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Splitter der Erinnerung

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23.6.2019 17:29
12 Ab 12 Jahren
Homosexualität
Workaholic

Autorennotiz

[Ich weiß nicht, ob man hierfür direktes Wissen des Anime/Manga braucht, weil man das meiste sowieso nach und nach erfährt. ;)

Vermutlich ist das hier auch etwas alternativ? (oder eher: alles, was nicht bis s3 des Anime kam, berücksichtige ich nicht sooo wirklich oder nur, wenn es passt)

Mainpairing: Osamu Dazai x Chuuya Nakahara]

Wer bin ich?

Mein Blick richtet sich auf die Fensterscheibe, in der ich mein Spiegelbild erkenne. Blaue Augen sehen mir entgegen, während zwei rotbraune Fuchsohren zwischen meinen Haaren hervorschauen.

Ich erkenne einen buschigen, rotbraunen Fuchsschweif, der etwas zur Seite schwenkt.

Was ist passiert?

Ich drehe mich um, sehe über den Platz und blicke in der Ferne auf das Meer. Erkenne die Anzeichen eines Hafens, von dem ich nicht weit wegstehe.

Wo bin ich hier?

Ich bewege mich langsam in die Richtung des Hafengeländes. Irgendetwas fühlt sich vertraut an, ohne, dass ich weiß, wieso.

Am Rand des Hafens erkenne ich eine Person mit dem Rücken zu mir. Er hat einen schwarzen Mantel über die Schultern geworfen und ist auch ansonsten komplett schwarz gekleidet.

Ich bleibe ein paar Schritte hinter ihm stehen, schwenke meinen Schweif zur Seite.

Irgendetwas in mir verkrampft sich, auch wenn ich gleichzeitig das Gefühl habe, dass ich ihn kenne.

Warum kann ich nicht weitergehen?

Es fühlt sich an, als wenn meine Beine mir nicht gehorchen wollen.

Warum schaffe ich es nicht, etwas zu sagen?

Ich öffne den Mund, nur um ihn danach wieder zu schließen, ohne, dass ein Ton über meine Lippen kommt.

Ich höre ein Seufzen und bemerke, wie dieser Mann sich umdreht und sein Blick sich auf mich richtet.

Ich spüre, wie ich mich noch etwas anspanne, als ich seinen Blick erwidere. Der Blick ist eisig und dennoch nehme ich für einen kurzen Moment etwas Überraschendes darin wahr.

„Chuuya?“

Seine Stimme wirkt emotionslos, aber nicht so eisig, wie ich es gedacht hätte, nachdem ich in diese Augen gesehen habe.

Chuuya? Ist das mein Name?

Irgendwie wirkt es vertraut, aber gleichzeitig kann ich nichts damit verbinden.

Kenne ich ihn?

Ein leises Lachen entweicht ihm und er zuckt mit den Schultern, geht auf mich zu und direkt an mir vorbei, ohne mich weiter anzusehen.

„Das kann nicht sein. Chuuya ist– Chuuya ist immerhin tot.“

Was ist das, was in seiner Stimme mitschwingt?

Es fühlt sich schmerzlich an, als ich ihn höre, ohne, dass ich weiß, wieso eigentlich.

Ich drehe mich langsam um, sehe ihm nach, wie er sich von mir entfernt.

Warte.“

Ich forme dieses eine Wort mit meinen Lippen, aber es kommt kein Ton heraus.

Ich strecke meinen Arm nach ihm aus, schwenke meinen Schweif von einer Seite zur anderen.

Warum kann ich ihn nicht aufhalten?

Ich bewege langsam meine Beine vorwärts, verfolge ihn in einem kleinen Abstand.

Was ist das, was mich dazu bringt, ihm zu folgen?

Warum mache ich es überhaupt?

Chuuya.

Dieser Name hängt in meinen Gedanken, während ich immer wieder seine Stimme höre, wie er ihn sagt.

Ich folge ihm weiter.

Ich weiß nicht einmal, wieso ich ihm folge.

Meine Bewegung friert ein, als ich spüre, wie mir der Lauf einer Waffe gegen die Stirn gedrückt wird.

Ich hebe meinen Kopf und sehe in diese eisigen, dunklen Augen vor mir.

„Folg mir nicht.“

Seine Stimme ist so eiskalt und schneidend, während ich weiterhin auf die Pistole sehe, die er mir entgegenhält.

Ich sehe ihm einige Sekunden, vielleicht sogar Minuten, entgegen, bevor er sich abdreht und seine Pistole wegsteckt.

„Lass mich einfach in Ruhe. Du bist nicht Chuuya. Du kannst nicht Chuuya sein.“

Ich lege den Kopf zur Seite und sehe seine Rückansicht an.

„Was würdest du tun, wenn es doch so wäre?“

Ich weiß nicht, wieso dieser Satz über meine Lippen kommt. Ich weiß nicht einmal, wieso ich ihn plötzlich sagen konnte, warum diesmal etwas über meine Lippen kam.

Ich erkenne nur, wie dieser Mann vor mir in der Bewegung weiterzugehen erstarrt.

„Das funktioniert nicht. Chuuya ist tot.“

Ich sehe einfach nur weiter seine Rückansicht an, bevor er sich daran macht, weiterzugehen.

Ich blicke ihm nach.

Soll ich ihm folgen?

Kann ich überhaupt darüber nachdenken, es nicht zu tun, wenn ich dieses Gefühl habe, dass er etwas hat, was mir dabei hilft, herauszufinden, wer ich bin?

Ich schlucke und bewege mich langsam wieder weiter hinter ihm her.

„Wer bist du?“, entweicht mir nach ein paar weiteren Schritten die Frage, die dazu führt, dass er seine Schritte verlangsamt. Ich schwenke meinen Schweif umher.

Er bleibt langsam erneut stehen und dreht sich zu mir um, grinst mich nun an und irgendetwas in diesem Blick sorgt dafür, dass ich die Augen verdrehe.

„Mein Name ist Dazai Osamu, der Boss der Port Mafia.“

Ich sehe ihn an und zucke heftig zusammen.

Wieso weckt das eine merkwürdige Erinnerung in mir?

Ich starre ihn einen längeren Moment einfach nur an, während ich versuche, diesen Erinnerungsfetzen zu greifen.

„Warum siehst du ihm so ähnlich?“

Ich zucke mit den Schultern, lege den Kopf schief. „Ich weiß nicht, was du meinst.“

„Du siehst aus wie er. Aber du bist es nicht. Du kannst es nicht sein.“ Seine Stimme wirkt seltsam gleichgültig. „Chibikko ist tot. Warum siehst du ihm so ähnlich?!“

Ich starre ihn an, als seine Stimme lauter wird und er mich so stark fixiert.

„Warum tust du mir das an?!“, fragt er mit einem mehr als kalten Blick, tritt auf mich zu und bleibt direkt vor mir stehen, so dass ich etwas mehr zu ihm aufsehen muss.

Ich bringe kein Wort heraus, auch, wenn ich das Gefühl habe, dass mir eine Erwiderung auf der Zunge liegt. Ich kann es nicht.

Wieso sorgt dieser Blick aus diesen dunkelbraunen Augen dafür, dass ich nichts darauf erwidern kann? Was ist das überhaupt, was ich in diesen Augen erkenne?

„Sag etwas.“

Ich zucke zusammen aufgrund des Tonfalls.

„Was –“,

Bevor ich etwas antworten oder fragen kann, spüre ich, wie sich Dazais Lippen auf meine legen und ich weite erschrocken meine Augen.

Es fühlt sich vertraut an, als wenn es nichts Neues ist.

War etwas zwischen uns? Wieso kann ich mich nicht daran erinnern?

Er löst sich von mir und ich sehe einfach nur in seine Augen.

„Wie ist das möglich, Chuuya?“

Ich lege den Kopf schief und schwenke meinen Schweif zur anderen Seite. „Ich weiß nicht, was du meinst.“

„Nein, vermutlich bist du nicht real“, er schüttelt den Kopf und wendet sich ab, allerdings bemerke ich kurz vorher noch ein Grinsen auf seinen Lippen, „ich darf mich davon nicht beeinflussen lassen. Chuuya ist tot.“

Ich starre ihn einen längeren Moment an. Warum kommt mir das so bekannt vor?

Ich bin gestorben.

Ich lächele ein wenig vor mich hin.

Ja. Mein Name ist Nakahara Chuuya und ich bin tot. Aber wieso bin ich dann hier?

Meine Augen richten sich auf Dazai.

Wenn ich irgendetwas erfahren will, ist er vermutlich eine gute Möglichkeit, um Antworten zu bekommen.

„Dazai, warte.“

Meine Beine bewegen sich wie von selbst, um ihm zu folgen.

„Ich will dich nicht sehen.“

„Was, wenn ich dir sage, dass du recht hast?“, frage ich nach, während ich nicht stoppe, sondern ihm weiter folge.

„Was meinst du?“

„Ich bin tot, aber ich kann dir nicht erklären, wieso ich hier bin.“

„Du bist wirklich Chuuya?“

Ich nicke, auch, wenn er sich nicht mehr zu mir gedreht hat und mich so nicht sehen kann. „Das ist allerdings alles, was ich weiß.“

Aber ich bin entschlossen, herauszufinden, was war und wieso ich, in diesem Zustand, hier bin.

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Augureys Profilbild
Augurey Am 10.06.2019 um 14:45 Uhr Mit 1. Kapitel verknüpft
Hallo Feuchen! Durch die Lesebingo-Chalenge im Forum bin ich gerade auf deine Geschichte gestoßen. Nachdem deine Autorennotiz mir sagte, dass ich das Fandom nicht zu kennen brauche, dachte ich mir, ich lese mal rein. Und ich muss sagen: Das war eine gute Entscheidung. Ehrlich, das hier ist das Spannendste, was ich seit Abschluss der Alphabet-Chalenge gelesen habe. Nach der ersten Frage dachte ich noch, es kommt erstmal eine langweilige Charaktervorstellung. Aber mit der zweiten Frage hattest du mich am Haken. Ich mag die Art und Weise wie du hier die Fragen stilistisch einsetzt und so die Verwirrung deines Protas spürtbar machst. Auch gefällt mir gut, dass man seiner Perspektive folgt und kaum mehr erfährt. So einige Geschichten, die mit Anmesie spielen, machen den Fehler, auktorial zu schreiben und den Leser einzuweihen und somit Spannungspotential zu nehmen. Bei aller Begeisterung habe ich aber trotzdem zwei kleine Anmerkungen: 1.) "Der Blick ist eisig und dennoch nehme ich für einen kurzen Moment etwas Überraschendes darin wahr." - Meinst du hier vielleicht etwas Überraschtes? Denn Überraschendes hieße, dass Chuuya selbst von etwas in diesem Blick überrascht wäre. und 2.) Rückansicht finde ich irgendwie komisch. Das klingt seltsam. Gebäude haben eine Rückansicht, aber hier geht es ja um einen Humanoiden. Warum schreibst du nicht einfach Rücken? Oder so etwas "ich beobachtete ihn von hinten", das würde besser passen. Ansonsten aber fand ich das Kapitel sehr gut. Das ist ein toller Mystery-Einstieg, auch wenn zu fanfiction-relevaten Kriterien (ICnes usw.) natürlich nichts sagen kann. Liebe Grüße und einen tollen Pfingstmontag dir, Augurey Mehr anzeigen

Autor

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Kurzbeschreibung

"Wer bin ich?" – "Wo bin ich?" – Eine mehr als fremde Stadt, ein Fuchsgeist und die Frage, was genau passiert ist ...

Kategorisierung

Diese Fanfiction wurde mit Drama (Genre), Romanze und Fluff getaggt.

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