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Die magische Reise eines Wächters

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11.11.2017 18:43
In Arbeit

2 Charaktere

Ich

Mein bescheidenes Selbst, dass als Wächter der Geschehnisse in die Dimensionen von fiktiven Werken reist und verhindert, dass böse Mächte deren Verlauf beeinflussen.

Tito

Eine schwebende Metallkugel mit drei Augen, die sich mir als "Wächter von Zeit und Raum" vorstellte. Mit seiner Hilfe kann ich mich innerhalb der fiktiven Dimensionen bewegen. Unter seinem Schutz kann ich dort nicht sterben oder ernsthaft verletzt werden, außerdem gewährt er mir Fähigkeiten wie das Aufspüren von Personen und das Teleportieren zu jedem Ort, an den ich möchte.

Also, was sagst du?“ Mit erwartungsvollen Augen starrte das seltsame Wesen mich an. Tja nun, was sollte ich jetzt sagen? Wie oft im Leben wird man aus seiner Heimatdimension gerissen und von einer handtellergroßen, glänzenden Metallkugel mit drei Kulleraugen gefragt, ob man ein „Wächter der Geschehnisse“ werden möchte? Sie heißt übrigens Tito. Die Metallkugel. Hat sie mir gesagt, als wir uns das erste Mal trafen. „Und du sagst, ich kann nicht getötet werden oder Ähnliches?“, hakte ich misstrauisch nach. „Wie ich dir bereits erklärt habe“, begann die Kugel, und ich meinte, eine Spur von Ungeduld in ihrer Stimme wahrzunehmen, „kann dir unter meinem Schutz überhaupt nichts passieren. Du kannst weder getötet noch ernsthaft verletzt noch sonst irgendwas werden.“ Es war ein gutes Angebot. Doch sollte ich wirklich darauf eingehen? Aber wie konnte ich nein dazu sagen? Dies war die Chance für mich, dem tristen Alltag zu entkommen und in die größten Abenteuer einzutauchen, die Menschen je erdacht haben. Eine berauschende Faszination ergriff mich plötzlich, als ich mich Tito zuwandte und sagte: „Na gut, ich bin dabei.“

 

Die Fähigkeiten eines Wächters sind schon verdammt praktisch. In kürzester Zeit war ich dazu in der Lage, die Person, die ich suchte, zu orten und sie zu besuchen. Und nun stand ich vor der großen Tür, fasste meinen Mut zusammen und klopfte zweimal. „Herein“, ertönte es von der anderen Seite, und ich trat ein. Das Büro sah tatsächlich in etwa so aus wie in den Filmen, mit kleinen Unterschieden hier und da. Da standen die surrenden und paffenden Gerätschaften, und da oben auf dem Regal lag der alte, geflickte Filzhut, und da war der Schrank, der das Denkarium beherbergte. Und dort, hinter einem mächtigen Schreibtisch, saß Albus Dumbledore. Er musste es einfach sein, denn er sah genau so aus, wie er in den Büchern beschrieben wurde. Sein Bart war in der Tat gigantisch, und seine Augen, verborgen hinter Brille mit halbmondförmigen Gläsern, strahlten eine unendliche Kraft und Ruhe aus. „Guten Tag“, sagte er höflich, runzelte die Stirn und erhob sich; er war sogar noch größer als ich, und das hieß bei fast 2 Metern Körpergröße schon einiges. Meine Stimme zitterte ein wenig, als ich antwortete: „Guten Tag, Professor Dumbledore.“ Interessiert betrachtete mich der alte Mann. „Ich nehme nicht an, dass Sie ein Schüler hier sind, also was kann ich für Sie tun?“ Er begutachtete mich von oben bis unten. Natürlich musste es ihm ungewöhnlich vorkommen, dass ich Muggelkleidung trug. „Sie könnten mir ein oder zwei Stündchen Ihrer Zeit schenken“, sagte ich geheimnisvoll. Die Augen des alten Mannes verengten sich zu Schlitzen, als er langsam um den Schreibtisch herum auf mich zuschritt. Nun war es soweit; hier sollte alles beginnen…

 

Missmutig betrachtete ich nochmal meinen veränderten Körper im Fenster eines der vielen, gleich aussehenden Häuser. Für einen gerade 21 Jahre alt gewordenen Mann war es eine äußerst merkwürdige Erfahrung, plötzlich als elfjähriger Steppke durch die Gegend zu rennen. Meine neuen Haare waren um einiges heller und etwas rötlicher als meine richtigen, mein Körper war etwas schlanker als mein wirklicher damals und meine Augen waren etwas grünlicher als sonst. „Krass“, murmelte ich zu mir selbst, drehte mich vom Fenster weg, ging ein paar Meter die Straße entlang und hielt vor einer etwas schäbig wirkenden Holztür, die pastellblau angestrichen war. Ich klopfte und wartete, wohl wissend, dass der Bewohner dieses Hauses gerade ein wenig verunfallt war. Ein paar Minuten vergingen, dann wurde die Tür geöffnet. „Ja?“, kam es mir unwirsch entgegen. Die alte Mrs. Figg stand in Krücken und mit einem bandagiertem Bein vor mir und starrte finster zu mir herab. Sie sah tatsächlich unglaublich schrullig aus, mit ihren Alt-Oma-Klamotten und altmodischen Puschen. „Dumbledore schickt mich.“ Das war wohl eine etwas knappe Vorstellung, aber ich konnte schließlich nicht riskieren, von jemandem gehört zu werden. Schlagartig hellte sich Figgs Miene auf. „Ah, natürlich, der Potter-Junge. Komm rein, komm rein.“

 

Nachdem ich mit der alten Dame alles geklärt hatte (sie bestand darauf, dass ich mich wenigstens um sie kümmern könnte, wenn schon ein paar Wochen bei ihr wohnen würde), wartete ich ungeduldig draußen vor der Haustür. Harry und die Dursleys dürften sich mittlerweile vermutlich in einer abgewrackten, zugigen Hütte mitten auf dem Meer für die Nacht bereitmachen, also müsste er gleich kommen, dachte ich bei mir. Und tatsächlich, als hätte eine unsichtbare Macht ihn herbeordert, hörte ich bereits von weitem das laute Dröhnen des Motorrads. Da, in der Ferne über mir, war ein kleiner, leuchtender Punkt zu sehen, der sich schnell näherte. Ich musste nicht lange warten, da landete das Fahrzeug direkt vor mir; es hatte einen Beifahrersitz montiert bekommen, so, wie er in „Die Heiligtümer des Todes“ beschrieben wurde. „Du bist der kleine Jerry, nich‘ wahr?“, begrüßte Hagrid mich fröhlich. „Na dann steig ma‘ ein, wir ham‘s bisschen eilig.“

 

Der Flug gestaltete sich als relativ uninteressant, wenn man davon absah, dass es ein Flug in einem Motorrad war. Wir redeten nicht viel, vor allem deshalb, weil man bei dem Lärm sowieso nichts hörte, also begnügte ich mich damit, die vorbeiziehende Landschaft zu bestaunen. Nach ein paar Stunden, so kam es mir vor, setzten wir zur Landung an; eine kleine Insel mitten im wellengepeitschten Meer, mit einem schiefen Haus oben drauf. Etwas ruckelig stießen wir auf dem Boden auf, tapperten noch ein wenig dahin und blieben dann stehen. „War doch n‘ wunderbarer Flug, nich‘?“, sagte Hagrid munter und setzte seine gewaltige Brille ab. „Ein bisschen kühl vielleicht“, entgegnete ich leicht zitternd, zog meinen Mantel enger, stieg aus und sah mich kurz um. Es war schon wirklich ein tristes Fleckchen Erde, auf dem wir da standen; der Boden war vom Sturm ganz matschig, der Wind peitschte mir unangenehm ins Gesicht und die Kälte kroch mir beißend unter die Haut. „Beeil dich mal, Hagrid, sonst erfrier ich hier noch!“ „Kleinen Moment noch.“ Der Riese nahm seinen rosafarbenen Schirm heraus und tippte sachte gegen das Motorrad. Wie von Geisterhand erwachte es zum Leben, fuhr von alleine los und verschwand in der Ferne des Himmels.

 

Und, schon aufgeregt?“, fragte Hagrid, während wir in Richtung der schäbigen Hütte schritten. Jetzt, da er es sagte, spürte ich die Aufregung ganz deutlich. Gleich würde ich Harry Potter live und in Farbe sehen, keinen Daniel Radcliffe, sondern den echten Harry Potter. Meine Begeisterung war mir wohl anzusehen, denn Hagrid lachte kurz auf, klopfte mir viel zu hart auf die Schulter und sagte: „Wird schon werden, nur keine Sorge.“ Schweigend gingen wir den Rest des Weges, bis wir direkt vor der morschen Tür standen. Mein Riesen Begleiter sah mich nochmal augenzwinkernd an, holte mit seiner gewaltigen Pranke aus und hieb zweimal gegen die Tür.

 

Ich konnte dumpfe Geräusche hören, dann rief jemand: „Wer da? Ich warne Sie – ich bin bewaffnet!“ Hagrid sah mich kurz an, verdrehte die Augen, holte zum dritten Mal aus und schlug die Tür regelrecht aus ihren Angeln. Und dort standen sie. Direkt vor uns ein unerhört massiger Mann ohne Hals, der ein Gewehr in der Hand hielt. Hinter ihm stand eine recht dürre Frau, im Gegensatz zu ihrem Mann mit langem Giraffenhals und verschrecktem Gesicht. Dahinter kauerte ein fetter Junge mit strohblonden Haaren auf einem zerfledderten Sofa, und blickte uns ängstlich an, und neben ihm auf dem Boden saß – das Gesicht in Angst und Bange verzerrt – ein kleiner, abgemagerter Junge mit schwarzem Strubbelhaar und einer feinen, blitzförmigen Narbe auf der Stirn. Wir betraten die Hütte – Hagrid musste sich bücken, damit er hineinpasste – er setzte die Tür wieder ein, wandte sich um und blickte die Dursleys an. „Könnte ‘ne Tasse Tee vertragen. War keine leichte Reise...“ Soviel zu „wunderbarer Flug“… Hagrid schritt zum Sofa hinüber, auf dem der fette Junge saß, und raunzte: „Beweg dich, Klops.“ Dudley Dursley quiekte und rannte hinter den Rücken seiner Mutter, die sich voller Angst hinter Vernon zusammenkauerte. Wirklich armselig. „Und hier ist Harry!“, brummte Hagrid glücklich. „Letztes Mal, als ich dich gesehen hab, warst du noch ‘n Baby. Du siehst deinem Vater mächtig ähnlich, aber die Augen hast du von deiner Mum.“ Vernon gab ein merkwürdig rasselndes Geräusch von sich. „Ich verlange, dass Sie auf der Stelle verschwinden!“, rief er. „Das ist Hausfriedensbruch!“

Aach, halt den Mund, Dursley, du Oberpflaume“, sagte Hagrid. Er streckte den Arm über die Sofalehne hinweg, riss das Gewehr aus Onkel Vernons Händen, verdrehte den Lauf als wäre er aus Gummi und warf es in die Ecke. Ich musste mir ein Lachen verkneifen; irgendwie glaubte ich, es würde die Dramatik zerstören. „Dir jedenfalls, Harry“, sagte Hagrid und kehrte den Dursleys den Rücken zu, „einen sehr herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Hab hier was für dich – vielleicht hab ich zwischendurch mal draufgesessen, aber er schmeckt sicher noch gut.“ Aus der Innentasche seines schwarzen Umgangs zog er eine etwas eingedellte Schachtel. Harry sah mich unsicher an; ich nickte ihm aufmunternd zu, und er öffnete die Packung mit zitternden Fingern. Ein großer, klebriger Schokoladenkuchen kam zum Vorschein, auf dem mit grünem Zuckerguss Herzlichen Glückwunsch, Harry geschrieben stand. Er schien etwas verdutzt, sah abwechselnd Hagrid und mich an und fragte schüchtern: „Wer seid ihr?“ Hagrid gluckste. „Wohl wahr, ham uns noch gar nicht vorgestellt. Ich bin Rubeus Hagrid, Hüter der Schlüssel und Ländereien von Hogwarts. Und das hier-“. Er wies mit der Hand auf mich. Ich hatte mich bis jetzt etwas im Hintergrund gehalten, um die Szene nicht unnötig zu stören, doch nun trat ich vor, sah Harry eindringlich an und sprach mit ungeheurer Aufregung im Bauch die Worte, die ich am Tag zuvor mit Dumbledore vereinbart hatte: „Mein Name ist Jeremy. Jeremy Potter. Ich bin dein Bruder, Harry.“

Autorennotiz

Um diese Geschichte so realistisch wie möglich in das HP-Universum zu integrieren, benutze ich Textpassagen wie z.B. wörtliche Reden aus den deutschen Büchern der Reihe. Ich bin in vollem Bewusstsein, dass dieses geisteige Eigentum nicht mir gehört, und bitte den Leser daher, zuerst die Bücher zu kaufen und zu lesen, bevor er sich dem hier widmet.

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Autor

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Statistik

Kapitel:2
Sätze:115
Wörter:1.697
Zeichen:9.957

Kurzbeschreibung

Diese Geschichte erzählt von den Abenteuern eines Wächters der Geschehnisse, der alles in seiner Macht stehende tut, um sicherzustellen, dass Geschichten auch wirklich so ablaufen, wie sie sollten. Begleitet mich hierbei auf einer magischen Reise in die Welt von Harry Potter, und seht zu, wie ich die wunderlichsten Sachen erlebe und allzu oft in brenzlige Situationen gerate.

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