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Ein nettes Beisammensein

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17.5.2019 23:16
Fertiggestellt

Autorennotiz

[Sephiria Arks & Eve]

Der Wind wehte durch ihre kurzen, blonden Haare, während sie etwas außerhalb der Stadt, in der sie momentan waren, vor einem großen Haus stand und nicht so wirklich wusste, was sie überhaupt hier wollte.

Sie war rausgegangen, weil sie wütend auf Sven war, aber sie wusste momentan gar nicht mehr so genau, wieso. Genauso wenig wusste sie, wie sie bitte hier hingekommen war.

Nachdenklich hob Eve ihren Arm, kurz davor auf die Klingel neben der Tür zu drücken, hielt aber doch noch einmal inne. Was machte sie hier eigentlich? Das war doch schwachsinnig! Aber sie konnte jetzt auch nicht wieder umkehren, da sie in ihrem Wutlauf ziemlich vergessen hatte, wo sie überhaupt lang gegangen war und sie somit nicht mehr wusste, wie sie zurück kommen sollte. Früher hätte sie zwar mit Hilfe ihrer Transformation einfach sich die Gegend aus der Luft ansehen können, aber sie wollte diese Sachen nicht mehr einsetzen. Nicht, wenn es nicht unbedingt notwendig war und das war ja gerade nicht der Fall.

Also, was sollte sie jetzt machen?

„… Was machst du denn hier, Eve?“, wurde sie von einer Frauenstimme angesprochen, womit sich Eve umdrehte und die Ältere anblickte, „wir haben uns ewig nicht gesehen und ich hätte nicht gedacht, dass wir uns überhaupt mal normal treffen.“

„Uh … ich glaube, ich habe mich verlaufen“, murmelte Eve und sah verlegen auf den Boden vor sich.

„Verlaufen?“, murmelte die Frau nachdenklich und strich ihre langen Haare nach hinten, ging an Eve vorbei und stellte ihre Einkaufstüte neben sich, um aufzuschließen, „komm erst mal rein.“

„D-danke …“, gab Eve aus irgendeinem Grund schüchtern zurück und folgte ihr ins Innere, „… du … hast Weihnachtseinkäufe gemacht?“

„Ein paar restliche, ja“, nickte ihre Gastgeberin, „… also, magst du was trinken? Danach kannst du ja gucken, dass du jemanden deiner Freunde erreichst.“

„Gerne, danke, Sephiria“, nickte Eve immer noch leicht verlegen, versuchte aber langsam wieder zu ihrem normalen Ich zurück zu finden.

„Du bist heute ziemlich schüchtern, was?“, lächelte Sephiria sie an und ging in die Küche vor, stellte ihre Tasche erst einmal an der Seite ab und setzte ihnen einen Kakao auf. Während dieser anfing warm zu werden, drehte sie sich zu Eve um, die etwas unentschlossen im Raum stand. ‚Wie konnte dieses Mädchen nur so verdammt süß aussehen?‘, ging es ihr gedanklich durch den Kopf, während sie darüber nachdachte, dass sie damals befohlen hatte, dieses Mädchen zu töten.

„… Ich weiß auch nicht … was mit mir … los ist“, flüsterte Eve ein wenig und setzte sich schließlich doch auf einen der Küchenstühle.

Grinsend musterte die Anführerin der Kronos Numbers sie, schüttete ihnen beiden jeweils eine Tasse warmen Kakaos auf und ging zu ihr, setzte sich Eve gegenüber hin und reichte ihr eine Tasse: „Interessant, dass du auch ein anderes Gesicht hast. Diese ständige Emotionslosigkeit macht dich glatt zehn Jahre älter …“

Verlegen umfasste Eve die Tasse und nippte etwas daran, versuchte dadurch, zu verhindern, die Ältere anzusehen.

„Gerade benimmst du dich viel mehr wie ein junges Mädchen“, murmelte Sephiria und seufzte leicht, „du solltest es genießen, so lange du noch so jung aussiehst.“

„… Ich bin aber nicht, wie andere“, murmelte Eve nun doch leicht eingeschnappt. Sie wollte nicht wie ein junges Mädchen behandelt werden, das hatten Sven und Train damals oft genug getan.

„Warum wehrst du dich dagegen, hm?“, schaute Sephiria sie ruhig an.

„Weil mich so alle für ein schwaches Kind halten, was ich nicht bin!“, entgegnete Eve brummend.

„Sei froh, dass du so ein Leben überhaupt führen darfst …“, murmelte Sephiria leise, während sie daran dachte, dass sie schon viel zu früh in dieses Leben hinein erzogen und trainiert wurde. Sie hatte eigentlich kaum die Möglichkeit ihre Kindheit richtig auszuleben.

„Hm …“, murmelte Eve und sah zur Seite, trank einen weiteren Schluck, „aber jeder behandelt mich nur wie ein Kind. Nicht mal Sven sieht mich als gleichwertigen Partner …“

Ein wenig schüttelte Sephiria den Kopf und strich ihr über den Kopf: „Sven will doch nur auf dich aufpassen, vermutlich vergisst er dabei manchmal, was du eigentlich kannst. Er fühlt sich für dich verantwortlich.“

„Das muss er nicht“, murmelte Eve seufzend und sah nun doch wieder auf, „… aber ihr versteht auch alle nicht, dass ich nicht normal bin. Ich bin kein normaler Mensch, wo man so einfach sagen kann, dass ich nur ein Kind bin!“

„Nicht?“, legte Sephiria ihren Kopf schief, „ich denke, du hast Train dabei geholfen, ein Stück seiner verlorenen Kindheit nachzuholen. Er ist mit euch richtig aufgeblüht, dass musste ich irgendwann auch einsehen und ich glaube, du hast da einen entscheidenden Anteil dran, Eve.“

„… Wie …?“, fing Eve an, unterbrach sich aber selbst, als sie ihre Gastgeberin ansah.

„Du bist gut so, wie du bist, Eve“, lächelte Sephiria und hauchte ihr einen kurzen Kuss auf die Stirn, streichelte ihr durch die Haare, „und ich glaube, Train wollte dir damit auch sagen, dass du genießen sollst, dass du noch als Kind gesehen wirst. Und gleichzeitig hat es ihm gut getan, sich mit dir zu streiten.“

„So … habe ich das noch nie gesehen“, flüsterte Eve etwas beschämt, aber eigentlich spürte sie, dass es vermutlich so war, „… Sephiria?“

„Hm?“, schaute diese fragend zurück und trank den letzten Schluck ihres Kakaos aus, „was denn, Eve?“

„Magst du … mit uns Weihnachten feiern?“, schaute sie mit einem leichten rot auf den Wangen auf.

„Warum nicht?“, blickte sie lächelnd zurück, „… ich denke, es würde auch mal gut tun, wenn wir uns mal auf andere Weise treffen, ohne, dass gleich irgendetwas passiert. Nicht?“

Eve nickte lächelnd und trank nun ebenfalls ihre Tasse leer.

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Kurzbeschreibung

Spontaner Besuch und ein freundschaftlicher Nachmittag.

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