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Ich hab dir vertraut

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05.03.21 06:20
18 Ab 18 Jahren
Heterosexualität
Homosexualität
Fertiggestellt

Hallo und Willkommen zu einer Fortsetzung, die ich eigentlich nie schreiben wollte, es aber jetzt doch tue.

Die FF „Zwischen Rockmusik und Laufsteg" kam ja nun doch recht gut an und nun sitze ich hier und schreibe fleißig. Verfasst wurde sie von mir am 06.05.2018.

Bot sich eben an und ja, es wird leicht dramatisch aber auch erotisch.

Kennt man ja von mir schon :)

Demnach wünsche ich euch ganz viel Spaß und wer die Vorgeschichte nicht kennt, der sollte sie unbedingt lesen, denn sonst versteht man Null.

Zudem schreibe ich dieses Buch hier alleine  und ja die Idee kam durch einen Film, den ich aber nicht nachschreibe, sondern nur als Inspiration genommen habe.


Daher kann ich diesen auch verraten, da er kaum Einfluss auf die Story hat und wenn doch, dann nur minimal.

Kill your Darlings.

Ein Film, in dem Daniel Radcliffe tatsächlich mitgespielt hatte und sogar Gay. Ich liebe diesen Film, auch wenn er recht dramatisch ist.



Sollte ich nicht glücklich sein?

Darüber, was ich und wie ich es geschafft habe?

Warum kann ich mich derzeit nicht darüber freuen und einfach mein Leben genießen?

Warum jetzt die Zweifel, die seit einigen Tagen an mir nagen?

Ich habe keine Ahnung, auch nicht, wie lange ich bereits in meinem Bett liege und die Decke über mir anstarre.

Nach aufstehen ist mir nicht, ebenso nach Frühstück und da ich heute endlich einmal wieder freihabe, muss ich gar nichts.

Okay?!

So ganz stimmt das nicht, denn wie jeder normale Mensch, muss auch ich raus und ins Badezimmer.

Zwar bin ich immer noch ein Zauberer, doch pinkeln geht auch ohne Zauberstab und wenn ich so darüber nachdenke, muss ich sogar leise lachen, denn womöglich würde das komisch aussehen.

Lachen ist sogar etwas, was ich mittlerweile gerne und oft mache, immer wieder komisch angesehen werde, wenn ich jemanden aus meiner Schulzeit treffe und sie mich noch als Eisklotz im Gedächtnis haben.

Ebenso ist es für meinen Vater seltsam anzusehen, meine Mutter hat sich damit angefreundet und auch damit, wie und wo ich lebe.

Auch damit, wer bei mir lebt, neben mir im Bett liegt und noch immer schläft.

Mit einem Lächeln auf den Lippen, strecke ich die Hand aus, fahre vorsichtig durch die schwarzen Haare meines Freundes und muss leise lachen, als er anfängt zu grummeln und sich letztendlich unter seine Bettdecke flüchtet.

Wenn ich ihn so betrachte, kann ich mir nur schwer vorstellen, was er einmal getan hat, wofür er gekämpft und gesiegt hatte.

Es ist lange her, aber mir kommt es teilweise so vor, als sei es erst gestern gewesen, als er Voldemort besiegt und die Welt der Zauberer und Hexen gerettet hat.

Ein schweres Laster hat er damals getragen und heute erinnert nur noch die Blitznarbe auf seiner Stirn daran, was er sich alles gefallen lassen musste.

Ich gehörte damals leider auch dazu, hatte Harry das Leben schwer gemacht und das nur, weil er damals meine Freundschaft ausgeschlagen hat.

Heute?

Heute liegt er neben mir, grummelt noch immer und scheinbar will er noch etwas schlafen.

Soll er ruhig, ich muss dringend aufs Klo und schwinge mich daher so leise es geht, aus dem Bett.

„Wo willst du hin?", nuschelt Harry unter der Decke, kommt langsam unter dieser hervor und sieht verschlafen zu mir rüber.

„Nur schnell ins Bad", erwidere ich knapp, richte mich auf und doch zieht er mich zurück ins Bett, küsst mich kurz und lässt mich wieder frei.

Süß, schießt es mir kurz durch den Kopf, dann aber renne ich fast schon ins Badezimmer, da ich ganz vergessen habe, wie dringend ich muss.

Das Lachen seitens Harry höre ich dennoch, achte aber nicht mehr darauf und knalle salopp die Tür hinter mir zu.

Harry kann auch mal warten und er wird warten, er weiß was er an mir hat und ich, was ich an ihm habe.

Nicht nur heißen, hemmungslosen Sex, nein, viel mehr.

Es ist mein perfektes Gegenstück.

Mein kleines Licht, welches mich aus der Dunkelheit gefreit hat.

"Brauchst du noch lange, Draco?" Die Worte reißen mich mehr oder weniger aus dem Schlaf und verwirrt sehe ich mich um, stelle fest, dass ich allen ernstes auf dem Klo eingeschlafen bin.

Auch das noch, denke ich mir, zieh meine Hose hoch, spüle ab und komm langsam aus dem Badezimmer raus, nur um mir Harrys mehr als dümmliches Grinsen anzutun.

"Was?", kommt es mir mürrisch über die Lippen, ehe ich mich an ihm vorbei mogel und das nur, um in die Küche zu gelangen.

Kaffee, ich brauch Kaffee und davon reichlich.

Anders übersteh ich den Tag heute nicht und erst recht nicht Harry, der mir folgt, leise hinter mir kichert und sich das Kaffeepulver schnappt.

Fein, soll er das machen. Seiner ist ohnehin stärker und das ist es, was ich derzeit brauche.

Einen starken Kaffee und das schnell.

"Gut geschlafen?", murmelt Harry schließlich doch, nachdem er aufgehört hatte, sich über mich und die Klositzung lustig zu machen.

"Hmm ...", gebe ich zu verstehen, tripple abwartend auf die Küchenzeile und sehe zu, wie langsam aber sicher die Kaffeemaschine ihre Arbeit verrichtet.

Zu langsam für meinen Geschmack und leise fange ich das Grummeln an, werde jedoch sanft von hinten umarmt und in den Nacken geküsst. "Zauber dir halt einfach einen."

Zaubern? Verwirrt drehe ich mich in der Umarmung um, schiebe Harry etwas von mir und sehe ihn eingehend an. "Du weißt, dass ich meinen Zauberstab nicht mehr nutze."

Harry grinst, grinst anzüglich und sofort rolle ich genervt mit den Augen, ehe ich ihm in die Seite knuffe. "Du weißt genau, von welchem Zauberstab ich rede!"

"Weiß ich das?" Provokativ sieht er mich an, leckt sich dabei über die Lippen und zieht mich nahe an sich heran.

Am liebsten will ich ihn schlagen, aber so wird das nichts. Hinter mir die Küchenzeile und vor mir Harry, der mich dagegen drückt und es mir beinahe unmöglich macht, mich zu bewegen.

"Ich brauch erst mal einen Kaffee", merke ich entschuldigend an und sofort lässt Harry mich auch los, nickt und sieht zur Kaffeemaschine, die endlich durchgelaufen ist.

"Schwarz wie immer", lächelt er, reicht mir eine Tasse des herrlich duftenden Wachmachers und nimmt sich selbst einen.

Allerdings mit Milch und Zucker, anders trinkt er diesen nicht.

"Danke", murmle ich, setzte mich an den Küchentisch und blicke raus aus dem Fenster.

Heiterer Sonnenschein, dazu ein paar Wolken am Himmel.

Perfekt eigentlich und doch habe ich keine große Lust heute irgendwas zu machen.

Nur Füße hochlegen, gammeln und die Seele baumeln lassen.

Aber daraus wird wohl nichts, unterbricht das Telefon die Ruhe, lässt mich zusammenzucken und den Kopf in Richtung Flur drehen.

Normal ruft kaum einer auf meinem Telefon an, jedenfalls auf dem Festnetz nicht und demnach kann es nur meine Familie sein und auf diese habe ich gerade so gar keine Lust.

"Ich geh schon." Harry stellt seine Tasse auf dem Tisch ab, geht raus auf den Flur und meldet sich sogar mit "Bei Malfoy".

Kurz muss ich lachen, klingt das irgendwie seltsam und doch gefällt es mir, wie er meinen Nachnamen sagt.

Früher war ich ja immer nur "Malfoy" und das wurde mir gerne mit einem knurrenden Unterton an den Kopf geworfen.

Heute klingt es anders.

Liebevoller, dazu sanft und mit einem Lächeln auf den Lippen, dem ich nur schwer widerstehen kann.

Lange dauert es nicht, Harry kommt zurück, überreicht mir das Telefon und murmelt mir kurz noch zu, dass es mein Vater ist.

Was will er denn jetzt, noch dazu, warum ruft er an?

Mehr als verwirrt nehme ich das Telefon, führe es zu meinem Ohr und begrüße meinen Vater knapp.

Was um Himmelswillen will er, ich versteh kaum ein Wort, da er so schnell spricht und sich einige Male verhaspelt.

„Ganz ruhig. Wer oder was kommt und wohin?", frage ich daher noch einmal nach, ehe ich einen Schluck von meinem Kaffee trinke und das Gesicht verziehe.

Kalt, dazu bitter und das mag ich nicht, stelle ihn daher weg und sehe zu Harry, der scheinbar versteht und die Tasse wegnimmt.

Kaum später stellt er mir diese erneut hin und sie dampft, der Kaffee ist heiß und so gefällt mir das.

Gerade will ich die Tasse zu meinen Lippen führen, zucke jedoch heftig bei dem, was mein Vater sagt zusammen und verschütte den Inhalt auf meiner Hose.

Zischend springe ich auf, knalle die Tasse auf den Tisch und fluche einmal laut auf, ehe ich mich bei meinem Vater entschuldige, da dieser fragt, was ich jetzt habe.

Eine nasse Hose, dazu fast ein verbrühtes Ei, aber das muss ich ihm jetzt nicht näher erläutern.

Es reicht, wenn ich ihm sage, dass ich mich verbrüht habe, nicht aber wo. Das geht ihn nun wirklich nichts an und daher verabschiede ich mich rasch und lege auf.

Nun sichtlich gestresst fahre ich mir durch die Haare, sehe zu Harry, der mich erst mitleidig und dann vorwurfsvoll ansieht.

„Was?", will ich wissen, stapfe an ihm vorbei und in Richtung Eisschrank.

Hinter mir ein leises Lachen und fauchend drehe ich mich um, sehe Harry warnend an, ehe ich mich erneut umdrehe und den Gefrierschrank öffne. Hastig suche ich nach einem Eisbeutel, finde keinen und donnere gefrustet die Tür wieder zu.

Dann eben kaltes Wasser, denke ich mir, schiebe meinen lachenden Freund zur Seite und befeuchte stattdessen ein Geschirrhandtuch, welches kaum später in meiner Hose verschwindet.

Gott tut das gut. Ich kann es förmlich zischen und Harry noch immer lachen hören.

„Sehr witzig", knurre ich deshalb und versuche mich aus seinem Griff zu befreien, als er sich versöhnlich anschmiegen will.

Nichts da, erst lachen und dann kuscheln wollen. Nicht mit mir, da kann er noch so schnurren oder es versuchen.

Zieht bei mir nicht, denn ich bin pissig und habe Schmerzen, wo ich für normal keine habe. Außer Harry hat sich wieder mal nicht unter Kontorolle und beißt etwas fester zu, was aber eher selten vorkommt.

„Was wollte Lucius denn?", will Harry schließlich wissen, sieht mich ernst an und streicht mir eine meiner blonden Strähnen aus dem Gesicht.

„Nichts Wichtiges. Er wollte mir nur sagen, dass die Arschgeige vorbeikommt und auch mich sehen will."

„Arschgeige?" Harry runzelt sichtlich die Stirn, überlegt und da fällt mir ein, dass ich ihm nie von meinem älteren Cousin erzählt habe.

Wozu auch? Der Typ ist lästig, macht nur Probleme und ist noch schlimmer als ich es je sein könnte.

Und der will mich sehen und das auch noch in meiner Wohnung.

An sich kein Problem, aber nicht heute und nicht, wenn Harry da ist. Das geht gar nicht.

„Draco?" Harry fuchtelt mit der Hand vor meinem Gesicht, reißt mich aus den Gedanken und er wartet scheinbar auf eine zufriedenstellende Antwort meinerseits.

„Mein Cousin kommt", murmle ich leise und setz mich niedergeschlagen an den Tisch.

Harry folgt mir, umarmt mich von hinten und legt den Kopf auf meiner schulter ab. „Und wann?"

„Heute", kommt es knapp von mir, ehe ich aufspringe und mir einfällt, dass ich mich umziehen und herrichten muss.

„Und wann ... Hey, jetzt warte doch mal." Harry folgt mir hastig ins Schlafzimmer, bleibt aber an der Tür stehen und sieht mir frech grinsend beim Umziehen zu, wackelt anzüglich mit den Augenbrauen.

„Lass den Scheiß", fauche ich gereizt, bin mehr und mehr pissig und schlüpfte hastig in meine weiße Jeans. „Mister Perfekt kann jeden Moment kommen."

Harry lacht erneut und fragend sehe ich an, da ich zu gerne wüsste, was bitte jetzt wieder so lustig ist.

Manchmal lacht er über die absurdesten Dinge, über Sachen, die nicht mal komisch sind.

„Na ja, ich dachte, Mister Perfekt steht gerade vor mir."

„Falsch, Harry", erwidere ich bissig, schiebe ihn aus der Tür und rolle mit den Augen, als es an der Tür schellt.

Entweder ... oh bitte lass es nur den Postboten sein oder meinetwegen irgendein Nachbar.

Bitte nicht ihn.

Bloß nicht Lucien.

Nicht jetzt schon.

„Willst du nicht ..."

„Nein, will ich nicht", schneide ich Harry zischend das Wort ab, gehe aber dennoch zur Tür, welche ich öffne und kalt einem mehr als vertrauten Blondschopf entgegenblicke.

„Wow." Mehr sagt er nicht, schiebt sich dreist an mir vorbei und lässt mich einfach stehen, entdeckt dann aber Harry und muss unweigerlich grinsen.

„Ist das nicht Harry Potter?", fragt er gleich, streckt ihm die Hand hin, wie ich vor Jahren und dumm, wirklich dumm, wie Harry manchmal sein kann, nimmt er dies auch noch an.

Grummelnd schließe ich erst mal die Tür, drehe mich um, sehe Lucien warnend an und mein Blick verheißt nichts Gutes.

Zeigt ihm deutlich an, dass er seine Griffel wegzulassen hat und das Harry mir, und zwar nur MIR gehört.

„Du bist schwul? Wow, was für ..." Er spricht nicht weiter, was auch gesünder ist, dann aber grinst er dreckig und mustert mich genauer. „Du liegst unten, oder?"

„Schnauze." Als ob es ihn etwas angeht.

Wieder lacht er, dieses Mal aber spöttisch und mir platzt gleich buchstäblich der Arsch, wenn er so weiter macht. „Noch ein Wort von dir und ich schmeiß dich hochkantig raus!"

Es dauert, dauert wirklich lange, bis mein werter Herr Cousin endlich oder leider zu meinem Nachteil seine Stimme wiedergefunden hat.

Dazu passend trifft mich ein Blick, der ziemlich überheblich und gleichzeitig herablassend ist.

Hat der was gegen Homosexualität oder was soll mir das jetzt sagen?

Skeptisch blicke ich zu Harry rüber, doch er zuckt nur mit den Schultern, ehe er sich abwendet und in die Küche geht.

Klar, lass mich nur mit diesem Monster alleine.

Nett wirklich nett, aber so ist Harry immer.

Fehlt nur noch, dass er mich wieder Malfoy nennt und gleich seinen Zauberstab zückt.

Das ist mir derzeit sogar lieber, als hier mitten im Flur mit Mister Kotzbrocken zu stehen und mich weiterhin anstarren zu lassen.

„Bist du jetzt fertig?", frage ich eisig, ehe ich Harry in die Küche folge, mich setze und darauf warte, dass mein ach so netter Cousin es mir gleich tut.

Lange muss ich nicht warten, kommt er mit einem selbstgefälligen Grinsen in die Küche, setzt sich mir gegenüber und klaut mir dreist meine Kaffeetasse.

Gut, der Inhalt ist eh kalt und soll er ihn trinken und daran elendig krepieren.

Gott verdammtes Arschloch.

Und wessen Idee war das wieder?

Richtig. Mein Vater und mir ist dezent danach, ihm einfach einen Fluch auf den Hals zu hetzen, aber ich zaubere ja nicht.

Nicht mehr.

Glück für meinen Vater, Pech für mich, wobei ich nicht auf den Mund gefallen bin und da kann da sitzen, wer will.

„Was willst du überhaupt hier, Lucien? Es ist ja nicht so, dass wir ganz dicke miteinander sind", fange ich wieder an, ignoriere dezent dabei sein Grinsen und die Tatsache, dass er ernsthaft kalten Kaffee trinkt.

Bekanntlich macht dieser zwar schön, aber nun gut, schön genug ist er ja, da muss man ... Ach was, der ist gar nicht schön, immerhin bin ich das Model und nicht er.

Was macht er überhaupt beruflich?

Ich hab nicht die leiseste Ahnung und ehrlich gesagt ist es mir auch egal, ich will nur wissen, was er hier macht und ihn so schnell wie möglich wieder loswerden.

Heute ist einer meiner wenigen freien Tage und diese verbringe ich gewohnt mit Harry und das alleine.

Da stört er nur und es regt mich auf, dass scheinbar noch immer keine Antwort kommt, eher ein dämliches Grinsen und ein überheblicher Blick, der mich dazu bringt genervt mit den Augen zu rollen.

„Du wolltest doch eine Antwort."

Bitte was?

Wann und wo ... Mist, ich hab scheinbar nicht mitbekommen, dass er irgendwas gesagt hat und sehe kurz zu Harry der schweigt, mir aber nett, wie er ist, einen Kaffee reicht und sich endlich auch mal hinsetzt.

„Danke", murmle ich, nehme vorerst einen Schluck und blicke nachdenklich meinen Cousin an. „Und weiter?"

Lucien rollt mit den Augen, etwas, was er beinahe genauso gut beherrscht wie ich es tue und dennoch hat er dabei wieder dieses überhebliche Grinsen im Gesicht, was mich seit ich ihn kenne, derbe ankotzt.

Das ist meine Art anderen Menschen, beziehungsweise Muggeln gegenüberzutreten und nicht seine und doch tut er es immer wieder.

Der weiß mit Sicherheit genauso wie ich, dass mir das gewaltig gegen den Strich geht und ebenso seine gesamte Anwesenheit.

Mein Tag ist jedenfalls im Arsch und das dank dieser aufdringlichen Person, die mir gegenüber sitzt, meinen Freund anglotzt, als würde er ihn gleich ...

Ungewollt fange ich an zu knurren, stehe auf und setze mich demonstrativ auf Harrys Schoss und funkle meinen Cousin mit tödlichen Blicken an.

Verwirrt sieht Harry mich nur an, dann aber scheint er zu verstehen, legt beide Arme um mich und zufrieden kuschel ich mich mehr an, denke mir meinen Teil der weniger freundlich, sogar teilweise arschig ist.

Jeder der mich kennt oder kennengelernt hat, weiß, dass ich, wenn es um Harry geht, verdammt angriffslustig werden kann.

Er gehört zu mir und ich zu ihm und da ist kein Platz für eine andere Person.

Abgesehen von Freunden, Eltern und Kollegen, die das jedoch alle platonisch sehen.

Da wagt es sich keiner Harry auch nur irgendwie anrüchig ansehen zu wollen und sollte er es sich dennoch erlauben, ich würde ihn ernsthaft in Stücke reißen, vierteilen und kopfüber am nächsten Baum aufhängen.

Ich bin da sehr besitzergreifend und ich teile ungern.

Nicht mal meinen Kaffee, welchen ich mir selber gekocht habe und hinter dem Arbeit steckt.

„Hast du Angst, dass ich dir deinen Lover abschwätze?" Lucien reißt mich aus meinen Gedanken, spricht leider das an, wovor ich wirklich Angst habe und es mich kurz schlucken lässt.

„Zugeben er ist schon ziemlich heiß, aber ..."

Weiter lasse ich ihn nicht aussprechen, springe fast über den Tisch und meinem Cousin an den Hals.

„Wowowow", wehrt er ab, schiebt mich von sich weg und richtet seinen zerknitterten Kragen. „Ich hab nicht ..."

"Besser du gehst jetzt." Harry steht auf, fasst mich an der Schulter, zieht mich von Lucien weg und direkt hinter sich. „Ich versteh langsam, warum Draco nichts von dir erzählt hat. Du bist ein überhebliches Arschloch. Noch schlimmer als Draco es je war."

Danke für die Blumen, aber recht hat Harry.

Ich war damals ein Arschloch, dazu überheblich, kalt und manchmal auch gnadenlos aber ich habe mich die letzten Jahre stark verändern und zeige solche Züge nur noch, wenn es wirklich sein muss.

Lucien sieht zwischen Harry und mir hin und her, zuckt mit den Schultern und lässt vorerst die Küche.

Im Flur selber dreht er sich nochmals um und lächelt kalt. „Ich werde wiederkommen."

„Verpiss dich!" Harry hat Mühe mich zurückzuhalten, festigt den Griff um mich und hält mich damit ab, Lucien an die Kehle zu bringen, ihm in der Luft zu zerfetzen und den Geiern zum Fraß vorzuwerfen.

„Beruhige dich", redet Harry auf mich ein, doch ich will mich nicht beruhigen, ihn schlagen, treten, den Kopf abreißen und im Meer versenken.

Er stört, betritt mein Heim, meinen Zufluchtsort und tritt mich verbal mit Füßen.

Nein, ich bin noch lange nicht fertig, reiße mich los und stürme ungehalten auf Lucien zu, der jedoch zurückweicht und mich geradewegs vor die nächste Wand rennen lässt.

Der Schmerz kommt, lässt mich taumeln und fallen, auf dem Boden sinken und nur am Rande bekomme ich noch mit, wie Harry wütend seinen Zauberstab zückt, Lucien einen weniger netten Fluch hinterherschickt und letztendlich vor die Tür setzt.

„Verdammter Dreckskerl", schimpft er, knallt die Tür hinter sich zu und ist mit schnellen Schritten bei mir. „Langsam, versuch nicht zu schnell aufzustehen."

Antworten schenke ich mir, richte mich nur langsam auf und fasse mir zischend an den Hinterkopf, der gewaltig dröhnt und mir ist, als schlägt mir jemand mit einem Hammer immer wieder auf den Kopf.

Stöhnend kneife ich die Augen zu, klammere mich an Harrys rechten Arm fest und atme tief ein. „Mir ist schlecht. Furchtbar schlecht."

„Klingt nach Gehirnerschütterung", murmelt Harry, hievt mich vorsichtig hoch und schleppt mich mehr oder weniger zur Couch. „Das sollte sich ein Arzt ansehen."

„Ich will keinen Arzt", erwidere ich leise, lege mich langsam hin und schließe die Augen und will diese bunten Lichter vor meinen Augen nicht sehen.

„Red keinen Scheiß, Draco. In drei Tagen läuft zu für Lagerfeld, schon vergessen?"

Fuck!

Ich wusste, dass ich etwas vergessen habe und nun weiß ich wieder, was es ist.

Muße, ich bin die Muße Lagerfelds und ich muss in drei Tagen laufen.

„Wenn du schon keinen Arzt willst, dann ..."

„Nein, ich will Ginny nicht hier haben. Hol Pansy oder meinetwegen Hermine, aber nicht diese rothaarige Kuh, die dir noch immer am Hosenbein hängt und hinterher sabbert", rege ich mich ungewollt auf, was sich sogleich als Fehler herausstellt, auf meinen Kopf auswirkt und ihn gnadenlos hämmern lässt.

„Schön, dann eben Pansy", lenkt Harry ein, verlässt das Wohnzimmer und ich meine ihn kurz telefonieren zu hören, aber sicher bin ich mir nicht.

Alles dreht sich, mir wird schlecht, schwarz vor Augen.

„Ich weiß nicht mal, warum er so einen Hass auf ihn hat."

„Das liegt ein paar Jahre zurück, Harry und ich weiß nicht, ob ich dir das erzählen soll." Pansy sieht zu Draco, der auf dem Sofa liegt, zu schlafen scheint und schließlich wieder zu Harry.

„Bitte, Pansy. Ich will es doch nur verstehen." Flehend sieht er die schwarzhaarige Hexe an, setzt sich auf den Zweisitzer und doch sieht er mehr als besorgt zu seinem Freund.

Pansy seufzt resigniert auf. „Also gut, aber auf deine Verantwortung."

Lediglich ein Nicken kommt von Harry, seine gesamte Aufmerksamkeit auf Pansy richtet und Draco vorerst nicht weiter beachtet, da dieser ohnehin schläft und das so tief, dass er sie beide ganz sicher nicht hört.

„Vor dir hatte Draco schon einmal eine Beziehung. Eine die super lief, die sogar so gefestigt war, dass beide daran dachten, zu heiraten." Pansy schluckt schwer, verkrampft sich und spricht dennoch nach einer kurzen Pause weiter. „Es kam aber nicht dazu, da Draco anfing zu modeln, kaum noch Zeit für diese Beziehung hatte und..."

Verdammt, mein Kopf bringt mich noch um und ebenso diese Stimme, die penetrant in meinen Ohren klingelt, mich dazu bringt die Augen zu öffnen und zu realisieren, dass ich scheinbar noch immer im Wohnzimmer liege.

„Und weiter?", höre ich Harrys Stimme, drehe langsam den Kopf in seine Richtung, erkenne dabei, dass auch Pansy endlich da ist und scheinbar angespannt wirkt.

„Worüber sprecht ihr?" Meine Stimme klingt leise, dazu kratzig und ich muss mehrmals schlucken, ehe sie ihren Dienst wieder richtig aufnimmt.

„Über nichts."

„Über dich."

„Über mich?" Verwirrt sehe ich Harry an, will mich aufrichten, doch mein Körper füllt sich unsagbar schwach und ausgelaugt an.

„Darüber, was vor mir war. Beziehungsweise dazwischen", nuschelte Harry, sah weg und mir dämmert bereits, was er damit ansprechen will.

Über mich haben sie gesprochen, dazu was vor Harry war, beziehungsweise ...

Meine Gedanken stoppen, mein Blick schweift zu Pansy herüber, zeigt deutlich, dass ich wenig begeistert bin, dass sie mit Harry über Adrian sprechen will oder wollte.

Es ist immerhin meine Sache, meine Vergangenheit und über diese spreche, wenn ich selber, worauf ich aber keine große Lust habe.

Da kann Harry noch so niedlich gucken, es ist ein Thema, was einem roten Tuch ähnelt, welches ich vergessen will und nun wieder daran erinnert werde.

An all den Kummer, Schmerz und die schlaflosen Nächte, die mir fast den Verstand geraubt haben.

Danke, aber ich brauche das nicht.

Nicht mehr und nicht noch einmal.

„Pansy wird dir genauso wenig über Adrian erzählen, wie ich es tue", wende ich mich ernst an Harry, wende mich ab und höre dennoch, wie Harry enttäuscht vor sich hin seufzt.

Soll er, es ist meine Sache und ich rede nicht darüber.

„Draco bitte. Ich will es doch nur verstehen." Wieder fängt er an, macht mich sauer damit und am liebsten will ich ihn schlagen.

Geht aber nicht, da mir zum einen der Kopf dröhnt und zudem wackeln meine Beine wie Wackelpudding, versagen noch immer ihren Dienst und ich mag kotzen, so derbe geht mir das gegen den Strich.

Und so soll ich für eine Modeshow laufen?

Dazu die von Karl Lagerfeld, dessen Muse ich bin?

Den Teufel werde ich tun.

So nicht!

Jammern will ich aber auch nicht, aber mich ausruhen und da gehört es dazu, dass ich Ruhe brauche und keine zusätzliche Aufregung.

„Er hat mich mit Lucien betrogen. Mehr brauchst du nicht wissen", gebe ich dann aber doch klein bei, ziehe mir die Wolldecke bis unter das Kinn, verstecke mich fast darin und will somit andeuten, dass ich nicht weiter darüber reden werde.

Für Harry scheint das in Ordnung zu sein, er nickt lediglich, zieht mich näher zu sich und verschmust, wie ich sein kann, nutze ich das aus und schmiege mich an seinen warmen Körper, der mir nicht nur Wärme, sondern auch einen gewissen Halt gibt.

So passiert es auch, dass ich einschlafe, nicht mitbekomme, wie mich Harry ins Schlafzimmer trägt, ins Bett legt und zudeckt.

Wie lange ich geschlafen habe ist mir nicht klar, mein Körper hat es aber scheinbar gebraucht und fühlt sich deutlich besser, als Stunden zuvor.

Draußen dämmert es bereits und ich frage mich, warum Harry mich nicht geweckt hat.

Ist er überhaupt da?

Gähnend richte ich mich auf, fahre mir durch die zerzausten Haare und stehe schließlich langsam auf.

Alles ist still und doch höre ich leise Stimme, als ich die Tür öffnete, den Flur betrete und langsam zu Wohnzimmer tappe.

Pansy scheint demnach auch noch da zu sein, sitzt Harry gegenüber und sieht lächelnd auf, als sie mich im Türrahmen erblickt. „Ausgeschlafen?"

Knapp nicke ich auf die Frage hin, setze mich zu Harry auf die Couch und lehne mich kurz mit geschlossenen Augen an.

„Geht es dir besser?", will er wissen, worauf ich wieder nur nicke, meine Augen jedoch öffne. „Hmmm ..."

„Hmmm?" Harry sieht mich an, dann aber grinst er, steht auf und manchmal frage ich mich, ob er Gedanken lesen kann.

Besonders, weil er scheinbar genau weiß oder es geahnt hat, dass ich Durst habe, in die Küche rübergeht und mit einer Flasche Wasser und einem Glas zurückkommt.

Dankend nehme ich das Glas an, schraube die Flasche auf, welche kurz zu zischen beginnt, schenke mir halbvoll ein und leere das Glas in einem Zug, stelle es ab und lehne mich wieder zurück.

Besser, viel besser und mein Kopf brummt auch nicht ganz so schlimm wie Stunden zuvor, zudem ist der Schwindel verschwunden, ebenso die Übelkeit, die ich nicht ausstehen kann.

Nichts ist schlimmer, als das Gefühl sich übergeben zu müssen und allein der Gedanke lässt mich das Gesicht verzeihen, sorgt dafür, dass ich mich heftig schüttle.

Ich hasse es, hasse es noch mehr als ich Muggel gehasst habe.

„Alles okay, Draco?" Pansy sieht mich besorgt an, ebenso Harry.

„Ja, alles bestens", gebe ich leise von mir, beuge mich nochmals vor um mein Glas erneut zu füllen und leere auch das ziemlich schnell.

Noch immer werde ich besorgt angesehen, besonders von Harry, der näher rutscht, meine Stirn befühlt und ein „Hmm" von sich gibt.

An sich süß, aber mir geht es gut, ebenso meinem Kopf, den ich mir ja doch ziemlich angeschlagen habe.

Die letzten Tage sind dann doch schneller vergangen, als mir lieb ist und nun sitze ich an der Kante meines Bettes und hab so gar keinen Elan mich aufzuraffen.

Dennoch muss ich, muss eine Show laufen und zudem noch fliegen.

Alles machbar.

Zwar sträube ich mich nach wie vor zu zaubern, aber in dem Fall will und werde ich eine Ausnahme machen, da ich es sonst zeitlich nicht mehr schaffe. Kommt davon, wenn man vorher noch die Nacht zum Tag machen will, sich austobt und obendrauf nicht rechtzeitig geweckt wird.

Mein Blick geht daher zu Harry, der noch immer im Bett liegt, sich die Decke über den Kopf zieht und stöhnt. „Wie spät ist es?"

„Zu spät", erwidere ich knapp, steh endlich ganz auf und mache mich auf den Weg in mein Badezimmer, da ich auch noch duschen muss.

Mist, alles nur, weil man den letzten Tag nochmals auskosten wollte, gefeiert hat und der Rest?

Nun ja, ein Gentleman schweigt und genießt.

Setzend entkleide ich mich, stelle mich unter die Dusche, das Wasser an, welches mir warm auf den Körper prasselt, einlullt und für einen Moment schließe ich meine Augen und genieße es einfach.

Jedenfalls so lange, bis sich zwei Arme um mich schließen, eine Nase sich in meinen nassen Haaren vergräbt und Hände sanft aber bestimmend schließlich über meine Haut streicheln.

Lächelnd genieße ich das Ganze, lasse sogar zu, dass Harry sanft meinen Hals zu küssen beginnt und doch entziehe ich mich nur wenige Sekunden später und sehe ihn tadelnd an. „Ich hab nicht mehr viel Zeit, schon gar nicht für Kuschelstunden unter der Dusche."

Ein Seufzen dringt an mein Ohr, veranlasst mich dazu, Harry nochmals zu küssen und frech durch seine Haare zu wuscheln. „Bin ja in drei Tagen wieder da."

„Du ja, aber ich nicht. Meine Tour fängt an oder hast du das schon vergessen?", erinnert mich Harry an etwas, was ich tatsächlich vergessen habe und ihn ansehe, als käme er vom Mond.

Verdammt, ich hab es in dem ganzen Ärger mit meinem dämlichen Cousin vergessen, dabei hat Harry mir das erst vor zwei Tagen nochmals erzählt, dass wir uns erst mal die nächste Zeit nicht sehen.

Fast klatsche ich mir die Hand vor die Stirn, schüttle stattdessen aber den Kopf und sehe Harry entschuldigend an. „Tut mir leid, der ganze Stress der letzten Tage..." Weiter komme ich nicht, küsst er mich kurz aber doch intensiv, was mein Herz heftig hüpfen lässt und ich am liebsten gar nicht wegwill.

„Du solltest dich langsam fertig machen ...", haucht er mir letztendlich gegen die Lippen, schiebt mich sanft von sich und tritt noch vor mir aus der Dusche heraus.

Er hat ja recht, ich trödle herum, rege mich aber auf, dass ich kaum Zeit habe und stehe noch immer hier und starre die kalten Fliesen vor mir an.

Murrend kletter ich schließlich ebenfalls aus der Dusche, trockne mich ab und schlendere nur im Handtuch bedeckt in mein Schlafzimmer und ziehe mich an.

Was ich anziehen will, weiß ich ziemlich gut, greife nach einer schwarzen Hose, einem weißen Hemd und Boxershorts.

Eilig ziehe ich mich an, besehe mich nochmals im Spiegel und grinse zufrieden, da ich trotz noch nasser Haare ziemlich gut aussehe.

Harry steht im Türrahmen, beobachtet mich und schüttelt den Kopf.

"Arroganter Arsch", wirft er mir an den Kopf, was mich zum Lachen bringt, ich mich umdrehe und ihn ansehe.

„Darauf stehst du doch", erwidere ich gelassen, schlüpfe ich meine Schuhe, greife nach meinen zum Glück gepackten Koffer und mogle mich an Harry vorbei, der mich jedoch festhält.

„Krieg ich keinen Abschiedskuss?", schmollt er, scheint beleidigt, was sich aber rasch wieder legt, da ich nur zu gerne seiner Aufforderung nachkomme, ihn sanft küsse und mich nach wenigen Sekunden löse und lächle.

„Ich ruf dich an", murmle ich, verschwinde durch die Tür und nicht mal fünf Minuten später vermisse ich Harry auch schon wieder.

Die letzten Tage hat uns noch enger zusammengeschweißt, aber auch deutlich gemacht, dass wir uns zu selten sehen und das ist etwas, was ich vorher nicht bedacht habe.

Noch immer bin ich ziemlich überwältigt von der Show.

Sie ist gut, fast zu gut gelaufen und das geladene Publikum hat gebannt auf den Laufsteg gestarrt, jeden meiner Schritte verfolgt, geklatscht und am Ende den Schöpfer dieser unglaublich gelungenen Kreationen gefeiert.

Das Beste aber ist, ich habe sie heute wieder überrascht und noch immer kann ich einige fassungslose Blicke unter den ganzen Muggeln erkennen.

Mein sonst so kalter Blick ist gewichen, ein Lächeln liegt stattdessen auf meinen Lippen und selbst jetzt nach der Modeshow ist es nicht mehr wegzudenken und das habe ich nie jemandem außer Harry gezeigt.

Selbst Kollegen kennen es nicht, dennoch scheinen sie es zu akzeptieren, es hinzunehmen, dass auch ich eine ganz andere Seite habe.

Nicht nur eine kalte, abweisende, sondern auch eine freundliche und warme, die ich Harry zu verdanken habe und die tiefe, hoffentlich nie endende Liebe zu ihm.

Es mag kitschig klingen, doch ich weiß schon jetzt, dass ich den Rest meines Lebens mit ihm verbringen und niemand anderen an meiner Seite will.

Harry sieht das genauso und als ob er weiß, was ich denke, vibriert mein Handy in der Hosentasche und ich weiß auch so, dass er es ist, der mir eine von vielen SMS schreibt.

Das tut er immer, wenn wir lange getrennt sind und das sind wir gerade.

Er ist auf Tour und ich bin in Mailand.

Mit dem Unterschied, dass er seine Jungs um sich hat, ich nur Models und einige davon sind mir nicht bekannt, da ich mich mit Frauen eher selten abgebe.

Hermine und Pansy sind da die Ausnahmen, ebenso meine Mutter, die beinahe täglich anruft und mich fragt, ob ich auch genug esse.

Pansy schreibt eher Mails, aber nicht täglich, da sie mit ihrem Lover genug zu tun hat und die beiden dabei sind, ihre Hochzeit zu planen.

Ich beneide sie, sie wagt immerhin diesen besonderen Schritt, liegt mir damit gerne in den Ohren und gestern erst hat sie mich gefragt, ob ich mit ihr ein Brautkleid kaufen will.

Natürlich will ich, sie ist meine beste Freundin, fast schon wie eine Schwester und wer weiß, vielleicht kommt auch bald der Zeitpunkt, wo ich mit ihr für mich und meine Hochzeit einen Anzug kaufe.

„Hey Dray?" Markus reißt mich aus den Gedanken, steht neben mir und grinst. "Lust auf Party? Wir wollen noch feiern und hätten dich gerne dabei."

Feiern? Klar, warum nicht.

Spricht nichts dagegen und Harry hat auch seine Partys, seinen Freiraum und zudem vertrauen wir uns gegenseitig.

„Wohin soll es gehen? Club oder doch her eine Bar?" Eine Bar ist mir lieber, im Club sind zu viele Menschen, es ist mir zu laut und die Stimmung muss passen, damit ich darauf Lust habe.

„Es wird eine kleine Runde werden, immerhin haben wir etwas zu feiern." Markus zwinkert mir spitzbübisch zu, greift nach meiner Hand und zieht mich schließlich lachend an den anderen Models vorbei, die uns verwirrt nachblicken, den Kopf schütteln und uns doch einige folgen.

Was aber haben wir zu feiern? Die gute Show oder etwas Privates, was Markus anbelangte?

Neugierig bin ich ja schon, aber ich warte lieber ab, bis er von selber etwas sagt, da ich nicht der Typ Mensch bin, der sich gerne noch aufdrängt.

Nicht nach dem Reinfall mit Harry damals, der meine Freundschaft anfangs ausgeschlagen hat und wir uns jahrelange bekriegt haben, ehe wir auf den Trichter gekommen sind, dass da doch mehr als blanker Hass und Neid ist.

Mit dem Taxi fahren wir schließlich fast schon aus der Stadt heraus, zu einer kleinen, aber durchaus schicken Bar und sie wirkt sehr einladend.

Klein, aber durchaus mit Stil eingerichtet.

Nicht nobel, eher rustikal und doch fühle ich mich sofort wohl, setze mich mit Markus zusammen zu den beiden anderen Models, die wir beide ebenfalls männlich sind.

Die Mädchen wollen lieber unter sich sein, ins Bett und ich kann sie durchaus verstehen, immerhin ist es anstrengend einen ganzen Abend in zu hohen Hacken über den Laufsteg zu laufen.

„Willst du etwas Bestimmtes trinken?" Markus reißt mich aus den Gedanken, blickt mich abwartend an und gerne möchte ich ein Butterbier trinken, aber darauf muss ich verzichten, da wir in einer Bar für und von Muggel sind.

„Cola-Rum klingt nett", erwidere ich daher, folge Markus an die Theke und sehe mich weiterhin um.

Einige sind ziemlich locker drauf, haben wohl auch schon tiefer in ihr Glas geschaut und reißen zum Teil derbe Witze über Frauen.

Mit dem Kopf schüttelnd wende ich mich ab, nehme meinen Drink entgegen und folge Markus zurück zu unserem Tisch, wo bereits die beiden anderen warten, uns lächelnd entgegenblicken. „Na Draco? Alles okay bei dir und deinem Rocker?" Die Frage kommt überraschend, erstaunt mich jedoch und ich frage mich, woher er das weiß?

„Presse, Draco, Presse. Die schreiben viel und gerne auch Dinge, die völlig aus der Luft gegriffen sind. "Ja, das tut sie in der Tat und ich hasse diese Paparazzi. Lästig und klebrig.

Wie unnütze Wespen schwirren sie um einen herum und das nur, um eine mega Story für ihre Zeitung zu kriegen.

Von ungefragten Fotos fange ich lieber nicht an, es gab bereits genug und viele davon sind und waren einfach unvorteilhaft.

Gerüchte?

Aber bitte doch.

Je dramatischer, desto besser und allesamt gelogen.

Neugierig will ich allerdings wissen, was sie schreiben, Harry anhängen wollen und das nur, um eine grandiose Geschichte zu bringen.

„Das Übliche. Affären mit Fangirls, aber auch von Drogen war schon die Rede."

„Drogen? ", wiederhole ich grinsend, lasse die Affären außen vor, da ich weiß, dass Harry nie mit einem Mädchen in die Kiste steigen würde und einfach der schwulste Typ auf diesem Planeten ist.

„Kokain soll man bei ihm gefunden haben", erklärt mir Lukas mit ernster Miene, fast, als glaube er daran, was dieses Klatschblatt schreibt.

Ich weiß jedoch, dass Harry das Zeug niemals anfassen würde und auch nichts anderes.

Tabak, Kaffee und ab und zu Alkohol, aber keine harten Drogen und schon gar nicht das Teufelszeug, was schon so manchen dahingerafft hat.

„Eine miese Lüge", fauche ich daher den Brünetten an, der mich jedoch fassungslos ansieht, dann aber nickt und schnell zu seinem Glas greift.

„Sicher doch. Du kennst ihn am längsten und besten", erwidert er mir schließlich, ehe er zu seinen Zigaretten greift.

Lässig zündet er sie an, grinst mich dabei an. „Weiß er denn schon, dass es für Länger weggeht?"

Für länger weggeht?

Wohin und warum weiß ich nichts davon?

Verwirrt blicke ich zu Markus, der Lukas böse ansieht, in die Seite boxt und irgendwas vor sich hin grummelt.

Das ist dann wohl auch der Grund, warum wir feiern.

Wozu?

Wohin bitte?

Fragen über Fragen und mir steht es deutlich im Blick geschrieben, dass ich Antworten will und das am besten sofort.

„Lukas, was ist hier los? Wovon sprichst du bitte?"

Markus seufzt, nippt an seinem Cola-Rum und setzt nur langsam das Glas wieder ab. „Karl will dich für sechs Monate mit nach New York nehmen."

New York?

Ernsthaft?

Geplättet blinzle ich einige Male, versuche etwas zu sagen und doch bekomme ich keinen Ton heraus.

New York ...

Ein Traum.

Einer, der zum Greifen nahe ist und mir doch Sorgen bereitet.

Sechs Monate und weit weg von Harry.

„Was sagst du dazu?" Markus tippt mich an, ist dabei jedoch ernst und erwartet scheinbar eine Entscheidung von mir.

„Ich weiß nicht, ich muss darüber ..." Noch ehe ich richtig antworten kann, verpasst mir Lukas eine und sieht mich mürrisch an. „Draco, es ist New York! Da überlegt man nicht lange. Diese Chance bekommen nur ganz wenige und die sollte man nutzen. "

„Lukas hat recht", mischt sich zum ersten Mal Christopher ein, der die ganze Zeit über nur zugehört, sich aber nicht am Gespräch beteiligt hat.

Das mag sein, dass Lukas im Recht ist, aber ich kann das nicht einfach so entscheiden.

Pansy will heirateten und dazu möchte sie, dass ich mit ihr das Brautkleid kaufe.

Ohne Zauberstab ist das nicht machbar und zaubern ist etwas, was ich lange nicht gemacht habe, es nicht brauche und es seit Voldemorts Ableben verabscheue.

„Ich denke darüber nach." Schnell verlassen diese Worte meine Lippen, misstrauisch und besorgte Blicke streifen mich, gefolgt von Kopfschütteln und angezogenen Seufzern.

Erst muss ich Harry davon erzählen, schreibe ihm sofort eine SMS und auch Pansy erfährt von diesen brisanten Neuigkeiten.

Eine direkte Antwort kommt jedoch nur eine und die ist von Pansy, die zum einen ganz aus dem Häuschen, gleichzeitig aber enttäuscht ist.

Verstehen kann ich sie, aber dennoch gebe ich ihr das Versprechen, ihr weiterhin zur Seite zu stehen.

Notfalls reise ich eben doch durch den Kamin, aber noch haben wir Zeit und ich will erst Harrys Zustimmung haben.

„Was sagt er?" Lukas reißt mich aus den Gedanken, bläst mir den Rauch seiner Zigarette ins Gesicht und grinst mich frech an.

Blödmann, er weiß genau, dass ich das nicht leiden kann und es hasse, wenn man mir stinkenden Rauch in Kombination mit schlechtem Atem ins Gesicht haucht.

„Du stinkst", erwidere ich bissig, leere mein Glas und knalle es unsanft auf den Tisch.

Sauer bin ich jetzt auch, darüber, dass Harry nicht antwortet und das, obwohl es wichtig ist.

„Ruf ihn an." Wieder Chris, der sich einmischt, mir die Hand auf die schulter legt und diese sanft drückt. „Vielleicht schläft er schon und hat das Handy nicht gehört."

Vermutlich.

Oder er feiert, ist in einem Club, wo laute Musik läuft und es schier unmöglich ist, irgendwas zu hören.

Ohne auf Chris einzugehen, hole ich mein Handy aus der Hosentasche, wähle Harry seine Nummer.

Es dauert nicht lange und eine Stimme sagt mir, dass der gewünschte Teilnehmer nicht erreichbar wäre.

Nun wirklich angepisst, stecke mein Handy weg, stehe auf und hole mir einen weiteren Drink.

Dieses Mal irgendwas mit Wodka, was ich fast in einem Zug herunterkippe, alles um mich herum ausblende und keinen weiteren Gedanken an Harry verschwende.

Er hat sein Telefon aus?

Bitteschön, dann soll er.

Mache ich mir keinen Kopf, schalte ihn aus und will einfach nur meinen Spaß mit meinen Kollegen haben.

Wer bin ich denn bitte, dass ich mich davon einnehmen lasse?

Ich kann auch anders und das zeige ich heute ganz deutlich, schnappe mir daher eine von Lukas Zigaretten und zünde mir diese einfach an.

Protest kommt keiner, jedoch ein Blick, der mich schmunzeln lässt.

Vermutlich denkt er, ich würde gleich husten, was aber nicht der Fall ist.

Früher schon habe ich ab und an in Gesellschaft geraucht, es irgendwann aufgegeben, da es Harry störte und mich selbst auch.

Alles stank nach kaltem Rauch, ich schmeckte nach Aschenbecher und das war der Grund, warum ich es ganz gelassen habe.

Entspannt lehne ich mich zurück, inhaliere tief den Rauch und stoße ihn in kleinen Kreisen wieder aus.

„Bock zu tanzen?", fragt Lukas unverblümt, nachdem ich die Kippe ausgedrückt und mein Glas ganz geleert habe.

"Klar, warum nicht", erwidere ich, erhebe mich von meinem Platz und folge Lukas auf die Tanzfläche.

Von wegen ein Traum.

New York hat mich seit drei Tagen und das Wetter hier ist mehr als bescheiden.

Dazu kommt, dass ich Harry per SMS gesagt habe, dass ich sechs Monate weg bin und bis dato habe ich noch immer keine Antwort.

Es fühlt sich beinahe so an, als bin ich ihm egal oder aber ich sehe Gespenster und er steckt einfach mittendrin in zu viel Arbeit.

Ich muss unter Menschen, mich fressen sonst diese Geister, die mich innerlich immer mehr ergreifen, auf und das muss nicht sein.

Normal bin ich so nicht und heute hab ich frei, will das nutzen und mir Manhattan ansehen.

Es gibt immerhin einiges zusehen und den Kopf in den Sand stecken ist so gar nicht mein Ding.

Ich möchte mit diesen typisch gelben Taxis durch die Straßen New Yorks fahren, mir die Parks ansehen, einfach einen Kaffee trinken und das am besten in diesen kleinen, süßen Cafés, wo Tische und Stühle einfach mal den halben Gehweg einnehmen.

Und wer weiß, vielleicht lerne ich auch einen dieser typischen Menschen kennen, mit denen man sich einfach unverbindlich unterhalten kann, aber danach nicht noch einmal wiedersieht.

Immerhin bleibe ich nur ein halbes Jahr und ganz einsam möchte ich das nun doch nicht verbringen.

Meine Jacke habe ich schnell angezogen, ebenso Schuhe, etwas Geld eingesteckt und ebenso mein Handy, falls Harry doch noch anruft oder schreibt.

Wohin es gehen soll weiß ich selber noch nicht, dennoch verlasse ich mein kleines Appartement zügig, schreite gemächlich die Treppen nach unten und raus auf die Straße.

Im Vergleich ist wenig los und doch drängen sich ein paar an mir vorbei, einer rempelt mich sogar an und fast bekomme ich einen Regenschirm ab.

Und bei dem Wetter will ich mir New York ansehen?

Ich muss verrückt sein.

Oder verzweifelt.

Mürrisch drein blickend ziehe ich den Kragen meiner Jacke höher, grummel und will einen Schritt vor, werde aber nach hinten gezogen. "Vorsicht, Schätzchen."

Verwirrt drehe ich mich um, blicke in das lächelnde Gesicht einer etwas reiferen Frau, die sofort die Hand hebt, nach einem Taxi ruft, welches keine Minute später direkt vor uns anhält.

"Du bist nicht von hier, stimmt's?" Eine Frage, auf die ich nur nicken kann, da mich die Umstände noch immer verwirren. "Und sehr gesprächig scheinst du auch nicht sein. Schüchtern?"

Ein herzliches Lachen dringt dabei an mein Ohr, ehe sie in das Taxi steigt, mich auffordernd ansieht und zu verstehen gibt, dass ich ebenfalls einsteigen soll.

Warum nicht, sie scheint sich auszukennen und sie macht einen recht netten aber auch sehr direkten Eindruck.

"Samantha Jones", stellt sie sich direkt vor, nachdem ich mich neben sie setze, ihre Hand ergreife und schüttelt. "Draco, Draco Malfoy."

"Nun Draco, eigentlich wollte ich mit meinen Mädels eine Kleinigkeit essen, aber ich denke, dass sie sicher nichts dagegen haben, wenn ich noch jemanden mitbringe."

"Das ist sehr freundlich, vielen Dank", erwidere ich darauf, blicke aus dem Fenster und sehe mir die vorbeiziehenden Häuser an.

"Du wirktest auf mich etwas verloren und wie jemand, der hier untergeht, wenn ich ihn nicht unter meine Fittiche nehme."

Damit hat sie nicht ganz unrecht, ich bin verloren, dazu einsam und ich will einfach, dass dieses halbe Jahr ganz schnell vorbei ist.

"Das wird schon, Schätzchen. Kopf hoch und hör auf Trübsal zu blasen. Du bist in New York, genieß es." Samantha stupst mich an, lächelt dabei erneut und so langsam tau ich auf.

Vielleicht ist New York doch nicht so schlecht wie ich anfangs dachte.

"Wie sind Ihre Freundinnen? Denken Sie nicht, dass ich störend sein könnte?" Eine für mich berechtigte Frage, immerhin stoße ich einfach unangemeldet dazu und wenn ich es mir genau überlege, sind diese bestimmt sehr viel älter als ich und haben andere Gesprächsthemen.

Den Lippenstift, mit dem sie sich zuvor ihre Lippen mithilfe eines kleinen Taschenspiegels nachziehen will, steckt sie weg, blickt mich einen Moment an und das mit einem Blick, den ich nicht wirklich deuten kann.

"Schätzchen lass doch das Sie bitte weg. Ich bin Samantha, tu einfach so, als würden wir uns schon lange kennen." Schelmisch zwinkert sie mir zu, zieht dann aber die Kappe von ihrem knallroten Lippenstift ab und zieht sich ganz Ladylike ihre vollen Lippen nach.

Keine Ahnung, wie alt sie ist, aber sie ist eine hübsche Frau und irgendwie genieße ich ihre Anwesenheit. Vielleicht auch, weil sie mich sofort so freundlich aufgenommen und mir geholfen hat.

"Wie kommt jemand wie du eigentlich nach New York", will sie wissen, klappt, nachdem sie eine ihrer Locken richtig gelegt hat ihren Taschenspiegel zu und lässt ihn zurück in ihre Handtasche fallen.

"Die Arbeit. Ich bin Model und bin die Muße von einem sehr angesagten Modezar", erwidere ich gelassen, staune nicht schlecht, als wir durch die belebten Straßen fahren, mir die Lichter und Leuchtreklamen entgegenschlagen und mir endlich begreiflich machen, dass ich nicht träume, New York langsam real für mich wird.

Mit einer Mischung aus Neugier und Erstaunen werde ich angesehen. "Model ..." Ihr anfängliches Schmunzeln wandelt sich zu einem Lächeln. "Bei deinem Aussehen auch kein Wunder. Hübsch, dazu gebildet und sehr unterhaltsam."

Unrecht hat sie nicht und nicke ihr demnach zu.

Der Tag kann nur gut werden, das halbe Jahr interessant und sicher werde ich auch den ein oder anderen Tag mit Samantha verbringen und mir die Stadt zeigen lassen.

Wenn ich schon hier bin, dann will ich auch etwas sehen und auch, wenn die Entscheidung diesbezüglich noch schwer ist, habe ich keinerlei bedenken, dass sie ganz genau schon weiß, was sie mir zeigen wird.

Zufrieden sehe ich erneut aus dem Fenster, auf die Straßen und stelle fest, dass es aufgehört hat zu regnen.

Ebenso merke ich, dass wir anhalten, Samantha dem Taxifahrer ein großzügiges Trinkgeld zusteckt und schließlich aussteigt.

Schwungvoll öffnet sie auf meiner Seite die Tür des Wagens, ermöglicht es mir auszusteigen und hakt sich an meinem rechten Arm unter. "Dann lass uns mal meine Mädchen begrüßen."

Hier will sie sich mit ihren Freunden treffen?

Bescheiden, sehr bescheiden und doch zieht das kleine Restaurant einen magisch an.

Es wirkt so normal, gar nicht edel und doch beeindruckt es mich, als wir es betreten, freundlich begrüßt und an einen der Tisch geführt werden.

Samantha lächelt aufgrund meines Gesichtes. "Süß, nicht wahr?"

Ich kann nur nicken, ihr stumm recht geben und mich weiterhin umsehen.

Besonders die dunkelroten Backsteine an den Wänden lassen es rustikal , durch moderne Lampen, den hohen Decken und der Einrichtung modern und chic wirken.

Hier versteht jemand sein Handwerk aus etwas unscheinbaren etwas so großartiges zu zaubern.

"Gefällt es dir?"

"Ja, es ist modern, aber man fühlt sich durch den Backstein heimisch und hat nicht das Gefühl, als wäre man mitten in New York", erwidere ich, lasse dabei den Blick nochmals schleifen und mir verschlägt es fast die Sprache, als ich zur Tür blicke und drei mehr als attraktive Frauen erblicke.

Das müssen ihre Freundinnen sein und eine davon ist so bekannt, dass man selbst in England das ein oder andere über sie und ihre Kolumne hört.

Die beiden anderen sagen mir gar nichts, doch sticht eine ganz besonders hervor durch ihre Haarfarbe, die mich an Ginny erinnert.

"Ein Mann, du bringst einen Mann mit zu unserem Frauenabend?" Kritisch werde ich angesehen und das von der dritten, die für mich recht normal wirkt und nicht unbedingt das ist, was aus der Menge hervorsticht. Eher ein langweiliger Frauentyp.

"Das ist Draco und wir haben uns heute erst kennengelernt. Er ist neu in New York und ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, ihm die Stadt zu zeigen."

"Sein Gesicht kommt mir bek... Nein, das ist doch." Die rotblonde Frau schlägt die Hand vor den Mund, erbleicht und nun schaut mich auch Carrie ziemlich genau an.

"Ähnlichkeit besteht", erwidert sie, setzt sich zu uns an den Tisch, nachdem sie Samantha umarmt und mir die Hand geschüttelt hat.

"Du bist also für Jobs in New York." Miranda setzt sich wie ganz selbstverständlich neben mich, nimmt sich die Karte und doch legt sie diese zurück auf den Tisch. "Ich bin Miranda", stellt sie sich vor, lächelt und schüttelt meine Hand mit einer Kraft, die für eine Frau eher untypisch ist.

Mir gefällt aber ihr Typ. Sie ist witzig, strahlt etwas aus und ihre Haarfarbe zieht an wie ein Magnet.

Wir plaudern lange, dazu ausgelassen und bei vielen leckeren Antipasta, die besser nicht schmecken können und ebenso meine Penne in feiner Trüffelsoße ist ein Gedicht und zergehen auf der Zunge.

Sehr oft rede ich über meinen Job, werde viel gefragt und hin und wieder sehe ich in erstaunte und dann wieder in interessierte Gesichter. Besonders aber interessiert sich Carrie für meinen Job. "Es muss toll sein, so viel zu reisen, die neueste Mode tragen zu dürfen und über den Laufsteg zu schreiten."

"Von der Reise habe ich meist nicht viel, da man nur wenige Tage in der Stadt ist und nicht viel sieht. New York ist da anders, hier habe ich Fotoshootings, dazu Jobangebote und wenn etwas nicht nach dem Wunsch des Kunden ist, dann hab ich den Tag frei und kann mir auch New York etwas genauer ansehen."

Carrie nickt, schiebt sich dabei die letzte Gabel Penne in den Mund und nippt an ihrem Glas Rotwein.

"Wenn du Hilfe brauchst, dann sag uns Bescheid. Ich denke, Sam hat nichts dagegen, wenn wir uns auch noch um dich kümmern, damit du hier nicht ganz untergehst", bringt sich Charlotte das erste Mal in das Gespräch mit ein und blickt lächelnd in die Runde.

"Gewiss nicht", erwidert Samantha, erhebt das Glas und stößt mit uns an. "Auf eine neue Freundschaft und auf unser schönes New York."

Die Gläser klirren, es wird getrunken, es wird gelacht und ich habe das Gefühl, ich gehöre dazu und werde akzeptiert.

Besonders von Sam, wie wir alle sie nennen und Miranda scheint genau wie Carrie sehr aufgeschlossen zu sein.

Charlotte kann ich noch nicht einschätzen aber sie bemüht sich, lächelt immer wieder scheu zu mir rüber und das erinnert mich vom Verhalten her sehr an Ginny.

Nur mit dem Unterschied, dass hier eine reife, erwachsene Frau sitzt und laut Erzählungen zwei wunderbare Töchter hat.

Es ist ein schöner Abend, eine nette und bereichernde Gesellschaft und wie bereichernd sie tatsächlich ist, werde ich noch merken.

„Lust morgen etwas Sport zu machen? Ich geh gerne im Park joggen und somit würdest du gleich ein bisschen was von der Stadt sehen", schlägt mir Charlotte vor, notiert mir sogleich auf einem Zettel ihre Telefonnummer und steckt mir diese zu. „Überleg es dir einfach und ruf mich an. Ich kann dich dann abholen und hinterher könnten wir zum Brunch."

Ein paar Wochen sind vergangen und New York ist eine Stadt, in der ich mich trotz der Entfernung zu Harry mehr als wohlfühle.

Man kann sagen, ich bin angekommen, habe Freunde gefunden und genieße das Nachtleben in vollen Zügen.

Samantha ist ein wunderbarer Mensch, herzlich und doch nimmt sie kein Blatt vor den Mund, sagt deutlich was und wen sie will und ihr Wortschatz ist teilweise schlimmer, als der von Blaise oder Benny.

Ich mag sie, ebenso Carrie und Charlotte, mit der ich anfangs nicht wirklich warm wurde.

Es änderte sich, nachdem ich ihr Angebot angenommen, sie angerufen und mich mit ihr zum gemeinsamen Joggen verabredet habe.

Beneidenswert, wie fit sie ist, pure Lebensfreude ausstrahlt und dabei hat sie viel erlebt und einiges, was nicht ganz so gut verlaufen war.

Hut ab, dass sie nie aufgegeben hat, strahlt und mir einen Becher Kaffee entgegenhält, ehe sie sich neben mich setzt. "Schön, nicht? Hier hat man seine Ruhe, kann abschalten und doch entgeht einem nichts."

Ich muss zugeben der Central Park ist traumhaft.

Mitten im Zentrum und doch wie ein kleines Paradies, umgeben von Wasser, saftigem Grün und vielen Plätzen zum Ausruhen oder einfach um abzuschalten.

Da stören nicht einmal die Wolkenkratzer, die sich vor und hinter mir in die Höhe strecken, mir klarmachen, dass wir doch noch in einer Stadt sind.

"Nicht bloß schön, es ist ein Traum", antworte ich nach einiger Zeit, nippe an dem Plastikbecher und drehe ihn ein paar mal in der Hand.

Harry hat sich mittlerweile zwar gemeldet, aber nur knapp und das per Sprachnachricht, was er eher selten tut und mich nachdenklich stimmt.

Ich vermisse ihn, vermisse seine süßen SMS, in denen er mir eine Gute Nacht wünscht oder einfach einen Kuss zuschickt.

Jedoch bleiben sie aus, stimmen mich wehmütig und wäre New York nicht so toll, Charlotte so bezaubern, ich wäre längst bei Harry, würde in seinen Armen liegen und ...

Eine zarte Röte legt sich auf meine Wangen, welche meiner sehr viel älteren Freundin nicht entgeht und sie leise zum Lachen bringt.

"An wen oder was denkst du gerade?", möchte sie wissen, den Blick neugierig auf mich gerichtet.

"An jemanden, der mir fehlt, mein Leben bedeutet und den ich fast schon mein gesamtes Leben kenne."

"Wie alt bist du gleich nochmal?"

"Anfang zwanzig. Wir waren gemeinsam in der Schule und haben so manches Abenteuer erlebt und durchgestanden", erwidere ich, lasse aber bewusst Voldemort aus der Erzählung heraus, da Charlotte wie Hermine eine Muggel war und es nicht nachvollziehen oder gar glauben würde.

"Und ihr seid Freunde, oder ist da mehr?" Sie ist wirklich neugierig, aber ich kann es verstehen, ich werfe gerne viele Fragen auf und bin eine interessante Persönlichkeit.

"Wir sind zusammen und das seit ein paar Jahren schon. Anfangs sah es aus, als würden wir uns hassen, aber dem war nie so", erzähle ich, erinnere mich zurück und ebenso an den Kampf, der mir fast den Menschen genommen hat, den ich am meisten liebe.

Eine Weile bleibe ich in Gedanken, dann aber schiebe ich sie weit von mir und erwidere das Lächeln Charlottes. "Lass uns was essen, ich hab Hunger."

"Eine gute Idee", lenkt sie ein, erhebt sich und schmeißt wie ich den leeren Becher in den Mülleimer, welcher neben der Parkbank steht. "Wir nehmen aber ein Taxi."

Sie zwinkert mir kurz zu, läuft in Richtung Straße und sieht sich nach einem der gelben Autos um.

Weit und breit keins in Sicht und das, obwohl wir mitten in Manhattan sind.

Charlotte seufzt, dann aber kommt ihr scheinbar eine Idee. "Lass uns einfach ins "The Earth" gehen, das liegt unweit der westlichen Seite des Central Parks."

"Hört sich gut an", gebe ich ihr zu verstehen, folge ich ihr durch den Park, vorbei an dem riesigen Brunnen, vorbei an einem Spielplatz für Kinder und rüber zur westlichen Seite, wo sich das Café, welches mit einer freundlich, hellen Atmosphäre besticht , liegt.

Die riesigen Fenster in weißen Holzrahmen sind straßenseitig ausgerichtet, sodass ich dem Treiben draußen zusehen kann.

Gefällt mir und es lädt direkt ein, Platz zu nehmen und zu verweilen.

New York gefällt mir immer besser und ich lerne Plätze kennen, die ich alleine wohl nicht entdeckt hätte. Ich fühle mich sogar wohl, gut aufgehoben und gerade in bester Gesellschaft.

Charlotte ist ein so warmherziger Mensch und sie wird ihr herzliche Art bestimmt an ihre Töchter weitergeben.

Hübsch sind sie beide, besonders die Große, da sie einen asiatischen Touch hat und so süß sein kann, wenn sie Aufmerksamkeit haben will.

Kinder sind schon toll, aber ich habe mir über eigene nie den Kopf gemacht, weiß jedoch, dass meine Mutter gerne Enkel haben möchte, aber es auch respektiert, falls Harry und ich uns dagegen entscheiden.

Wobei Teddy schon reicht, mittlerweile ist er fast sieben Jahre alt und seinem Vater recht ähnlich.

Remus und Tonks wären stolz auf ihn, immerhin hat er auch ein bisschen was von seiner Mutter übernommen und kann bei einem Stimmungswechsel die Haarfarbe ändern.

Derzeit ist er oft bei meiner Familie oder aber bei der von Ron, da wir einfach zu wenig Zeit haben und Kinder passen momentan nicht in meinen Lebensstil rein.

Ich bin zu oft unterwegs, seh kaum Harry und wie soll das mit einem Kind funktionieren?

"Was magst du essen?" Charlotte reißt mich aus den Gedanken, reicht mir eine Karte und schüttelt lächelnd den Kopf über mich, da ich einfach zu oft weg und bei anderen Dingen bin.

"Tut mir leid", entschuldige ich mich rasch, werfe einen Blick in die Karte und entscheide mich ein Omelett mit frischem Gemüse, etwas Toast dazu und einen Kaffee.

"Geh doch heute Abend mit uns zu Sams Party und lenk dich ab, krieg den Kopf frei und denk einfach nur mal an dich", redete sie mir zu, faltete ihre Serviette auf und legt sich diese auf den Schoss, damit nichts auf ihre Kleidung kommt.

Zwar trägt sie Sportsachen, aber auch die sind nicht billig, haben mit einem pastelligen Rosa eine recht helle Farbe und Flecken sieht man auf diesem sofort.

Zu Sams Party nicke ich lediglich, Charlotte hat recht und ich hänge wirklich zu oft meinen Gedanken nach, meinen Sehnsüchten und wenn ich nicht so faul und stur wäre, mein Zauberstab würde heißlaufen.

"Was feiern wir heute Abend? Hat Sam Geburtstag?", will ich wissen.

"Ach was, Samantha gibt gerne Partys und da braucht sie keinen Grund. Sie ist einfach Samantha Jones und umgibt sich gerne mit Leuten."

Verstehend nicke ich, erkenne den Lebenswandel und er erinnert mich stark an diverse Promis, die von einer Party zur nächsten jagen und das nur, um der Einsamkeit zu entkommen.

Ich bin und war nie so, genieße zu Hause lieber ein gutes Glas Wein auf meiner Couch und verweile bei einem spannenden Film.

Alles andere ist mir zu stressig.

Noch bevor ich Charlotte antworten kann, klingelt mein Handy und alleine der Name, der auf dem Display erscheint, lässt mich keine Sekunde zögern, ranzugehen.

"Hey, schön, dass du dich meldest." Strahlend nehme ich dabei mein Omelett entgegen und esse den ersten Happen.

"Das muss ich doch, immerhin kann es ja sein, dass es dir nicht passt, dass ich nach New York komme."

Bitte was? Fast verschlucke ich mich an meinem Kaffee, huste einmal und habe Mühe das Gespräch wieder aufzunehmen. "Du kommst wirklich nach New York?"

"Ja, und zwar schon morgen Mittag. Ist das okay für dich?"

Freudestrahlend nicke ich, merke aber, dass man das nicht sehen kann und selbst Charlotte kann nicht anders und muss laut über mich lachen.

"Wer ist denn da bei dir, Draco?"

"Eine Freundin, die du aber kennenlernen wirst und ich denke, du wirst ..."

Je werde ich unterbrochen, von Worten, mit denen ich nicht gerechnet habe und die mir die Tränen in die Augen treiben.

"Du fehlst mir auch. Sehr sogar", wispere ich in mein Handy, wische mir mit der freien Hand die Tränen aus dem Gesicht und muss schlucken. "Wir sehen uns aber morgen und ich freu mich schon darauf."

"Ich mich auch. Holst du mich am Flughafen ab? Es soll ja so normal wie möglich aussehen."

"Sicher werde ich das, verlass dich darauf", lächel ich vor mir hin, beende kurz darauf das Gespräch und ernte einen neugierigen Blick von Charlotte.

Die Nacht ist die Hölle, ich krieg kein Auge zu und wenn doch, dann schwirrt mir Harry im Kopf herum, sieht mich anzüglich an und das verursacht eine Region weiter unten für eine mächtige Beule, die gnadenlos gegen meine Schlafhose drückt.

Verdammt, ich will schlafen, nur so wird das eher nichts und es sieht auch nicht danach aus, als würde meine Erregung von alleine nachlassen.

Nicht bei diesen Bildern, die mir durch den Kopf gehen, wie ein Film wirken und mich zusätzlich anheizen.

Frustriert stöhne ich auf, lasse meine rechte Hand langsam in meine Hose gleiten, umfasse mein Glied, reibe es vorsichtig und lecke mir unbewusst über die Lippen, stelle mir vor, es wäre nicht meine, sondern Harrys Hand.

Die Lust nimmt mich rasch ein, breitet sich im gesamten Körper aus, lässt mich nicht mehr klar denken, nur noch handeln und meinen Penis schneller bearbeiten.

Immer wieder stöhne ich und doch ist es lange noch nicht genug.

Mein Körper will mehr, er will alles und das am liebsten sofort.

Mit der noch freien Hand schiebe ich meine Hose ganz runter, strampel sie unbeholfen von meinen Beinen, welche ich kaum später spreize, besser an meinen Schwanz komme, fester zupacke und gezielt meine Hoden umfassen, sie sanft zu kneten beginne.

Dabei sehe ich immer wieder Harry.

Seine grünen Augen, die mich hungrig ansehen, beinahe schon verschlingen, während er gierig mein Glied in seinem Mund verschwinden lässt, daran saugt und mir ein Wimmern entlockt.

Zusätzlich spüre ich einen frechen Finger, der sich langsam aber doch schon fordernd in mein Inneres drückt und mich an den Rand des Wahnsinns treibt.

Erst noch langsam, dann aber bewegt er sich schneller, findet meine Prostata und reizt diese so gekonnt, dass ich beinahe schon Sterne sehe und laut stöhne.

Himmel tut das gut, so gut, dass ich einen weiteren Finger in mich schiebe und doch stocke ich, höre ein Rascheln und spüre kaum später das Nachgeben der Matratze.

Träge öffne ich die Augen, blicke direkt auf einen Schwanz, der mir mehr als bekannt vorkommt und erst dann sehe ich Harry, der mich frech angrinst. "Na komm, mach ihn richtig hart."

Träum ich jetzt oder ist er wirklich da?

Noch immer sichtlich überrascht, richte ich mich etwas hoch, nehme Harrys halb steifen Penis zwischen meine Lippen, lecke mit der Zunge über die pralle Eichel und blicke ihn lüstern von unten her an.

Er hat jedoch die Augen geschlossen, die Hand in meinen Haaren vergraben, den Kopf genießend in den Nacken gelegt.

Der Anblick gefällt mir, stachelt mich weiter an und gezielter lecke ich über die Eichel, nehme meine Hand von meinem Glied weg und lege sie stattdessen an Harrys Hoden.

Keuchend gibt er sich mir hin, leckt sich immer wieder über die Lippen und auch sein Griff in meine Harre wird fester.

Ein Zeichen, dass es ihm gefällt, ich ihn fast so weit habe, dass er mich will.

Begierig lecke und sauge weiter, nehme ihn tiefer auf und lausche seinen anzüglichen Lauten, die mir deutlich zu verstehen geben, dass er mehr will.

Der Aufforderung komme ich gerne nach, verwöhne ihn gekonnter, schneller und mit flinker Zunge bearbeite ich seine Spitze immer und immer wieder, nehme die ersten Lusttropfen auf.

"Das reicht." Harry entzieht sich mir, drückt mich zurück in die liegende Position, hebt mein Becken an und setzt an.

"Mach schon", fordere ich ihn auf, presse meinen erhitzten Körper dicht an den seinen und mit nur einem gezielten Stoß dringt er schließlich ein, stöhnt und bringt mich zum Schreien.

Er gibt mir nicht einmal Zeit, nimmt sofort einen harten Rhythmus an und treibt mich binnen Sekunden an den Rand des Wahnsinns.

Keine Ahnung wie lange es her ist, aber die Art von Sex hatten wir lange nicht und doch lasse ich mich fallen, gebe mich ihm hin und passe mich an.

"Harry ..." Keuchend kommt sein Name über meine Lippen, immer und immer wieder und wird letztendlich von heißen Küssen verschlungen, während er uns beide weiter voran Richtung Höhepunkt treibt.

Lange brauche ich auch gar nicht mehr, es ist einfach zu gut, zu lange her und ungehindert greife ich mir zwischen die Beine, umfasse mein Glied und reibe es hart und schnell.

Meine Erregung ist auf dem Weg den Gipfel zu erreichen, ich beschleunige, um endlich zu kommen.

Es ist nicht mehr aufzuhalten, das ist sicher.

Über mir weiß noch jemand davon, Harry sieht mir tief in die Augen, die ich geöffnet habe, um dem Schauspiel so lange wie möglich zusehen zu können.

Beim nächsten Stoß zuckte ich einmal auf und meine Bauchdecke verkrampfte noch mehr.

Alles tut mir weh und ich bin dem Wahnsinn nah.

Der nächste Stoß soll der vorletzte sein, dass weiß ich.

Ein letztes Zittern in meinen Beinen, ich sinke in die Kissen und mit einem Stöhnen, welches sich von meinen Lippen löst, spritzt es beim zweiten Zucken aus mir heraus.

.
Befreiend befriedigend und zwei Stöße später lässt auch Harry los, ergießt sich tief in meinem Inneren und keucht gedämpft dabei auf.

Kurz darauf kommt er auf mir zum Liegen, atmet teils noch hektisch ein und aus und ich komme nicht drumherum, ihm durch die verschwitzten Haare zu streichen, runter zu seinem Nacken. "Wow so einen realen Traum hatte ich lange nicht mehr."

"Kein Traum, Draco. Ich bin wirklich hier." Harry hebt den Kopf, gleitet langsam aus mir heraus, legt sich neben mich und zieht mich kaum später in seine Arme.

Kein Traum, Harry ist wirklich hier bei mir, küsst sanft meinen Nacken, ehe er sich löst und leise brummt. "Hab dich vermisst."

"Normal wäre ich gar nicht hier", erwidere ich ihm ernst, drehe den Kopf leicht und blicke ihn an. "Ich wollte zu Sams Party, aber ..."

"Sch ...", unterbricht Harry mich, legt den Finger auf meine Lippen und hindert mich am weitersprechen. "Es ist nur wichtig, dass du da bist. Mehr interessiert mich nicht."

Seine Lippen finden den Weg zu meinen, küssen erst vorsichtig, dann aber leidenschaftlich und wild, worauf ich eingehe und mich scheinbar auf eine zweite Runde einstellen muss.

Wie durch den Kakao gezogen fühle ich mich, als ich am nächsten Morgen aufwache, realisiere, was die Nacht passiert ist.

Sofort sehe ich neben mich, stelle erleichtert fest, dass Harry tatsächlich noch immer neben mir liegt und schläft.

Er wirkt so zufrieden, lächelt sogar und doch wird mir ganz anders, denn irgendwie wirkt er bei genauem Hinsehen so anders.

Keine Ahnung, aber war er schon immer so dünn?

Besorgt hebe ich die Bettdecke an, werfe einen Blick unter diese und auf Harrys restlichen Körper, der auf mich ebenfalls abgemagert wirkt.

Ist die Tour so anstrengend, dass er nicht zum Essen kommt?

Mir macht das Angst und vielleicht sollte ich mit seinem Manager reden, andeuten, dass Harry mehr Pause und eine ausgewogene Ernährung braucht.

Besorgt, wie ich bin, stehe ich langsam und leise auf, gehe in meine kleine Küche und überlege.

Normal geh ich mittlerweile mit Carrie zum Brunch, aber ich denke, darauf werde ich heute verzichten und gegen meine eigene Regel zaubern.

Meinen Zauberstab hab ich für den Notfall dabei und das hier ist eindeutig ein Notfall und bedarf ein wenig Magie.

Kurz überlege ich, entscheide mich für Rührei, Toast, frisches Obst und Kaffee.

Mit einer einzigen Handbewegung war alles hübsch auf einem Tablett angerichtet, bereit ins Schlafzimmer getragen zu werden und doch werfe ich kurz vorher einen Blick in die Zeitung ...

Etwas Klatsch kann nicht schaden, immerhin lebe ich in New York und man ratscht hier gerne, besonders aber Sam und Carrie.

Sie lieben es über Mode zu reden, über Männer und gerne lästern sie über die ein oder andere Person.

Da will ich mitreden können, schlage daher die Zeitschrift auf und doch schiebe ich sie wieder zur Seite, nehme das Tablett und schleiche mich leise zurück in mein Schlafzimmer.

Lesen kann ich nachher auch noch und wer weiß, wie lange Harry noch Zeit hat und ...

Oh Gott, ich muss Pansy vom Flughafen noch abholen!

Wann kommt sie doch gleich?

Mist, wenn ich pünktlich sein will, dann muss ich mir was einfallen lassen und das schnell.

Stehenlassen geht schlecht, sie ist seit Kindheitstagen meine beste aber auch nervigste Freundin und sie kommt extra meinetwegen nach New York.

Okay, sie will hier unter anderem auch ihr Brautkleid kaufen aber ich soll sie dabei begleiten und ich werde ihr sicher nicht absagen.

Entschlossen stelle ich das Tablet erst einmal neben dem Bett ab, schleiche mich erneut in die Küche und klingel bei Pansy an.

Es dauert, dann aber geht sie an ihr Handy ran. "Nanu, hast du was vergessen?"

"Ja, Harry ist hier und ich schaffe es vermutlich nicht zum Flughafen", entschuldige ich mich kleinlaut bei ihr, beiße mir auf die Unterlippe und mache mich auf ein Donnerwetter gefasst.

"Harry ist bei dir?" Pansy knirscht mit den Zähnen, ich kann es deutlich hören, ebenso ihr Schnauben. "Dann komm ich direkt zu dir und du holst mich nicht ab."

"Und wann?", will ich wissen, doch eine Antwort muss ich nicht abwarten, ertönt hinter mir ein Plopp und ich weiß auch so, wer da nun hinter mir steht und mich mit Blicken erdolchen will.

"Hey." Ein Lächeln legt sich trotz ihres eisigen Blickes auf meine Lippen, ich mache einen Schritt auf sie zu, will sie umarmen und doch schiebt sie mich weg und sieht mich tadelnd dabei an. "Du bist dumm und obendrein naiv. Hast du ernsthaft geglaubt, er könnte sich jemals ändern?"

"Wie, was, wovon sprichst du?" Ich hab echt keine Ahnung, was sie meint, doch sie stapft, ohne mir zu antworten bereits in mein Schlafzimmer und deutet auf Harry.

"Von ihm spreche ich. Davon, was dein Cousin aus ihm gemacht hat!"

Lucien? Was hat er damit zu tun?

So ganz folgen kann ich Pansy nicht, schiebe sie daher aus dem Schlafzimmer und schließe die Tür hinter uns. "Was hat er dieses Mal angestellt?"

"Er hat ..."

Ein Schellen an der Tür unterbricht Pansy, sie hält inne und sieht mich verwirrt an. "Erwartest du noch jemanden?"

"Eigentlich nicht", erwidere ich ihr, eile zur Tür, öffne sie und sehe direkt in Samanthas Gesicht, welches mitfühlend auf mich herabblickt.

"Sam?"

"Oh Schätzchen, es tut mir so leid." Noch bevor ich etwas sagen kann, zieht sie mich in ihre Arme, drückt und streichelt mich und sie lässt auch erst wieder los, als Pansy sich räuspert und zu verstehen gibt, dass sie auch noch anwesend ist.

"Oh, du hast Besuch." Sam lächelt, reicht Pansy aber die Hand und stellt sich ihr vor.

"Dann sind sie einer von New Yorks Engel, wie Draco immer sagt", schmunzelt Pansy nun doch und ich merke, wie mir die Röte ins Gesicht schießt, weil es mir unangenehm ist.

"Engel, so, so. Nun ja, ich hab Draco quasi im Regen gefunden", erklärt Samantha sich, ehe sie sich an den Tisch setzt, seufzt und anfängt manierlich ihre Schläfen zu massieren. "Hör mal Draco, wir müssen reden. Ich hab da gestern etwas mitbekommen und ..."

Sie schiebt mir die Zeitung zu, schlägt sie vorher jedoch auf und mir fallen fast die Augen aus dem Kopf, als ich die Bilder sehe. "Es tut mir leid, aber ich denke, du solltest das wissen."

Je länger ich die Bilder anstarre, desto schlechter wird mir.

Tränen laufen über meine Wange, ich zittere vor Wut, vor Enttäuschung und ich will irgendwas zerschlagen.

Wutentbrannt schlage ich mit der Faust auf den Tisch, ignoriere dabei das Zucken von Pansy, die langsam einen Schritt zurückweicht. "Beruhig dich, Draco."

"Hast du davon gewusst?"

"Nein, aber ich habe es geahnt. Lucien hat Blaise eine SMS geschickt und er hat sie Benny und mir gezeigt."

Verstehend nicke ich, bin aber lange noch nicht zufrieden. "Und was noch? Was stand in der SMS drin?"

"Das er bei Harry ist und das sie ..." Pansy hört auf zu reden, schluckt und sieht mich an.

"Weiter, was haben sie? Was haben sie gemacht, Pansy?" Meine Stimme klingt kalt, ohne jegliche Emotionen und erneut lasse ich meiner Wut freien Lauf, schlage gegen die Wand, auf den Tisch und das so lange, bis mich Samantha am Arm packt und festhält. "Hör damit auf. Ich weiß, dass es wehtut, aber hör auf, die geschmackvolle Einrichtung zu demolieren!"

"Ich will wissen, was sie getan haben? Haben sie gefickt, hat er ihn gefickt?" Noch bevor Pansy darauf antworten kann, stürme ich Richtung Schlafzimmer, reiße die Tür auf, stapfe zu meinem Bett und reiße die Bettdecke weg. "Du hast fünf Minuten Zeit dich zu verpissen."

"Mit wem sprichst du?" Samantha steht plötzlich hinter mir, legt ihre Hand auf meine Schulter und erst da sehe ich, dass mein Bett leer und Harry nicht mehr da ist.

Schweigend starre ich auf die Betthälfte, auf der Harry lag, auf der wir die Nacht zuvor Sex hatten und wieder laufen mir die Tränen und ich sacke zusammen.

Sam fängt mich auf, hält mich und redet immer wieder auf mich ein.

Pansy steht machtlos daneben, fügt sich aber ein, kommt näher und nimmt mich von hinten in den Arm.

"Da ist noch etwas, Draco." Sam schiebt mich ein Stück von sich, dirigiert mich zu meinem Bett und zwingt mich damit, mich zu setzen.

Was kommt jetzt, kann es noch schlimmer kommen?

Schluckend sehe ich auf, erkenne aber in ihrem Blick, dass es etwas ist, was mir den Boden unter den Füßen wegreißen wird. "Pansy?"

Sofort sitzt sie neben mir, nimmt mich ganz in den Arm und erst dann lässt Sam die traurige Bombe platzen.

Von einer Sekunde auf die andere hat sich mein Leben drastisch verändert.

Mit Harry ist es aus, Karl ist tot und mit seinem Tod bin ich weg vom Fenster, ausrangiert wie ein altes Kleidungsstück.

Selbst der Kontakt zu alten Model Kollegen ist abgebrochen oder man geht schlicht nicht mehr an sein Handy, wenn ich anrufe.

Ich will gar nicht wissen warum, aber vielleicht werfen Harrys derzeitigen Eskapaden ein schlechtes Licht auf mich und meine Karriere sinkt daher unaufhaltsam weiter nach unten.

Sam hat mir deswegen sogar ihre Hilfe angeboten und nun sitze ich im Flieger, verlasse New York in Richtung Kalifornien und ich habe keine Ahnung, was mich da erwartet.

Schweigend betrachte ich die an mir vorbeiziehenden Wolken, will vergessen, alles hinter mir lassen und einen Neuanfang wagen.

Nur wie und in welchem Bereich?

Smith, der neben mir sitzt, legt seine Hand auf meine Schulter und drückt sachte zu. "Das wird schon. Ich hör mich auf jeden Fall auch in meinen Kreisen um. Ich hab immerhin auch einige Kontakte und die Mädels sind auch jederzeit für dich da."

Ja, das sind sie.

Besonders aber Charlotte, die es tief getroffen hat, dass ich Hals über Kopf die Stadt verlassen habe und doch weiß sie ganz genau, dass ich nicht ganz aus der Welt bin.
Ebenso Carrie und Miranda, die ich beide jetzt schon vermisse und versprochen habe, sobald ich gelandet bin, mich zu melden.

Alle vier sind in den letzten Wochen nicht nur Freundinnen geworden, mehr noch Ersatzmutter und Fels in der Brandung.

Allen voran Samantha, die sich fast ein Bein ausgerissen hat, nur um diesen Flug in letzter Sekunde zu bekommen.

Sowas nennt man aber auch Beziehungen und wenn sie Smith nicht haben würde, müssten wir jetzt warten wie jeder andere auch und das Stunden.

Nun aber sitzen wir in einem kleineren Flieger, genießen die erste Klasse und doch ist mir eher nach heulen zumute.

Meine Zukunft ist ungewiss und ich habe nicht vor zurück zu meinen Eltern zu gehen oder ihnen auf der Tasche zu liegen.

Ich will wieder auf die Beine kommen, Fuß fassen und wenn es nötig sein sollte, dann fange ich nochmal von vorne an.

"Immerhin ist es in Kalifornien jetzt warm und nicht so verregnet wie in New York." Schwach lächelnd kommen mir die Worte über die Lippen, ehe ich mein Handy aus der Hosentasche ziehe, meine Kontakte aufrufe und damit anfange einige Nummern zu löschen.

Allen vorweg Harry seine.

Für mich ist er gestorben, geplatzt wie eine Seifenblase.

Meine Zukunft liegt vor mir, in wenigen Stunden bin ich in Amerika und weit, weit weg von allem, was mich je an ihn erinnert hat.



Vielen Dank an alle Leser, für jedes Sternchen und jeden Kommentar. Ihr seid klasse und es freut mich, dass euch meine Geschichte gefallen hat.

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Autor

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Kapitel:10
Sätze:447
Wörter:13.398
Zeichen:75.067

Kurzbeschreibung

Draco und Harry sind glücklich. Als Model und Rockstar erfolgreich und doch hat ihr Leben böse Schattenseiten. Eine, die sich langsam einschleicht. Eine, die auf den Namen Lucien Malfoy hört.

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