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Gib mir dein Wort

105
14.09.21 10:52
12 Ab 12 Jahren
Heterosexualität
Homosexualität
Fertiggestellt

Ihr habt mir ein Wort genannt und ich schreibe ein Kapitel mit weniger als tausend Worten und baue dieses ein. Simple Worte aber es können auch ausgefallene sein oder ein ganzer Satz, den ich einbauen muss.

Hier kann es also gay zugehen, aber auch normal, lustig oder auch mal traurig. Es hängt sehr von den Worten ab, von euch und gemeinsam kann ich mit eurer Unterstützung diesen Text bis zu den 200 Kapiteln vollmachen.

Ihr dürft auch gerne mitmachen, euch Worte nehmen und selbst dazu eine Kurzgeschichte verfassen. Wenn ich ein Wort abgearbeitet habe, wird es abgehakt und nummeriert, damit ich weiß, wo ich stehe und ob ich noch Worte brauchen werde.

Eure Worte, meine Kurzgeschichten!

Erstmal möchte ich euch danken, dass ihr mir so viele schöne Worte genannt habt mit denen ich etwas anfangen und schreiben kann. Damit ihr gleich vorab seht, was euch an Worten erwartet, werde ich diese allesamt einmal nennen, damit sie nicht bei Bedarf an neuen nochmals genannt werden.

Ihr dürft auch gerne mitmachen, euch Worte nehmen und selbst dazu eine Kurzgeschichte verfassen. Wenn ich ein Wort abgearbeitet habe, wird es abgehakt und nummeriert, damit ich weiß, wo ich stehe und ob ich noch Worte brauchen werde.

Zu vielen Worten sind mir ganz spontan schon süße Ideen eingefallen, aber auch lustige und schmerzhafte. Ich denke, ich kann das Buch hier gut mit Kapiteln füllen und ihr braucht nicht ellenlang die Geduld oder Angst zu haben, dass ich Monate für ein Kapitel brauche.

1. Dango's ✔
2. Kunst ✔
3. Freund ✔
4. Vertrauen ✔
5. Ein Herz und eine Seele ✔
6. Nudelsuppe ✔
7. Wunschdenken ✔
8. Treue ✔
9. Frieden ✔
10. Glück ✔
11. Familie ✔
12. Sandliebe ✔
13. Laterne ✔
14. Entscheidungen treffen ✔
15. Dunkelheit ✔
16. hinter die Fassade blicken ✔
17. Urteilsvermögen ✔
18. die Vergangenheit ruhen lassen ✔
19. Voranschreiten ✔
20. Liebe ✔
21. Tränen ✔
22. Schicksal ✔
23. Wege trennen sich ✔
24. Regen ✔
25. Art is a bang ✔
26. Held ✔
27. Aufrichtigkeit ✔
28. Träume ✔
29. Wagnis ✔
30. Schatten ✔
31. Eis ✔
32. Krähe ✔
33. Clan-Mörder ✔
34. Bruder ✔
35. Unrecht ✔
36. Vorurteil ✔
37. Stärke ✔
38. Loyalität ✔
39. Zukunft ✔
40. Jutsu ✔
41. Sarg ✔
42. Blumen ✔
43. Mond ✔
44. Der Wille des Feuers ✔
45. Bromance ✔
46. Geist ✔
47. letzte Worte ✔
48. Verzweiflung ✔
49. Stärke ✔
50. Schwäche ✔
51. Hassliebe ✔
52. Rivalität ✔
53. Shuriken ✔
54. Hokage ✔
55. Chidori ✔
56. Rasengan ✔
57. Kunai ✔
58. Tomate ✔
59. Anbu ✔
60. Mission ✔
61. Rinnegan ✔
62. Sharingan ✔
63. Jonin ✔
64. Flirtparadies ✔
65. legendäre Sannin ✔
66. Bijuu ✔
67. Genin  ✔
68. Haku✔
69. Akamaru ✔
70. Melancholie ✔

Nochmal ganz lieben Dank für diese Auswahl und damit ihr nicht zu lange warten müsst, werde ich mich jetzt gleich an das erste Wort vagen und eine kleine nette Geschichte schreiben. Wie gesagt es werden immer nur bis zu 1000 Wörter und das sollte machbar sein. Nun ganz viel Spaß beim Lesen oder mitmachen.

 

 Nun ganz viel Spaß beim Lesen oder mitmachen

 

 

Freundschaft. Davon sprach Kakashi immer wieder, wenn er von seinem Team erzählte. Rin, Obito und Sensei Minato. Sie alle waren Freunde und nicht nur Kameraden.

Und wie war es bei ihnen? Anders. Sakura himmelte Sasuke an und dieser hatte nur sein Training im Kopf. Naruto seufzte. Er wollte auch Freundschaft, sich auf sein Team verlassen können und nicht nur auf Kakashi, der schon wieder die Nase in seinem Buch vergraben hatte.

Naruto schnaufte empört, verschränkte die Arme vor der Brust und stapfte zornig durch das Dorf Konoha. Warum war sein Team nur so zusammengewürfelt? Alle anderen waren es nicht und sie alle verstanden sich und waren Freunde.

„Was ziehst du denn für ein Gesicht?“, sprach ihn plötzlich jemand von der Seite an und es stellte sich heraus, dass es niemand anderes als Iruka war, der ihn freundlich anlächelte.

„Keiner ist so richtig befreundet mit mir“, murmelte Naruto leise, doch der Ältere hatte ganz genau verstanden und legte seine Hand auf die Schulter seines alten Schülers. „Du möchtest genauso Freundschaft in deinem Team wie alle anderen auch?“

„Ja“, erwiderte Naruto. „Mein Team ist komisch und jeder hat anderes im Kopf, echt jetzt.“

Iruka lachte darauf hin. „Gib ihnen Zeit, dich kennenzulernen. Freundschaft entwickelt sich erst nach und nach.“ Aufmunternd lächelte er Naruto weiterhin an, dann aber fiel ihm ein, womit er ihm die größte Freude bereiten konnte.

„Solange essen wir Suppe, gute Nudelsuppe und das verbindet uns beide.“

„Oh ja“, jubelte Naruto schon wieder und rannte vor zum Nudelsuppenstand.

Beobachtet wurde er dabei von einem grinsenden Iruka, der ihm langsam folgte.

 Beobachtet wurde er dabei von einem grinsenden Iruka, der ihm langsam folgte

 

​​​​

 

Dunkle Augen sahen auf, direkt in die seines Bruders, der sofort seine Schriftrolle wegpackte und ihm Aufmerksamkeit schenkte. „Was möchtest du, Sasuke? Spielen, trainieren?“

Er überlegte kurz, kniff angestrengt seine Augen zusammen und drückte seinen Dinosaurier näher an seinen Körper. „Ich weiß nicht, Nii-san“, gab er schließlich zu. „Hast du denn Zeit?“, wollte Sasuke wissen.

„Sicher habe ich Zeit“, lächelte Itachi seinem kleinen Bruder entgegen, erhob sich und nahm ihn an die Hand. Sasuke sah auf, erwiderte das Lächeln und folgte Itachi in den Flur.

Dino setzte er auf die Garderobe, nahm sich seinen Mantel und griff erneut nach der Hand seines Bruders, der ihn raus auf die Straße und weiter ins Dorfinnere führte. Sasuke freute sich auf die gemeinsame Zeit, ignorierte die Blicke der Dorfbewohner und auch das Getuschel interessierte ihn kein Stück.

Wichtig war nur Itachi und die gemeinsame Zeit, die sie zusammen als ganz normale Brüder verbrachten. Sasuke war sie wichtig, ebenso Itachi, der immer wieder zu ihm herabsah. „Weißt du schon wohin wir gehen?“

„Nein“, erwiderte der Jüngere und schüttelte dabei unterstreichend mit dem Kopf.

„Was esse ich denn am liebsten, hm?“, fragte Itachi weiter und lachte bereits.

„Ohhhh …“ Überlegend legte der Kleine den Kopf schief, dann jubelte er freudig auf. „Dango’s, wir gehen Dango’s essen?“

„Richtig, Sasuke.“ Itachi lief langsam weiter, doch sein kleiner Bruder zog an seiner Hand und hatte es plötzlich ganz eilig. Ob nun von Freude oder dem Hunger getrieben, aber so sah man Sasuke nur selten und wenn, dann nur mit seinem großen Bruder.

„Nicht so schnell, die Dango’s laufen schon nicht weg.“
 

„Fang mich doch, Nii-san“, kicherte Sasuke, löste sich und rannte seinem Bruder blitzschnell davon. „Na warte, ich krieg dich schon.“

„Schneller, Itachi“, lachte Sasuke und kam als erster an jenem Stand an, an denen die leckeren Dango’s verkauft wurden.

„Hast gewonnen“, grinste Itachi und reichte seinem Bruder die ersten Dango’s, die er sofort freudig entgegennahm und wartete, bis auch sein Bruder welche hatte.

 

 

 

 

 

Abgesehen von einigen Streitereien über Kunst, ergänzten sie sich doch recht gut und bildeten ein gutes Team. Am meisten erstaunte diese Tatsache Tobi, der skeptisch die beiden Künstler betrachtete, die schweigend in der Ecke saßen und sich ganz ihrer Kunst zuwandten.

"Sind sie krank?", fragte Tobi leise Itachi, der sich hinter einer Schriftrolle versteckt hatte und diese aufmerksam studierte. Es dauerte, bis er sie runternahm und dem Maskierten Aufmerksamkeit schenkte. "Wer ist krank?"

"Deidara Senpai und sein Danna. Sie zanken nicht", erklärte Tobi, ruderte euphorisch dabei mit den Armen und tanzte auf ein und derselben Stelle.

Kein Streit über Kunst? Seltsam, selbst für Itachi, der misstrauisch die beiden Künstler besah und feststellte, dass sie wie ein Herz und eine Seele wirkten. Wer nun das Herz und wer die Seele war, darüber ließ sich diskutieren. Nicht aber mit Tobi, der noch immer tanzte und ziemlich verwirrt wirkte.

"Genießen wir es, solange es noch anhält", murmelte Itachi, nahm sich wieder die Schriftrolle und betete innerlich, dass die beiden Künstler sich noch länger vertrugen und nicht am Ende wie kleine Kinder wieder balgten, wer die bessere Ansicht von Kunst hatte.

 

 

 

 

Eine ganze Weile regnete es schon. Der Boden war schlammig und große Pfützen sammelten sich auf jenem Platz, an dem Sasuke gegen Naruto unerbittlich gekämpft hatte.

Gesiegt hatte der Uchiha, kniete sich über Narutos Körper, der schwach und erschöpft unter ihm lag. Ohne Probleme könnte er ihn jetzt töten, doch etwas hielt ihn davon ab. Er war nicht wie Itachi. Er war kein Mörder, niemand, der seinem besten Freund für Stärke das Leben nahm.

Sasuke war anders, schätzte seinen Kameraden und tief in seinem Inneren war da noch etwas ganz anderes, was er für den blonden Chaoten empfand. Da war nicht nur Freundschaft oder das Gefühl von Stolz, da war auch dieses komische Flattern im Magen, wenn sie sich trafen. Ähnlich wie damals bei seinem Bruder, nur anders, vergleichbar mit Schmetterlingen. Ob es Liebe war? Sasuke hatte keine Ahnung, aber es störte ihn enorm, wenn Naruto von Sakura geschlagen wurde oder über sie sprach.

Wenn er sich verletzte, hatte er Sorge, konnte nicht schlafen und wenn er Naruto ein paar Tage nicht sah, dann vermisste er sein dummes Gesicht. Normal war das nicht, aber wen konnte er fragen? Waren Gefühle nicht eigentlich hinderlich und wer sagte überhaupt, dass Naruto gleiches empfinden würde?
 

Sasuke seufzte, erhob sich langsam und stand schließlich ganz auf. Sein Blick hob sich gen Himmel und Regen prasselte auf sein Gesicht nieder. "So werde ich scheitern. Ich muss erst mit mir ins Reine kommen", murmelte Sasuke leise, drehte sich um und verschwand noch, bevor Kakashi zusammen mit Sakura am Schauplatz ankam. 

Der Regen wurde stärker, Naruto erwachte und sah sich langsam um. "Sasuke ist gegangen, aber er wird wiederkommen, echt jetzt." Daran glaubte er fest, während er sich langsam erhob und schwankend auf Sakura zuging, die ihn sofort auffing.

 

 

 

 

An sich war Nagato kein schlechter Mensch, wollte ebenso den Frieden wie Naruto selber und nun saßen sie hier und unterhielten sich.

Es verband sie aber nicht nur der Wunsch nach Ruhe, einem sorglosen Leben, sondern auch ihr Clan. Beide trugen sie den Nachnamen Uzumaki und es freute Naruto, dass er damit nicht alleine war.

"Was ist neben dem Frieden dein größter Wunsch, Naruto?"

"Eine Familie haben. Jemanden, der mich liebt, wie ich bin und ich will Hokage werden, echt jetzt."

"Ich bin mir sicher, dass es da draußen ein nettes Mädchen für dich gibt, das dich so liebt, wie du es verdient hast", lächelte Konan, die abseits von Naruto und Nagato stand und den Blick starr gen Himmel gerichtet hatte. "Und Hokage wirst du sicherlich auch."

"Konan hat recht, aber eins nach dem anderen. Arbeite hart an dir, werde stark und nutze die Kraft des Kyuubis in dir", murmelte Nagato schwach. "Ich wäre gerne dabei, aber wie du merkst, ist meine Zeit bald abgelaufen."

Naruto nickte traurig. "Das ist sehr schade aber wir haben einen gemeinsamen Traum und für den lebe ich, echt jetzt."

Nagato lächelte ein letztes Mal dem Chaosninja entgegen, dann schlossen sich seine Augen und erschöpft schlief er ein.

"Er schläft", merkte Konan an und reichte Naruto eine ihrer gefalteten Papierblumen. "Die Rose der Hoffnung. Halte sie und kämpfe für den Frieden, den Nagato so sehr ersehnt."

 

 

Weinend stand Sakura vor dem Tor Konohas und blickte in die Ferne. Neben ihr stand Naruto, legte seine Hand auf ihre Schulter und versuchte sie so gut es ging zu trösten.

"Bring ihn mir zurück, Naruto", schluchzte sie, vergoss weitere Tränen und war schwer zu beruhigen.

"Ich verspreche es, echt jetzt", erwiderte Naruto leise. "Und jetzt wein nicht mehr. Mit einem Lächeln siehst du sehr viel hübscher aus."

Sakura wischte sich die Tränen weg und lächelte. "Danke, Naruto."

Naruto nickte, reichte Sakura die Hand und sah sie abwartend an. "Mir helfen Ramen immer, wenn ich traurig bin. Eine gute Nudelsuppe wirkt wahre Wunder, echt jetzt."

Das rosahaarige Mädchen fing an zu lachen, verpasste Naruto einen Schlag auf den Hinterkopf und nahm anschließend seine Hand entgegen. "Lass uns deine Supersuppe essen. Aber nur dieses eine Mal."

"Sicher und eines Tages bringe ich dir Sasuke zurück und dann essen wir alle Ramen."

 

 

 

Endlich hatte Naruto sein Glück gefunden. Hinata war nicht nur ein hübsches und nettes Mädchen, sie war auch jene, die ihn genauso liebte, wie er es sich immer gewünscht hatte. Und jetzt lag sie in den Wehen und schenkte ihm einen Sohn.

Er konnte nicht glücklicher sein und doch tat es ihm weh, seine Frau so leiden zu sehen. Die Geburt ihres ersten Kindes war alles andere als leicht, zog sich über Stunden und er konnte nichts tun, außer Hinatas Hand halten.

Dann endlich war es so weit. Die letzte Wehe, ein letztes Drücken und ein neuer Mensch war geboren. Winzig klein, dennoch schauten ihn blaue Augen an und Naruto wurde ganz anders. Irgendwie warm ums Herz und das Gefühl wurde noch stärker, als kleine Finger sich ausstreckten und schließlich seinen Zeigefinger umklammerten.

Naruto lächelte, sah voller Glück seinen Sohn an, den er schließlich vorsichtig Hinata reichte und sie auf die Stirn küsste. "Hallo Boruto", lächelte die junge Frau, lehnte sich erschöpft zurück und ließ den kleinen Menschen in ihrem Arm keine Sekunde aus den Augen.

 

Mörder, sein Bruder war ein Mörder und hatte seine gesamte Familie umgebracht. Ihn hatte er verschont, in einem Blutbad zurückgelassen und kaum später hatte Itachi seinen gesamten Clan ausgelöscht.

Clanmörder. Itachi Uchiha war ein Clanmörder und ein Nuke-nin. Ein Verbrecher und ein Verräter. Aber er war auch sein Bruder. Der letzte noch lebende Verwandte, den Sasuke hatte.

Er sollte dankbar sein, doch das konnte er nicht. Er war alleine. Itachi war gegangen und hatte ihn im Stich gelassen. Ihn, seinen kleinen Bruder, der nun ganz auf sich selbst gestellt war.

Innerlich tobte Sasuke, äußerlich aber legte er eine eisige Maske auf, gab sich kalt und unnahbar. Er brauchte das, wollte stärker werden und sich eines Tages seinem Bruder stellen.

Jeder Mensch hat Träume. Egal wie alt, oder wie jung man ist, man träumt und hofft, dass es sich eines Tages erfüllen wird.

Kakashi träumte von Ruhe, mehr Zeit seine Bücher zu lesen und Sakuras Träume drehten sich von vorn bis hinten um Sasuke Uchiha und wie ihre gemeinsame Zukunft aussah.

Hingegen Naruto seine gingen in verschiedene Richtungen, handelten davon Hokage zu werden und ab und zu träumte er von Familie. Seiner Familie, die er nie kennengelernt hatte. Aber auch Kyuubi schlich sich gerne in seine Träume ein, flüsterte Verlockendes in seine Ohren und brachte ihn gar manches Mal um den verdienten Schlaf.

Sasuke erging es ganz ähnlich wie dem blonden Chaoten und viele Alpträume raubten ihm die nächtliche Ruhe. Die Ermordung seiner Eltern durch seinen Bruder durchlebte er fast jede Nacht aber viele seiner Träume handelten auch von Rache an Itachi Uchiha.

Eins aber hatten alle Träume gemeinsam. Sie erfüllten sich. Der eine eher, der andere später.

 

 

Sie feierten ihn, schenkten ihm endlich die Aufmerksamkeit, die sich Naruto all die Jahre so sehr gewünscht aber nie bekommen hatte. Endlich sahen sie ihn an und jubelten.

Zum ersten Mal sah er Dankbarkeit in ihren Augen und keine Angst vor dem, was er in sich trug. Naruto lächelte stolz. Er war der Held Konohas, hatte das Dorf gerettet und das zusammen mit vielen seiner Freunde.

Er genoss den Moment, die Aufmerksamkeit, denn er wusste, dass es morgen schon wieder anders sein konnte und die Dorfbewohner ihn erneut mit Hass entgegensahen.

Familie. Ein Wort, bei dem Naruto traurig und nachdenklich wurde. Er hatte weder Mutter noch Vater, wusste nichts über die beiden oder wer sie genau waren. Traurig. Besonders dann, wenn er andere Kinder sah, die ihre Eltern noch hatten.

Für ihn war niemand da. Keiner nahm in nachts in den Arm oder lobte ihn, wenn er etwas richtig gemacht hatte. Eher sah man ihn an, als hätte er die Pest, den Teufel persönlich in sich und gemieden wurde er ebenso.

Naruto blickte traurig gen Boden unter seinen Füßen und seufzte leise. Das Lachen der anderen Kinder auf dem Spielplatz ignorierte er weitgehend, ebenso dass sie immer wieder an ihm vorbeirannten.

Keiner kümmerte sich oder beachtete ihn. Auch nicht, als Naruto stumm weinte und die Seile der Schaukel nur noch fester umklammerte.

“Mama guck mal, der Junge weint. Bestimmt hat er sich wehgetan.”

“Willst du nach ihm schauen, Sasuke?”

Eifrig nickte der kleine Junge mit den schwarzen Haaren und kam Naruto langsam näher. “Hallo”, sprach er ihn vorsichtig an und wartete geduldig, bis der blonde Junge den Kopf hob und ihn ansah.

“Hab keine Angst. Sasuke möchte nur wissen, ob es dir gut geht.” Mikoto Uchiha stand direkt hinter ihrem Sohn, lächelte freundlich und da passierte es, dass Naruto sich die Tränen wegwischte und breit grinste. “Wollen wir spielen?”

“Darf ich?”, wandte sich Sasuke an seine Mutter. Mikoto nickte. “Er kann ja mit zu uns kommen. Dann könnt ihr zusammen essen, dann spielen und später bringen wir ihn nachhause zu seiner Familie.”

Naruto schluckte schwer und sah die Frau mit den pechschwarzen Haaren an. “Ich bin alleine, seit ich auf der Welt bin. Ich habe keine Familie.”

Für einen Moment  sah Mikoto den blonden Jungen vor sich entsetzt an. “Naruto, du bist der Sohn von Kushina.” Sie nahm ihn an die linke Hand, Sasuke an die rechte und verließ mit beiden Kindern den Spielplatz. “Ich kannte deine Mutter. Wenn du möchtest, kann ich dir von ihr erzählen.”

“Das wäre schön”, erwiderte Naruto und drückte ganz leicht die Hand der Frau, die einen Teil seiner Familie kannte.

 

Inmitten einem Meer aus Blumen lag Ino, ließ die Seele baumeln und blickte verträumt gen Himmel. Erst Gestern hatte sie einen mehr als schönen Tag mit Sai verbracht und hatte Seiten an ihm kennengelernt, die bisher keiner kannte.

Das Beste war aber, dass seine gesamte Aufmerksamkeit ihr gehörte und keiner anderen. Ino lächelte vor sich hin. Sie konnte noch immer seine Lippen spüren, die scheu die ihren geküsst hatten. Sai hatte sogar noch gefragt ob er sie küssen dürfte, ob das nach einem Date angebracht war.

Seine zurückhaltende Art war einfach zu süß und ebenso die Geste, dass er an Blumen gedacht und sie ihr zur Begrüßung mitgebracht hatte. Ino könnte nicht glücklicher sein. Sai war perfekt, still, wortgewandt und sehr zuvorkommend.

"Woran denkst du?"

Ino blinzelte, setzte sich auf und lächelte. "An gestern dachte ich und an die schönen Blumen, die du mitgebracht und hinter deinem Rücken versteckt hast."

"Oh", entwich es Sai, ehe er verlegen Ino den Strauß Rosen überreichte.

 

 

Nachdenklich saß Naruto auf der Schaukel, auf der er lange nicht gesessen hatte. Eine Erinnerung an seine Kindheit, die alles andere als glücklich war und die er am liebsten verdrängte.

Es gab aber auch Erinnerungen, die er sich gerne vor Augen führte und eine davon  war das Zusammentreffen mit Haku. Anfangs dachte Naruto an ein Mädchen, doch Haku war ein Junge und sein Aussehen täuschte.

Wie dumm er damals war, sich ein wenig verguckt hatte und das Wort wörtlich. Heute lachte er darüber, ebenso über den Kuss, den er unfreiwillig mit Sasuke geteilt und sich anfangs geekelt hatte. Haku hatte mit seiner Art und  seinem Wesen gezeigt, dass Liebe kein Geschlecht hatte und man sowohl Mädchen, als auch Jungen lieben konnte.

 

Vertrauen war etwas, womit sich einige schwertaten. Naruto weniger. Er vertraute seinem Team, Iruka und ganz besonders genoss Tsunade sein Vertrauen.

Sie war schon wie eine Mutter oder Großmutter für ihn und auch, wenn es sie extrem störte das zu hören, lächelte sie oftmals und nahm es hin.

"Woran denkst du, Naruto? Wieder an Sasuke?", fragte die vollbusige Frau hinter dem Schreibtisch und sah ihn skeptisch von oben bis unten an.

"Nein, ich denke an das gegenseitige Vertrauen, das wir uns entgegenbringen, echt jetzt."

Tsunade lachte darauf laut und schüttelte sich. "Nun gut, dann will ich dir mal vertrauen und glauben, dass du nicht wieder gedanklich Sasuke nachjagst."

Naruto lief verlegen an und wich dem wachsamen Blick der Hokage aus, die ihn noch immer prüfend ansah und durchschaut hatte.

 

 

Dunkelheit war etwas, was Sakura nicht ausstehen konnte. Mit ihr kam nicht nur ein Unbehagen, sondern auch die Einsamkeit, die Trauer und der Verlust über unzählige Tode, die sie in ihrem jungen Leben miterlebt hatte.

Besonders schlimm war das Ableben von Tsunade für die junge Frau. Von ihr hatte Sakura viel gelernt aber auch einstecken müssen. Das Training war hart, hatte sich am Ende jedoch bezahlt gemacht und heute war sie es, die in ihrer Wut mit nur einem Schlag ganze Häuser dem Erdboden gleichmachte.

Aus dem aufdringlichen Mädchen war eine Frau geworden, die nicht nur Stärke, sondern auch Köpfchen besaß. Tsunade hatte sie geformt, ihren Weg geebnet und letztendlich aus ihre eine taffe Persönlichkeit gemacht. Hier und da mit Kanten, aber mit diesen musste sich Sasuke arrangieren und das machte ihre Beziehung durchaus interessant und abwechslungsreich.

Der Traum Hokage zu werden hatte sich erfüllt. Naruto stand vor ganz Konoha, hörte das Klatschen, Jubeln und sah in strahlende Gesichter. Irukas Blick stach besonders hervor, war mit Stolz gezeichnet und Tränen in den Augen.

Naruto schmunzelte wissend, dann aber sah er zu seiner Familie, zu seinen Kindern, die ihm zuriefen und dicht bei ihrer Mutter standen. Die schönste und klügste Frau. In seinen Augen war sie es und er konnte sich glücklich schätzen, dass sie all die Jahre an ihn geglaubt hatte.

Hinata war das Beste, was ihm passiert war und das, obwohl er nun endlich seinen Traum Hokage zu werden, erreicht hatte. Hinata war immer da, unterstützte, wo sie konnte und sie war eine liebevolle Mutter und treusorgende Ehefrau.

Ein Jammer, dass Neji das nicht mehr erlebte. Er fehlte und sein früher Tod war etwas, woran Hinata auch heute noch zu knabbern hatte. Er wäre ein toller Onkel gewesen, ein guter Berater und sicherlich ein guter Freund für alle. Naruto seufzte wehmütig, dann lächelte er wieder und schüttelte weiterhin Hände.

"Ich bin verdammt stolz auf dich." Tenten stand mit einem Mal vor ihm, schloss die Arme um seinen Körper und drückte Naruto fest an sich.

"Danke", murmelte er überrascht und erwiderte die freundschaftliche Umarmung.

"Erinnerst du dich an Nejis letzte Worte?"

"Sicher erinnere ich mich und ich habe sogar Wort gehalten, echt jetzt", grinste Naruto breit und spürte in genau dem Moment einen kräftigen Wind. Fast so, als wäre Neji noch immer bei ihnen und würde über sie wachen.

 Fast so, als wäre Neji noch immer bei ihnen und würde über sie wachen

 

Konoha hatte seinen neuen Hokage. Kakashi hatte abgedankt und Naruto somit seinen Traum erreicht. Das viele Training hatte sich gelohnt. All die Tränen und Blicke jener, die nie an ihn geglaubt hatten.

Genau diese standen nun in den ersten Reihen und jubelten ihm zu. Naruto war es egal, er war nicht nachtragend und sie sahen deutlich, dass man alles, was man sich vornahm, schaffen konnte.

Stolz blickte Naruto den Dorfbewohnern entgegen, ignorierte vorerst das gelegentliche Knurren neben sich, welches immer wieder zu hören war, wenn einige Mädchen ihm verliebte Blicke zuwarfen.

"Hör auf, du weißt genau, dass sie mich nicht interessieren", flüsterte Naruto leise, hob kurz darauf seine Hand und winkte erneut.

"Hmm", brummte Sasuke lediglich zur Antwort, behielt die Damen wachsam im Auge und als eine von ihnen eine Rose warf, fing Sasuke diese auf. Kurz überlegte er, dann aber wandte er sich Naruto zu und ging auf die Knie.

"Sasuke was machst du?", fragte Naruto verwirrt und versuchte den ohrenbetäubenden Lärm zu ignorieren.

Sasuke antwortete nicht gleich, zog stattdessen eine kleine Schachtel unter seinem Mantel hervor und öffnete sie. Ein Ring. Schlicht und doch trieb es Naruto die Tränen in die Augen, da ihm klar wurde, was Sasuke geplant hatte.

"Werter Hokage ..."

"Ja, ich will", platzte Naruto regelrecht dazwischen, fiel Sasuke um den Hals und konnte sein Glück noch immer nicht ganz begreifen. Erst, als ihm der Ring an den Finger gesteckt und seine Lippen zu einem Kuss versiegelt wurden, realisierte er, dass dieser Tag der beste in seinem ganzen Leben war.

 Erst, als ihm der Ring an den Finger gesteckt und seine Lippen zu einem Kuss versiegelt wurden, realisierte er, dass dieser Tag der beste in seinem ganzen Leben war

 

Kiba und Akamaru waren nicht wegzudenken und selten sah man die beiden alleine oder gar getrennt. Schon als Welpe begleitete er seinen Freund und war fester Bestandteil seines Teams.

Akamaru war nicht nur ein treuer bester Freund, er war auch Zuhörer und stets da, wenn es Kiba nicht gut ging. Ein super Kuschelfreund und selbst Hinata mochte den sanften Riesen und streichelte gerne durch sein weißes Fell.

So sanft und gutmütig er auch war, Akamaru konnte auch frech werden und er hatte ein feines Gespür für Dinge, die andere nicht sahen oder mitbekamen.

Auch am heutigen Tag fühlte Akamaru, dass etwas anders war, Hinata ständig lächelte und sich den Bauch streichelte. Verwirrt darüber trottete er zu ihr rüber, schnüffelte vorsichtig an ihr und legte den Kopf schief, während er sich vor Hinata hinsetzte.

"Wir sind bald zu viert", erklärte die junge Frau und war sich ganz sicher, dass Akamaru verstand. "In mir wächst ein kleiner Mensch und deine Aufgabe wird es sein, gut auf ihn oder sie zu achten."
 

Freudig bellte der weiße Hund, wedelte mit der Rute und schnupperte erneut an Hinatas Bauch. Er hatte genau verstanden, dass ein neuer Freund auf ihn wartete, seinen Schutz brauchte und dieses kleine Wesen bekam jetzt schon so viel Liebe, dass es Hinata mit Stolz erfüllte, dass dieser wunderbare Hund zu ihrer Familie gehörte.

 Er hatte genau verstanden, dass ein neuer Freund auf ihn wartete, seinen Schutz brauchte und dieses kleine Wesen bekam jetzt schon so viel Liebe, dass es Hinata mit Stolz erfüllte, dass dieser wunderbare Hund zu ihrer Familie gehörte

 

Mit der Dunkelheit kam das Gefühl von Einsamkeit. Etwas, was Naruto kannte, nicht wegzudenken war und sich nicht so schnell änderte. Wehmütig saß er am Fenster, blickte hinaus in die Nacht und seufzte abermals auf. So gerne hätte er jemanden an seiner Seite, einen lieben Menschen, der ihn so nahm, wie er war. Jedoch wartete er vergeblich. Sakura hatte ihn all die Jahre nicht beachtet, hatte nur Sasuke im Kopf und er selbst?
 

Er auch. Erst dachte Naruto es wäre Freundschaft, dann aber kam die Erkenntnis und sie traf ihn wie ein Schlag. Mitten auf den Kopf, vergleichbar mit einer Kokosnuss, die von oben herabfiel und sehr genau traf. Naruto seufzte erneut, zog die Beine dichter an seinen Körper heran und blickte hoffnungsvoll in die Ferne. Eines Tages kam Sasuke vielleicht zurück. Solange würde er warten, jeden Abend am Fenster sitzen und sehnsüchtig in die Dunkelheit blicken.

 Solange würde er warten, jeden Abend am Fenster sitzen und sehnsüchtig in die Dunkelheit blicken

 

Wie gerne würde er hinter die Fassade blicken, den wahren Sasuke sehen und nicht nur das, was er bereit war preiszugeben. Hinter dieser kalten Art musste mehr stecken, ein weicher Kern, ein gutes Herz. Vielleicht auch ein aufrichtiges Lächeln, was sein perfektes Aussehen unterstrich.

Irgendwas musste da noch sein. Sasuke konnte nicht so sein wie er vorgab. Getrieben von Hass und dem Wunsch nach Rache. Es durfte nicht sein, dass er nur dafür lebte und für nichts und niemand anderen. Das wäre nicht fair, keine Erfüllung für einen so jungen Ninja.

Naruto ballte wütend die Fäuste und sah Sasuke an. "Das ist nicht fair, nicht richtig, was du machst. Du kannst nicht so kalt sein."
 

Mit hochgezogener Augenbraue wurde er angesehen. "Baka!" Mehr hatte Sasuke nicht zu sagen und das war etwas, was Naruto nur noch mehr aufregte. Er setzte zum verbalen Gegenschlag an, doch war der Andere schneller. "Merk dir eines, Naruto, Mauern sind dafür da, dass man sie einreißt."

Erst verstand der blonde Chaot nicht, dann dämmerte es langsam im Oberstübchen und er begann zu grinsen. "Ich werd jeden verdammten Stein abtragen, echt jetzt. Deine Fassade wird bröckeln."

Sasuke nickte und ein kaum sichtbares Lächeln legte sich auf seine Lippen.

 

Wege trennen sich. Wie oft hatten sich diese schon gespalten? Naruto wusste es nicht, hatte keinerlei Antwort darauf und doch hoffte er, dass es eines Tages anders kommen würde. Das Team sieben wieder vereint war und gemeinsam gegen Akatsuki kämpfte. Er glaubte fest daran, gab die Hoffnung nicht auf und trainierte hart, um noch stärker zu werden.

Er wollte Sasuke keinesfalls schwach entgegentreten, den Kampf verlieren, sich die Blöße geben. Dafür war er mittlerweile zu stolz und hatte den Traum, Hokage zu werden. In seinem Kopf war auch immer noch der Wunsch den Uchiha zurück nach Konoha zu bringen. Ein Versprechen, dass er einst Sakura gegeben hatte. Einige Jahre lag es schon zurück, doch ihre Tränen vergaß er nie. 

Naruto wollte sie wieder glücklich sehen, als das Mädchen, welches gerne lachte, ihm auf den Kopf schlug und doch gerne hatte. Entschlossen leerte er seine Schüssel mit leckeren Ramen, verabschiedete sich und suchte zielstrebig den Trainingsplatz auf. 

Wege trennen sich, fügen sich jedoch eines Tages wieder zusammen und ergeben ein Ganzes. 

All die Jahre hatte Sakura ihm die Treue gehalten, keinen anderen Jungen im Sinn gehabt und gewartet, bis Sasuke bereit war, sich auf sie einzulassen. Gelohnt hatte es sich allemal, saß die hübsche, junge Frau zusammen mit Hinata und Ino im Garten und unterhielt sich angeregt über ihre Schwangerschaft.

Schade war es nur, dass ihre beiden Freundinnen Jungen bekamen und sie ein Mädchen. Gerne hätte sie Sasuke einen Sohn geschenkt, doch Ino lächelte und munterte sie auf. "Sieh es positiv, Sakura. Ein Mädchen, eine kleine Prinzessin, auf die er sehr gut achten wird. Könnte gut sein, dass er dann öfter zu Hause ist."

So weit hatte sie gar nicht gedacht. "Hoffen wir, dass du recht behältst."

"Sasuke liebt dich, Sakura. Es ist egal, ob Junge oder Mädchen. Euer Kind ist gesund und nur das zählt", kam es von Hinata, die zeitweise geschwiegen und dennoch zugehört hatte. "Einen Jungen kannst du auch später noch bekommen."

Ino nickte zustimmend. "Ganz genau. Wichtig ist, dass ihr euch liebt, treu seid und euch um euer kleines Mädchen gemeinsam kümmert."

Sakura ließ die Worte ihrer Freundinnen auf sich wirken. Beide hatten recht, die Gesundheit des Kindes stand an erster Stelle, nicht das Geschlecht. Genauso wichtig war ihr Treue, die Liebe zu Sasuke, die aufrichtig und von tiefen Gefühlen durchdrungen war. Sakura machte sich völlig umsonst Sorgen, Sasuke liebte sie beide und ganz besonders ihren runden Bauch.

 Sakura machte sich völlig umsonst Sorgen, Sasuke liebte sie beide und ganz besonders ihren runden Bauch

 

Unrecht fängt da an, wo das Recht endet und viele taten ihm, Itachi Uchiha Unrecht.  Shisui hatte den Freitod gewählt, ihm eines seiner Augen überlassen und doch redeten sie, stellten ihn als Mörder seines besten Freundes dar.

Unrecht ihm gegenüber. Sie waren nicht dabei, hatten nicht gesehen, dass er noch versucht hatte ihn davon abzuhalten, sich von der Klippe zu stürzen. Für sie war er ein Mörder, ein Monster und Unmensch. 

Itachi seufzte leise, blickte gen Himmel und schloss die Augen. Sofort sah er seinen besten Freund vor sich und ein schwaches Lächeln bildete sich auf seinen Lippen. Schon immer wollte er Frieden, stellte das Wohl des Dorfes vor das der Familie und kämpfte für seinen Traum. Nun war Shisui tot, fehlte seit Tagen und mit ihm ein bedeutender Ninja, der ein starker und gerechter Hokage geworden wäre.

 Nun war Shisui tot, fehlte seit Tagen und mit ihm ein bedeutender Ninja, der ein starker und gerechter Hokage geworden wäre

 

"Was tut er da?"

"Was wohl, er liest wieder."

"Ich würde ja gerne wissen, was er da liest, echt jetzt!"

Sakura und Sasuke sahen sich an, dann tat es einen Schlag und das Mädchen mit rosa Haaren verpasste Naruto eins auf den Hinterkopf. "Du bist so dumm, Naruto. Was glaubst du denn, was er liest?"

"Schmuddelkram?", fragte der blonde Chaosninja wissend, wich der Hand, die ihn erneut schlagen wollte aus und grinste dümmlich. "Was ist daran so schlimm? Wir werden auch älter und dann redest und handelst du hoffentlich anders."

Sakura knurrte leise, ihre Hand ballte sich zu einer Faust zusammen und war bereit, erneut zuzuschlagen. Sasuke hielt sie jedoch davon ab. "Naruto hat schon irgendwie recht. Irgendwann wirst du älter, liest vielleicht auch das Flirtparadies und weißt, wie man mit Jungs richtig umgeht."

Verblüfft wurde der Uchiha von seinen Teamkameraden angesehen. Besonders aber von Naruto. "Ach und woher weißt du das jetzt?"

"Ich hab mal einen Blick reingeworfen", gab Sasuke leise zu und eine dezente Röte legte sich auf die sonst so blassen Wangen.

„Interessant“, erwiderte Sakura knapp, während Naruto breit vor sich hin grinste. 

 

Sand war ganz besonders für ihn und begleitete Gaara schon seit Jahren. Schon als kleiner Junge war er fasziniert, spielte im Sandkasten und konnte für einige Stunden seinen Kummer vergessen. Es war, als wäre er in seiner eigenen Welt. Umgeben von Sand, den er nach Belieben formen und gestalten konnte. Hier konnte er vergessen, dass er anders war, von anderen gemieden wurde und hinter seinem Rücken getuschelt wurde.

Gaara hörte meist weg, dennoch stimmte es ihn traurig, dass keiner seine Sandliebe teilte, mit ihm spielen oder Zeit verbringen wollte. Nicht einmal seine Geschwister oder sein Vater. Es war, als wäre er ein Klotz am Bein, eine Belastung oder die Pest höchstpersönlich.

Gaara seufzte, ließ den Sand zwischen seinen Fingern durchrieseln und versuchte zu lächeln. Es war schwer, es gelang ihm nicht, das fröhliche Kind spielen zu wollen und wenn er ehrlich war, wollte er das auch gar nicht. Sollten die Dorfbewohner von Sunagakure ruhig sehen, dass er unzufrieden und traurig war und nicht wie andere.

 

Der Tag neigte sich langsam. Mit der untergehenden Sonne, wurden auch die Schatten länger, wirkten bedrohlich und verzerrten sich zu fragwürdigen Abbildern. Naruto betrachtete eingehend dieses Schauspiel, während er sich einen leckeren Dango in den Mund schob und darauf kaute. „Schön, nicht wahr?"

„Ja, sehr schön, wirklich", murmelte es ironisch neben ihm.

Naruto drehte sich daher zu Sasuke und sah ihn eingehend an. „Du hast es nicht so mit Romantik, kann das sein?"

Sasuke schüttelte lediglich mit dem Kopf, aß seinen Dango auf und erhob sich. „Na komm", wandte er sich an Naruto, der ihn von unten her ansah und das nicht gerade erfreut. 

„Wohin gehen wir?"

„Nachhause“, erwiderte Sasuke monoton, während er schon Narutos Hand nahm und nicht mehr losließ. 

Erstaunt darüber grinste Naruto. Sasuke konnte also doch romantisch sein.

 

„Für wen sind denn die Blumen?", wollte Ino nachdem sie abkassiert hatte, wissen und sah Kakashi neugierig an.

Kakashi schmunzelte unter seiner Maske über die Neugier. "Nun ja, sie sind für einen Freund gedacht."

Einen Freund? Ino wirkte erstaunt aber vielleicht waren die Blumen auch für Obitos Grab gedacht. "Wie war er so? Stimmt es, dass Naruto ihm ähnlich ist?"

"Wie?" Kakashi verstand vorerst nicht, dann aber lachte er laut auf und schüttelte den Kopf. "Iruka hat heute Geburtstag. Für ihn sind die Blumen."

"Oh." Verlegen kratzte sich die junge Frau am Kopf. "Ich hatte gedacht, sie sind für jemand anderen bestimmt."

Ino war es mehr als peinlich, doch Kakashi sprach offen weiter. "Obito war nur ein guter Freund. Iruka ist da etwas ganz anderes, wenn du verstehst." Eine leichte Röte zeichnete sich in seinem Gesicht ab, während er über Iruka sprach.

"Ich verstehe. Grüße ihn von mir", erwiderte Ino, während sie ihm den Strauß überreichte und die Theke von Blättern und abgefallenen Blüten säuberte. 

 

Seine Kunst war für einen Augenblick, eine gewaltige Explosion und nichts, war vergleichbar.

Art is a bang.

Es musste knallen, die Erde beben, wenn er seine Kunst sprechen ließ und auslebte. Deidara war ein Spielkind, ein Künstler, der nur für seine Kunst lebte. Ihn nicht ernstzunehmen, war ein Verbrechen und er strafte jeden mit Nichtachtung, der seine Kunst nicht zu schätzen wusste.

Itachi allen voran. Deidara hasste ihn und zeigte das beinahe jeden Tag. Anders war es mit Sasori, seinem Danna. Kunst verband, artete aber meist im Streit aus und endete damit, dass sie bockig nebeneinander hockten und anderer Ansicht waren.

“Art is a bang.”
 

“Kunst ist für die Ewigkeit, Balg. Kunst muss gesehen werden und das über Jahre.”

Deidara schnaubte. “Mona Lisa ist hässlich. Das ist weder Kunst, noch ein schöner Anblick.”

Sasori schüttelte den Kopf über seinen Partner. “Sie ist legendär. Sie wurde von einem Meister geschaffen und du hast keine Ahnung, was ein schöner Anblick ist.”

Wieder schnaufte es neben ihm. Dieses Mal sehr viel lauter. Deidara wusste sehr wohl, was ein schöner Anblick war und dieser saß genau neben ihm und vergötterte die Mona Lisa.

 

"Ganz ehrlich, ich zweifle stark an deinem Urteilsvermögen." Worte, die Deidara Hidan nicht zugetraut hätte.

"Kann ich nur zurückgeben", brummte er gelangweilt und sah rüber zu Kakuzu, der sein geliebtes Geld zählte.

Normal würde er etwas sagen, doch heute schien der Vernarbte keine Lust zu haben und schwieg. Ebenso der Uchiha, der ohnehin nicht sehr viel redetet und auf seine Meinung legte Deidara ohnehin keinen Wert. Vorsichtig lugte er daher zu seinem Danna.

Sasori, der eigentlich damit beschäftigt war seine Gelenke zu säubern, sah missmutig auf. "Was? Hidan hat schon recht. Du hast kein Urteilsvermögen. Allein die Tatsache, dass du Mona Lisa nicht zu schätzen weißt." 

"Mona Lisa?" Itachi, der bis dato regungslos am Tisch saß und Tee trank, runzelte die Stirn. "Warum sollte man ein Bild schätzen, dass seit Jahren an der Wand hängt und verstaubt?"

"Weil es Kunst ist, von der du keinerlei Ahnung hast."

"Ist Kunst nicht das, was Deidara auslebt?"

"Das nennst du Kunst, Uchiha?"

Itachi nickte, fuhr aber fort. "So wie du Deidaras Kunst abtust, so tut er deine ab und damit besitzt du ebenso wenig ein Urteilsvermögen. Blas dich also mit deiner Mona Lisa nicht auf. Sie wird in hundert Jahren noch an der Wand hängen, während du vermutlich nicht mal mehr existierst."

Verblüfft wurde der Uchiha angesehen. Sowohl von Deidara und von Sasori. Kakuzu räusperte sich lediglich dezent, während Hidan zu lachen begann und sich den Bauch hielt.

 

Deidara stöhnte auf. "Es ist viel zu heiß."

Konan nickte zustimmend, fächelte sich mit einem Blatt Papier Luft zu und doch blieb die erhoffe Wirkung aus. Es war zu heiß, stickig und in diesem verdammten Mantel ging man fast ein.

Selbst Hidan schwitzte und auch Toby war am überlegen, ob er seine Maske abnahm. Itachi lag im Schatten, Kisame versuchte sich mit einem seiner Jutsu Abhilfe zu verschaffen und Pain keuchte bereits unter der Sonne. Einzig Sasori hockte da, ölte seine Gelenke und grinste in sich hinein. 

Wie unfair dachte sich Deidara, stand auf und holte sich ein kühles Eis, welches er langsam auszupacken begann. Genüsslich wanderte er schließlich in seinen Mund und verschaffte ihm kurzzeitig Kühlung. "Ist das geil", seufzte er und kassierte aus allen Ecken seltsame Blicke.

Selbst Sasori sah ihn an, hatte aufgehört seiner Kunst nachzugehen. "Ich wär jetzt auch gern ein Eis", murmelte er leise vor sich hin und starrte weiterhin gebannt auf Deidara, der sich nicht stören ließ.

 

Ungeduldig lief der rothaarige Puppenspieler durch den Keller, blieb immer wieder stehen und sah zur Tür. Wo zum Teufel steckte der Kerl? Hatten sie nicht eine feste Uhrzeit ausgemacht? Bei Kami, er hasste es zu warten und das wusste auch dieses Balg.

Es war das Erste, was er Deidara eingetrichtert hatte. Immer und immer wieder. Mit Nachdruck verstand sich. Erst vor wenigen Tagen hatte er es ihm auf die harte Tour beinahe eingeprügelt und jetzt ließ er ihn schon wieder warten. 

„Verdammtes Balg", schnaufte Sasori, griff nach einer der Gifte im Schrank und schmetterte es zornig gegen die Wand. Wunschdenken, reines Wunschdenken, dass Deidara einmal in seinem Leben pünktlich war. Er war wütend, aufgebracht und dieses Gefühl von innerlicher Unruhe, kannte er so nicht. Ebenso Sorge, die in ihm aufkeimte.  

Deidara war nicht schwach, aber er war sein Partner, sein Gegenstück und er hatte die Blicke des Uchihas gesehen. Mürrisch ballte er die Fäuste und schlug auf den Untersuchungstisch. Holz splitterte, sein Finger brach ab und fiel zu Boden. Er würde es nicht wagen. Eigenhändig würde er ihn umbringen, sollte er sich jemals an Deidara vergreifen.

 

Wie er es hasste, Entscheidungen treffen zu müssen. Sie waren jedoch notwendig, um zu überleben,Deidara überlebte und sie die Mission möglichst unversehrt abschließen konnten. Er sorgte sich in letzter Zeit oft um dieses Balg. Gefühle, die er so lange nicht hatte, nicht zuordnen konnte und es vielleicht auch nicht wollte.

Deidara war noch ein halbes Kind, dennoch war er sein Partner, ein Künstler wie er und eine willkommene Abwechslung zu seinem sonst so kargen Leben. Wann genau er dieses Balg über sein eigenes Leben gestellt hatte, war unklar. Es war einfach so passiert und Sasori hatte aufgehört sich dagegen zu wehren.

Deidara schien dies zu merken, war ruhiger geworden und suchte hin und wieder ein manierliches Gespräch mit seinem Danna. Sogar über Kunst, wo sie sich doch einst uneinig waren und sich die letzten Tage über das Meisterwerk Leonardo da Vincis gestritten hatten.

 

"Du solltest die Vergangenheit ruhen lassen." Iruka trat nur langsam näher und blieb mit etwas Abstand zu Kakashi stehen. "Verstehst du, Kakashi? Obito ist tot, er kommt nicht wieder!"

Der Angesprochene legte die Blumen nieder, reagierte vorerst nicht.

Iruka seufzte leise auf. "Obito hätte nicht gewollt, dass du unglücklich bist. Er hätte gewollt, dass du im Hier und Jetzt lebst, die Menschen, die dich lieben auch wahrnimmst."

 Kakashi drehte sich um, blickte Iruka an und schließlich lächelte er unter seiner Maske. "Ich habe die Vergangenheit ruhen lassen. Ich wollte Obito nur sagen, dass ich nun weniger komme, mein Leben nun wieder genieße und das mit dir."

Iruka war sprachlos, dann aber fiel er Kakashi um den Hals und weinte. "Obito hätte sich sicherlich genauso gefreut." Kakashi drückte seinen Freund noch näher an sich, während in genau diesem Moment ein kurzer aber kräftiger Wind wehte. Fast wie ein Zeichen, dass ihr Liebe akzeptiert war.

 

Deidara hielt die Laterne höher, dennoch erkannte er nicht wirklich viel. "Ich seh nichts, hm", murrte er leise.

"Mach die Augen auf, dann siehst du auch was", knurrte es hinter ihm. 

"Witzig, ich lach dann später", erwiderte Deidara genervt seinem Danna und schritt nur langsam weiter durch die Höhle. 

"Soll ich dir zur Hand gehen? Vielleicht finden wir den Weg dann schneller!"

"Mir zur - " Deidara blieb abrupt stehen, so schnell, dass Sasori gegen ihn prallte und die Laterne fast herunterfiel. "Pass doch auf, Balg."

Deidara schnaubte leise. "Rede halt nicht so, das verwirrt mich." Er wollte weitergehen, doch Sasori packte sein Handgelenk und zog ihn zurück. "Provoziere mich nicht. Das kann unschön enden."

"Pfff das tut es immer", erwiderte Deidara.

"Richtig und dennoch genießt du es."

 

Naruto wollte voranschreiten, weiterkommen, sein heutiges Ziel noch erreichen. Mit Sakura hatte er dabei jedoch nicht gerechnet. Schon gar nicht, dass sie ihn aufhielt und ansprach.

"Du gehst zu Sasuke, nicht wahr?" Ihr Stimme klang belegt und ihr Blick wirkte traurig.

Naruto nickte schwach.

"Liebst du ihn?"

Wieder konnte er nur nicken, wich jedoch aus, als Sakura einen Schritt auf ihn zuging und bereits ausholte. "Wehe du tust Sasuke weh!" Tränen liefen über ihre Wangen und doch lächelte sie. 

"Werd ich nicht, echt jetzt", versicherte Naruto dem rosahaarigen Mädchen, was ihn bereits packte und an sich zog. "Versprich mir, dass ihr einander aufpasst und mich nicht ganz dabei vergesst."

"Voranschreiten können wir nur gemeinsam als Team." Worte die Sakura strahlen ließen und doch stimmte es sie traurig, dass Sasuke scheinbar zu Naruto gehörte.

 

Liebe war nicht nur ein Wort oder Gefühl, es war so viel mehr. Ein zweites Zuhause, ein Moment des vollkommenen Glücks. Ein Kribbeln, welches sich mehr als gut anfühlte. Das war die Liebe, die er seit kurzem empfand, die ihn verwirrte.

Ungewohnt, dennoch ließ er sich darauf ein, behielt dieses süße Geheimnis vorerst für sich. Teilen wollte er nicht. Es war seine Liebe und wenn er es recht betrachtete, so ging diese keinen etwas an. Nur ihn und die Person, der diese Liebe galt. Wer wusste schon, ob diese erwidert wurde, ob man gleich fühlte?

 

Über Sasoris Verlust war er nur schwer hinweggekommen. Niemand konnte es Deidara verübeln, dass er sich im Kampf letztendlich selbst in die Luft gejagt hatte. Besonders Itachi nicht, der gegen ihn gekämpft, gewonnen hatte und Schuld trug, dass Deidara bei Akatsuki landete. Nun kniete er nieder, nahm den Ring, den er getragen hatte an sich und schritt zurück zu den anderen. Deidara war sicher glücklicher, vielleicht sogar wieder mit Sasori vereint. 

"Was sprengst du dich auch in die Luft, unnützes Balg." 

"Du kannst auch nichts richtig machen."

"Nachdenken ist keine Stärke von dir."

Worte, die Deidara sich sicherlich anhören durfte, ebenso die unterschiedliche Ansicht von Kunst. Als würde er es genau wissen oder zwischen Sasori und Deidara stehen, sahen diese sich schweigend im Totenreich an. Erst, als Deidara stolz erzählte, dass er ihn ausgegraben hatte, rührte sich Sasori. "Du wolltest bitte was machen? Dir meine Kunst aneignen?"

Deidara nickt schwach darauf.

"Warum? Du kannst kein Puppenspieler und gleichzeitig Tonexperte sein."

"Ich hab es dich euch getan, hm."

"Für mich? Wieso, Deidara?"

"Weil ich dich liebe", erwiderte er leise.

 

 

Deidara liebte ihn? Sasori wirkte gefasst der Worte wegen, dennoch spürte er, wie sein Herz schneller zu schlagen begann. Er wurde geliebt und das trotz seiner kalten und grausamen Art. Sogar seine Kunst wollte er sich aneignen und das war der schönste und ehrlichste Liebesbeweis, den man bekommen konnte. 

Sasori lächelte, trat näher auf Deidara zu und strich einer der blonden Haarsträhnen aus seinem Gesicht. "Ich hätte nie gedacht, dass mich jemand lieben könnte, auch du nicht." Seine Stimme war schwach, sein Körper zitterte und noch immer schlug sein Herz so schnell, dass es ihm Angst machte.

"Es fing irgendwann an, hm. Wann genau weiß ich nicht mehr."

"Das ist mir nicht wichtig, wann es war. Mir ist nur wichtig, dass du es jetzt tust", erwiderte Sasori, ehe er die letzten Zentimeter zu Deidaras Lippen überbrückte und ihn sanft küsste.

 

Diese Aufrichtigkeit schätzte er sehr, ebenso den Traum, den Naruto so sehr anstrebte und alles dafür tat. Offen sagen würde das Sasuke nie, ebenso aussprechen. Naruto sollte nicht falsch denken, ihn anders sehen und am Ende doch noch alles aufgeben.

Schweigen war besser und ansprechen würde er es, wenn Narutos Antlitz am Felsen der Hokage verewigt wäre. Dann war der Zeitpunkt perfekt, ebenso zurückzukehren und ihm seine aufrichtige Liebe zu gestehen. Sasuke sah ein letztes Mal zurück auf Konoha, dann wandte er sich ab und verschwand in den Wäldern.

 

Sollten sie dieses Wagnis wirklich eingehen? Kakashi war sich unsicher, ebenso Iruka, der neben ihm saß und nervös wirkte. "Was sagst du?"

"Ich weiß nicht. Gucken sie uns nicht ohnehin schon so seltsam an?"

"Schon, aber ich denke, sie tun das, weil sie es ohnehin schon wissen", murmelte Kakashi nachdenklich in seine Maske.
 

"Sie ahnen es? Großer Gott", stammelte Iruka peinlich berührt.

"Ist es denn so schlimm?"

"Nein, aber was soll denn Naruto von uns denken?"

"Mach dir um Naruto keine Sorgen, der hat andere Probleme", erwiderte Kakashi, ehe er Iruka am Kragen packte, zu sich zog und küsste.

Iruka seufzte leise auf, aber noch wusste er nicht, ob er dieses Wagnis eingehen sollte.

 

Inmitten eines Baumes saß eine Krähe und es wirkte beinahe so, als würde sie ihn beobachten. An sich ein sehr schönes Tier dennoch betrachtete Itachi dieses mit einer gewissen Vorsicht. 

"Ne Krähe, na und?", murrte Kisame neben ihm und wandte den Blick wieder ab. "Besonders sind die nicht."

"Sie sind klug und ich finde sie schön", erwiderte Itachi. "Sie erinnert mich an meinen besten Freund. Er saß auch stunden auf dem Baum und beobachtete einfach die Leute."

"Mit dem Unterschied, dass die Krähe da oben noch sehr lebendig ist." Man merkte deutlich, dass Kisame angefressen war, das Thema Itachis bester Freund ging seit Tagen und er fragte sich bereits, ob sie nicht doch mehr waren. "Hast du ihn geliebt?"

"Ja und irgendwie auch nein. Ich hab ihm mehr bewundert", gab Itachi zu und lächelte, als die Krähe davonflog und kaum später auf seiner Schulter landete. Vorsichtig sortierte die Krähe seine Haare, dann erhob sie sich in die Lüfte und Itachi sah ihr leise seufzend nach.

 

"Ist das dein Bruder?"  Izumi deutete auf den schlafenden Jungen, den Itachi auf seinem Rücken trug. 

"Ja, das ist Sasuke", erwiderte er leise, da er ihn nicht wecken wollte.

"Wie süß", quietschte das schwarzhaarige Mädchen entzückt und weckte damit Sasuke.

Gähnend rieb er sich die Augen, blinzelte einige Male und sah Izumi an. "Wer bist du denn?"

"Eine Freundin von deinem großen Bruder", lächelte sie.

"Nii-san du hast eine Freundin?", fragte Sasuke sichtlich verwirrt und beobachtete noch immer das Mädchen, was stark errötet war.

"Es sieht so aus, ja", gab Itachi zu. 

"Zur Hochzeit werde ich aber doch sicher eingeladen, oder?" 

"Sicher, Sasuke, ganz sicher sogar."

 

Schon lange gab es dieses Vorurteil, komische Blicke und wildes Getuschel hinter ihrem Rücken. Daran störte sich aber weder Kakashi noch Iruka. Ihre Liebe war stark genug und viele hatten es mittlerweile akzeptiert, dass sie ein Paar waren.

Besonders Naruto, der sich für beide freute und gerne Zeit mit ihnen verbrachte. Besonders bei einer guten Nudelsuppe. "Und ihr ignoriert wirklich die ganzen Blicke?", wollte er bei einer Schüssel Misu-Ramen wissen.

Kakashi nickte. "Tun wir, auch, wenn es manchmal doch schwer ist."

"Ich finde das blöd. Also dieses Vorurteil. Es ist doch egal, wen man liebt", murmelte Naruto nachdenklich. "Wichtig ist doch nur, dass man sich liebt."

Iruka lächelte sanft und wuschelte Naruto durch die Haare. "Wenn nur jeder so denken würde."

 

Eins hatte er sich geschworen, er würde immer Sasuke stehen. Es war egal, wer oder was kommen würde, er stand zu und hinter ihm. Auf dummes Gerede hörte Naruto nicht, er kannte ihn schon lange und Sasuke war kein schlechter Mensch oder gar ein Verräter.

Sasuke war einfach jemand, der seine gesamte Familie verloren hatte, seinen Clan und das durch die Hand seines Bruders. Er war genauso alleine wie Naruto es war und doch gaben sie beide nicht auf. Naruto strebte es an, Hokage zu werden, Sasuke hingegen übte seine Rache aus und am Ende würde er zurückkehren.

 

Vor ihnen lag eine blühende Zukunft, auf die sich ganz besonders Naruto freute und wie ein aufgescheuchtes Huhn durch den Gang laufen ließ. Immer wieder sah er dabei auf die Uhr, dann zu Sasuke, der schweigend auf seinem Stuhl saß. "Ich bin so aufgeregt."

"Ja, das seh ich", erwiderte der Uchiha leise. "Setz dich aber endlich mal hin, du bist schlimmer als ein scheues Reh."

"Aja?" Naruto blieb ruckartig stehen, dann kam er der Aufforderung nach und nahm neben dem Uchiha Platz. "Das erste Baby in unserem alten Team und dann ist es auch noch Sakura." Naruto lächelte, sah erneut auf die Uhr und wunderte sich. "Mir dauert das etwas zu lange."

"Mach dir keine Sorgen, sie wird das schon schaffen. Sakura ist stark."

Augenblicklich nickte Naruto, doch die Sorge um die junge Frau verschwand nicht wirklich.

 

Seit Stunden übte er nun schon und noch immer beherrschte Naruto dieses Jutsu nicht. Dabei gab es sich Mühe, war konzentriert und doch klappte es nicht. Aufgeben wollte er jedoch nicht, er wollte es lernen und stärker werden. Ohne das Jutsu würde er nie Hokage werden und da war sich Naruto sicher.

Er musste vorankommen, üben und konnte sich keine Pause gönnen, wie es Sakura von ihm verlangte. "Nicht jetzt. Ich will das Jutsu beherrschen."

"Aber doch nicht so, Naruto. Du bist völlig erschöpft", appellierte Sakura an den blonden Chaoten. "Gönn dir und deinem Körper Ruhe und lass uns eine Nudelsuppe essen."

Hatte sie gerade Nudelsuppe gesagt? Naruto sah erstaunt zu Sakura. "Ramen klingen gut, aber danach mache ich weiter."

"Wie du willst, aber erst danach."

 

Unmöglich, das konnte unmöglich passiert sein. Naruto starrte auf den Sarg, der vor ihm stand und konnte nicht länger seine Tränen zurückhalten.  

"Das ist nicht fair", weinte Ino leise neben ihm, während Hinata Blumen niederlegte und sich von Kiba in den Arm nehmen ließ. "Nein, fair ist es nie, wenn ein so junger Mensch von uns geht", kam es von Sai.

Sasuke sagte gar nichts, er stand noch immer unter Schock und bei Kakashi, der den weinenden Iruka stützte. Alle waren entsetzt, dass es Sakura getroffen hatte und am meisten hatte es Tsunade mitgenommen, die nichts mehr für sie tun konnte. 

 

„Wie schön", lächelte Hinata, während sie verträumt auf den strahlenden Mond schaute, der sich hinter den Wolken hervor schob und die kühle Nacht erhellte. Kiba nickte, legte den Arm um seine Freundin und sah Akamaru dabei zu, wie er am Boden schnüffelte und freudig zu bellen begann.

"Was hat er?"

"Nur eine Maus", erwiderte Kiba und schmunzelte über seinen Hund.

"Nun ja, dann hat sich der Nachtspaziergang ja für uns drei gelohnt", flüsterte Hinata, ergriff Kibas Hand und sah ihn erwartungsvoll an. Kiba verstand sofort, er beugte sich zu ihr vor und versiegelte ihre Lippen zu einem zärtlichen Kuss bei vollem Mond.

 

Es ist der Wille des Feuers. Jenes, welches in dir schlummert. Worte, die Sasuke schon oft gehört hatte, das Feuer spürte und darauf brannte, es herauszulassen. 

"Woran denkst du?" Naruto trat neben ihn, blickte auf Konoha herunter und atmete tief ein.

"An mein inneres Feuer, daran, dass ich es nur zu gerne für den Schutz des Dorfes herauslassen möchte."

"Verstehe", murmelte Naruto mit einem Lächeln auf den Lippen. 

"Aja?" Mit hochgezogener Augenbraue sah der Uchiha seinen Nebenmann an, der noch immer lächelte. "Ja, ich verstehe es wirklich, Sasuke, echt jetzt."

 

Von klein auf waren Itachi und Sasuke unzertrennlich, verbrachten jede freie Minute miteinander und spielten. Besonders der Jüngere war aufgeweckt, wollte vieles lernen und das am liebsten schon heute. Für Itachi war es da schwer, diesen schwarzen Kulleraugen, die ihn bettelnd ansahen, zu widerstehen. 

Es ging einfach nicht. Sasuke war mit seinen vier Jahren einfach zu süß und wusste, welche Knöpfe er drücken musste. Ein Blick genügte und er könnte auf der Stelle Karies bekommen. Besonders, wenn Sasuke seinen Dino zur Hilfe nahm, an sich drückte und eine herrlich, schmollende Schnute zog.

Sasuke konnte man nur lieben und an ihm als großer Bruder lag es, ihn zu beschützen. Diesem unschuldigen Kind durfte nichts passieren. Keiner durfte diesem süßen Jungen auch nur ein Leid antun. Jeder der es wagen würde, würde den Zorn Itachis spüren. 

 

Der Wind blies heute außergewöhnlich stark. Schwarze Wolken zogen auf, türmten sich zusammen und wirkten bedrohlich auf Sakura. "Mir gefällt das Wetter nicht. Bestimmt zieht ein Gewitter auf."

"Gut möglich oder ein böser Geist", erwiderte Kakashi und schmunzelte unter seiner Maske.

"Geister gibt es nicht", belehrte Sasuke seinen Sensei, rollte unterstreichend mit den Augen und warf anschließend einen kritischen Blick zu Naruto.

"Was?", murrte der sofort. 

"Sag nicht, du glaubst an Geister." 

"Doch, das tue ich", verteidigte Naruto sich. "Ich hab den Geist des ersten Hokage gesehen."

Sasuke sagte nichts mehr, ebenso Kakashi, der jedoch unter seiner Maske lächelte und sich seinen eigenen Teil dachte. 

 

Mit der Trauer kam auch die Verzweiflung, die Frage nach dem Warum und eine gewisse Ohnmacht. Ihr war, als hätte man ihr den Boden unter den Füßen weggerissen, den letzten Halt genommen, den sie noch hatte. Am schlimmsten fühlte es sich nachts an. Sobald sie die Augen schloss, war er da und lächelte sie an. 

Seit seinem Ableben hatte er sie nur noch mehr zum Weinen gebracht und vor Augen geführt, wie wichtig er war. Tsunade wischte sich die Tränen weg, sie versuchte stark zu sein, doch nicht immer gelang ihr das. Sobald sie Naruto sah, sah sie auch Jiraiya, erinnerte sich, wie er den Jungen trainiert und geprägt hatte. "Warum Jiraiya?", flüsterte sie mit schwacher Stimme, blickte hinauf in den Himmel und wartete auf irgendein Zeichen, auf einen Hinweis, der ihr sagte, dass es in Ordnung war und sie stark genug war, um alleine weiterzumachen.

 

Diese Schwäche für Sasuke würde nie verfliegen. Ino schüttelte über ihre Freundin den Kopf und sah sie besorgt an. "Du musst ihn vergessen. Sasuke will nicht dich, er will Naruto."

Sakura biss sich auf die Unterlippe und unterdrückte ein Schluchzen. "Das ist nicht fair. Er ist nicht mal ein Mädchen."

"Das ist egal, Sakura. Liebe kennt kein Geschlecht und wenn ich ehrlich sein soll, habe ich eine Schwäche für die beiden. Sie sind wirklich sehr süß zusammen." Ino geriet regelrecht ins Schwärmen, während sie von ihrer besten Freundin verständnislos angesehen wurde.

"Was ist, wenn Sasuke Kinder will?"

"Dann können sie eins adoptieren. Die Kinderheime sind voll", entgegnete die blonde Frau.

"Hmm", kam es von Sakura, die verstohlen zu Sasuke und Naruto schaute. "Irgendwie sind sie ja doch ganz süß."

 

 

Jeder wusste, dass Deidara Itachi hasste, am allerbesten aber der Uchiha, der schon morgens tödliche Blicke kassierte. Ein verlorener Kampf war die Ursache und, dass er seine Kunst nicht schätzte. So jedenfalls Deidaras Ansicht. Itachi selber hatte sich nie wirklich mit seiner Kunst befasst. Wozu auch? Sie war offenbar nützlich und wenn er ehrlich war, hatte er  keine Ahnung davon.

Für Deidara musste das schlimm sein, sein Ego verletzen, seinen Stolz ankratzen. Itachi meinte es nicht einmal böse, fand er den blonden, jungen Mann doch sehr ansprechend. Sowohl optisch, als auch sonst. Zugeben würde er das niemals, schon gar nicht laut aussprechen, da Itachi ganz genau wusste, dass es da noch Sasori gab. 

 

Wenn er sich Sasuke und Naruto anschaute, so dachte Kakashi sofort an Obito und sich, als sie im selben Alter waren. Auch sie stritten sich, wollten den jeweils anderen immer wieder übertreffen und doch waren sie Kameraden und sowas wie Freunde. 

Sie respektierten einander, halfen sich und wenn es hart auf hart kam, schützten sie sich und ihr Team. Würde Obito heute noch leben wäre es sicher genauso. Kakashi lächelte, schwelgte in seinen Erinnerungen und beobachtete weiterhin Naruto und Sasuke, während ihm eine leichte Brise um die Nase wehte. Sofort hob er den Blick gen Himmel und ihm war, als würde er das dümmliche Grinsen Obitos in den Wolken sehen.

 

Sein Körper bewegte sich wie von selbst, als er sich schützend vor Naruto warf und einige der Shuriken abwehrte. Was danach geschah, ging alles so schnell. Nur der Schrei Sakuras klingelte noch in seinen Ohren, ehe er wie ein Sack Reis einfach wegkippe. 

Als Sasuke seine Augen wieder öffnete, lag er in einem Bett und um ihn herum standen Naruto, Sakura und an der Wand lehnte Kakashi. "Was ist passiert?"

"Du hast ohne nachzudenken Naruto das Leben gerettet und wärst fast gestorben", erklärte Sakura, lächelte und trat näher an das Bett heran. Sasuke sah noch immer blass aus, seine Haare standen in alle erdenklichen Richtungen ab, während er sich langsam aufsetzte und zu Naruto sah. 

"Geht es dir gut?", wollte Sasuke wissen.

"Sicher doch." Naruto grinste breit, setzte sich auf die Bettkante und blickte den Uchiha aufmerksam an. "Nächstes Mal rette ich wieder dein Leben, echt jetzt."

Sasuke nickte schwach, griff nach der Hand des blonden Chaoten und hielt sie fest. "Zwischendurch sollten wir aber auch Sakura retten. Wir fallen sonst auf."

"Wir haben euch längst durchschaut. Ihr müsst nicht denken, dass wir blind sind." 

Sakura kicherte auf Kakashis Worte hin. "Guckt nicht so. Ich find es gar nicht so schlimm."

"Na Gott sei Dank, ich hatte schon Angst", gestand Naruto, während Sasuke einfach nur seine Hand streichelte und dankbar war, dass er noch am Leben war.

 

Nach ihm hatte es nun auch Sasuke gelernt und das in einem Tempo, das Kakashi beeindruckt war. Da war der ungebrochene Wille effektiv und schnell zu lernen, etwas, was er gut kannte und ihn stolz machte. Sasuke war mehr als gelehriger Schüler, der deutlich seine Ziele vor Augen hatte.

"Machen wir eine Pause und essen eine Kleinigkeit", rief er dem jungen Uchiha zu, der abrupt innehielt und sich ihm zuwandte. "Jetzt schon? Ich bin noch gar nicht hungrig."

Kakashi lachte jedoch und winkte ihn zu sich. "Essen ist wichtig. Ebenso Ruhepausen und jetzt setz dich und iss."

Sasuke nickte, kam der Aufforderung nach und setzte sich zu Kakashi, der bereits Dangos und Tomaten ausgepackt hatte. Reisbällchen gab es ebenfalls und nun machte sich doch der Hunger breit. 

 

Naruto lernte nicht unbedingt schnell, dafür nutzte er aber oftmals den Kopf und setzte seine Doppelgänger ein. So geschah es auch mit seinem Rasengan, welches er mittlerweile fast perfekt beherrschte und stolz darauf war. Besonders, weil er seinem Vater in nichts mehr nachstand. Optisch schon gar nicht. Beide hatten sie blondes Haar, strahlend blaue Augen und ein freches Grinsen auf den Lippen.  Etwas, was auch Sasuke sah und sein Herz höher schlagen ließ.

Naruto war in den letzten Jahren deutlich gewachsen und doch war er noch immer ein Idiot. Sein Idiot. Sasuke lächelte, trat hinter den trainierenden Blondschopf und umarmte ihn schweigend von hinten. Erschrocken zuckte dieser zusammen und blies empört seine Wangen auf. "Schleich dich nicht immer an, echt jetzt." Sasuke atmete tief ein, küsste Narutos Nacken und schmunzelte. "Im Anschleichen war ich schon immer besser als du."

 

Ein Kunai nach dem anderen flog und eines davon direkt auf Iruka zu, der ahnungslos um die Ecke bog. Sofort reagierte Kakashi, rannte auf den Lehrer zu und brachte ihn absichtlich zu Fall. Verärgert sah Iruka den grauhaarigen Mann über sich an und versuchte ihn von sich herunterzustoßen.

"Ganz ruhig. Ich wollte nur helfen und dich schützen", erklärte Kakashi und hielt den aufgebrachten Iruka fest.

"Schützen?", wiederholte Iruka verwirrt. "Wovor denn schützen?"

"Kunai. Naruto übt wieder und einige flogen wild umher", murmelte Kakashi, während er die Lippen des unter ihm Liegenden eingehend betrachtete.

Skeptisch zog Iruka die Augenbraue hoch. "Vor Narutos Kunai? Mir ist, als müsstest du mich vor dir selbst schützen."

"Möglich", nuschelte Kakashi, ehe er flüchtig die verlockenden Lippen küsste.

 

Genüsslich schob sich Sasuke eine Tomate in den Mund, kaute und lehnte sich entspannt an den Baum hinter sich. Die Süße der kleinen roten Frucht war genau richtig, kitzelte seinen Gaumen und veranlasste ihn dazu, sich noch eine zu greifen. 

Jedoch griff noch jemand in seine Tomaten, und schnappte sich eine. Leise knurrend verfolgte Sasuke das Schauspiel, doch schnell verstummte er, da diese diebische Hand ihm die Tomate genau an die Lippen hielt.

Sofort öffnete er diese, ließ zu, sich füttern zu lassen und sah in das zufriedene Gesicht Narutos, der breit grinste. "Denkst du echt, ich esse dir deine heilige Tomate weg?"

"Bei dir weiß man nie", erwiderte Sasuke trocken und ignorierte das empörte Schnaufen des blonden Chaoten.

 

Itachi war noch so jung, als er zur Anbu kam und damit zum Stolz des gesamten Uchiha-Clans wurde. Die Mädchen himmelten ihn an, anderen bewunderten ihn einfach und doch kümmerte es den jungen Uchiha nicht.  Ihm ging es um das Dorf, das Wohl der Menschen und um seinen kleinen Bruder Sasuke.

Ihn wollte er schützen, aber auch die anderen Kinder Konohas, die unbeschwert auf dem Spielplatz spielten. Itachi näherte sich langsam und doch erkannte ihn Sasuke sofort, stürmte auf ihn zu und klammerte sich mit kindlicher Freunde an sein Bein. "Nii-san", quietschte er. 

"Hallo Sasuke", begrüßte Itachi ihn, hob ihn kurz darauf hoch und ließ sich drücken.  "Gehen wir heim. Mama hat gekocht und wartet." 

"Uhhh fein und danach trainieren wir", plapperte Sasuke emsig und strahlte, während sich Itachi schon auf den Weg machte.

Schon wieder eine mehr als unnütze Mission, die sie auszuführen hatten. Worin bestand der Sinn Hunde auszuführen, obendrauf jene, die nicht hörten und Naruto durch den halben Wald zerrten. Sakura hatte es noch gut getroffen. Sie hatte einen Dackel, der fast schon blind war und Sasuke hatte einen hinkenden Pudel. Nur Naruto nicht. Er hatte eine junge, gesunde Dogge, die Spaß an Bewegung hatte.

"Wieso immer ich?", jammerte er und versuchte den riesigen Hund irgendwie zu halten.

"Sei froh, dass wir nicht wieder Unkraut zupfen müssen", erwiderte Sakura, während Sasuke den Pudel versuchte davon anzuhalten eine ganze Kraterlandschaft zu hinterlassen. Zwar  lahmte das Tier aber buddeln war etwas, was er wie kein zweiter beherrschte. "Du wirst ihn hinterher waschen müssen", merkte Kakashi  lachend an und schritt gelassen mit seinen Hunden weiter.

 

 

"Was passiert hier?" Itachi sah sich um, entdeckte Nagato, der nicht minder begeistert aussah und trat auf ihn zu. 

 "Jemand muss uns zurückgeholt haben und mir gefällt das ganz und gar nicht."

Nagatos Worte klangen plausibel und wenn Itachi sich so umsah, waren sie nicht die einzigen, die man aus dem Totenreich hatte zurückkehren lassen. So viele bekannte Gesichter sah er, darunter auch die von Sasori und Deidara. Konan hingegen sah er nicht. "Sie ist nicht hier", murmelte er Nagato leise zu.  

"Es ist gut so", erwiderte Nagato leise, schloss kurz seine Augen und versteckte sein Rinnegan. 

"Bist du sicher?"

"Ja, sie hat es verdient in Frieden zu ruhen und wir sollten auch nicht hier sein."

Itachi nickte verstehend, ehe er aufsah und Tobi erkannte, der langsam auf sie zukam. 

 

Sofort aktivierte Sasuke sein Sharingan und stellte sich schützend vor sein Team. Mit allen Mitteln würde er Sakura schützen, ebenso Naruto, der einen seiner vertrauten Geister hergerufen hatte und auf dem Rücken eines riesigen Frosches thronte. Sasuke blieb wachsam, scante die Umgebung und konnte jemanden ausmachen. 

"Sharingan", murmelte er leise  und trat einen Schritt zurück. 

"Wer ist es?", wollte Sakura wissen. 

"Mein Bruder", erwiderte Sasuke knapp. "Was er hier aber zu suchen hat, weiß ich nicht."

"Denkst du, er greift uns an?", mischte sich nun auch Naruto ein und sprang von seinem Frosch herunter.

Sasuke schüttelte den Kopf. "Er war die letzten Wochen öfter in meiner Nähe, ohne mich angreifen zu wollen. Würde er das wollen, hätte er es längst getan."

"Er kommt her um zu gucken, ob es dir gutgeht?"

"Ich vermute es", antwortete Sasuke Naruto, der perplex in Itachis Richtung starrte. 

 

Gemächlich tappte Kurama vor zum Gitter und legte sich ab. Erwartungsvoll sah er Naruto an und grinste. "Wie geht es dir, Kleiner?", fragte er frei heraus und wartete, bis der blonde Ninja direkt vor ihm stand. 

"Gut", erwiderte er, streckte die Hand aus und streichelte dem neunschwänzigen Fuchs über den Kopf. Sofort schloss Kurama seine Augen, brummte zufrieden und genoss es angefasst zu werden. 

"Du bist schlimmer als Kakashi seine Hunde." Naruto lachte, während Kurama sich auf den Rücken rollte und mehr verlangte. Naruto kam dem gerne nach, kraulte das Bijuu und lauschte seinem tiefen Brummen.

 

 

Es ist so weit, meine Drabble zu Naruto sind fertig. Nach fast 11 Jahren kehre ich nun dem Fandom Naruto ganz den Rücken zu und werde mich anderen Bereichen zuwenden. Ich möchte dennoch jedem danken, der meine FF's gerne gelesen hat. Seid nicht traurig, aber Naruto ist einfach nicht mehr mein Gebiet, sondern andere Themen, die sich immer mehr in Richtung Prosa bewegen. Passend zum Abschied ist das Wort Melancholie, welches viel ausdrücken kann und nach einmal Itachi mit von der Partie hat.

 

***

 

Itachi erinnerte sich gerne an seine Kindheit zurück. Besonders aber an seinen besten Freund, mit dem er so manches Abenteuer erlebt hatte. Shisui fehlte ihm und eine gewisse Melancholie ergriff den sonst so gefassten Ninja. Eine einzelne Träne lief über seine rechte Wange, während er die Klippe hinuntersah. Genau an dieser Stelle hatte sich Shisui freiwillig in den Tod gestürzt und eine klaffende Wunde in seinem herzen hinterlassen. 

 

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Pragomas Profilbild Pragoma

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Statistik

Kapitel:67
Sätze:892
Wörter:11.456
Zeichen:66.691

Kurzbeschreibung

Kurzgeschichten aus nur einem Wort, welches ihr mir genannt habt. Viele süße, lustige oder auch traurige Geschichten rund um Naruto.

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Drabble-Sammlung, Drama (Genre), Humor und Liebe getaggt.

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