg zum Tisch der Gryffindors machte.

Als er sich setzen wollte, wurde er von hinten angesprochen. „Harry.“ Er erkannte die Stimme und seufzte. Seltsam war nur, dass Pansy Parkinson ihn so ansprach. Sie war sonst noch eine der wenigen, die seinen Vornamen nicht zu kennen schienen.

Harry drehte sich um und schaute die schwarzhaarige Slytherin abwartend an. Pansy war verlegen, jedenfalls vermutete er dies, weil sie nervös auf ihre Schuhe schaute, bevor sie ihren Blick wieder auf ihn richtete.

Harry, ich wollte mich entschuldigen“, begann sie dann. „Es tut mir Leid, dass ich so unausstehlich gewesen bin. Ich war halt heftig in Draco verliebt und konnte nicht akzeptieren, dass er nicht dasselbe für mich empfindet. Er scheint dich wahrhaftig zu lieben, das habe ich jetzt verstanden. Du machst ihn glücklich, und das ist alles, was ich will. Ich werde euch von jetzt an in Ruhe lassen.

Nimmst du meine Entschuldigung an?“

Ein paar Augenblicke lang sagte Harry kein Wort. Obwohl Draco ihn oft damit aufzog, er hätte genügend Eigenschaften, die zu einem Slytherin passten, so fehlte ihm doch eine entscheidende. Er war absolut nicht nachtragend, gab jedem Menschen eine zweite Chance.

Es hat zwar lange gedauert, bist du es eingesehen hast, aber ich nehme deine Entschuldigung an“, antwortete er also lächelnd. „Das spricht nämlich für dich, dass du dir deinen Fehler eingestanden hast.“

Mit einem dankendem Blick verließ Pansy den Tisch der Gryffindors und gab Harry somit freie Sicht auf den der Slytherins, wo Draco saß und ihn angrinste. Offenbar hatte sich Pansy auch bei ihm entschuldigt. Harry schickte noch einen Luftkuss zu seinem Freund, bevor er sich setzte und endlich mit dem Essen beginnen konnte.

Was war das denn?“ Ron schaute ihn perplex an. Im Gegensatz zu ihm war Ron von Natur aus misstrauisch Leuten gegenüber, die sich plötzlich anders verhielten. Außerdem konnte er dieses Misstrauen gerade gegenüber den Slytherins nicht so einfach ablegen. Draco und Blaise sowie ein paar von den normalen Slytherins sah auch der jüngste Weasley-Bruder inzwischen als seine Freunde an. Normal in dem Sinne, dass sie nicht oder nicht mehr rassistisch veranlagt waren und in ihrer Liga spielten. Von Vincent Crabbe und Gregory Goyle, seinen Gefolgsleuten seit der ersten Klasse, hatte sich Draco schon vor seiner Flucht losgesagt. Harry war ganz froh darüber, denn auch wenn Crabbe und Goyle wenig Hirn hatten, so hatten sie doch deutlich mehr Körpermasse als er und Ron zusammen.

Ach, Ron, lass es doch einfach“, meinte er, auf einem Stück Fleisch kauend. Als er es runtergeschluckt hatte, fuhr er fort: „Ist doch gut, wenn sie es endlich eingesehen hat. Jeder hat eine zweite Chance verdient. Sieh dir Draco an, was er aus seiner gemacht hat.“ Er lächelte verliebt.

Oh Mann“, stöhnte sein bester Freund daraufhin nur. „Falls ich jemals so blind vor Liebe sein sollte, schlagt mich einfach, okay?“

War das ein Angebot?“ Seamus Finnigan, der neben Ron saß, grinste lasziv.

Doch bevor Ron kontern konnte, sagte Hermine gefährlich ruhig: „Wag es ja nicht, meinen Freund anzufassen, Finnigan!“

Nicht nur besager Freund schaute sie erstaunt an, auch Harry und Seamus hörten abrupt auf zu kauen.

Ron strahlte. „Du hast mich ja verteidigt!“

Warum sollte ich auch nicht?“, erwiderte Hermine ungerührt und trank einen Schluck Kürbissaft. „Nur weil Seamus alles bespringt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, muss er sich nicht an dich heranmachen.“

Es wäre aber den Spaß wert“, rutschte es Harry heraus, doch er bereute es sofort, denn nun war er es, der angestarrt wurde. Einzig Seamus wusste, worauf er anspielte.

Was soll das denn heißen?“, wollte Hermine neugierig wissen.

Na ja“, druckste Harry herum, doch dann grinste er. „Dank Seamus hab ich herausgefunden, dass ich schwul bin.“

An den Gesichtern seiner besten Freunde konnte er erkennen, dass sie eine ausführlichere Antwort erwarteten. Nun, ein bisschen abgefärbt hatte Dracos Charakter auf ihn. Ab und zu genoss selbst er es, im Mittelpunkt zu stehen. Also steckte er sich seelenruhig die letzte Kartoffel in den Mund und trank den Rest Kürbissaft, bevor er weiter erzählte.

Es war nach einem Treffen der DA. Ihr wisst doch, dass Cho Chang aus Ravenclaw mich geküsst hat. Nun, ich hab euch nicht alles erzählt. Als sie weg war, hab ich mich gefragt, weshalb ich nichts gefühlt habe bei dem Kuss. Alle haben immer von ihrem ersten Kuss geschwärmt, wie toll er doch war und man müsse es unbedingt ausprobieren. Na... jedenfalls war es bei mir nicht so. Die ganzen schwärmerischen Gefühle, die ich vorher für Cho gehabt habe, waren einfach verschwunden. Wie weggeblasen. Weshalb, wurde mir erst im nächsten Moment klar. Seamus kam zurück in den Raum der Wünsche, weil er seinen Zauberstab vergessen hatte. Er sah mich, ich ihn - ach, ihr wisst doch, wie das abläuft! Es hat geknistert wie sonst was, wir haben uns geküsst, na ja, und da wusste ich, dass sich der erste Kuss genau so anfühlen musste.“

Bei dem Kuss ist es ja nun nicht geblieben“, musste auch Seamus seinen Senf dazu geben.

Das witzige daran ist ja, dass Seamus genau wie ich vorher nie daran gedacht hatte, einen Jungen zu küssen - geschweige denn, mit einem zu schlafen“, ergänzte Harry. „Wir haben es quasi zur selben Zeit entdeckt.“

Achso, deshalb kam euer Outing auch fast zur selben Zeit“, murmelte Ron.

Ich hätte es bemerken müssen“, war Hermines einziger Kommentar.

Harry und Seamus sahen sich hinter Rons Rücken amüsiert an. Fast niemand wusste, dass sie ihr erstes Mal gemeinsam gehabt hatten - Harry hatte es nur Draco erzählt, als dieser ihn nach seinem ersten Mal mit einem Jungen gefragt hatte. Und Seamus hatte es seiner besten Freundin, Hannah Abbott aus Hufflepuff, gesagt. Jeder von ihnen vertrauten den beiden Personen.

Hermine und Ron hatten wohl vergessen, dass sie eigentlich beleidigt sein müssten, weil Harry es ihnen verschwiegen hatte. Sie widmeten sich wieder ihrem Essen. Eine Weile sagte niemand etwas, doch als Seamus, dem das Schweigen zu erdrückend wurde, zu einem aufheiternden Witz ansetzen wollte, wurde er von kräftigem Flügelschlagen unterbrochen.

Natürlich. Samstag war der einzige Tag in der Woche, an dem sie ihre Post erst abends bekamen, denn auch Eulen brauchten mal Pause von der ständigen Fliegerei.

Harrys Schneeeule Hedwig führte die Spitze der Eulenschar an, entdeckte ihn und landete schließlich sanft auf seiner Schulter. Neben der täglichen Ausgabe des Klitteres, den Harry abonniert hatte - dem Tagespropheten vertraute fast niemand mehr, trotz des neuen Zaubereiministers, der sich von den Ansichten seiner Vorgänger deutlich distanziert hatte -, hatte Hedwig auch ein kleines Päckchen dabei. Harry nahm ihr dieses und die Zeitung ab, versorgte sie mit einem Eulenkeks, von denen er immer ein paar dabei hatte, und kraulte sie noch kurz am Hals, bevor sie wieder ihre Flügel ausbreitete und davon flog.

Während Hedwig zu Harry geflogen war, war ein großer brauner Uhu neben Dracos Platz am Slytherin-Tisch gelandet. Auch er hatte in Päckchen für Draco dabei gehabt, auf dem dieser jetzt erkannte, dass es Harrys Schrift war. Für meinen Schatz Draco. Draco lächelte.

Ihr müsst euch auch jede Minute sagen, dass ihr euch liebt, oder?“, maulte Blaise, der sich auch endlich eine feste Beziehung wünschte.

Nimm’s nicht so schwer, Zabini“, erwiderte Draco, während er das Päckchen öffnete. „Du findest schon noch jemanden.“ Stirnrunzelnd zog er eine dunkelrote Phiole aus dem Päckchen, die keine Aufschrift trug, an der jedoch ein Stück Pergament hing.

Da steht ja gar nichts drauf.“

Gut erkannt, Blaise“, sagte Draco spöttisch. Einer Eingebung folgend, tippte er das Pergament an und murmelte: „Aparecium.“ Wie er vermutet hatte, wurde die unsichtbare Tinte sichtbar und es erschienen Buchstaben in Harrys leicht unordentlicher Schrift.

Die Tinte ist so verzaubert, dass nur du sie lesen kannst. In der Phiole ist ein Trank, den ich letztens in einem Buch aus der verbotenen Abteilung entdeckt habe. Keine Angst, er ist nicht gefährlich. Nur... nicht für Minderjährige geeignet. Es wird dich überraschen, was wir alles anstellen werden, wenn wir den genommen haben.

Nimm ihn am besten sofort, das mach ich auch, dann wirkt er, sobald wir uns im Raum der Wünsche treffen.

Ich liebe dich.

Dein Harry.

Und, was steht drin?“, fragte Blaise neugierig.

Das geht dich überhaupt nichts an!“

Beleidigt wandte sich Blaise von seinem besten Freund ab, während dieser die Phiole öffnete und daran schnupperte. Sein Freund war wirklich ein kleines Luder! Nicht, dass er das nicht bereits gewusst hätte, schließlich hatten sie im Bett schon - ähem - alles Mögliche ausprobiert. Deshalb war er sehr gespannt, was Harry geplant hatte.

Als er die Phiole an die Lippen setzte, sah er aus den Augenwinkeln heraus, dass Harry in diesem Moment genau dasselbe tat. Draco leerte die Phiole in einem Zug. Das Zeug schmeckte gar nicht mal so schlecht.

Da Harry geschrieben hatte, der Trank würde nicht sofort wirken, war Draco ziemlich überrascht, als er ein leichtes Kribbeln im ganzen Körper spürte. Es war ihm, als würde etwas aus ihm herausgesaugt, das er aber nicht wirklich identifizieren konnte. Der Trank schien auch in seinem Gehirn zu wirken, denn er merkte, wie ihm leicht schwummrig wurde, bevor dieses Gefühl urplötzlich wieder verschwand und auch das Kribbeln nachgelassen hatte. Er fühlte sich gar nicht so verändert, doch anscheinend sah sein bester Freund dies anders. Denn Blaise sah ihn verwirrt an.

Was ist denn, Zabini?“

Du hast gerade ganz komisch gezuckt. Hat Harry dir das Päckchen nicht geschickt?“

Wovon redest du da, Zabini? Wieso sollte Potter mir ein Päckchen schicken? Und seit wann nennst du ihn Harry?“

Draco wartete nicht auf Blaise’ Antwort, sondern erhob sich von Tisch, da auch die meisten anderen Schüler fertig gegessen hatten.

Blaise hingegen fragte sich stirnrunzelnd, wo das Päckchen abgeblieben war, denn Draco hatte es nicht mitgenommen und auf dem Tisch lag es auch nicht mehr.

Am Gryffindor-Tisch hatten Harrys Freunde ungefähr dasselbe miterleben müssen wie Blaise. Als Harry den Inhalt der Phiole getrunken hatte, die Draco ihm geschickt hatte, hatte er ebenfalls merkwürdige Zuckungen gehabt, bevor er sich wieder normal verhalten hatte. Na ja, fast normal.

So, wir verziehen uns dann mal“, meinte Hermine. Ron bedachte sie mit einem beschwörenden Blick.

Ja, wir gehen in den Gemeinschaftsraum.“

Wartet doch, ich komme mit“, hielt Harry sie zurück und stand ebenfalls auf.

Ähm“, machte Ron.

Hermine sah Harry erstaunt an. „Meinst du nicht, dass Draco auf dich wartet? Er ist gerade hinaus gegangen.“

Von wem redest du, Hermine? Doch nicht etwa von Malfoy?“ Harry lachte kurz auf. „Wieso sollte er auf mich warten? Außerdem haben wir seit dem Ende der Schlacht keine drei Sätze miteinander geredet. Na los, kommt schon. Ich hätte Lust auf Snape explodiert.“

Damit ließ er seine besten Freunde stehen, die die Welt nicht mehr verstanden. Was, um Himmels willen, war da gerade passiert?

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Autor

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Kapitel:4
Sätze:565
Wörter:8.536
Zeichen:50.522

Kurzbeschreibung

Voldemort ist besiegt. Harry und Draco haben sich nicht nur als Paar zueinander bekannt, sondern auch dafür gesorgt, dass sich Gryffindor und Slytherin nicht mehr so spinnefeind sind. Endlich können sie ein entspanntes Schuljahr mit ihren Freunden und ihrer Liebe genießen. Oder?

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Romanze, Freundschaft und Drarry (Pairing) getaggt.